Magstadt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Magstadt
Magstadt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Magstadt hervorgehoben
48.7422222222228.965427Koordinaten: 48° 45′ N, 8° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Böblingen
Höhe: 427 m ü. NN
Fläche: 19,13 km²
Einwohner:

8889 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 465 Einwohner je km²
Postleitzahl: 71106
Vorwahl: 07159
Kfz-Kennzeichen: BB, LEOVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Leerzeichen
Gemeindeschlüssel: 08 1 15 029
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 1
71106 Magstadt
Webpräsenz: www.magstadt.de
Bürgermeister: Hans-Ulrich Merz
Lage der Gemeinde Magstadt im Landkreis Böblingen
Landkreis Esslingen Landkreis Tübingen Landkreis Reutlingen Landkreis Ludwigsburg Stuttgart Landkreis Calw Enzkreis Pforzheim Mötzingen Jettingen Holzgerlingen Deckenpfronn Aidlingen Ehningen Gärtringen Hildrizhausen Nufringen Bondorf Gäufelden Herrenberg Waldenbuch Weil im Schönbuch Weil im Schönbuch Altdorf (Landkreis Böblingen) Holzgerlingen Böblingen Schönaich Steinenbronn Magstadt Sindelfingen Grafenau (Württemberg) Weil der Stadt Renningen Rutesheim Rutesheim Weissach LeonbergKarte
Über dieses Bild

Magstadt ist eine Gemeinde im Landkreis Böblingen und liegt zwischen Sindelfingen und Renningen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie [Bearbeiten]

Magstadt liegt am Rande des Gäus und am westlichen Rand des Glemswalds. Durch den Ort fließt der Planbach, der ab der Gemarkungsgrenze Magstadt/Renningen Rankbach genannt wird.

Gemeindegliederung [Bearbeiten]

Zu Magstadt gehören Dorf Magstadt, die Höfe Grundhof und Talmühle und das Haus Talziegelei.[2]

Geschichte [Bearbeiten]

Magstadt wurde erstmals 1110 in einer Urkunde des Klosters Hirsau genannt. Der Ort unterstand damals den Markgrafen von Hildrizhausen, die ihn später an die Markgrafen von Tübingen abtraten. Über die Herren von Weißenstein, die Herren von Roßwag und die Herren von Börstingen kam Magstadt 1308 an die Grafschaft Württemberg.

Magstadt im Forstlagerbuch von Andreas Kieser, 1681

1850 hatte Magstadt 2207 evangelische und zwei katholische Einwohner, die in 236 Haupt- und 185 Nebengebäuden lebten und arbeiteten.[3]

Im Zweiten Weltkrieg wurden große Teile des Ortskerns von Magstadt durch alliierte Bomberangriffe zerstört.

Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (*) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze). Zahlen seit 1871 vom Statistischen Landesamt Baden-Württemberg.[4]

Jahr Einwohner
1525 500
1634 800
1655 400
1850[3] 2209
1. Dezember 1871 * 2027
1. Dezember 1880 * 2160
1. Dezember 1890 * 2127
1. Dezember 1900 * 1994
1. Dezember 1910 * 2130
16. Juni 1925 * 2320
16. Juni 1933 * 2452
Jahr Einwohner
17. Mai 1939 * 2784
13. September 1950 * 3965
6. Juni 1961 * 5114
27. Mai 1970 * 6982
31. Dezember 1975 7969
31. Dezember 1980 7973
27. Mai 1987 * 7585
31. Dezember 1990 8233
31. Dezember 1995 8616
31. Dezember 2000 8989
31. Dezember 2005 8930
Einwohnerentwicklung von Magstadt

Politik [Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 51,5 %
 %
40
30
20
10
0
35,2 %
35,0 %
29,8 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-12,5 %p
+10,3 %p
+12,0 %p
-9,7 %p

Gemeinderat [Bearbeiten]

Nach der letzten Kommunalwahl am 7. Juni 2009 hat der Gemeinderat 18 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 51,48 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

Freie Wähler Magstadt 7 Sitze (35,25 %)
CDU 6 Sitze (34,99 %)
SPD 5 Sitze (29,76 %)

Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister.

Wappen und Flagge [Bearbeiten]

Das Wappen Magstadts zeigt in Silber über grünem Dreiberg den grünen Großbuchstaben M, darüber das grüne Fleckenzeichen in Form des umgekehrten Buchstabens S. Das M stellt den Anfangsbuchstaben des Ortsnamens dar, das spiegelverkehrte S ist das 1681 erstmals belegte Fleckenzeichen, während der Dreiberg den Ratberg symbolisiert. In dieser Form wurde das Wappen 1929 vom Gemeinderat angenommen. Am 2. Juli 1986 wurde der Gemeinde außerdem eine Flagge in den Farben Grün-Weiß verliehen.

Gemeindepartnerschaften [Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Verkehr [Bearbeiten]

„Der Magstadter Trichter“ – die Ortsdurchfahrt von Magstadt

Die Engstelle am Rathaus im Ortskern erschwert – wie der Bahnübergang am südlichen Ortsende – den Verkehrsfluss. Ursprünglich war geplant, Magstadt an die Bundesautobahn 81 anzuschließen. Dieses wird jetzt durch den Bau der B 464 und B 295 realisiert. Die seit längerer Zeit geplante „Westumgehung“ (im Zuge der B 464) wurde im Jahr 2003 begonnen, allerdings konnten bisher, durch diverse Einsprüche aus der Bevölkerung, nur zwei Brücken über eine Straße und einem Feldweg fertiggestellt werden. Diese „Westumgehung“ ist als Ausweichstrecke notwendig, um einen Ausbau der A 81 bei Böblingen und Sindelfingen durchführen zu können. Derzeit ist Magstadt vom Durchgangsverkehr stark belastet. Geschätzte 20.000 PKW pro Tag und unzählige Lastwagen fahren rund um die Uhr durch Magstadt. Damit gehören die Durchgangsstraßen von Magstadt zu den sehr hoch belasteten Ortsdurchfahrten Deutschlands.

Magstadt liegt an der Rankbachbahn (RenningenBöblingen). Nachdem die 1915 eröffnete Strecke 42 Jahre lang nur für den Güterverkehr und Personalfahrten der Daimler AG genutzt worden war, wurde sie im Dezember 2012 auf ihrer vollen Länge als S60 in die S-Bahn Stuttgart integriert und ersetzt die bis dahin zwischen Renningen und Böblingen verkehrende Buslinie 757. Die Buslinie 745 zwischen Maichingen und Magstadt bindet beide Orte an die S60 an.[5] Zudem wird Magstadt noch durch die private Buslinie 746 (Magstadt–BüsnauBahnhof Stuttgart Universität) der Magstadter Firma Stäbler bedient.

Bildungseinrichtungen [Bearbeiten]

Magstadt verfügt mit der Johannes-Kepler-Schule über eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Zusätzlich befindet sich in Magstadt eine Zweigstelle der Volkshochschule Sindelfingen/Böblingen.

Unternehmen [Bearbeiten]

Mit K&M Elektronik und Arlt haben zwei der größten deutschen Computer-Handelsketten ihren Hauptsitz in Magstadt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Bauwerke [Bearbeiten]

Evangelische Kirche

Evangelische Kirche

Der Ort Magstadt hatte schon früh eine Holzkapelle und später eine im 10. Jahrhundert entstandene Sandsteinkirche im romanischen Stil. An ihrer Stelle wurde ab ca. 1490 mit dem Bau einer neuen Kirche unter dem aus Magstadt stammenden Bebenhausener Abt Bernhard Rockenbauch begonnen. Der Stil der Chorseitenturmanlage ist spätgotisch, besonders schön sind die Sandsteinspitzbögen der Fenster gelungen. Die Kirche wurde 1511 geweiht. Es bestehen Differenzen über die Widmung. Von Gelehrten wird vermutet, dass sie dem Heiligen Georg gewidmet wurde, die Magstadter kennen ihre Kirche als Johannes-Täufer-Kirche. Für etwa 25 Jahre war die Kirche katholisch, dann wurde sie im Zuge der Reformation als württembergische Kirche evangelisch.

Die bestehende Kirche war einst Mittelpunkt einer mit dreifachem Mauerwall und Grabenanlage gesicherten Wehranlage. Noch heute sind die innere Wehr- und Zwingmauer, besonders im südöstlichen Teil gut erhalten. Die Kirche war früher umgeben vom Friedhof, auf dem bis zum ausgehenden 17. Jahrhundert Beerdigungen vorgenommen wurden. Einige Grabsteine aus dem 15.–18. Jahrhundert sind rund um die Kirche zu sehen.

Heute prägt die Kirche mit ihrem mächtigen Turm und den vier großen Zifferblättern das Bild des Magstadter Ortskerns.

Naturdenkmäler [Bearbeiten]

Der Ratberg aus Richtung Warmbronn

Der Ratberg befindet sich im Nordwesten Magstadts in Richtung Warmbronn. Beim Ratberg handelt es sich um einen flachen Hügel mit einem Durchmesser von 120 m und einer Höhe von 10 m, der aus Stubensandstein besteht. Der Ratberg entstand durch Reliefumkehr.

Er trägt den Namen Ratberg, da auf ihm die Alemannen Rat hielten, als sie begannen die Gegend um Magstadt herum zu bevölkern.

Sport [Bearbeiten]

Die Gemeinde zeichnet sich besonders durch die vielen Vereine aus, zu denen unter anderem der RV Pfeil gehört. Die Magstadter Simon Altvater und Nico Kunert halten seit dem 3. Juni 2000 den deutschen Rekord im Zweier-Kunstradfahren der Junioren und seit 9. März 2006 der Klasse Männer. In Radfahrerkreisen und der breiteren Öffentlichkeit wurden sie jedoch bekannt, nachdem sie die Kunstfahr-WM von 2001 bis 2006 sechs Mal in Folge gewannen.

Zu den bekannten Vereinen gehört auch der Bogenclub Magstadt. In Württemberg gehört dieser Verein zu den größten und erfolgreichsten Bogensport-Vereinen. Durch das einzigartige Vereinsheim, einer ehemaligen Wasserpumpstation, ist dieser Verein oft in den Medien erwähnt worden. Die Bogenschützen des Bogenclub Magstadt halten mehrere württembergische Rekorde und sind auch der Heimatverein von mehreren Deutschen Meistern sowie Vize-Weltmeistern.

Persönlichkeiten [Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde [Bearbeiten]

Quellen [Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2011 (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2, S. 114–116.
  3. a b Beschreibung des Oberamts Böblingen – Tabelle I.
  4. Statistisches Landesamt B-W.
  5. Großes Interesse an Buslinie 745. In: Sindelfinger Zeitung/Böblinger Zeitung. Röhm Verlag & Medien GmbH & Co. KG. 3. Dezember 2012. Abgerufen am 26. Dezember 2012.

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Magstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien