Arbeitslosigkeit

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Als Arbeitslosigkeit wird im Zusammenhang mit Lohnarbeit das Fehlen bezahlter Beschäftigungsmöglichkeiten für potenzielle Erwerbspersonen bezeichnet. Im weiteren Sinne ist damit auch das Fehlen anderer hauptsächlich menschlicher Arbeit gemeint.

Weltweite Arbeitslosenquoten, 2006

Begriffe[Bearbeiten]

Begriffsgeschichte[Bearbeiten]

Im Deutschen kam der Begriff Arbeitslosigkeit mit dem Beginn der Wirtschaftskrise in den 1890er-Jahren auf.[1]

Seit der Hartz-IV-Reform am 1. Januar 2005 gilt in Deutschland ein Arbeitnehmer im rechtlichen Sinne nach § 16 SGB III als arbeitslos, wenn er zwar arbeitsfähig und arbeitswillig ist, aber dennoch kein Beschäftigungsverhältnis findet. In der offiziellen Arbeitslosenstatistik werden daher nur diejenigen erfasst, die bei der Bundesagentur für Arbeit als „arbeitslos“ gemeldet sind. Aus der Statistik fallen jedoch alle Arbeitslosen, die sich in einer Beschäftigung mit Mehraufwandsentschädigung befinden. Um die volkswirtschaftliche Arbeitslosigkeit zu erfassen, wird neben der absoluten Zahl aller arbeitslosen Personen üblicherweise die sogenannte Arbeitslosenquote verwendet, die das Verhältnis der Arbeitslosen zur Summe aller Erwerbspersonen (und der abhängigen Erwerbspersonen) beschreibt.

Wer mindestens 58 Jahre alt ist und wenigstens zwölf Monate Hartz IV bezieht, ohne ein Jobangebot bekommen zu haben, gilt gemäß der statistischen Erhebungsweise der Bundesagentur für Arbeit, die 2008 eingeführt wurde, nicht als arbeitslos.[2]

Die Nationale Armutskonferenz (nak) lehnt den Begriff "arbeitslos" ab. Sie nahm ihn in die Liste der "sozialen Unwörter" auf und schlägt vor, auf den Begriff "erwerbslos" auszuweichen, da es viele nicht-bezahlte Arbeitsformen gebe.[3]

Arten der Arbeitslosigkeit[Bearbeiten]

Folgende Arten von Arbeitslosigkeit werden unterschieden:

  • Friktionelle Arbeitslosigkeit entsteht beim Übergang von einer Arbeitsstelle zu einer anderen, ist in der Regel nur von kurzer Dauer und auch in Phasen einer Vollbeschäftigung unvermeidlich.
  • Saisonale Schwankungen ergeben sich im Jahresverlauf aufgrund von Klimabedingungen (z. B. Arbeitslosigkeit in der Landwirtschaft im Winter oder in Freizeitparks) oder aufgrund von Nachfrageschwankungen (z. B. in der Gastronomie in der Nebensaison).
  • Konjunkturelle Schwankungen sind eine Folge wechselnder Konjunktur. Bei Mangel an Absatzmöglichkeiten entlassen die Unternehmen Arbeitskräfte, die sie im Aufschwung wieder einstellen.
  • Strukturelle Arbeitslosigkeit: Sie ist das Ergebnis fortdauernder Strukturkrisen oder Ungleichgewichte zwischen der Struktur des Angebots und der Nachfrage nach Arbeitskräften. Zur strukturellen Arbeitslosigkeit zählen:
  • Merkmalsstrukturelle Arbeitslosigkeit: Ursächlich sind hier die Unterschiede zwischen den Merkmalen der Arbeitslosen und den Anforderungen bei den offenen Stellen, beispielsweise wenn Arbeitslose nicht die Qualifikationsanforderungen für eine Beschäftigung erfüllen (Mismatch).
  • Sektorale Arbeitslosigkeit: Ursächlich sind hier Wachstumsschwächen oder Schrumpfungstendenzen in einzelnen Wirtschaftssektoren oder Branchen.
  • Technologische Arbeitslosigkeit: Sie entsteht durch die Ersetzung der Arbeitskräfte durch Maschinen (Automatisierung). Damit verbundene Investitionen, beispielsweise für die Anschaffung der Maschinen, machen sich durch eine höhere Produktivität schnell bezahlt.
  • Institutionelle Arbeitslosigkeit: Arbeitslosigkeit aufgrund arbeits- und sozialrechtlicher Regelungen, z. B. wenn ein hohes Arbeitslosengeld keinen Anreiz zur Aufnahme einer wenig besser bezahlten Beschäftigung bietet. So führte Hochlohnpolitik, teils in Verbindung mit hohen Abfindungen wie z. B. in der Montanindustrie, beim Übergang von Beschäftigten in die Arbeitslosigkeit zur Verzögerung einer erneuten Arbeitsaufnahme. Auch sind durch Tarifverträge in vielen Ländern ältere Arbeitnehmer besser vor Arbeitslosigkeit geschützt als jüngere.
  • Regionale Arbeitslosigkeit: Sie entsteht durch die Tatsache, dass Personen nicht dazu bereit oder fähig sind, in eine andere Region zu ziehen, um dort eine freie Stelle anzunehmen. Ursache für regionale Arbeitslosigkeit ist, dass es bestimmte Regionen gibt, in denen (z. T. durch nicht vorhandene Studien-/Ausbildungsplätze hervorgerufen) ein Unterangebot an gesuchten Qualifikationen herrscht.
Sockelarbeitslosigkeit

Als Sockelarbeitslosigkeit, auch genannt Bodensatzarbeitslosigkeit, wird der Anteil der Arbeitslosigkeit bezeichnet, der selbst unter günstigsten konjunkturellen Bedingungen nicht abgebaut werden kann. Dieser besteht aus friktioneller und struktureller Arbeitslosigkeit. Konkret umfasst diese Gruppe von Arbeitslosen also solche, die aufgrund von Qualifikation, Alter, Gesundheitszustand, Wohnort oder mangelndem Arbeitswillen nicht oder zumindest nicht sofort einen Arbeitsplatz finden und annehmen.

Seit 2008 hat sich der Umfang der verfestigten Arbeitslosigkeit in Deutschland gesenkt. Die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit im Hartz-IV-System betrug im August 2011 71,6 Wochen gegenüber 81,4 Wochen im August 2008.[4] Zeichnete sich Deutschland im internationalen Vergleich bis 2007 durch einen sehr hohen Anteil der Sockel- bzw. Langzeitarbeitslosigkeit an der gesamten Arbeitslosigkeit aus (über 50 %), so ist es eines der wenigen Industrieländer, in denen dieser Anteil bis 2011 gesunken ist. Allerdings liegt er immer noch bei über 45 % und wird damit nur von Irland übertroffen. In den USA ist er in diesem Zeitraum von ca. 10 % auf ca. 30 % angestiegen.[5] Regional konzentriert sich die verfestigte Arbeitslosigkeit in Deutschland auf sieben Regionen von Nordrhein-Westfalen (von zehn Regionen insgesamt).[6]

Niedrig ist die Sockelarbeitslosigkeit vor allem in Schwellenländern.

Versteckte Arbeitslosigkeit

Der Begriff versteckte oder verdeckte Arbeitslosigkeit bezeichnet den Anteil der Arbeitslosigkeit, der nicht in Statistiken über Arbeitslosigkeit erfasst wird. Darunter wird vor allem die stille Reserve verstanden, nämlich Arbeitslose, die nicht bei den Behörden als arbeitslos registriert sind. Der Grund dafür kann beispielsweise darin liegen, dass von den Betroffenen eine Meldung bei den Behörden als arbeitslos für überflüssig gehalten wird, etwa weil sie ohnehin keinen Anspruch auf Leistungen hätten und weil sie die Vermittlung eines Arbeitsplatzes durch die Behörden als unwahrscheinlich ansehen. Häufig werden auch Arbeitssuchende in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen oder in behördlich angeordneten Umschulungsmaßnahmen, die meist ebenfalls nicht in der Arbeitslosenstatistik erfasst sind, zur versteckten Arbeitslosigkeit gezählt. Darüber hinaus kann sich versteckte Arbeitslosigkeit auch darin äußern, dass Arbeitskräfte zwar einen Arbeitsplatz haben, jedoch nicht ausgelastet sind (Siehe auch unten Arbeitsverhältnisse in der DDR).[7]

Definition der Arbeitslosigkeit

Die rechtliche Definition des Begriffs Arbeitslosigkeit ergibt sich für Deutschland aus dem SGB III. Neben der vorübergehenden Beschäftigungslosigkeit (also dem Fehlen einer mindestens 15 Wochenstunden umfassenden Beschäftigung oder selbständigen Tätigkeit) umfasst der Begriff auch noch die Arbeitslosmeldung bei einer Agentur für Arbeit. Dritte Voraussetzung ist die aktive Suche nach einer versicherungspflichtigen Beschäftigung einschließlich der Verfügbarkeit für die Vermittlungsbemühungen der Arbeitsverwaltung.[8]

Da insbesondere die Beschäftigungslosigkeit in vielen Ländern anders definiert wird, sind nationale Arbeitslosenstatistiken nur eingeschränkt miteinander vergleichbar. Wer beispielsweise in den Niederlanden nur 1 Stunde in der Woche beschäftigt ist, gilt nicht mehr als arbeitslos. In den meisten europäischen Ländern existieren daher zwei Arbeitslosenstatistiken: Eine nach nationaler und eine nach internationaler Definition. (Siehe auch den Artikel Erwerbslose bezüglich des Unterschieds zwischen Erwerbslosenzahl und Arbeitslosenzahl).

Die Frage der Messung[Bearbeiten]

Die Messung von Arbeitslosigkeit setzt eine bestimmte Theorie des Arbeitsmarktes voraus. Die dabei gebildeten Messkategorien müssen auf die Zwecke bezogen gesehen werden, die durch die betreffende statistische Erhebung erfüllt werden soll.[9]

Durch die insbesondere ab dem Jahr 2005 veränderten Zählweisen herrscht bis heute keine völlige Klarheit darüber, wer in Deutschland – nach § 16 SGB III – tatsächlich als „arbeitslos“ in der Statistik gezählt wird und wer nicht. So werden Arbeitslose, die sich gegenwärtig in einer subventionierten ABM, Arbeitsgelegenheit (z. B. „1-Euro-Job“), Umschulung oder in einem Sprachkurs befinden, nicht mehr als „arbeitslos“ gezählt, ebenso wenig wie Altersteilrenter, Übergangsgeldempfänger, Arbeitsunfähige und Kurzarbeiter sowie nicht registrierte Arbeitslose und Arbeitslose, die nach Sanktionen z. B. keine Leistungen mehr von der BA erhalten. Auch Arbeitslose, die sich als Selbstständige nur mit finanzieller Unterstützung der BA über Wasser halten, fallen heute nicht mehr in die Statistik. Zeitweise wurden auch Menschen aus der sogenannten 58er-Regelung (§ 428 SGB III) nicht mehr erfasst.[10][11]

Wirkung von Bildung auf Arbeitslosigkeit[Bearbeiten]

Eine Studie der österreichischen Arbeiterkammer vom Mai 2008 kommt zu dem Ergebnis, dass „Personen mit geringer Qualifikation (d. h. mit maximal Pflichtschulabschluss) ein 2,5-mal höheres Risiko haben, arbeitslos zu werden, als Personen mit weiterführender Ausbildung. Bei Jugendlichen ist dieses Risiko sogar dreimal so groß.“[12]

Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Persönlichkeitseigenschaften[Bearbeiten]

2005 wurde bei den Umfragen des SOEP auch Selbstaussagen zum Charakter (Big Five Eigenschaften) von Arbeitslosen eingeholt. Zunehmende Arbeitslosigkeitsdauer war im Ergebnis der Selbstauskünfte negativ korreliert mit Rigidität/Gewissenhaftigkeit und positiv korreliert mit Neurotizismus (umgedreht für Beschäftigungsdauer). Für Extraversion und Verträglichkeit konnte kein Zusammenhang zur Dauer der Arbeitslosigkeit festgestellt werden. Offenheit war nur für weibliche Arbeitslose und Arbeiter mit Migrationshintergrund negativ mit der Arbeitslosigkeitsdauer korreliert.[13]

Wirtschaftstheoretische Erklärungsansätze[Bearbeiten]

Neoklassischer Erklärungsansatz[Bearbeiten]

Gemäß neoklassischer Wirtschaftstheorie ist dauerhafte, unfreiwillige Arbeitslosigkeit in einer freien Gesellschaft nicht möglich. Real existierende Arbeitslosigkeit hat ihre Ursache daher in staatlichen Marktbeschränkungen. Diese steigern durch Zwangsabgaben für staatliche Arbeitslosenkassen, durch Mindestlöhne oder andere gesetzliche Vorschriften die Arbeitskosten und senken so die zahlungsbereite Nachfrage nach Arbeitskräften.

Da Arbeitslosigkeit gesamtwirtschaftlich letztlich ein Marktungleichgewicht darstellt, kann nach (neo)klassischer Ansicht dieses idealtypisch nur abgebaut werden, wenn es zu Preissenkungen auf dem Arbeitsmarkt kommt (sich also die Arbeitskosten reduzieren, d. h. Lohn, Lohnnebenkosten, Fixkosten, etc.) oder wenn sich das Arbeitskraftangebot verringert. Vergleiche man verschiedene Zukunftsszenarien, so habe ein Prozent weniger Lohn zwischen 0,5 und 2 Prozent mehr Beschäftigung zur Folge. Diesen Wert bezeichnet man als die Elastizität der Arbeitsnachfrage.

Beschäftigungsgruppe Elastizität der Arbeitsnachfrage
Verarbeitendes Gewerbe in Deutschland 0,96[14]
Verarbeitendes Gewerbe in Großbritannien 1,85[15]
Industrie in den USA 1,92[16]

So erhöhten sich zum Beispiel die Industriearbeiterlöhne (reale Arbeitskosten je Stunde) von 1982 bis 2002 in den USA um 4 %, in den Niederlanden um 20 % und in Westdeutschland einschließlich Westberlin um 38 %. Entsprechend stieg das geleistete Arbeitsvolumen im gleichen Zeitraum in den USA um 36 % und in den Niederlanden um 24 %, während es in Westdeutschland nicht stieg. Hierbei sind jedoch die Auswirkungen des in den USA sehr hohen und in Deutschland recht niedrigen Bevölkerungswachstums nicht herausgerechnet. Auch die infolge der deutschen Einheit deutlich gestiegenen Lohnnebenkosten spielen eine Rolle.

Nach den klassischen und neoklassischen Theorien gilt der Preismechanismus als Ausgleich auch auf dem Arbeitsmarkt. Laut den Arbeitgeberverbänden, die dieser Theorie folgen, müsste bei einem Überangebot an Arbeitskräften der Lohn so lange sinken, bis die Nachfrage nach Arbeitskräften zugenommen hat, das heißt bis Angebot und Nachfrage übereinstimmen. Eine Überprüfung der These ist nur durch Vergleich von Lohnniveau und Arbeitslosigkeit im Binnenmarkt der EU (also den EU-Staaten ohne den Beitrittsländern) bei Eliminierung des Einflusses der Binnenkaufkraft und der Arbeitszeit möglich. Diese Zahlen sind dann allerdings noch vor dem Hintergrund der Migration zu bewerten (d. h. in den EU-Staaten, in denen das Lohnniveau niedrig ist, besteht Abwanderung, was die Arbeitslosigkeit scheinbar senkt).

Allerdings werden aus angebotsorientierter Sicht nicht nur allein die Löhne bzw. die Lohnkosten für die Arbeitslosigkeit verantwortlich gemacht. Auch staatlichen Marktregulierungen sagt man nach, sie können einen Ausgleich auf dem Arbeitsmarkt verhindern, indem sie z. B. das Entstehen neuer Unternehmen − etwa im Dienstleistungssektor − an Stelle schrumpfender Branchen, also den Strukturwandel behindern. Regulierungen auf dem Arbeitsmarkt können auch unmittelbar die Schaffung von Arbeitsplätzen behindern.

  • Neoklassische Empfehlungen zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit sind:
    • Abbau von Lohn-Rigiditäten (Notwendigkeit, vereinbarte Löhne zu zahlen) durch Öffnungsklauseln in Tarifverträgen, die bei Schwierigkeiten des Unternehmens oder bei Wettbewerbsproblemen niedrigere Löhne als im Tarifvertrag vorgesehen erlauben. Verschiedene Tarifverträge der jüngsten Zeit enthalten solche Klauseln, die ein Teilabweichen vom Flächentarifvertrag erlauben.
    • Lohnabstandsgebot: Das Arbeitslosengeld soll so bemessen sein, dass sich die Aufnahme einer gering bezahlten Tätigkeit lohnt.
    • Flexibilität der Arbeitszeit: mit Verkürzungen bei schlechter und Verlängerungen bei guter Auftragslage. Dieses würde im Abschwung Entlassungen verhindern.
    • Abbau von Arbeitsmarktregulierungen, z. B. ein abgeschwächter Kündigungsschutz und vereinfachte Möglichkeiten, befristete Arbeitsverträge abzuschließen.

Keynesianischer Erklärungsansatz[Bearbeiten]

Dagegen führt die keynesianische Wirtschaftstheorie die Arbeitslosigkeit bzw. einen Teil der Arbeitslosigkeit auf mangelnde Nachfrage (nach Gütern und Dienstleistungen) zurück. Als Begründung wird gesagt, dass die Löhne und Gehälter der Beschäftigten nicht nur als Kosten der Einzelunternehmer zu sehen sind, sondern auch als Kaufkraft wirken. Damit ignoriert die keynesianischer Auffassung nicht die Einkommenshöhe als Wirkung auf die Kaufkraft. Darum weisen keynesianische Theoretiker (anders als die neoklassische Sichtweise) darauf hin, dass die Forderung nach geringeren Löhnen eine Reduzierung der realen Kaufkraft der Massenkaufkraft darstellt.[17] Deshalb bedürfte die Realisierung einer solchen Forderung eines Ausgleichs des Massenkaufkraftschwundes durch eine Zunahme des Konsums der privaten Haushalte der Unternehmer (welche zwar theoretisch das langfristige Wirtschaftswachstum stärken würde, jedoch stark an die Zukunftserwartungen gekoppelt ist) oder eine Ausweitung des Exports.

Die im Einzelfall zutreffende stillschweigende Annahme, dass die Gesamtnachfrage unverändert bleibt, ist nicht mehr gültig, wenn alle Arbeiter einen niedrigeren Lohn akzeptieren; denn dann sinkt als erstes die Lohn- und die Gehaltssumme und die Konsumgüternachfrage der Arbeitnehmerhaushalte dürfte (in einem ersten Schritt) zurückgehen. Allein die Senkung der Löhne ergibt also noch keine Neuanstellung. Je nach Reduktion des Preisniveaus und des Zinssatzes wird außerdem die Investitionsgüternachfrage beeinflusst. Auch eine Deflation ist bei einem Absinken des allgemeinen Preisniveaus nicht auszuschließen.

Daneben führen keynesianische Wirtschaftswissenschaftler eine Reihe weiterer Argumente an:

  • Erfahrungsgemäß sind Löhne rigide, d. h. sie sinken bei Arbeitslosigkeit nicht. Eine Ursache dafür können Tarifverträge sein, die Mindeststandards definieren, die nicht unterschritten werden dürfen. Auch ohne solche Verträge dürften Arbeitnehmer einer Lohnkürzung großen Widerstand entgegensetzen.
  • Der Lohn ist nicht nur ein Marktpreis, sondern er setzt auch Anreize. Es kann also aus Sicht der Arbeitgeber durchaus sinnvoll sein, einen Lohn zu zahlen, der über dem Gleichgewichtslohn liegt, da sie so ihre Angestellten zu höherer Leistung motivieren.
  • Der Lohn stellt die materielle Lebensgrundlage der Arbeitnehmer dar. Sinkt der Lohn, so werden manche ihr Arbeitsangebot erhöhen, um keine Einkommenseinbuße zu erleiden, indem sie z. B. einen Zweitjob annehmen. Das höhere Angebot würde aber weitere Lohnkürzungen erfordern, damit der Arbeitsmarkt zum Gleichgewicht kommt.
  • Der Arbeitsmarkt ist nicht homogen, sondern regional und sektoral segmentiert. Entsteht Arbeitslosigkeit z. B. nur in einer Region, so müssten dort die Löhne sinken, während sie in Regionen mit Vollbeschäftigung unverändert bleiben. Dann müsste eine Wanderung von Arbeitskräften in die Hochlohnregionen einsetzen, oder Unternehmen ihre Produktion in die Niedriglohnregion verlagern. Sind die Produktionsfaktoren aber immobil, beseitigen auch sinkende Löhne nicht die Arbeitslosigkeit.
  • Der Arbeitsmarkt ist ein nachrangiger Markt. Arbeitskräfte dienen nicht wie ein normales Wirtschaftsgut zur unmittelbaren Befriedigung eines Bedürfnisses. Arbeit wird abgeleitet von der Gesamtnachfrage nach Gütern und Dienstleistungen. (Siehe auch: Kaufkrafttheorie). Klassische Deutungen der Arbeitslosigkeit, die davon ausgehen, dass die Arbeitslosigkeit darauf zurückzuführen ist, dass die Grenzkosten des Faktors Arbeit höher seien als sein Grenznutzen, blenden die Güternachfrage dagegen vollkommen aus.

Die Gewerkschaften haben lange Zeit das Ziel verfolgt, auf dem Arbeitsmarkt den Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage durch eine Umverteilung der vorhandenen Arbeit (mittels Arbeitszeitverkürzung, Förderung von Teilzeitarbeit etc.) zu erreichen. Auch die Politik versuchte in den 1990er-Jahren, über Frühverrentung der Jugendarbeitslosigkeit entgegenzuwirken. Allerdings wurden die frühverrenteten Arbeitnehmer teilweise nicht ersetzt, wodurch die Sozialversicherungen in eine problematische Situation gerieten.

Kritiker aus dem arbeitgebernahen Lager halten dieser Politik vor, dass sie Arbeit wie ein hedonistisches Gut behandeln, mit der Folge einer Aushöhlung der Arbeitsethik und der Arbeitsmotivation. Für die Arbeitsethik sei konstitutiv, dass ihr eine sinnvolle Aufgabe zugrunde liege und dass die Lösung dieser Aufgabe mit der Überwindung innerer wie äußerer Widerstände verbunden sei, sprich Anstrengung und Mühe koste. Erwerbsarbeit habe klassischerweise eine Berechtigung zum Konsum von Gütern verschafft. Wenn nun die Erwerbsarbeit selbst wie ein hedonistisches Gut behandelt werde, das folglich gerecht zu verteilen sei, dann könne der Erwerbstätige nicht mehr stolz auf seine Arbeitsleistung sein und daraus sein Selbstwertgefühl beziehen, sondern müsse nun umgekehrt für die Tatsache dankbar sein, dass er arbeiten darf. Bei einer Politik der Umverteilung der Arbeit würde darüber hinaus, so die Kritiker, starrköpfig eine allgemein niedrige Arbeitszeit durchgesetzt, ohne der zu lösenden Aufgabe und dem Arbeitenden, der sie zu lösen hat, zu entsprechen.

Arbeitslosigkeit entsteht durch einen Mangel (temporär, konjunkturell usw.) an effektiver Nachfrage, weshalb z. B. der Keynesianismus eine antizyklische Fiskalpolitik zur Verhinderung temporären Nachfragemangels empfiehlt, während im Gegensatz dazu die Österreichische Schule die Nachfrage durch Steuersenkungen ankurbeln will. Verschiedentlich wird fehlende Nachfrage auch langfristig, z. B. aufgrund von Sättigung, für Arbeitslosigkeit verantwortlich gemacht. Allerdings lässt sich eine generelle, gesamtwirtschaftliche Sättigung nicht überzeugend begründen, weil ja gerade unfreiwillige Arbeitslosigkeit mit nicht befriedigten Konsumwünschen einhergeht, die dazu führt, dass das gesamtwirtschaftliche Produktionspotential nicht voll ausgelastet ist. Deswegen wird von einer Falle gesprochen, da einerseits die Bezieher hoher Einkommen ihren Konsum kaum steigern (d. h. erheblich sparen) und andererseits die Bezieher niedriger Einkommen ihre Konsumwünsche nicht befriedigen können (und sich deshalb oft verschulden)[17][18]

Konjunkturelle Arbeitslosigkeit[Bearbeiten]

Beveridge-Kurve

Konjunkturelle Arbeitslosigkeit wird durch einen temporären Nachfragemangel während Rezessionen hervorgerufen. Um solche Situationen zu vermeiden, versuchte die Politik durch staatliche Ausgabenprogramme im Rahmen einer keynesianischen antizyklischen Fiskalpolitik den Nachfrageausfall auszugleichen. Dieser Ansatz scheiterte nach Meinung einiger Ökonomen in den siebziger Jahren aber u. a. daran, dass die Politiker nicht in der Lage waren, die Ausgabenprogramme zu beenden, wenn sich die konjunkturelle Lage wieder besserte. Läge das Grundproblem in dem zu hohen Lohnniveau oder in der zu geringen Flexibilität des Arbeitsmarktes, so wären Ausgabenprogramme auch nicht ursachenadäquat.

Zudem muss nach Auffassung vieler Wirtschaftswissenschaftler berücksichtigt werden, dass der Keynesianismus in Situationen mit Nachfrageausfall, wie er etwa beim schwarzen Freitag im Jahr 1929 auftrat, durchaus seine Berechtigung hat. Sei jedoch eher die Angebotsseite für die Arbeitslosigkeit verantwortlich, wie bei zu hohen Steuern und Löhnen, so wäre die Ausweitung der staatlichen Nachfragen kontraproduktiv.

Weiteren Aufschluss über die Ursachen von Arbeitslosigkeit gibt die Beveridge-Kurve.

Makroökonomische Ansätze[Bearbeiten]

Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit sollen an deren Ursachen ansetzen. Soweit Löhne rigide sind, fand seit den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts die Idee große Verbreitung, dass eine höhere Inflation helfen könne, die Arbeitslosigkeit zu senken. Steigen die Löhne langsamer als die Inflationsrate, käme es zwar weiter zu Nominallohnzuwächsen, aber zu einem Reallohnrückgang, womit die Lohnrigidität aufgelöst würde (sog. Phillips-Kurve). (Zitat von Helmut Schmidt und von Bruno Kreisky Mitte der siebziger Jahre: „Lieber fünf Prozent Inflation als fünf Prozent Arbeitslosigkeit“).

Lange Zeit versuchte man, Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, indem man das Potenzial an Arbeitskräften (das Erwerbspersonenpotenzial) verringerte, z. B. durch eine Verlängerung der Schulzeit (so geschehen in Deutschland in den siebziger Jahren), Frühverrentung und Vorruhestand, sowie – z. B. in den Niederlanden – einer großzügigen Regelung bei der Invalidität. Auf Dauer erwiesen sich diese Maßnahmen aber als zu teuer, da Frührentner und Invaliden aus den Sozialkassen bezahlt werden, die sich durch Beiträge der Arbeitnehmer finanzieren. Ein weiterer Ansatzpunkt war die Förderung der Teilzeitbeschäftigung.

Marxistische Betrachtung[Bearbeiten]

Nach marxistischer Auffassung ist gesellschaftliche Arbeitslosigkeit für den Kapitalismus notwendig und stellt eine seiner notwendigen Begleiterscheinungen dar. Sie entsteht durch den Zwang der Erzielung von maximalem Mehrwert. Das Arbeitsvolumen ist dabei abhängig von verschiedenen Faktoren wie der Zahl der Arbeitskräfte und der Arbeitszeit. Nach Marx erhält ein Arbeiter lediglich die für seine Reproduktion notwendige Vergütung. Deshalb kann es sinnvoll sein, einen Teil der Arbeiter sehr viel arbeiten zu lassen und einen anderen Teil aus dem Produktionsprozess auszustoßen. Aus einer ungleichmäßigen Verteilung der Senkung des Arbeitsvolumens folgt also eine Erhöhung der Arbeitslosigkeit.

Die Arbeitslosen bilden die industrielle Reservearmee[19], auf die das Kapital jederzeit zugreifen kann, wenn sie sie benötigt: „Es ist daher ebenso sehr Tendenz des Kapitals die arbeitende Bevölkerung zu vermehren, wie einen Teil derselben beständig als Überschussbevölkerung – Bevölkerung, die zunächst nutzlos ist, bis das Kapital sie verwerten kann“.[20] Allerdings lässt sich aus dieser Theorie keine Aussage über die notwendige oder tatsächliche Höhe der Arbeitslosigkeit oder darüber herleiten, ob Vollbeschäftigung möglich wäre, wenn man dies zuließe.

Die Konkurrenz der Unternehmer untereinander zwingt die einzelnen Kapitalisten, ihre Produktivkraft zu steigern: „Die größere Produktivität der Arbeit drückt sich darin aus, dass das Kapital weniger notwendige Arbeit zu kaufen hat, um denselben Wert und größere Mengen von Gebrauchswerten zu schaffen, oder dass geringere notwendige Arbeit denselben Tauschwert schafft, mehr Material verwertet, und eine größere Masse Gebrauchswerte. […] Es erscheint dies zugleich so, dass eine geringere Menge Arbeit eine größere Menge Kapital in Bewegung setzt.“[21] Rationalisierung bzw. Disziplinierung im Arbeitssektor[22] und technischer Fortschritt ermöglichen das: „Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale dienen vorzugsweise als Vehikel zur Ausbeutung neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment, wo es sich eine technisch modernisierte Form gibt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. … Einerseits zieht also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschusskapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter an. Andererseits stößt das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter aus.“[23] „Im selben Verhältnis daher, wie sich die kapitalistische Produktion entwickelt, entwickelt sich die Möglichkeit einer relativ Überzähligen Arbeiterbevölkerung, nicht weil die Produktivkraft der gesellschaftlichen Arbeit abnimmt, sondern weil sie zunimmt, also nicht aus einem absoluten Missverhältnis zwischen Arbeit und Existenzmitteln oder Mitteln zur Produktion dieser Existenzmittel, sondern aus einem Missverhältnis, entspringend aus der kapitalistischen Ausbeutung der Arbeit, dem Missverhältnis zwischen dem steigenden Wachstum des Kapitals und seinem relativ abnehmenden Bedürfnis nach wachsender Bevölkerung.“[24]

Im Kapitalismus ist also eine „permanente scheinbare Arbeiterübervölkerung.“[25] systemimmanent, weil das Kapital möglichst viel Arbeit braucht, um möglichst viel zu produzieren (also einen ständigen Zugriff auf überschüssige Arbeit haben muss) und zugleich möglichst wenig Arbeit kaufen muss. Die industrielle Reservearmee stellt bei Marx – im Unterschied zu Malthus, gegen den Marx heftig polemisiert – keine „absolute“, d. h. demographisch begründete Überbevölkerung dar; es handle sich vielmehr um eine Überbevölkerung relativ zu den momentanen Bedürfnissen der kapitalistischen Ausbeutung. In der Periode des Aufschwungs nehme die industrielle Reservearmee ab, in Krisenzeiten oder Flauten steige sie dagegen stark an. Auf lange Sicht wachse jedoch „die Arbeiterbevölkerung stets rascher […] als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals“[26], was Marx auch als das „Gesetz der progressiven Abnahme der relativen Größe des variablen Kapitals“[27] bezeichnet.

Die Arbeitslosen bilden außerdem ein Druckmittel gegen die Arbeitenden, indem sie zur Konkurrenz für die arbeitende Bevölkerung werden. Sie können beispielsweise an Stelle von Streikenden eingestellt werden.[28]

Im Kapitalismus gilt nach Marx: Je größer der Reichtum, je höher die Produktivkraft, desto höher die Arbeitslosigkeit: „Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die Arbeitslosenarmee. Die überall einsetzbare Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Arbeitslosenarmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die chronische Arbeiter-Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Armenschicht in der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer die offizielle Zahl der Armen. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.“[29]

„Es liegt in der Natur des Kapitals, einen Teil der Arbeiterbevölkerung zu überarbeiten und einen anderen zu verarmen.“[30]

Technischer Fortschritt[Bearbeiten]

Häufig als Ursachen der Arbeitslosigkeit genannt werden der weltweite Wettbewerb zwischen Arbeitskräften, das Outsourcing oder die Globalisierung im Allgemeinen, bzw. der technische Fortschritt. Einige Reformer vertreten die These, dass ein wesentlicher struktureller Grund für die Massenarbeitslosigkeit im technischen Fortschritt liege, der den Bedarf nach lebendiger menschlicher Arbeitskraft drastisch gesenkt habe und weiter senken werde. Die Zeiten, in denen die Zahl der bei einem Konjunkturaufschwung neugeschaffenen Arbeitsplätze größer war als die Zahl der zuvor durch Rationalisierungen vernichteten Arbeitsplätze (oder zumindest gleich groß), sei seit Mitte der siebziger Jahre bzw. seit dem Ende des klassischen Industriezeitalters, das von arbeitsintensiven Industrien geprägt war, endgültig vorbei. Naturwüchsig würde die Zahl der Arbeitsplätze seit dieser Zeit unter dem Strich sinken. Zugunsten dieser These lässt sich unter anderem der statistische Indikator anführen, dass das Arbeitsvolumen seit Mitte der 1970er-Jahre, in denen die Automatisierung und die Informationstechnologie große Fortschritte machten[31] (sogenannte Digitale Revolution), trotz parallel deutlich steigender Wertschöpfung tatsächlich kontinuierlich gefallen ist. Das Arbeitsvolumen pro Kopf in Deutschland ist zwischen 1960 und 2010 um 30 Prozent gefallen.[32]

Insbesondere aber der Umstand, dass Erwerbsarbeit gesellschaftlich zunehmend als ein Selbstzweck behandelt wird, ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Arbeitsgesellschaft grundlegend in die Krise geraten ist und dass die Krise vor allem darin besteht, sich von Erwerbsarbeit als Normalmodell der gesellschaftlichen Existenz in der Moderne nicht verabschieden zu können. In der Tat wird der Erwerbsarbeit politisch auf verschiedene Weise unter die Arme gegriffen, etwa durch Absenkung der Lohnnebenkosten, was auf eine Subventionierung der Erwerbsarbeit bzw. lebendiger menschlicher Arbeitskraft gegenüber Maschinenlösungen hinausläuft. In zahlreichen Branchen (auch im Dienstleistungssektor) schlummern zudem große Rationalisierungspotentiale, die von den Unternehmern deswegen nicht voll ausgeschöpft werden können, weil sie zugleich immer noch an die Rolle des Arbeitgebers gebunden seien. Sie müssen mit der Nutzung von Rationalisierungspotentialen defensiv warten, bis sie der Öffentlichkeit plausibel machen können, dass ohne Rationalisierungen die Unternehmensexistenz auf dem Spiel steht.

Nach Auffassung des US-Ökonomen Jeremy Rifkin wird durch die digitale Revolution langfristig die Arbeit verschwinden:[33]

„Langfristig wird die Arbeit verschwinden. […] Wir sind mitten in einer Umwälzung, die die industrielle Revolution noch übertrifft. […] die Computer und Informationstechnik von heute machen immer mehr Menschen ganz überflüssig. Selbst die billigste menschliche Arbeitskraft ist teurer als die Maschine.“

Richard Buckminster Fuller stellte in seinem Buch Critical Path (1981) fest: Arbeitslosigkeit beruhe unmittelbar auf der technischen Möglichkeit einer Ephemerisierung. Ähnlich äußert sich Norbert Wiener, ein Mitbegründer der Kybernetik, der 1947 darauf hinwies, dass der Fortschritt in der Computertechnik Massenarbeitslosigkeit auslösen werde.

Der französische Sozialphilosoph André Gorz meint ebenfalls, dass seit Jahrhunderten immer mehr Arbeiten durch Maschinen übernommen werden. Der dadurch bewirkte Anstieg der Produktivität führe dazu, dass selbst bei zunehmender Produktion weniger menschliche Arbeitskraft benötigt wird. Die Vorstellung von Vollbeschäftigung werde zur Illusion. Deshalb befürwortet Gorz ein Grundeinkommen, welches ermöglicht, zu leben, ohne zu arbeiten. Jeder Mensch erhalte eine monetäre Grundlage, sich selbst zu verwirklichen.

Arbeitsmarktpolitik[Bearbeiten]

Hauptartikel: Arbeitsmarktpolitik

Arbeitsverhältnisse in der DDR[Bearbeiten]

Während Marktwirtschaften mal niedrigere, mal höhere Arbeitslosigkeit aufweisen, herrschte in den zentralen Verwaltungswirtschaften vor der Wende Vollbeschäftigung. Diese Vollbeschäftigung wurde von verschiedenen Wissenschaftlern angezweifelt mit dem Hinweis, dass einige der Beschäftigten „eigentlich“ volkswirtschaftlich nicht benötigt waren bzw. die Arbeitszeit nicht voll ausgefüllt würde. Dabei muss berücksichtigt werden, dass Vollbeschäftigung politische Priorität genoss und das Menschenrecht nach Artikel 23 der UN-Menschenrechtscharta – das Recht auf Arbeit in der Verfassung zugesichert wurde (Artikel 24). Damit lässt sich eine reine marktwirtschaftliche Betrachtung der Verhältnisse nur beschränkt realisieren, gibt aber Hinweise für die Beseitigung der Arbeitslosigkeit: Da bei marktwirtschaftlicher Betrachtung vorausgesetzt wurde, dass die Arbeitszeit nicht vollständig mit Produktionsverrichtung ausgefüllt wurde, hätte die Arbeitszeit kürzer sein können, wenn die Arbeitszeit um die ungenutzte Zeit verkürzt worden wäre. An den Kosten, Preisen und Löhnen hätte sich dadurch nichts geändert.

Im Frühjahr 1990 – vor der Wiedervereinigung – befasste sich das Ifo Institut für Wirtschaftsforschung e.V. mit der Produktivität in der DDR und veröffentlichte seine Untersuchungen unter dem Titel „Verdeckte Arbeitslosigkeit in der DDR“. In der Studie werden die erhobenen Daten als statistisch nicht gesichert bezeichnet (Seite 1). Aus den verwendeten Daten wurde geschlussfolgert, dass die Arbeitszeit nicht voll ausgenutzt wurde (zu 15 % bis 30 %). Dieses wurde so gedeutet, dass in der DDR bei unveränderter Arbeitszeit gemessen an den Maßstäben einer Marktwirtschaft „eigentlich“ eine Arbeitslosenquote von ebendiesen 15 % bis 30 % geherrscht hätte. Nach 1990 fortbestehende Großbetriebe reduzierten ihre Belegschaft nicht selten um 90 %, was aber vor allem dem Nachfrageeinbruch zuzuschreiben war, den der Wegfall ihrer bisherigen Handelspartner in den sozialistischen Ländern verursachte.

Ökonomische Folgen der Arbeitslosigkeit[Bearbeiten]

Ein weiterer Aspekt sind die gesamtwirtschaftlichen Kosten der Arbeitslosigkeit. Die Gesamtaufwendung für die Unterstützung von Arbeitslosen durch die Bundesagentur für Arbeit, deren Unterstützung durch den Bundeshaushalt sowie die Ausgaben für die Grundsicherung sollen 2010 (Stand:13. November 2009) etwa 95.18 Mrd. € betragen. Dieser Betrag setzt sich aus den Leistungen der Bundesagentur für Arbeit (54.08 Mrd. €) sowie den Aufwendungen aus dem Bundeshaushalt zur Grundsicherung (41.1 Mrd. €) zusammen. Zusätzlich muss die Bundesagentur für Arbeit mit 16 Mrd. € durch den Bundeshaushalt bezuschusst werden.[34][35] Die oben genannten Zahlen sind Planungsentwürfe der zuständigen Stellen aus dem Jahre 2009, aufgrund des sehr positiven ersten Halbjahres 2010 ist von einer Senkung der tatsächlichen Kosten auszugehen, da verbesserte Konjunkturaussichten und sinkende Arbeitslosenzahlen den Finanzbedarf schrumpfen lassen.

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Das Jahr 2010 ist vorbei. Inzwischen sollte es tatsächliche Zahlen geben, die diese Prognosen obsolet machen? --Flominator 14:29, 18. Jan. 2012 (CET)

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Auch die Opportunitätskosten des entgangenen Nutzens, welche durch Arbeitslosigkeit entstehen, müssen berücksichtigt werden. Denn jeder Erwerbslose könnte – Arbeitsplätze vorausgesetzt – mit seiner Arbeitskraft zur Erhöhung der volkswirtschaftlichen Einnahmen beitragen. Das Produktionspotenzial, als auch das Bruttoinlandsprodukt könnte also wesentlich höher sein. Somit ist jeder weitere Erwerbslose eine doppelte Belastung, einerseits trägt dieser nicht mehr zur Finanzierung der Sozialbeiträge (Pflegeversicherung, Rentenkasse etc.) bei, andererseits bezieht er diese Leistungen ab dem Zeitpunkt der Erwerbslosigkeit.

Hohe Arbeitslosigkeit kann die politische Stabilität eines Landes und seiner Gesellschaft vermindern. Negative Einflüsse sind u. a. zunehmende Sozialkosten und dadurch höherer Steuerdruck, teilweise abnehmende Solidarität der Gesellschafts- und Bildungsschichten und gewisser Zuwachs für politischen Extremismus.

Individuelle Folgen der Langzeitarbeitslosigkeit[Bearbeiten]

Mögliche individuelle Folgen der Arbeitslosigkeit, insbesondere der Langzeitarbeitslosigkeit, sind psychische und gesundheitliche Probleme, Entqualifizierung (Entwertung der bisher erlangten Qualifizierung), gesellschaftlich-kulturelle Isolation und Verarmung. In vielen Fällen wirkt sich das auch auf die folgenden Generationen aus, denn die Kinder von Arbeitslosen haben schlechtere Chancen geistig und körperlich gesund aufzuwachsen.[36]

Arbeit ist für viele Menschen ein psychosozialer Stabilisierungsfaktor und regelt Tagesstruktur und das soziale Umfeld. Während in ärmeren Ländern bei Arbeitslosigkeit auch heute noch die materielle Not im Vordergrund steht, sind es nach Meinung von Politikern in der Bundesrepublik Deutschland heute vor allem die psychosozialen Auswirkungen der Arbeitslosigkeit. Allerdings wird beklagt, dass sich die materielle Situation in Deutschland in jüngster Zeit wieder verschlechtert habe.[37][38]

Zu den potenziellen psychischen Folgen zählen Hoffnungslosigkeit, Selbstzweifel und Resignation. Da der persönliche Erfolg und die soziale Anerkennung stark von beruflichen Leistungen abhängen, fehlt dem Arbeitslosen die Bestätigung seiner Umwelt. Darüber hinaus wird kritisiert, dass infolge von Seiten der Politik in den Medien ausgetragenen „Faulheitsdebatten“ ein Klima entstanden sei, das die Diskriminierung von Arbeitslosen begünstige.

Stärker betroffen sind ältere Arbeitslose, die jahrelang an eine feste Arbeitsstruktur gewöhnt waren und alleinstehende Männer, die zu vermehrter Isolation neigen. Folgen können Depressionen, Suchterkrankungen und eine durch Hoffnungslosigkeit und Lebensunlust erhöhte Suizidneigung sein. So kann es zum Abbruch von sozialen Kontakten kommen. Gerade bei Jugendlichen ist Arbeitslosigkeit bedenklich, da ihnen so ein Mittel zur Identitätsentwicklung fehlt.

Hohe Arbeitslosigkeit kann sich auch auf die Arbeitskräfte auswirken, die Arbeit haben. Die Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes erzeugt einen starken psychischen Druck. Daher werden Arbeitsplätze wegen des damit verbundenen Risikos auch seltener gewechselt und man verharrt in einer sicheren Tätigkeit, selbst wenn diese einen (z. B. infolge Mobbing) krank und depressiv macht.[39]

Arbeitslosigkeit und Gesundheit[Bearbeiten]

Das Robert-Koch-Institut stellte fest, dass arbeitslose Menschen einen schlechteren Gesundheitszustand haben als Berufstätige:

Die Wahrscheinlichkeit, die eigene Gesundheit weniger gut oder schlecht einzuschätzen, erhöht sich mit der Dauer der Arbeitslosigkeit. Ein oder mehrere Jahre lang arbeitslose Männer geben bis vier Mal so häufig einen weniger guten oder schlechten Gesundheitszustand an, wie berufstätige Männer ohne Zeiten von Arbeitslosigkeit.

Auch das gesundheitsbewusste Verhalten ist geringer, wobei sich hier ein geschlechtsspezifischer Unterschied zeigt, wie das Beispiel Rauchen verdeutlicht:

Während 49 % der im Bundes-Gesundheitssurvey 1998 befragten arbeitslosen Männer rauchen, sind es unter den berufstätigen männlichen Befragten 34 %. Die Unterschiede bei den Frauen sind mit 31 % Raucherinnen unter den arbeitslosen Frauen und 28 % Raucherinnen unter den berufstätigen Frauen geringer.[40]

Die Auswertung aktueller Krankenkassendaten zeigt:

  • Arbeitslose Männer verbringen mehr als doppelt so viele Tage im Krankenhaus wie berufstätige Männer
  • Arbeitslose Frauen verbringen 1,7-mal so viele Tage im Krankenhaus wie berufstätige Frauen.
  • Die Sterblichkeit steigt kontinuierlich in Abhängigkeit von der vorausgehenden Arbeitslosigkeitsdauer.
  • Es wurden Hinweise darauf gefunden, dass Arbeitslosigkeit ursächliche Auswirkungen auf die Entwicklung schwerer Krankheiten hat.[40]

Allerdings ist in Studien dieser Art die Kausalität oft unsicher. So wurde von Befragten auch angegeben, dass die Arbeitslosigkeit durch ihre bereits eingeschränkte Gesundheit hervorgerufen wurde[41] oder dass die Gesundheitsschäden bereits durch Erwerbsarbeit entstanden.

Bei Personen mit mehr als 2 Jahren Arbeitslosigkeit steigt das Sterblichkeitsrisiko auf das 3,8 fache gegenüber in Beschäftigung stehenden Menschen. Unter Arbeitslosigkeit leidet die Psyche oft stärker als der Körper.[42] 2006 wurde eine US-Untersuchung über 10 Jahre aus dem repräsentativen US Health and Retirement Survey (HRS) zum Risiko eines Herzinfarkts veröffentlicht. Speziell betrachtet wurden Arbeitslose zwischen 51 und 61, die nach ihrem 50. Geburtstag arbeitslos wurden. Es ergab sich empirisch, dass unabhängig von anderen Faktoren (wie Rauchen, Übergewicht und Diabetes) Arbeitslose einem rund 2,5 mal höheren Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte erliegen als arbeitende Gleichaltrige.[43]

Andere Studien zeigen, dass Frauen unter gesundheitlichen Aspekten Folgen von Arbeitslosigkeit besser bewältigen als Männer.[44] So zeigt sich auch in Westdeutschland die höchste Lebenserwartung bei Frauen, die mindestens einen Monat Anrechnungszeit für Arbeitslosigkeit oder Krankheit hatten. Für Frauen gibt es neben der Erwerbstätigkeit andere positive Alternativen zur Lebensgestaltung, sodass Zeiten der Arbeitslosigkeit sich nicht negativ auf die Gesundheit und somit auf die Lebenserwartung auswirken müssen. Weiterhin fallen Phasen der Arbeitslosigkeit bei Frauen oft zeitnah mit Schwangerschafts- und Erziehungszeiten zusammen, sodass die Zeiten der Arbeitslosigkeit in einen „positiven“ Kontext fallen.[45]

Kinder arbeitsloser Eltern sind in ihrer Intelligenzentwicklung und ihrer sprachlichen Entwicklung benachteiligt[46] Sie reagieren auf die Arbeitslosigkeit häufig mit Entmutigung und Resignation, Verschlechterung der Konzentration[47], Verhaltensauffälligkeiten und emotionaler Instabilität.[48]

Siehe auch: Soziale Ungleichheit der Gesundheitschancen

Konsequenzen für Bildungsentscheidungen[Bearbeiten]

Arbeitslosigkeit der Eltern verschlechtert die Bildungschancen der Kinder. Allerdings hat Arbeitslosigkeit fast nur bei wenig gebildeten Eltern negative Konsequenzen. Wichtiger ist das kulturelle Kapital. Gebildetere Eltern sind offensichtlich besser in der Lage, die damit einhergehenden Probleme zu kompensieren.[49]

Siehe auch[Bearbeiten]

Untersuchungen:

  • Die Arbeitslosen von Marienthal – soziologischer Klassiker von Marie Jahoda, Paul Felix Lazarsfeld und Hans Zeisel zur Untersuchung der Folgen von Arbeitslosigkeit und Armut
  • Oakland Growth and Berkeley Guidance Studies – Langzeit-Studien, mit denen die kindliche Entwicklung erforscht wurde, wurden von Glen Elder in Bezug der Auswirkungen von Armut und Arbeitslosigkeit auf die kindliche Entwicklung analysiert

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Arbeitslosigkeit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Arbeitslosigkeit – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Conrad, Sebastian/Macamo, Elísio/Zimmermann, Bénédicte: Die Kodifizierung der Arbeit. Individuum, Gesellschaft, Nation, in: Kocka, Jürgen/Offe, Claus (Hgg.): Geschichte und Zukunft der Arbeit, Frankfurt am Main 2000, S. 462.
  2. Statistik verschweigt ältere Arbeitslose dpa/afp, Handelsblatt, 30. Dezember 2011
  3. Nationale Armutskonferenz. 25. Februar 2013. Liste der sozialen Unwörter
  4. Des Sockels harter Kern, NZZ, 15. September 2011
  5. The future of jobs. Special report, The Economist, 10. September 2011
  6. Des Sockels harter Kern, NZZ, 15. September 2011
  7. Siehe z. B. Kyrer, Penker: Volkswirtschaftslehre, Oldenbourg, 2000, S. 127 (Link zu Google Buchsuche) oder Prof. Dr. Rainer Klump: Vorlesungsskript zu Grundzüge der Wirtschaftspolitik (PDF)
  8. SGBIII§16_1b + SGBIII§16_2
  9. A. J. Jaffe, Charles D. Stewart: The Rationale of the Current Labor Force Measurement. In: Paul F. Lazarsfeld, Morris Rosenberg, (Hrg.): The Language of Social Research. A Reader in the Methodology of Social Research. The Free Press, New York; Collier-Macmillan Ltd., London 1955, S. 28 ff.
  10. IT-Arbeitslosigkeit: Die Schere öffnet sich weiter – Artikel bei heise online, vom 4. Juli 2009
  11. Tatsächliche Arbeitslosigkeit – Artikel bei Die Linke, vom Juni 2009.
  12. http://noe.arbeiterkammer.at/bilder/d68/studie_arbeitslos_bildung.pdf
  13. Selver Derya Uysal & Winfried Pohlmeier (2011): Unemployment Duration and Personality. Journal of Economic Psychology. Online Verfügbar seit 17. März 2011., S. 10, 15, 17
  14. W.Franz und H.König, The Nature and Causes of Unemployment in the Federal Republic of Germany since the 1970 s: An Empirical Investigation, Empirica 53,1986,S.219–244
  15. S.M. Burges, Employment Adjustment in UK Manufacturing, Economical Journal 98, 1988, S. 81–103
  16. S.J Nickell und J.Symons, The Real Wage – Employment Relationship in the United States, Journal of Labor Economics 8, 1990, S. 1–15
  17. a b Heinz-J. Bontrup: Alternative Arbeitszeitverkürzung. Blätter für deutsche und internationale Politik. 50(2005) H.3, S. 347–355
  18. Einnahmen und Ausgaben privater Haushalte – FS 15 EVS 2003 – Heft 4
  19. Karl Marx, MEW 23, 664
  20. Karl Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie 302f.
  21. Karl Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie, 292f
  22. Vgl. Karl Marx, MEW 23, 762-765
  23. Karl Marx, MEW 23, 657
  24. Karl Marx, MEW 25, 232
  25. Karl Marx, MEW 25, 233
  26. Karl Marx, MEW 23, 674
  27. Karl Marx, MEW 23, 660
  28. Vgl. Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie, S. 126 f.
  29. Karl Marx, MEW 23, 673f
  30. K. Marx, Theorien über den Mehrwert, MEW 26.3, 300
  31. Werner Bührer: Wirtschaftliche Entwicklung in der Bundesrepublik (Kapitel „Technologischer Wandel“), in: Informationen zur politischen Bildung (Heft 270), 2001
  32. grundeinkommensblog.blogspot.com: Der aktuelle Beschäftigungsoptimismus in historischer Perspektive. 3. November 2010.
  33. Jeremy Rifkin, Interview über das Ende der Arbeit mit der Stuttgarter Zeitung, 29. April 2005
  34. http://www.bundesfinanzministerium.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Finanzpolitik/2009/06/20092406__PM26.html
  35. http://www.arbeitsagentur.de/nn_27008/zentraler-Content/Pressemeldungen/2009/Presse-09-079.html
  36. Heidrun Graupner, „Chancenlos in Deutschland: Geraubte Zukunft“, Süddeutsche Zeitung, 27. Juli 2006
  37. ARMUT: 2,5 Millionen Kinder leben auf Sozialhilfeniveau, SPIEGEL ONLINE, 28. Juli 2006
  38. Siehe auch: Sabine Eisenhauer, „Armut schließt aus“, Kölner Stadtanzeiger, 3. August 2006
  39. Winfried Panse, Interview, Stern Online, 5. August 2006
  40. a b Gesundheitsberichterstattung des Bundes – Heft 13: Arbeitslosigkeit und Gesundheit, Februar 2003, RKI, S. 8, abgerufen am 4. Dezember 2012.
  41. Rembrandt Scholz, Anne Schulz, Zum Zusammenhang von Arbeitslosigkeit, Krankheit und Lebenserwartung, http://www.demogr.mpg.de/publications/files/3004_1223385475_1_DRV%2055%202007.pdf , S. 130
  42. Bericht des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen, Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz in Deutschland, 22. April 2008, Kapitel 2.3.3 Arbeitslosigkeit und körperliche Beschwerden, 2.3.4 Arbeitslosigkeit und psychische Beschwerden S.23
  43. W T Gallo, H M Teng, T A Falba, S V Kasl, H M Krumholz, and E H Bradley: The impact of late career job loss on myocardial infarction and stroke: a 10 year follow up using the health and retirement survey. Occup Environ Med. 2006 October; 63(10): 683–687.
  44. Artazcoz, L., Benach, J., Borrell, C. & Cortès, I. (2004). „Unemployment and Mental Health: Understanding the Interactions Among Gender, Family Roles, and Social Class.“ Am J Public Health 94(1): 82-88.
  45. Rembrandt Scholz, Anne Schulz, Zum Zusammenhang von Arbeitslosigkeit, Krankheit und Lebenserwartung, http://www.demogr.mpg.de/publications/files/3004_1223385475_1_DRV%2055%202007.pdf , S. 140
  46. Duncan, Greg. J., Jeanna Brooks-Gunn und Pamela Kato Klebanov (1994): Economic Deprivation and Early Childhood Development. In: Child Development 63: S. 219–248
  47. Bolger, Kerry E., Charlotte J. Petterson und William W. Tompson (1995): Psychological Adjustment among Children Experiencing Persistent and Intermittent Family Economic Hardship. Child Development 66, S. 1107–1129
  48. Caspi, Avshalom, Glen H. Elder und Ellen S. Herbener (1990): Childhood Personality and the prediction of Life-course Patterns, in: Lee N. Robins und Michael Rutter (Hrsg.): Straight and Devious Pathways from Childhood to Adulthood. Cambridge University Press, Cambridge, S. 13–35
  49. Becker/Nietfeld (1999): Arbeitslosigkeit und Bildungschancen von Kindern im Transformationsprozess. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Jg. 51, Heft 1, 1999