Hilders

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hilders
Hilders
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hilders hervorgehoben
50.57138888888910518Koordinaten: 50° 34′ N, 10° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Fulda
Höhe: 518 m ü. NHN
Fläche: 70,38 km²
Einwohner: 4655 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 66 Einwohner je km²
Postleitzahl: 36115
Vorwahl: 06681
Kfz-Kennzeichen: FD
Gemeindeschlüssel: 06 6 31 012
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchstraße 2–6
36115 Hilders
Webpräsenz: www.hilders.de
Bürgermeister: Hubert Blum (SPD)
Lage der Gemeinde Hilders im Landkreis Fulda
Eiterfeld Burghaun Rasdorf Hünfeld Nüsttal Bad Salzschlirf Großenlüder Fulda Petersberg (Hessen) Hofbieber Tann (Rhön) Hilders Dipperz Künzell Poppenhausen (Wasserkuppe) Ehrenberg (Rhön) Gersfeld (Rhön) Ebersburg Eichenzell Kalbach Flieden Hosenfeld Neuhof (bei Fulda) Main-Kinzig-Kreis Bayern Thüringen Landkreis Hersfeld-Rotenburg VogelsbergkreisKarte
Über dieses Bild

Hilders ist eine Gemeinde im Landkreis Fulda in Osthessen, Deutschland.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Naturpark Hessische Rhön nordöstlich der Wasserkuppe auf 460 bis 800 Meter Höhe im Ulstertal, 30 km östlich von Fulda. Im Osten grenzt die Gemeinde an Thüringen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Hilders grenzt im Norden an die Stadt Tann (Landkreis Fulda), im Osten an die Gemeinden Unterweid, Oberweid, Frankenheim und Birx (alle im thüringischen Landkreis Schmalkalden-Meiningen), im Süden an die Gemeinden Ehrenberg und Poppenhausen und im Westen an die Gemeinde Hofbieber (alle drei im Landkreis Fulda).

Gliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht neben dem Hauptort Hilders aus den Ortsteilen

Geschichte[Bearbeiten]

915 gehörte das Gebiet um Hilders dem Kloster Fulda. Um 1090-1150 ist Hilders als Besitz des Klosters Petersberg bei Fulda belegt. Die Auersburg wurde 1214 von den Grafen von Neidhartshausen an das Kloster Fulda verkauft. Später war Hilders Eigentum des Hochstifts Würzburg und wurde 1350 an die von der Tann verpfändet.

Zunächst war die Auersburg Amtssitz des späteren würzburgischen Zentamts Hilders mit den zugehörigen würzburgischen Orten Brauerz, Hilders, Lahrbach, Reulbach, Rommelsrain, Schandenhof, Simmershausen, Struthof und Wickers. Zum Zentgericht gehörten außerdem die fuldischen Orte Batten, Findlos, Seiferts und Thaiden, die thüngisch-tannisch-schenkischen Orte Boppenrod, Brand, Melbers und Wüstensachsen, die steinrückischen Orte Reuelbach und Umbrastein sowie Auer und Schwambach. Seitdem Auersberg im Bauernkrieg zerstört wurde, war Hilders Amtssitz.

Der Ort und das Amt lagen damit in einer Randlage des Hochstifts: im Norden lag die reichsfreie, evangelische Herrschaft Tann, etwas weiter im Süden lag die reichsfreie, evangelische Herrschaft Gersfeld und im Westen die Besitzungen des Klosters Fulda.

1803 wurde das Hochstift Würzburg, das ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis gehörte, durch den Reichsdeputationshauptschluss säkularisiert und zum größten Teil Bayern zugeschlagen. Das bayerische Rentamt Hilders wurde 1818 bis 1820 aus dem Amt Hilders und dem Amt Motten gebildet.[2] Im Rahmen der Verwaltungsreform von 1862 wurde im Königreich Bayern aus den Landgerichtsbezirken Hilders und Weyhers das Bezirksamt Gersfeld gebildet.

Im Anschluss an den Deutschen Krieg von 1866 musste Bayern das Bezirksamt Gersfeld mit den Ämtern Tann, Hilders und Weyhers an Preußen abtreten. Aus dem bayrischen Bezirksamt Gersfeld wurde der preußische Kreis Gersfeld, der Teil der neuen Provinz Hessen-Nassau wurde.

Der Kreis Gersfeld wurde 1932 aufgelöst und in den benachbarten Landkreis Fulda eingegliedert,[3] welcher seit 1945 zu Hessen gehört.

Historische Namensformen[Bearbeiten]

Historische Namensformen sind:[4]

  • Hiltiriches, captura (891-915)
  • Hilderiches (um 1090-1150)
  • Hiltrichs (1422)
  • Hilters (1557)

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 31. Dezember 1971 wurden die bisher selbständigen Gemeinden Batten, Brand, Dietges, Eckweisbach, Liebhards, Rupsroth, Simmershausen und Wickers sowie der Hauptteil der Gemeinde Dörmbach an der Milseburg eingegliedert. Am 1. August 1972 kam das bis dahin im Landkreis Hünfeld gelegene Unterbernhards hinzu.[5]

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2011
 %
60
50
40
30
20
10
0
54,2 %
28,5 %
17,2 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 18
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-3,5 %p
-0,8 %p
+17,2 %p
-13,0 %p

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 ergab folgende Sitzverteilung:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 54,2 12 57,7 13
CWE Christliche Wähler-Einheit 28,5 7 29,3 7
OBH Offene Bürgerliste Hilders 17,2 4 - -
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands - - 13,0 3
Gesamt 100 23 100 23
Wahlbeteiligung in % 60,8 56,9

Partnerschaft[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Evangelische Kirche, erbaut 1895-96, erweitert 1961
  • Katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus aus dem ausgehenden 18. Jahrhundert
  • Burgruine Auersburg
  • Fachwerkhäuser aus dem 17. Jahrhundert
  • Reste der Burg Eberstein auf dem Tannenfels beim Ortsteil Brand.

Parks[Bearbeiten]

Hilders liegt inmitten des Biosphärenreservats Rhön mit einer Fläche von ca. 1849 km² (davon ca. 636 km² in Hessen).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten]

Hilders

Die Kerngemeinde Hilders ist ein anerkannter Luftkurort. Die Ortsteile Batten-Findlos und Simmershausen sind anerkannte Erholungsorte.[6]

Neben den Wander- und Schwimmmöglichkeiten (Freizeitbad Ulsterwelle) wurde 2004 die Gemeinde durch den Milseburgradweg aufgewertet, er führt auf der 1986 stillgelegten Rhönbahntrasse Fulda–Hilders–Tann-Wüstensachsen. Im Winter sind gespurte Loipen und an der nahen Wasserkuppe Skipisten für Alpinski vorhanden.

An der Straße nach Frankenheim/Rhön (Thüringen) steht oberhalb des Ortes eine Jugendherberge. Im Ort befinden sich verschiedene Gasthöfe, Hotels und Pensionen. Zur Umgebung von Hilders gehört der Buchschirmberg, der sich in einer Halbtagestour besteigen lässt.

Radwanderwege[Bearbeiten]

Bildung und Freizeit[Bearbeiten]

Thomas-Morus-Haus mit Zeltplatz

Bekannt ist Hilders durch die Jugendbildungs- und Freizeitstätten des Jugendwerks St. Michael e. V. Ab 1958 führte der Kapuzinerpater Archangelus Löslein in seiner Funktion als Freigestellter für kirchliche Jugendarbeit des Bistums Fulda in der Nähe des Battensteins am Buchschirm die ersten Zeltlager für Jungen durch. Bis heute werden diese von der Katholischen Jungen Gemeinde im Bistum Fulda angeboten, seit 1979 auf dem Thomas-Morus-Zeltplatz .

Auf dem Buchschirm, dem Hilderser Hausberg, steht das Thomas-Morus-Haus, benannt nach dem englischen Lordkanzler Thomas Morus, dem Schutzpatron der Katholischen Junge Gemeinde (KjG). Angegliedert ist ein 17.000 m² großer Zeltplatz mit Spielscheune, einer der größten Zeltplätze der Region, der 1980 eingeweiht wurde. 1985 erfolgte die Einweihung des Thomas-Morus-Hauses als Jugendbildungsstätte durch den damaligen Bischof von Fulda, Erzbischof Dr. Dr. Johannes Dyba. 2004 wurde das Haus umfassend modernisiert.

Die Pater-Löslein-Hütte in unmittelbarer Nähe ist eine Selbstversorgerhütte in Osthessen und dient der Versorgung eines weiteren 8.000 m² großen Zeltplatzes. Sie wurde 1977 durch das Jugendwerk St. Michael erworben und wird seit 1978 für Freizeiten genutzt. Die mehrmals modernisierte Hütte kann von April bis Oktober benutzt werden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Werner Böckenförde, * 21. März 1928, † 26. November 2003 in Freiburg i. Br., Theologe und Jurist, Domkapitular in Limburg, Professor in Frankfurt am Main für Katholisches Kirchenrecht und Staatskirchenrecht.
  • Alexius Molitor, * 19. November 1730, † 16. Juni 1773 in Mainz, deutscher Augustiner-Pater und Komponist von Kirchenmusik

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Historisches Ortslexikon von Hessen
  3. „Geschichte Gersfelds - Teil III“, eingesehen am 14. Dezember 2009
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Format„Hilders, Landkreis Fulda“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hrsg.: Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde (HLGL), Stand: 11. April 2014, abgerufen am 11. Juli 2014.
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 394 und 395.
  6.  79. Sitzung des Fachausschusses für Kurorte Erholungsorte und Heilbrunnen in Hessen vom 21. November 2012. In: Staatszeiger für das Land Hessen. Nr. 9, 2014, ISSN 0724-7885, S. 187.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hilders – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Hilders – Reiseführer