Hittisau

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Hittisau
Wappen von Hittisau
Hittisau (Österreich)
Hittisau
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Bregenz
Kfz-Kennzeichen: B
Fläche: 46,62 km²
Koordinaten: 47° 28′ N, 9° 57′ O47.4602777777789.9566666666667798Koordinaten: 47° 27′ 37″ N, 9° 57′ 24″ O
Höhe: 798 m ü. A.
Einwohner: 1.850 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte: 40 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6952
Vorwahl: 05513
Gemeindekennziffer: 8 02 16
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Platz 370
6952 Hittisau
Website: www.hittisau.at
Politik
Bürgermeister: Klaus Schwarz
Gemeindevertretung: (2010)
(18 Mitglieder)
18 Offene Bürgerliste Hittisau
Lage der Gemeinde Hittisau im Bezirk Bregenz
Alberschwende Andelsbuch Au Bezau Bildstein Bizau Bregenz Buch Damüls Doren Egg Eichenberg Fußach Gaißau Hard Hittisau Höchst Hörbranz Hohenweiler Kennelbach Krumbach Langen bei Bregenz Langenegg Lauterach Lingenau Lochau Mellau Mittelberg Möggers Reuthe Riefensberg Schnepfau Schoppernau Schröcken Schwarzach Schwarzenberg Sibratsgfäll Sulzberg Warth Wolfurt VorarlbergLage der Gemeinde Hittisau im Bezirk Bregenz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Blick vom Kurzentobel
Blick vom Kurzentobel
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Die Gemeinde Hittisau mit 1850 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) liegt im Osten der Region Bregenzerwald, und somit im Vorarlberger Bezirk Bregenz.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Hittisau

Das Gemeindegebiet befindet sich im Osten des Bregenzerwaldes (Bregenzerwald in Skizze rot eingezeichnet). Hittisau liegt inmitten einer Dreitälerschlucht. Die Landschaft wird von Wäldern, Naturdenkmälern und zahlreichen Gewässern geprägt. Hittisau ist Mitglied des deutsch-österreichischen Gemeinschaftprojekts Naturpark Nagelfluhkette.

Berglandschaft[Bearbeiten]

Die bedeutendsten Berge im Hittisauer Gemeindegebiet gehören zur Nagelfluhkette, darunter auch der westlichste Berg dieser Kette, der Hochhäderich (1565 m ü. A.). Weitere bedeutende Berge sind der Rote Berg sowie der Hittisberg. Der tiefste Punkt des Gemeindegebiets befindet sich mit 640 m ü. A. im Scheidbachtobel, die höchste Erhebung stellt die Spitze des Feuerstätterkopfs dar.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den zwei Katastralgemeinden Hittisau und Bolgenach.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde Hittisau grenzt an sechs österreichische und zwei deutsche Gemeinden. Es sind dies im österreichischen Bezirk Bregenz die Gemeinden Riefensberg, Krumbach, Langenegg, Lingenau, Egg und Sibratsgfäll sowie die im bayrischen Landkreis Oberallgäu liegende Gemeinde Balderschwang und der Markt Oberstaufen.

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung setzt sich aus 18 Mitgliedern zusammen. Diese wurden bei der letzten Gemeindevertretungswahl 2010 per Listenwahl gewählt und entstammen alle der Offenen Bürgerliste Hittisau.

Seit dem 9. April 2012 ist Klaus Schwarz Bürgermeister der Gemeinde.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist von der Landwirtschaft, insbesondere der Almwirtschaft (81 Alpen im Gemeindegebiet), geprägt. Auch der Fremdenverkehr ist gut entwickelt. Von der gemeindlichen Gesamtfläche sind 19 % landwirtschaftliche Grundflächen, 35 % Alpen, 41 % Wald und 5 % sonstige Flächen.

Zu Hittisau gehört auch das Lecknertal mit gleichnamigem See, das von Ende Mai bis Mitte September agrarisch genutzt wird. Die Lecknerstraße ist oberhalb der Parzelle Höfle bis zum seenahen Parkplatz (15 Minuten Gehzeit) mautpflichtig.

Geschichte[Bearbeiten]

Seit der Jahrtausendwende erfolgen Erschließung, Rodung und Urbarmachung des Bregenzerwaldes, veranlasst durch die ehemaligen Grafen von Bregenz und das Kloster Mehrerau.

Erste urkundliche Erwähnung von Hittisau: 1249 n. Chr.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Hittisau
Pfarrkirche Hl. Drei Könige

Pfarrkirche und Kapellen[Bearbeiten]

Bereits im Jahre 1510 berichten die Chroniken über eine erste Pfarrkirche in Hittisau, das 1580 zur eigenen Pfarrei erhoben wurde.
Nachdem die alte Kirche trotz zweimaliger Verlängerung zu klein geworden war, bauten die Hittisauer nach den Plänen des heimischen Baumeisters Johann Peter Bilgeri (1802–1849) in den Jahren 1843 bis 1845 die heutige Pfarrkirche mit Unterstützung durch die Bevölkerung.
Prunkstücke der lichtdurchfluteten im klassizistischen Stil erbauten Saalkirche sind zum einen die historische Orgel (1868) des Orgelbaumeisters Alois Schönach (1811–1899) und andererseits das große Deckengemälde des Münchner Akademieprofessers Waldemar Kolmberger, das Jüngste Gericht darstellend, in dem – für genaue Beobachter – auch Winston Churchill seinen Platz in der (Vor-)Hölle gefunden hat.
Im Gegensatz zur landesüblichen Ausrichtung der Kirchen, in denen Turm und Altarraum gegen Osten weisen, steht die Hittisauer Kirche in Anpassung an das Gelände in Nord/Süd-Lage. Bauherr war Johann Konrad Bechter (Hittisauer Vorsteher und einer der größten Bauern und Alpbesitzer im Bregenzerwald) der im Jahre 1838 den Neubau der „Krone“ errichten ließ, nicht zuletzt in der Absicht, damit die Einsetzung eines Landesgerichtes in Hittisau zu fördern.
Die bunten Glasfenster der Kirche in Nazarenstil stammen aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts, die Apostelplastiken sind das Werk des Franz Schmalzl aus Gröden. Außergewöhnlich sind die Kreuzwegstationen, die Christian Moosbrugger um 1950 schuf: er schnitzte sie negativ ins helle, ungefasste Holz.

Werkraum Bregenzerwald[Bearbeiten]

Für aufmerksame Betrachter zeigt sich in Hittisau der Werk- und Baustoff Holz in vielerlei Erscheinungsformen. In einer ununterbrochenen regionalen Wertschöpfungskette wird das heimische Holz bearbeitet. Sachkenntnis, Gespür für die Natur und ihre Zusammenhänge, großes Erfahrungswissen und praktisches handwerkliches Können fügen sich zu einer Kulturleistung im besten Sinne.

So ist Holz harmonisch in den Alltag des Dorfes eingebettet: als wichtigstes Element in der Architektur, in Sägewerksbetrieben, alten Holzbrücken (sehr bemerkenswert ist übrigens die gedeckte Holzbrücke zwischen Lingenau und dem Egger Ortsteil Großdorf, die auf Alois Negrelli, den Planer des Sueskanals zurückgeht), dem Biomasseheizwerk, besonderen Handwerksbetrieben, wie z. B. Peter Lässer, dem einzigen gewerblichen Kufermeister weitum, oder einfach im schönen alten Baumbestand.

Neben einigen innovativen Privathäusern oder liebevoll renovierten und adaptierten Wohnbauten zeichnet sich das Hittisauer Feuerwehr- und Kulturhaus, in dem auch das einzige österreichische Frauenmuseum seinen Sitz hat, durch seine Eleganz und Funktionalität aus.

Frauenmuseum Hittisau[Bearbeiten]

Frauenmuseum Hittisau

Das Frauenmuseum Hittisau, das erste in Österreich[1], hat es sich zur Aufgabe gemacht, das kulturelle Schaffen von Frauen sichtbar zu machen. Es gibt Kulturveranstaltungen, Vorträge und Projekte in und mit anderen Institutionen.[2] Es entstand im Jahr 2000 durch eine Initiative von Frauen, unter der Führung der gebürtigen Hittisauer und Museumskuratorin Elisabeth Stöckler[3], die es bis 2009 leitete.

Der Hittisauer Wasser-Wanderweg[Bearbeiten]

Dieser Weg führt u. a. auch durch die Engenlochschlucht, in der hinter einer Hängebrücke ein originalgetreues Modell eines Sägewerks anschaulich die Funktionsweise eines nahen echten Sägewerks näherbringt. Der Wanderweg bringt Aufschluss mittels zahlreichen Informationstafeln in die Wasserwirtschaft und ist zugleich Teil des Hittisauer Rundwegs und kann mit diesem verbunden werden – inklusive echtem Dachsbau. Bergwanderer können diesen Weg mit dem Aufstieg zum Hausberg Hittisberg verbinden.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ORF: Diskussion um Hittisauer Frauenmuseum
  2. Frauenmuseum Hittisau  (Seite nicht mehr abrufbar; Suche im [http://wayback.web.archive.org/web/*/http://www.frauenmuseum.at/pdf/Bericht00-01-02_fm_frutiger.pdf Webarchiv)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.frauenmuseum.at] Tätigkeitsbericht 2000 bis 2002
  3. Alton.at: Laudatio für Elisabeth Stöckler zur Verleihung des Prix Wasserfrau 2005

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hittisau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien