Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

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Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
INSM.svg
Gründer Gesamtmetall
Geschäftsführer Hubertus Pellengahr[1]
Vorsitzender des Kuratoriums Wolfgang Clement[2]
Gegründet 12.10.2000
Sitz Berlin
Aktionsraum Deutschland
Finanzmittel 6,97 Mio. Euro (2012, nach Abzug von Steuern)[3]
Fokus Wirtschaftsliberalismus[4]
Methoden Öffentlichkeitsarbeit
Website www.insm.de

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) ist eine im Jahr 2000 vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall gegründete und von Arbeitgeberverbänden getragene advokatorische Denkfabrik. Sie verfolgt das Ziel, durch Öffentlichkeitsarbeit ihre ordnungspolitischen Botschaften bei Entscheidern und in der Bevölkerung zu verankern. In der Bevölkerung soll die Bereitschaft für wirtschaftsliberale Reformen erhöht werden, ein unternehmensfreundliches Klima erzeugt werden und Eigenverantwortung, Wettbewerb und unternehmerische Freiheit als positive Werte betont werden.[5]

Inhaltsverzeichnis

Organisation [Bearbeiten]

Die INSM wird von der INSM Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft GmbH (bis 2007 berolino.pr GmbH) betrieben. Dieses ursprünglich in Köln ansässige Unternehmen wurde im Dezember 1999 von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektroindustrie gegründet, 2010 wurde Berlin Firmensitz. Die GmbH hat acht feste und etwa 40 freie Mitarbeiter. Geschäftsführer ist der frühere HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr, der am 1. Januar 2010 Max A. Höfer und Dieter Rath (vorher u.a. Presse- und PR-Chef des BDI) ablöste. Mit der Konzept- und Inhaltsgestaltung wurde vom Verband zunächst die PR-Agentur Scholz & Friends beauftragt[6], seit 2010 betreut die Agentur Serviceplan Public Opinion den Etat der INSM.[7]

Der Jahresetat der Initiative beträgt nach eigenen Angaben für das Jahr 2012 6,97 Mio. Euro. Finanziert wird die Initiative durch den Arbeitgeberverband Gesamtmetall.[3] Als wissenschaftlicher Berater fungiert das von Verbänden und Unternehmen der privaten Wirtschaft finanzierte Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Die INSM arbeitet mit dem Institut für Demoskopie Allensbach zusammen. Sie ist Mitglied im Stockholm Network, einem europäischen Netzwerk marktwirtschaftlich orientierter Denkfabriken.[8]

Die INSM wird von ehrenamtlichen „Kuratoren“ und „Botschaftern“ unterstützt.[3] Unter den Botschaftern finden sich auch Mitglieder verschiedener politischer Parteien, vor allem der CDU, SPD und FDP.[8]

Vorsitzender des Kuratoriums ist der frühere Bundeswirtschaftsminister und Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen Wolfgang Clement. Er ist der Nachfolger von Hans Tietmeyer, der seit Gründung der INSM im Jahr 2000 diesen Vorsitz innehatte.[9]

Am 1. Juni 2005 wurde der Verein, Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft e.V., gegründet.

Ziele [Bearbeiten]

Die INSM verfolgt das Ziel, durch Öffentlichkeitsarbeit ihre ordnungspolitischen Botschaften bei Entscheidern und in der Bevölkerung zu verankern. In der Bevölkerung soll die Bereitschaft für wirtschaftsliberale Reformen erhöht werden, ein unternehmensfreundliches Klima erzeugt werden und Eigenverantwortung, Wettbewerb und unternehmerische Freiheit als positive Werte betont werden.[5]

Nach Eigenaussage vertritt die INSM die Ziele: „Wir wollen die Soziale Marktwirtschaft an die aktuellen Herausforderungen der Globalisierung, des demografischen Wandels und die Wissensgesellschaft anpassen. Die Soziale Marktwirtschaft hat sich über Jahrzehnte bewährt – doch auch erfolgreiche Konzepte müssen fortlaufend auf ihre Zukunftsfestigkeit überprüft und modernisiert werden. Daraus ergibt sich für uns dringender Reformbedarf in folgenden Politikfeldern“ Arbeitsmarktpolitik, Wirtschaftspolitik, Umwelt- und Energiepolitik, Sozialpolitik und Bildungspolitik.[3]

Die Ludwig-Erhard-Stiftung sieht wenig die Soziale Marktwirtschaft Ludwig Erhards in der Organisation, die für einen „umverteilenden Sozial- und Wohlfahrtsstaat“ stünden. Die Soziale Marktwirtschaft sei aber „keine Kombination von Marktwirtschaft und umfangreicher Sozialpolitik“ gewesen, sondern hätte dagegen entschieden angekämpft. Die Instrumentalisierung Erhards sei psychologisch verständlich, eine scheinbar „freie Wirtschaft“ mit wirtschaftspolitischen Maßnahmen zu begünstigen und mittels Gewerkschaften sozialpolitisch mehr für die „soziale Gerechtigkeit“ zu tun. Das sei aber nur für die jeweilige Klientel überzeugend. Aus Sicht Erhards waren die „marktwirtschaftlichen Lenkungsinstrumente“ lediglich freiheitsfeindliche Interventionsmittel, denn diese würden nicht „das Selbstbewusstsein, die Selbstverantwortung und die Solidarität der Bürger“ bestärken. Erhard habe oft betont, dass in der Sozialen Marktwirtschaft nicht allein darauf ankäme, „wünschenwertes“, sondern freiheitliche Maßnahmen umzusetzen. Der Zweck würde nicht die Mittel heiligen. Aber man hätte schon früh keine Marktwirtschaft, sondern Sozialisierung und staatliche Lenkung gewollt und eine Begeisterung für den Keynesianismus. Nachdem die anderen schließlich gewonnen hätten, und in eine Globalsteuerung eingetreten waren, wurde in den 70er Jahren die Marktwirtschaft und das Soziale gegeneinander ausgespielt. Seitdem habe sich neben der Umstellung auf eine Angebotspolitik nicht viel verändert. Deshalb ergäben sich oft „dubiose, teilwahre Darstellungen“.[10]

Nach Ansicht des Politikwissenschaftlers Claus Leggewie ist das Ziel der INSM weniger „soziale“ Marktwirtschaft als vielmehr „kapitalistische freie Marktwirtschaft“.[11] Nach Ansicht des Journalisten Thomas Leif gehe es der INSM im Kern um „die Flankierung von Wirtschaftsinteressen durch PR-Maßnahmen“.[12] Rudolf Speth sieht in einer Studie für die Hans-Böckler-Stiftung die INSM in der Tradition des Verbandes „Die Waage“.[6]

Nach sprachwissenschaftlicher Analyse von Martin Wengeler könne die Verwendung des Schlüsselwortes Soziale Marktwirtschaft im Namen der INSM „im Diskurszusammenhang nur als Versuch gewertet werden [...], den ‚Begriff‘ im eigenen, wirtschaftsliberalen Sinn [...] zu besetzen“.[13] Soziale Marktwirtschaft war in der Frühzeit der Bundesrepublik Deutschland ein zentraler, aber umstrittener, Selbstverständnisbegriff. In den 1990er Jahre hat in der Diskussion um marktradikale Konzepte die Berufung auf die Soziale Marktwirtschaft durch Kritiker von Haushaltskürzungen und sozialen Kürzungen wieder eine wichtige Rolle gespielt. Zudem wurde das Wort Soziale Marktwirtschaft von den Parteien SPD und Bündnis 90/Die Grünen (auch die PDS soll es in der Programmdiskussion erwogen haben) übernommen bzw. für die eigenen Ziele beansprucht, nachdem es vorher ausschließlich von der CDU verwendet wurde.[14] Auch die CDU griff auf den Begriff zurück, um ihre neuen Vorstellungen und Pläne damit anzupreisen. Die Erweiterung der Wortverbindung Soziale Marktwirtschaft um das Attribut „neu“ lasse erkennen, dass zwar das alte Schlüsselwort beibehalten werde, aber die damit nun verbundenen inhaltlichen Konzepte sich verschieben sollen, in Richtung wirtschaftsliberaler Konzepte, die allerdings auch schon in den 1950er Jahren unter anderem von Vertretern des Vereins Die Waage befürwortet wurden „und also schon damals eine Lesart von Soziale Marktwirtschaft darstellten“. In der Zeit, in der das Konzept Angela Merkels zur „Neuen Sozialen Marktwirtschaft“ in der CDU heftig diskutiert wurde, erfolgte die Namensgebung der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.[14] Die Wortverbindung Soziale Marktwirtschaft komme in den Texten der INSM so gut wie nicht vor. Ihr Verständnis von Soziale Marktwirtschaft schließe dabei an das Verständnis von Wirtschaftsliberalen wie Friedrich August von Hayek an, die bereits in den 1950er Jahren befürchtet hätten, dass das Attribut „sozial“ Versprechungen mache, die dem wirtschaftlichen Fortschritt im Wege stünden und daher „unsozial“ seien. Um das damit verbundene Konzept dennoch als Soziale Marktwirtschaft bezeichnen zu können, sei laut Wengeler der Wortverbindung das Attribut „neu“ hinzugefügt worden, sowie eine Berufung auf Ludwig Erhard.[15] Es dürfte jedoch nicht gelungen sein, dieses Verständnis von Soziale Marktwirtschaft im Diskurs durchzusetzen – im Gegensatz zu anderen Schlagworten wie „Reform“, bei denen die INSM mittlerweile eine in ihrem Sinn dominierende Interpretation voraussetzen könne.[15]

Öffentlichkeitsarbeit [Bearbeiten]

Strategie [Bearbeiten]

Die Öffentlichkeitsarbeit der INSM ist charakterisiert durch die Strategie der integrierten Kommunikation. Die Verbreitung der Inhalte erfolgt durch Anzeigen, Broschüren, Magazine, Bücher und Lehrveranstaltungen. [16] Die INSM stellt aus den Reihen ihrer Botschafter Experten für Diskussionsrunden im Fernsehen sowie Interviewpartner für Zeitungsredaktionen, liefert fertige Beiträge für Print- und Fernseh-Redaktionen, stellt O-Töne für Hörfunkjournalisten zur Verfügung und beliefert Bildagenturen mit Bildmotiven. Ebenso finanzierte die INSM einen Workshop an der RTL-Journalistenschule in Köln. Auch veranstaltete die INSM Aktionen, wie zum Beispiel eine Gruppe junger Leute mit den Wappen der 16 Bundesländer auf weißen T-Shirts, die symbolträchtig vor dem Reichstag zogen. Das Bild gelangte teilweise, ohne die INSM als Urheber zu nennen, als dpa-Foto in diverse Medien. [17] Außerdem stellte die INSM Materialien zum Thema Wirtschaft für den Schulunterricht zur Verfügung.[18]

Die ARD-Sendung Monitor moniert ein Verschwimmen der Grenzen zwischen Journalismus und Public Relations (PR).[19]

Medien [Bearbeiten]

Von 2003 bis 2005 kürte die INSM zusammen mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung jährlich den „Reformer des Jahres“. Dabei sollten Personen ausgezeichnet werden, die sich im betreffenden Jahr in besonderer Weise für „marktwirtschaftliche Reformen“ in Deutschland eingesetzt haben. Mit dem Titel wurde 2005 der Verfassungsrichter Udo di Fabio ausgezeichnet, 2004 der CDU-Politiker Friedrich Merz und 2003 das spätere CDU-Kompetenzteam-Mitglied Paul Kirchhof. In den Jahren 2004 und 2003 wurde zusätzlich mit dem IG Metall-Vorsitzenden Jürgen Peters und dem SPD-Präsidiumsmitglied Andrea Nahles auch je ein „Blockierer des Jahres“ ernannt.[20]

Der Politikwissenschaftler Ulrich Müller von LobbyControl prangert die Berichterstattung als unkritisch und intransparent an. Dabei beruft er sich auf[21] eine Magisterarbeit von Christian Nuernbergk über die Öffentlichkeitsarbeit der INSM mit Blick auf das Verhältnis von Journalismus und PR. Nuernbergk kommt zum Fazit, die Medienberichterstattung übernehme weitgehend die INSM-Perspektive, insbesondere wenn exklusive Medienkooperationen geboten werden. Sie mache die Funktion der Initiative als ein strategisches Element in der Interessenvertretung von Arbeitgeberverbänden nur unzureichend transparent. Informationen zur Einordnung der Berichterstattung würden dem Leser vorenthalten. Bei mehr als 50 % der untersuchten Beiträge tauchten INSM-Botschafter auf, aber nicht einmal in jedem sechsten Beitrag wurde die Botschafterrolle für die INSM transparent gemacht.[22]

Im Hinblick auf die Gefährdung der journalistischen Unabhängigkeit rügt die Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche in einem Positionspapier aus dem Jahr 2005 die zunehmende Veröffentlichung von PR-Texten als redaktionelle Beiträge ohne jegliche Hinweise über die Herkunft der Texte. Sie zitiert eine Studie der Universität Leipzig unter der Leitung des Medienwissenschaftlers Michael Haller, die zu dem Ergebnis kommt, dass die INSM „zur Vermarktung neoliberaler Reformideen […] über Media-Kampagnen allgemein wahrnehmbare und durch „repräsentative“ Umfragen belegte Stimmungen erzeuge. So werde direkt und indirekt auf das Agenda-Setting der Redaktionen Einfluss genommen.“[23]

Der Medienwissenschaftler Siegfried Weischenberg sagte in einer Monitor-Sendung im Jahre 2005: „Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ist höchst erfolgreich, weil es ihr gelungen ist, so einen neoliberalen Mainstream in den Medien durchzusetzen. Und das konnte auch leicht gelingen, weil die Medien kostengünstig produzieren müssen. Sie sind sehr darauf angewiesen, dass ihnen zugeliefert wird, hier gibt’s eine Lobby, die sehr wohlhabend ist. Das ist natürlich eine sehr, sehr problematische Geschichte, weil die Medien nicht das tun, was sie tun sollen. Die Journalistinnen und Journalisten fallen sozusagen aus der Rolle, weil sie nicht kritisch kontrollieren, weil sie die Interessen nicht transparent machen.“ Laut Monitor haben die mit Beiträgen belieferten Sender allerdings angegeben, die Beiträge redaktionell bearbeitet zu haben, die meisten Sender hätten die Zusammenarbeit mit der INSM inzwischen beendet.[19]

Eine Reihe von Botschaftern haben diese Tätigkeit zwischenzeitlich wieder aufgegeben, beispielsweise Wolfgang Clement nach Übernahme des Amtes des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit[24], der jedoch seit Juli 2012 als Kuratoriumsvorsitzender wieder eingestiegen ist.[9]

Nach Werner Bührer schalte die INSM „nahezu wöchentlich eine Anzeige in den großen Tageszeitungen“. Neben der markanten Figur Erhards mit verjüngten Gesichtszügen und der obligatorischen Zigarre finden sich unter der Zeile „Erhard schreibt wieder“ ein Zitat des „Vaters des Wirtschaftswunders“ und ein Kommentar der Initiatoren dieser Anzeigenkampagne. Bei der Ludwig-Erhard-Stiftung sei man nicht glücklich darüber, da die Instrumentalisierung Erhards einen „ernsthaften Bezug auf das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft vermissen“ lasse.[25] Dabei würde das Bild erstellt, Erhard habe unter Sozialer Marktwirtschaft „gar keine Marktwirtschaft, sondern einen umverteilenden Sozial- und Wohlfahrtsstaat verstanden – einen Sozialstaat, wie sie und die Mitglieder ihres Verbandes ihn für wünschenswert halten“. Soziale Marktwirtschaft sei aber im Sinne von Ludwig Erhard „keine Kombination von Marktwirtschaft und umfangreicher Sozialpolitik“. Dagegen hätte Erhard entschieden angekämpft. „Er meinte, eine wirklich soziale Wirtschaftsordnung existiere nur dort, wo sich die Umverteilung von Einkommen und Vermögen auf das absolut notwendige Mindestmaß einschränken lässt, weil Wohlstand für alle erreicht würde“. Wo Umverteilung nötig wäre, werde nicht nur die Marktwirtschaft, sondern auch das soziale Gefüge zerstört.“[10] Laut Horst Friedrich Wünsche sei es schwierig Erhards Theorie zu ergründen, da er unter Wirtschaftspolitik etwas anderes verstand als die Politiker vor und nach ihm und er sich bei der Begründung seiner Politik auf Erkenntnisse stützte, die an Universitäten nicht gelehrt werden würden.[10] „Die Neigung von Interessenvertretern sich so oder so auf Erhard zu berufen, lässt sich sachlich nicht begründen … Die Forderung der Industrie die „freie Wirtschaft“ mit wirtschaftspolitischen Maßnahmen zu begünstigen, und das Verlangen der Gewerkschaften, sozialpolitisch mehr für „soziale Gerechtigkeit“ zu tun“ bewertet Wünsche als interessenpolitische Fehldeutungen. Die Öffentlichkeitsarbeiter der Verbände würden Erhard in den Mund legen, was sie gerne hören möchte. Ironisch merkt er an, dass sich dies geradezu anbiete, da Ludwig Erhard vieles gesagt habe und die Soziale Marktwirtschaft durch Akzentverschiebung leicht in die ein oder andere Richtung ausgelegt werden könne: vom Sozialen zur Marktwirtschaft oder von der Marktwirtschaft zum Sozialen. „Und wird das eine genügend betont, kann das andere schon mal ganz weggelassen werden.“[10]

Schleichwerbungsvorwurf [Bearbeiten]

Im September 2005 wurde durch eine von der ARD veröffentlichte Kundenliste bekannt, dass die INSM 2002 insgesamt 58.670 Euro bezahlte, um Einfluss auf Dialoge in der ARD-Sendung Marienhof zu erhalten. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di warf ihr daraufhin vor, sie habe mit politischer Werbung Jugendliche manipulieren wollen. Die INSM erklärte daraufhin, es sei nur darum gegangen, „Grundkenntnisse über unsere Wirtschaftsordnung“ zu vermitteln und die „Bedeutung eigenen Engagements bei der Suche nach einer Ausbildungs- oder Arbeitsstelle“ zu betonen. Sie räumt inzwischen ein, dass die Medien-Kooperation im Falle der ARD-Serie Marienhof ein Fehler war. Der Initiative sei aber von der Produktionsgesellschaft mehrfach versichert worden, dass die Form der Zusammenarbeit in Einklang mit dem Rundfunkstaatsvertrag stehe und die zuständige ARD-Redaktion die Stücke abnehme, was sich als falsch herausgestellt habe. Den von der Gewerkschaft ver.di in ihrer Pressemitteilung vom 20. September 2005 angebrachten Vorwurf der Medienmanipulation weist die Geschäftsführung der INSM zurück.[26]

Vorwurf redaktioneller Einflussnahme [Bearbeiten]

Im November 2005 berichtete die Wochenzeitung Freitag, dass die INSM, nachdem in den Medien zunehmend kritische Berichterstattung über sie stattfinden würde, zu deren Bekämpfung Druck auf Redaktionen ausübe. Nach Berichten in Fernsehsendungen wie Monitor habe sich die INSM auch direkt an einzelne Mitglieder des Rundfunkrats und ZDF-Fernsehrats gewandt und über „einseitige“ Berichterstattung geklagt. Kritische Journalisten würden als gewerkschaftsnah oder als Attac-Sympathisanten dargestellt, um ihre Glaubwürdigkeit zu unterlaufen.[27]

Siehe auch [Bearbeiten]

Literatur [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. ISNM.de: Das Team
  2. ISNM.de: Kuratoren und Botschafter
  3. a b c d FAQ der INSM
  4. Gerd F. Hepp, Bildungspolitik in Deutschland: Eine Einführung, ISBN 9783531152103, Seite 89
  5. a b Handbuch Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände in Deutschland, ISBN 978-3-531-14195-4, S. 228
  6. a b Rudolf Speth: Die politischen Strategien der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (PDF), Hans-Böckler-Stiftung, Reihe Arbeitspapiere, Nr. 96, November 2004
  7. Serviceplan gewinnt Etat der INSM, 18. November 2009, aufgerufen zuletzt am 15. April 2013
  8. a b Kommunikative Strategie und Methodik Der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, Aus Lisa Wegeners Studienarbeit: Seite 12
  9. a b Wolfgang Clement neuer Kuratioriumsvorsitzender, 4. Juli 2012
  10. a b c d Horst Friedrich Wünsche: Ludwig Erhards Soziale Marktwirtschaft. Eine Bilanz, Orientierungen zur Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik 112 (2007), S. 81-89
  11. Sebastian Müller: Was ist Soziale Marktwirtschaft, Der Freitag Online vom 13. März 2012
  12. „Lobbying und PR am Beispiel der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“, in: Thomas Leif/Rudolf Speth (Hg.), Die stille Macht. Lobbyismus in Deutschland, Wiesbaden 2006, S.302-316.
  13. Steffen Pappert, Melani Schröter und Ulla Fix, Verschlüsseln, Verbergen, Verdecken in öffentlicher und institutioneller Kommunikation, 2008, ISBN 978-3503098514, Seite 100
  14. a b Steffen Pappert, Melani Schröter und Ulla Fix, Verschlüsseln, Verbergen, Verdecken in öffentlicher und institutioneller Kommunikation, 2008, ISBN 978-3503098514, Seite 101
  15. a b Steffen Pappert, Melani Schröter und Ulla Fix, Verschlüsseln, Verbergen, Verdecken in öffentlicher und institutioneller Kommunikation, 2008, ISBN 978-3503098514, Seite 102
  16. Vgl. Nicoll, Norbert: "Die ökonomische Rationalität in die Öffentlichkeit tragen", 2008, S. 102
  17. Vgl. Nicoll, Norbert: "Die ökonomische Rationalität in die Öffentlichkeit tragen", 2008, S. 107f
  18. Vgl. Nicoll, Norbert: "Die ökonomische Rationalität in die Öffentlichkeit tragen", 2008, S. 120f
  19. a b Gitti Müller, Kim Otto, Markus Schmidt: Die Macht über die Köpfe: Wie die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft Meinung macht, MONITOR Nr. 539 am 13. Oktober 2005, Beitrag als Video
  20. Vgl. Nicoll, Norbert: "Die ökonomische Rationalität in die Öffentlichkeit tragen", 2008, S. 110f
  21. Lobbycontrol: Berichterstattung über die INSM: unkritisch und nicht transparent Wolfgang Lieb, 26. April 2006
  22. Christian Nuernbergk: Die Mutmacher: Eine explorative Studie über die Öffentlichkeitsarbeit der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (PDF; 27 kB), eigene Homepage]
  23. PR-Einfluss auf Journalismus muss drastisch zurückgedrängt werden, Netzwerk-Recherche (2005) (PDF; 90 kB)]
  24. Angriff der Schleichwerber, Frankfurter Rundschau Online vom 8. Januar 2007
  25. Werner Bührer: Der Traum vom „Wohlstand für alle“. Wie aktuell ist Ludwig Erhards Programmschrift?, Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History, Online-Ausgabe, 4 (2007) H. 1+2.
  26. INSM: Werbung in «Marienhof» war «Fehler», netzeitung.de vom 21. September 2005
  27. Die Medien einschüchtern, der Freitag vom 11. November 2005