Flieden

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Flieden
Flieden
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Flieden hervorgehoben
50.4230555555569.5658333333333295Koordinaten: 50° 25′ N, 9° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Fulda
Höhe: 295 m ü. NHN
Fläche: 49,65 km²
Einwohner: 8724 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 176 Einwohner je km²
Postleitzahl: 36103
Vorwahlen: 06655, 06661 (Höf und Haid), 06669 (Buchenrod, Magdlos, Stork)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: FD
Gemeindeschlüssel: 06 6 31 008
Gemeindegliederung: 9 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 36
36103 Flieden
Webpräsenz: www.flieden.de
Bürgermeister: Christian Henkel (CDU)
Lage der Gemeinde Flieden im Landkreis Fulda
Eiterfeld Burghaun Rasdorf Hünfeld Nüsttal Bad Salzschlirf Großenlüder Fulda Petersberg (Hessen) Hofbieber Tann (Rhön) Hilders Dipperz Künzell Poppenhausen (Wasserkuppe) Ehrenberg (Rhön) Gersfeld (Rhön) Ebersburg Eichenzell Kalbach Flieden Hosenfeld Neuhof (bei Fulda) Main-Kinzig-Kreis Bayern Thüringen Landkreis Hersfeld-Rotenburg VogelsbergkreisKarte
Über dieses Bild

Flieden ist eine Gemeinde im Landkreis Fulda in Osthessen im Bundesland Hessen in der Bundesrepublik Deutschland.

Geografie[Bearbeiten]

Das Panoramabild zeigt den Blick auf den südlichen Teil des Hauptortes aus Richtung Bahnhof/Eisenküppel.
Im Hintergrund sind die beiden Windkrafträder zwischen Wallroth und Oberstork auf dem Gebiet der Stadt Schlüchtern zu erkennen, am rechten Bildrand die katholische Pfarrkirche St. Goar.

Geografische Lage[Bearbeiten]

Flieden liegt in einer Talsenke nordwestlich des Landrückens, dem Bindeglied zwischen den Ausläufern des Vogelsbergs im Westen und der Rhön im Osten. Diese Mittelgebirgslandschaft mit Mischwäldern und Ackerflächen bietet mit ihren höchsten Erhebungen dem Knöschen (509 m) bei Buchenrod und dem Storker Küppel (470 m) beim Oberstork weite Ausblicke auf die umgebenden Gebirge. Der westliche Teil des Hauptortes Flieden wird vom Magdloser Wasser durchflossen. Nahe der TV-Turnhalle unter der Bahnhofsbrücke bildet sich aus dem Zusammenfluss von Magdloser Wasser und Kautzer Wasser die Fliede. Der Fluss verläuft daraufhin Richtung Norden nach Neuhof und mündet auf der Höhe von Bronnzell in die Fulda.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde Flieden liegt am südlichen Rand des Landkreis Fulda und grenzt im Norden an die Gemeinde Neuhof und im Osten an Kalbach. Im Süden grenzt sie an die Städte Schlüchtern und Steinau an der Straße, die beide im Main-Kinzig-Kreis liegen.

Gliederung[Bearbeiten]

Ortsteil Einwohner
Flieden 3982 44 %
Rückers 1871 21 %
Magdlos 752 8 %
Döngesmühle 694 8 %
Schweben 541 6 %
Höf und Haid 349 4 %
Struth 347 4 %
Buchenrod 333 4 %
Stork 217 2 %
gesamt 9086 100 %
Stand: 1. Juli 2013[2]

Die Gemeinde Flieden besteht aus dem Hauptort Flieden und den Ortsteilen Buchenrod, Döngesmühle (mit den Weilern Weinberg, Kellerei und Rückgrund), Höf und Haid (mit den Weilern Berntal, Fuldaische Höfe, Katzenberg, Kautz, Laugendorf, Steinbruch, Stillerz und Untermühle), Magdlos (mit den Weilern Federwisch, Berishof und Langenau), Rückers (mit den Weilern Keutzelbuch und Leimenhof), Schweben, Stork (mit den Weilern Unterstork, Oberstork und Storker Hof) und Struth.

Eine sprachliche Besonderheit bilden die lokalen Präpositionen in Bezug auf die einzelnen Ortsteile. Während es in Fliedener Mundart wie im Hochdeutschen beispielsweise „nach Magdlos“ heißt, ist nach lokaler Umgangssprache der Wortlaut „auf die Döngesmühle“, „auf die Struth“ oder „zum Stork“ korrekt.

Geschichte[Bearbeiten]

Kirchplatz mit alter Schule und Gasthof „Zur Linde“

Die Mark Flieden wurde im Jahre 806 erstmals in einer Schenkungsurkunde von Bewohnern des heutigen Ortsteils Schweben an das Kloster Fulda erwähnt. Neun Jahre später überließ der Bischof von Würzburg Wolfgar dem Fuldaer Abt Ratgar das Zehntrecht über die Bewohner Fliedens. Im Jahr 1000 besaß das Kloster Fulda in Flieden 14 Liden und 23 Dreitagsfröner.

Am 29. Dezember 1012 wird erstmals der Weiler Langenau in einer Urkunde des ostfränkischen Königs und späteren Kaisers Heinrich II. erwähnt. In der Urkunde, die in der Königspfalz in Pöhlde ausgestellt wurde, schenkt Heinrich II. auf Ersuchen des Abtes Brantho dem Kloster Fulda einen Forst mit beschriebenen Grenzpunkten.[3][4]

1160 wurde erstmals der Ortsteil Rückers in den Gesta Marquardi Abbatis des Abtes Markward erwähnt und 1244 fand die erste urkundliche Erwähnung einer Pfarrei statt, die sich über das gesamte Fliedetal erstreckt. Ab 1250 gehörte die Mark Flieden zu dem von Fürstabt Heinrich IV. von Erthal (1249–1261) errichteten Verwaltungsbezirk des Schlosses Neuhof. Die verkehrsgünstige Lage des Ortes an der Via Regia, einer alten Handelsstraße von Frankfurt nach Leipzig (auch „Alte Heerstraße“ genannt), brachte sowohl Vorteile als auch Nachteile. Einerseits verdienten die Bewohner an der Versorgung der Reisenden mit Proviant und Dienstleistungen, andererseits wurden sie durch vorbeiziehende Truppen ungewollt an kriegerischen Ereignissen beteiligt.

1359 wurden zum ersten Mal die Ortsteile Kautz sowie Höf und Haid erwähnt, 1366 Buchenrod und 1386 Magdlos. Ein Bergwerk am östlich von Flieden liegenden Eisenküppel wurde 1465 nachdem es zuvor bereits stillgelegt worden war erneut in Betrieb genommen. Im ältesten noch vorhandenen Kirchenbuch von 1644 wird ein Kirchendiener und Lehrer genannt, der 53 Schüler aus dem gesamten Pfarrgebiet hatte. Wenig später gab es eine erste Zweigschule in Rückers.[5]

1708 wurden im Urbar gewisse Stadt- und Bürgerrechte genannt, die auf eine zunehmende Bedeutung der Gemeinde hinweisen. Flieden wird 1867 Bahnstation an der Bahnstrecke Bebra–Hanau, 1873 wird die Spitzkehre über den Landrücken fertiggestellt. Im Jahr 1882 wird der Fliedner Darlehenskassenverein gegründet, aus dem die heutige Raiffeisenbank Flieden eG hervorgegangen ist.

Während der Novemberpogrome am 8. November 1938 wurde die Synagoge verwüstet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zogen etwa 1000 Vertriebene aus den ehemaligen Ostgebieten nach Flieden.

Zur 1175-Jahr-Feier 1981 wurde ein 7,5 ha großer Sport- und Freizeitpark Am Weiher mit Stadion, Paddelteich, Festplatz und Parkanlagen errichtet.

1995 wurde das Gewerbegebiet Flieden-Süd an der B 40 eröffnet, in dem sich unter anderem eine Musterhaussiedung und eine Logistikzentrale des Pharmalogisters Grieshaber Logistics ansiedelten. Nachdem die dortigen Gewerbeflächen immer mehr ausgenutzt wurden, ist ein weiteres Gewerbegebiet Flieden-Mitte in unmittelbarer Nähe zur 2007 eröffneten Autobahnanschlussstelle entstanden.

„Königreich Flieden“[Bearbeiten]

Zur Entstehung des überregional bekannten Beinamens „Königreich“ des Hauptortes Flieden gibt es verschiedene Überlieferungen.[6]

Zur Zeit der Befreiungskriege gegen Napoleon Bonaparte meldeten sich junge Männer aus ganz Deutschland zum Kriegsdienst. Ein General fragte seine Truppe, die aus allen Landesteilen kam, nach Namen und Herkunft und die Soldaten nannten dabei jeweils ihre Herkunftsländer Königreich Sachsen, Königreich Westfalen, Königreich Preußen und andere. Unter diesen Soldaten befand sich auch ein Fliedener, der aufgrund der zur damaligen Zeit häufig wechselnden politischen Zugehörigkeit nicht wusste, zu welchem Land sein Heimatort gerade gehörte. Nach kurzem Überlegen soll er gesagt haben: „Johann Adam Klug, Königreich Flieden!“

Die zweite Anekdote handelt von den Bauhandwerkern aus den Dörfern des oberen Fliedetals, die zur Jahrhundertwernde im Rhein-Main-Gebiet arbeiteten und „halb Frankfurt“ aufgebaut haben sollen. Weil diese für die Heimreise an den Wochenenden am Frankfurter Hauptbahnhof übermäßig viele Fahrkarten nach Flieden gelöst haben, soll ein Schalterbeamte gesagt haben: „Flieden muss ja ein ganzes Königreich sein!“

Die Krone des Königreiches ist wegen der großen lokalgeschichtlichen Bedeutung ins Fliedener Wappen eingegangen.

Jahr König
1995 Bruno Stupp
1997 Thorsten Bischof
1999 Pascal Beßler
2001 Thomas Wolf
2003 Peter Klug
2006 Simon Müller

Zwischen 1995 und 2006 wurde alle zwei Jahre ein König gekürt, der sich im Rahmen des Königreichfestes durch spielerische Aufgaben, Jurybewertung und Publikumswahl gegen Bewerber aus anderen Ortsteilen durchsetzen muss. Zu den Aufgaben des Königs gehört es, Flieden nach innen und außen zu repräsentieren, wobei er einen ähnlichen Status wie Weinköniginnen und andere Majestäten innehat. Die Ausrichtung des Königreichfestes und die Wahl eines neuen Königs sind seit 2006 ausgeblieben.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Durch die hessische Gebietsreform wurden die bisher eigenständigen Gemeinden Buchenrod, Höf und Haid, Magdlos und Stork am 1. April 1972 eingegliedert, Rückers und Schweben folgten am 1. August 1972.[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner Anmerkungen
1000 14 Liden und 23 Dreitagsfröner
1512 3 Siedler
1516 93 Nachbarn
1708 596
1791 2943 heutige Großgemeinde
1895 1435 [7]
1939 2399 [7]
1961 3405 [7]
1970 3913 [7]
1983 7846 ab hier Großgemeinde
2004 8811
2005 8840
2006 8755
2007 8717
2008 8814 [8]
2009 8644
2012 8693
2013 8738 [2]

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung Flieden besteht aus 25 Mitgliedern. Die Kommunalwahl am 27. März 2011 ergab folgende Stimm- und Sitzverteilung bei 54,4 Prozent Wahlbeteiligung:

Kommunalwahl 2011
 %
60
50
40
30
20
10
0
57,8 %
32,2 %
10,0 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+2,7 %p
-4,4 %p
+7,7 %p
-6,0 %p
Parteien und Wählergemeinschaften 2011 2006
 % Sitze  % Sitze
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 57,8 14 55,1 14
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 32,2 8 36,6 9
Freie Demokratische Partei (FDP) 10,0 3 2,3 1
Bürger für Flieden (BfF) 6,0 1
gesamt 100,0 25 100,0 25
Wahlbeteiligung 56,8 % 54,4 %

Am 23. Juli 2014 wurde die Auflösung der FDP-Fraktion verkündet.[9]

Der Hauptort Flieden hat seit 2001 einen eigenen Ortsbeirat, der aus sieben Mitgliedern besteht. Im Ortsbeirat sind die CDU, die SPD und die FDP vertreten.

Bei den Kommunalwahlen 2011 erlangte die CDU die Mehrheit der Stimmen und verfügt so über die Mehrheit im Ortsbeirat. Ortsvorsteher ist Erhard Auth (CDU).

Bürgermeister[Bearbeiten]

Das Fliedener Rathaus

Bürgermeister der Gemeinde Flieden ist Christian Henkel (CDU). Bei der Bürgermeisterwahl am 11. März 2012 erreichte er 56,4 Prozent der Wählerstimmern und setzte sich klar gegen vier Mitbewerber durch. [10]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 20. November 1969 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

Blasonierung: „In Grün ein silberner gewellter Schräglinksbalken, überhöht von einer goldenen Blattkrone mit bunten Steinen und rotem Futter.“[11]

Der Wellenbalken ist eine heraldische Darstellung der Fliede. Die abgebildete Krone ist durch die Geschichte der Gemeinde als „Königreich Flieden“ begründet. Trotz fehlender stichhaltiger, wissenschaftlich historischer Erklärungen hat der Hessische Minister des Innern auf Empfehlung des Staatsarchivs Marburg die Abbildung einer Krone im Gemeindewappen erlaubt um ein für Flieden charakteristisches Merkmal auszudrücken.

Flagge[Bearbeiten]

„Die Flagge zeigt auf einer weißen Bahn das Wappen der Gemeinde, beseitigt von zwei schmalen grünen Streifen.“[11]

Religionen[Bearbeiten]

Frontportal der katholischen Pfarrkirche St. Goar
Hochaltar in St. Goar

Die Gemeinde Flieden ist wie der gesamte Landkreis Fulda überwiegend römisch-katholisch geprägt, 74 % der Einwohner sind römisch-katholisch, 14 % evangelisch und 13 % gehören einem anderen oder keinem Glauben an.[2]

Katholische Kirche[Bearbeiten]

In Flieden bestehen drei römisch-katholische Kirchengemeinden, die zum Pastoralverbund Christus-Erlöser Flieden/Hauswurz des Dekanats Neuhof-Großenlüder im Bistum Fulda gehören:

  • Der Pfarrei Sankt Goar Flieden mit den Filialkirchen Heilige Familie in Döngesmühle und Herz Jesu in Schweben gehören rund 4400 Katholiken an. Der Fliedener Ehrenbürger Pfarrer Gerhard Benzing war 33 Jahre in der Pfarrei tätig und blieb nach seiner Pensionierung bis zu seinem Tod am 10. Mai 2008 in Flieden.[12]
  • Die Pfarrei Mariä Himmelfahrt Rückers wurde mit Urkunde vom 14. November 1872 durch den Fuldaer Bischof Christoph Florentius zur eigenständigen Pfarrei Rückers erhoben. Erstmals erwähnt wurde die als Wallfahrtskirche bekannte Kirche in Rückers bereits im Jahr 1451.
  • Die Pfarrei Sankt Josef Magdlos gehört ebenfalls zur Großgemeinde und zum Pfarrverbund.

Evangelische Kirche[Bearbeiten]

Es gibt ebenso eine evangelische Kirche. Gemeindepfarrer der zur evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck gehörenden Evangelischen Kirchengemeinde Flieden-Neuhof (Pfarrbezirk 2) ist seit dem 15. August 2008 Holger Biehn. Der Pfarrbezirk der Kirchengemeinde erstreckt sich über das gesamte Gemeindegebiet sowie die zu Neuhof und Kalbach gehörenden Ortsteile Eichenried, Hauswurz, Kauppen, Rommerz, Veitsteinbach und Weidenau.

Ökumenischer Jakobsweg[Bearbeiten]

Durch die Großgemeinde führt der 125 km lange Ökumenische Jakobsweg von Fulda an den Main. Die Strecke führt von Flieden kommend nach Rückers hinauf auf die Steinkammer und das Breite Feld über den Distelrasen hinunter nach Schlüchtern. Der Pilgerweg gehört zum Verbindungssystem der Via Regia, deren Wegenetz von der Ukraine bis nach Spanien führte.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Auftritt der rhöner Mundart-Band Grasmücken in Lenzis Garten
Katholische Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt in Rückers

Musik[Bearbeiten]

Im Ortsteil Rückers gibt es den DRK Spielmanns- und Fanfarenzug Rückers e. V.. Der Verein ist weit über die Grenzen der Gemeinde Flieden durch sein Musikshow-Programm bekannt. Er hatte schon Auftritte bei der Eröffnung der Leichtathletik-Weltmeisterschaften am Brandenburger Tor in Berlin, bei der Bundesmusikparade in Stuttgart und München, beim Münchner Oktoberfest, dem Blumenkorso in Bad Ems, dem Wormser Backfischfest, dem Brezelfest in Speyer und dem Grenzlandfest in Zwiesel. International konnte er sich schon in Österreich, der Schweiz, Frankreich, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden präsentieren.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Barockkirche St. Goar in Flieden
  • Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt Rückers war bereits im 15. Jahrhundert weithin als Wallfahrts- und Gnadenkapelle bekannt und erlangte daher bis ins 18. Jahrhundert große Bedeutung. Durch einen Edikt des neuen Landesherrn, Prinz von Oranien, wurden 1802 Wallfahrten nach Rückerst verboten.
  • Pfarrkirche St. Josef Magdlos
  • Das Heimatmuseum Lenzis (Hüttnergut) ist ein kleinbäuerliches Anwesen mit über 200 Jahre alten Bauteilen. Ausgestellt werden Sammlungen von Feldbearbeitungs- und Erntegeräten aus Holz und Eisen, Exponate aus Tierhaltung und Haushalt und Dokumente der Haus-, Orts- und Pfarrgeschichte. Die ehemalige jüdische Gemeinde wird in einer eigenen Abteilung behandelt. Im zugehörigen Garten (Lenzis Garten) finden regelmäßig Open-Air-Veranstaltungen wie Konzerte, Aufführungen und Feste statt.

Parks und Naherholungsgebiete[Bearbeiten]

Sport- und Freizeitgelände „Am Weiher“[Bearbeiten]

Flieden, Paddelteich.jpg

In der Gemarkung Flieden befindet sich das 7,5 ha große Sport- und Freizeitgelände Am Weiher. Es wurde 1981 zur 1175-Jahr-Feier errichtet und enthält ein Stadion, einen Festplatz, den Paddelteich sowie Parkanlagen. Daran angrenzend befinden sich die Sportstätten des SV Buchonia Flieden, Tennisplätze sowie der Fußballplatz, auf dem die Spiele der Hessenliga ausgetragen werden.

Naherholungs- und Quellgebiet „Steinkammer“[Bearbeiten]

Rückers (Kreis Fulda) 'Steinkammer' - Wandern im Naturpark 2.JPG

In der Gemarkung Rückers befindet sich das geologisch und botanisch interessante Naherholungs- und Quellgebiet „Steinkammer“. Die „Steinkammer“ ist ein Landschaftsschutzgebiet, das im Naturpark „Hessische Rhön“ liegt und an den Naturpark „Hessischer Spessart“ angrenzt. Die Rundwanderwege des Naturparks „Hessische Rhön“ (Steinkammer West und Steinkammer Ost) führen durch Laub- und Nadelwälder entlang von Grünlandflächen und Bächen zu romantischen und verschwiegenen Plätzen.

Naturdenkmale[Bearbeiten]

Flieden (Kreis Fulda) - Eisenküppel - Naturdenkmal.JPG

In der Gemarkung Flieden befand sich auf dem Eisenküppel eine freistehende als Naturdenkmal eingestufte alte Hainbuche.

Eine weitere als Naturdenkmal eingestufte alte Hainbuche befindet sich in der Gemarkung Rückers im Naherholungs- und Quellgebiet Steinkammer/Hermannswinkel an der Grenze zur Gemarkung Hutten.

Sport[Bearbeiten]

In Flieden gibt es vier Sportvereine, den SV Buchonia Flieden mit den Sportarten Tennis, Tischtennis und Fußball und den TV Flieden unter anderem mit den Sportarten Handball, Volleyball, Leichtathletik und Judo. Die Handballer spielen in der Landesliga Nord. Die Fußballmannschaft des SV spielt in der Fußball-Hessenliga. Außerdem gibt es den Schützenverein Schützengilde Flieden und den Reitverein Flieden. Als Sporthallen stehen die an die Fliedetalschule angeschlossene Kreissporthalle Flieden, die vom Turnverein erbaute und betriebene TV-Halle und die Sporthalle der Grundschule Rückers zur Verfügung. Zur Kreissport- und TV-Halle gehört jeweils ein Außenareal mit Hartplatz beziehungsweise Rasenflächen und Beachvolleyball-Feld. Weiterhin gibt es im Sport- und Freizeitpark ein Leichtathletik-Stadion und angrenzend die Tennisplätze und der Fußballplatz des SV. Die Gemeinde Flieden betreibt das zwischen Flieden und Rückers nahe der Autobahn gelegene Freibad Landrücken, das viele Besucher aus den umliegenden Gemeinden anzieht.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Seit 1995 veranstaltet das Wirtschafts- und Interessenforum Flieden alle zwei Jahre das Königreichfest, an dem der neue König gekürt wird.
  • Besondere Bedeutung kommt in Flieden der Fastnacht zu. Der am Fastnachtssonntag stattfindende Fastnachtsumzug gehört zu den größten der Region und zieht jährlich tausende Besucher an.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Magdloser Straße mit Geschäften und Gastronomie.

Die Gemeinde Flieden ist einerseits landwirtschaftlich und handwerklich geprägt, mit weitläufigen Feldern und Wiesen rund um die Ortschaften. Mit den Gewerbegebieten Flieden Süd, Im Weiher und Rückers sowie dem neu entstehenden Gewerbegebiet Flieden Ost bietet Flieden anderen Branchen günstige Ansiedlungsbedingungen. Viele Fliedener Unternehmen sind im Wirtschafts- und Interessenforum Königreich Flieden e. V. vereinigt, das als unabhängige Kontakt- und Informationsplattform dient und das unternehmerische Umfeld in Flieden weiterentwickelt und unterstützt.

Im Jahr 1995 eröffneten Gewerbegebiet Flieden-Süd mit 146.000 m² entstanden eine Musterhaussiedung und eine Logistikzentrale des Pharmalogisters Grieshaber Logistics. Aufgrund der fortschreitenden Auslastung der dortigen Gewerbeflächen wurde 2007 mit Eröffnung der Autobahn in unmittelbarere Nähe zu derselben ein 75.000 m² große Gewerbegebiet Flieden-Mitte am östlichen Rand des Ortes geschaffen. Die Firma Kelterei Elm GmbH ist für ihre rhöner Produkte überregional bekannt. Einige Unternehmen in Flieden sind im IT-Bereich tätig. Der Elektronikmarkt Elektro-Atzert GmbH betreibt eine große, deutschlandweite Versandabteilung. Die Firma G5 GmbH arbeitet weltweit in fünf Kontinenten als Projektmanager, Gutachter und Generalübernehmer. Mit der Textilfabrik schwarzesschaf.info bekommt Flieden im Jahr 2011 ein Unternehmen, welches Textilien in ganz Deutschland verkauft und eine bekannter Name bei Textilien in Übergrößen bis 6XL ist.

Flieden lag seit jeher in verkehrsgünstiger Lage an der Verbindung von Frankfurt über das Kinzigtal nach Fulda und weiter bis nach Leipzig, über die alte Handelsstraße Via Regia (auch Alte Heerstraße genannt). In neuerer Zeit liegt Flieden auch weiterhin an wichtigen Straßen und Eisenbahnstrecken aus dem Rhein-Main-Gebiet nach Fulda und weiter Richtung Norden. Während der Teilung Deutschlands verlief die Nord-Süd-Strecke als kürzeste Verbindung von Süddeutschland Richtung Norden durch Flieden. Seit der Wiedervereinigung wird dieser Verkehr zwar auch zunehmend wieder über andere Trassen geführt, aber dafür ist die Bedeutung der Verkehrsanbindung in den Osten Deutschlands gestiegen.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Hauptartikel: Bahnhof Flieden
Bahnhof Flieden vom Bahnsteig 7 aus gesehen

Der Bahnhof Flieden war von der Fertigstellung der Bahntrasse am 15. Dezember 1868 bis zur Eröffnung des Distelrasen-Tunnels 1914 ein wichtiger Bahnhof für die Kinzigtalbahn (Nord-Süd-Strecke), da hier für den steilen Anstieg nach Elm schwere Güterzüge in Richtung Frankfurt eine zusätzliche Vorspannlok erhielten, und verfügte dafür über ein eigenes Bahnbetriebswerk.

Seit der Eröffnung des Distelrasentunnels ist Flieden ein Trennungsbahnhof, an dem von der aus Fulda kommenden Kinzigtalbahn nach Frankfurt am Main die Bahnstrecke Flieden–Gemünden abzweigt.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Seit am 12. Oktober 2007 der Bauabschnitt Schlüchtern-Nord–Neuhof-Süd freigegeben wurde, liegt Flieden an der Anschlussstelle 50 Flieden der A 66 Frankfurt am Main–Fulda, deren letzter Abschnitt zwischen Neuhof und Eichenzell sich noch im Bau befindet. Zuvor verlief die B 40 zwischen Schlüchtern-Nord und Fulda-Süd, die als Verbindung zwischen der A 66 und der A 7 bei Fulda einen erheblichen Transitverkehr aufwies, mitten durch den Ort. Seit der Eröffnung der an Flieden vorbeiführenden Autobahn wurde die Bundesstraße zur Landstraße zurückgestuft und teils auf eine geringere Straßenbreite zurückgebaut.

Radwanderweg[Bearbeiten]

Der Hessische Radfernweg R3 von Rüdesheim am Rhein nach Tann verläuft entlang des Kinzigtals Richtung Rhön und zwischen Schlüchtern und Neuhof entlang der ehemaligen B 40 durch die Gemeinde Flieden.

Versorgung[Bearbeiten]

Zur medizinischen Grundversorgung bestehen in Flieden vier praktische Arztpraxen sowie vier Zahn- und eine Tierarztpraxis. Für weitere Behandlungen gibt es im nahe gelegenen Oberzentrum Fulda zahlreiche Fachärzte sowie zwei Krankenhäuser in Fulda und eines in Schlüchtern.

Bildung[Bearbeiten]

Die Kleinkinderbetreuung Die kleinen Strolche des Vereins Menschenkinder Flieden sowie die Kindergärten St. Martin und St. Joseph in Flieden und St. Nikolaus in Rückers und Magdlos sorgen für die vorschulische Betreuung von Kindern.

Bauteil 3 der Fliedetalschule

In Flieden gibt es die Fliedetalschule, eine von 380 Schülern besuchte Grundschule mit angeschlossener Förderstufe (108 Schüler).[13] Die Schule besteht aus drei Gebäudeteilen, der älteste ist zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden und enthielt ursprünglich noch eine Lehrerwohnung. Die beiden weiteren Gebäudeteile sind Neubauten aus den 1950er und 1970er Jahren. Der Sportunterricht findet in der angeschlossenen Kreissporthalle statt. Die Ursprünge dieser Schule reichen bis ins 17. Jahrhundert, als ein Kirchendiener für die Schulbildung der gesamten Pfarrei zuständig war. Im 18. Jahrhundert entstanden eigenständige Schulen in Rückers, Magdlos, Schweben und Höf und Haid. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden in Flieden Grund- und Hauptschüler unterrichtet, bis 1973 die Gesamtschule in Neuhof für die weiterführende Schulbildung zuständig wurde. Ein Jahr später wurden die Grundschulen in Schweben, Höf und Haid, Magdlos und Döngesmühle aufgelöst und die Schüler in Flieden vereinigt.[5] Die Steinkammerschule in Rückers besteht weiterhin als eigenständige Einrichtung.

Für die weiterführende Bildung sorgen die Gesamtschule in Neuhof, fünf allgemeine und drei berufliche Gymnasien, sowie drei Berufsschulen in Fulda.

Die Pfarrei Flieden betreibt seit 1907 eine Pfarr- und Gemeindebücherei mit circa 5000 Medien im Pfarrheim in Flieden und einer Zweigstelle im Dorfgemeinschaftshaus Schweben.

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Karl Förster (* 1916; † 2007), Bürgermeister in Flieden von 1946 bis 1976
  • Schwester Elmara (Berta Faulstich) (* 6. Dezember 1911 in Seiferts/Rhön; † 14. Februar 2003 in Flieden), Kindergartenleitung von 1934 bis 1979, ab 1985 Ehrenbürgerin
  • Gerhard Benzing (* 22. März 1932 in Neuses; † 10. Mai 2008 in Fulda), katholischer Pfarrer in St. Goar Flieden von 1973 bis 2006, von 1988 bis 2002 Dekan im Dekanat Neuhof, ab 1975 Präses der KAB in Flieden und ab 2006 Ehrenbürger der Gemeinde Flieden für seine Verdienste um die Gemeinde.[12]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c Daten & Zahlen. In: flieden.de. Gemeinde Flieden, 1. Juli 2013, abgerufen am 2. August 2013.
  3. Der Weiler Langenau feiert runden Geburtstag
  4. Die Urkunde König Heinrichs II. vom 29. Dezember 1012
  5. a b Historisches der Fliedetalschule, von Raimund Henkel
  6.  Gustav Damann: Das Wilde Heer und das „Königreich Flieden“. In: Buchenblätter Fulda. Nr. 9, 1982.
  7. a b c d e Flieden, Gemeinde Flieden in: Historisches Ortslexikon (Stand: 4. November 2010)
  8. Daten + Zahlen – flieden.de
  9. Keine Zeit: FDP hört in Flieden auf Artikel der Fuldaer Zeitung vom 23. Juli 2014
  10. Fuldaer Zeitung: „Wahl in Flieden: Klarer Sieg für Henkel“
  11. a b Genehmigung des Wappens und der Flagge durch den Hessischen Minister des Innern (StAnz. 49/1969 S. 2009) Seite 5 der tif-Datei 3,65 MB
  12. a b Glocken läuteten! Ehrenbürger und Pfarrer Gerhard BENZING (76) verstorben – Osthessennews.de
  13. Schüler – fliedetalschule.de

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Flieden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien