Miss America

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Miss America, Andrews Air Force Base (2003)

Die Wahl zur Miss America ist ein seit 1921 jährlich ausgetragener Schönheitswettbewerb, bei dem die schönste Frau der USA gekürt werden soll. Diesen Anspruch teilt die Veranstaltung jedoch seit 1952 mit der Wahl zur Miss USA.

Geschichte[Bearbeiten]

Margaret Gorman, Miss America 1921

Die Veranstaltung fand erstmals am 7. und 8. September 1921 in Atlantic City als zweitägiger Schönheitswettbewerb statt. Sie wurde aber noch unter dem Titel Atlantic City Pageant ausgetragen. Erst als die Veranstaltung im folgenden Jahr ihren Namen zu Miss America änderte, wurde auch die Vorjahressiegerin Margaret Gorman rückwirkend als Miss America tituliert. Ziel der Veranstaltung war es unter anderem auch, Touristen auch nach dem Labor Day in der Stadt zu halten.

In den ersten Jahrzehnten der Veranstaltung war der Höhepunkt der Auftritt der Teilnehmerinnen im Badeanzug. Als die Siegerin des Jahres 1951, Yolande Betbeze, sich weigerte, derart leicht beschürzt für Fotos zu posieren, schied der Bademodenhersteller Catalina aus der Gruppe der Sponsoren aus und rief zwei eigene Wettbewerbe ins Leben, neben der Wahl zur Miss USA nämlich auch den zur Miss Universe, bei dem die schönste Frau der Welt ermittelt werden sollte.

Seit 1954 wird die Wahl zur Miss America landesweit im Fernsehen übertragen. Den Höhepunkt ihrer Popularität erreichte der Wettbewerb in den 1960er Jahren, als er jährlich zu den Sendungen mit den höchsten Einschaltquoten überhaupt zählte. Berühmt wurde Bert Parks, der von 1954 bis 1979 durch die Sendung führte und jedes Mal das Lied „There She Is“ anstimmte, als die frisch gekürte Miss America die Showtreppe herabschwebte.

Lange herrschte ein ausgesprochen konservatives Rollenmuster vor: Ziel der Titelaspirantinnen sollte es vornehmlich sein, einen Gatten zu finden und ihm eine ergebene Ehefrau zu sein. Auch waren bis in die 1970er Jahre schwarze Frauen vom Wettbewerb ausgeschlossen, was 1968 zur Gründung des Wettbewerbs Miss Black America führte. In dieser Zeit gerieten die Schönheitswettbewerbe auch in die Kritik seitens des erstarkenden Feminismus; der Miss America-Wettbewerb reagierte darauf, dass er der Persönlichkeit und dem Intellekt der Frauen mehr Bedeutung zuzumessen gelobte. 1974 sorgte die Wahl von Rebecca Ann King für Wellen in der Presse - sie hatte sich zuvor für das Recht auf Abtreibung ausgesprochen. Die Einschaltquoten sanken dennoch stetig. 1979 wurde Parks entlassen, um die Sendung zu verjüngen, doch half auch dieses Rezept nicht viel.

Ein weiterer Skandal ereignete sich 1984. Vanessa Lynn Williams war als erste Afroamerikanerin zur schönsten Frau des Landes gewählt worden, musste ihren Titel aber später an Suzette Charles abtreten, als das Erotikmagazin Penthouse eine Fotostrecke mit Nacktbildern von ihr veröffentlichte, die vor der Wahl aufgenommen worden waren.

Nachdem die Zahl der Fernsehzuschauer 2005 erstmals die Marke von zehn Millionen unterschritt, beschloss der übertragende Fernsehsender ABC, die Wahl aus dem Programm zu nehmen. Die Organisatoren verständigten sich daraufhin mit dem Sender Country Music Television, der nun die Veranstaltung überträgt. Der traditionelle Termin im September wurde dabei aufgegeben; die nächste Wahl war auf den 26. Januar 2006 angesetzt worden. Auch wurde sie nicht mehr in der traditionsreichen Boardwalk Hall in Atlantic City ausgetragen, sondern in Las Vegas. Im Jahr 2013 fand der Wettbewerb zweimal, im Januar und dann wieder im September statt, wodurch sich die Amtszeit von Miss America 2013, Mallory Hagan, auf 8 Monate verkürzte. Auf dem Wettbewerb am 15. September 2013 wurde Nina Davuluri als erste indischstämmige Kandidatin zur Miss America 2014 gekürt, was unmittelbar danach zu z.T. rassistischen Kommentaren führte.[1]

Organisation, Ablauf und Preise[Bearbeiten]

Dem Miss America-Wettbewerb sind viele regionale Konkurrenzen untergeordnet, in denen die Teilnehmerinnen ermittelt werden. So gibt es Wettbewerbe für Städte (also etwa die Miss Birmingham, Alabama). Die Siegerinnen treten dann in den Wettbewerb ein, in denen die Schönste im jeweiligen Bundesland (also etwa die Miss Alabama) gekürt wird. Die fünfzig Siegerinnen der Bundesstaaten sowie die Miss Washington, D.C. und seit 2004 auch die Miss Virgin Islands sind für die Miss America-Wahl qualifiziert.

Die Wahl umfasst auf regionaler, bundesstaatlicher und nationaler Ebene immer dieselben vier Einzeldisziplinen:

  1. im Interview müssen sich die Damen in der Kunst der Unterhaltung beweisen und Fragen der „Richter“ möglichst eloquent und charmant beantworten, und so bei aller gebotenen Bescheidenheit ihr Selbstbewusstsein hervorkehren. Dieser Teil der Wahl findet nur selten vor Publikum statt und wird auch nur selten im Fernsehen übertragen.
  2. im Talentwettbewerb dürfen die Konkurrentinnen ihre Künste in einer Disziplin ihrer Wahl unter Beweis stellen. Üblicherweise ist dies Singen, Tanzen oder Musizieren, aber auch andere Fertigkeiten wie Jonglieren dürfen vorgeführt werden.
  3. im Badeanzugwettbewerb stellen sie die gute Figur zur Schau, die sie in einem Badeanzug machen. Die Haltung und die Wohlgeformtheit der Körperrundungen geben den Ausschlag zu einer guten Note. Bis vor einigen Jahren mussten alle Damen aus Gründen der Fairness den gleichen Anzug tragen, nun dürfen sie ihn selbst wählen. Seit das Tragen von Bikinis zugelassen wurde, entscheiden sich die meisten Teilnehmerinnen für diese zweiteilige Variante. Es gibt strenge Richtlinien zur gebotenen Züchtigkeit der Badebekleidung.
  4. im Kostümwettbewerb präsentieren sich die Damen in einer Abendrobe ihrer Wahl und müssen dabei möglichst elegant über einen Catwalk schreiten.

2003 wurde außerdem ein Casual Wear-Wettbewerb auf nationaler Ebene eingeführt. Hier geht es um die möglichst vorteilhafte Präsentation von Freizeitkleidung. Dieser Zusatz erfreut sich auch zunehmend auf regionaler Ebene Beliebtheit. Seit 1989 müssen die Konkurrentinnen auch ihre Unterstützung für ein gemeinnütziges Anliegen bekräftigen, also etwa für Obdachlosenfürsorge oder die Diabetesvorbeuge.

Die Gewinnerinnen erhalten Stipendien, die ihre Karriere auf den rechten Weg bringen sollen. Weiterhin winken Werbeverträge, Auftritte als Fotomodell und in „offizieller“ Funktion etwa bei der Eröffnung von Supermarktfilialen.

Liste der Siegerinnen[Bearbeiten]

Jahr Miss America Herkunft
1921 Margaret Gorman Margaret Gorman Washington, USA-District of ColumbiaDistrict of Columbia District of Columbia
1922 Mary Campbell Mary Campbell Columbus, USA-OhioOhio Ohio
1923
1924 Ruth Malcomson Ruth Malcomson Philadelphia, USA-PennsylvaniaPennsylvania Pennsylvania
1925 Fay Lanphier Oakland, USA-KalifornienKalifornien Kalifornien
1926 Norma Smallwood Tulsa, USA-OklahomaOklahoma Oklahoma
1927 Lois Delaner Joliet, USA-IllinoisIllinois Illinois
1933 Marian Bergeron West Haven, USA-ConnecticutConnecticut Connecticut
1935 Henrietta Leaver Pittsburgh, USA-PennsylvaniaPennsylvania Pennsylvania
1936 Rose Coyle Philadelphia, USA-PennsylvaniaPennsylvania Pennsylvania
1937 Bette Cooper Bertrand Island, USA-New JerseyNew Jersey New Jersey
1938 Marilyn Meseke Lima, USA-OhioOhio Ohio
1939 Patricia Donnelly Detroit, USA-MichiganMichigan Michigan
1940 Frances Marie Burke Philadelphia, USA-PennsylvaniaPennsylvania Pennsylvania
1941 Rosemary LaPlanche Los Angeles, USA-KalifornienKalifornien Kalifornien
1942 Jo-Carroll Dennison Tyler, USA-TexasTexas Texas
1943 Jean Bartel Los Angeles, USA-KalifornienKalifornien Kalifornien
1944 Venus Ramey Washington, USA-District of ColumbiaDistrict of Columbia District of Columbia
1945 Bess Myerson New York, USA-New YorkNew York New York
1946 Marilyn Buferd Los Angeles, USA-KalifornienKalifornien Kalifornien
1947 Barbara Walker Memphis, USA-TennesseeTennessee Tennessee
1948 BeBe Shopp Hopkins, USA-MinnesotaMinnesota Minnesota
1949 Jacque Mercer Litchfield, USA-ArizonaArizona Arizona
1951 Yolande Betbeze Yolande Betbeze Mobile, USA-AlabamaAlabama Alabama
1952 Coleen Kay Hutchins Salt Lake City, USA-UtahUtah Utah
1953 Neva Jane Langley Macon, USA-GeorgiaGeorgia Georgia
1954 Evelyn Margaret Ay Ephrata, USA-PennsylvaniaPennsylvania Pennsylvania
1955 Lee Meriwether San Francisco, USA-KalifornienKalifornien Kalifornien
1956 Sharon Ritchie Denver, USA-ColoradoColorado Colorado
1957 Marian McKnight Manning, USA-South CarolinaSouth Carolina South Carolina
1958 Marilyn Van Derbur Denver, USA-ColoradoColorado Colorado
1959 Mary Ann Mobley Brandon, USA-MississippiMississippi Mississippi
1960 Lynda Lee Mead Lynda Lee Mead Natchez, USA-MississippiMississippi Mississippi
1961 Nancy Fleming Montague, USA-MichiganMichigan Michigan
1962 Maria Fletcher Asheville, USA-North CarolinaNorth Carolina North Carolina
1963 Jacquelyn Mayer Sandusky, USA-OhioOhio Ohio
1964 Donna Axum El Dorado, USA-ArkansasArkansas Arkansas
1965 Vonda Kay Van Dyke Phoenix, USA-ArizonaArizona Arizona
1966 Deborah Irene Bryant Overland Park, USA-KansasKansas Kansas
1967 Jane Anne Jayroe Laverne, USA-OklahomaOklahoma Oklahoma
1968 Debra Dene Barnes Moran, USA-KansasKansas Kansas
1969 Judith Anne Ford Belvidere, USA-IllinoisIllinois Illinois
1970 Pamela Anne Eldred Birmingham, USA-MichiganMichigan Michigan
1971 Phyllis George Denton, USA-TexasTexas Texas
1972 Laurie Lea Schaefer Columbus, USA-OhioOhio Ohio
1973 Terry Anne Meeuwsen De Pere, USA-WisconsinWisconsin Wisconsin
1974 Rebecca Ann King Denver, USA-ColoradoColorado Colorado
1975 Shirley Cothran Fort Worth, USA-TexasTexas Texas
1976 Tawny Elaine Godin Yonkers, USA-New YorkNew York New York
1977 Dorothy Kathleen Benham Dorothy Kathleen Benham Edina, USA-MinnesotaMinnesota Minnesota
1978 Susan Perkins Columbus, USA-OhioOhio Ohio
1979 Kylene Barker Galax, USA-VirginiaVirginia Virginia
1980 Cheryl Prewitt Ackerman, USA-MississippiMississippi Mississippi
1981 Susan Powell Elk City, USA-OklahomaOklahoma Oklahoma
1982 Elizabeth Ward Russellville, USA-ArkansasArkansas Arkansas
1983 Debra Maffett Anaheim, USA-KalifornienKalifornien Kalifornien
1984 Vanessa Lynn Williams Millwood, USA-New YorkNew York New York (später aberkannt)
1984 Suzette Charles Mays Landing, USA-New JerseyNew Jersey New Jersey
1985 Sharlene Wells Hawkes Salt Lake City, USA-UtahUtah Utah
1986 Susan Akin Meridian, USA-MississippiMississippi Mississippi
1987 Kellye Cash Memphis, USA-TennesseeTennessee Tennessee
1988 Kaye Lani Rae Rafko Monroe, USA-MichiganMichigan Michigan
1989 Gretchen Carlson Anoka, USA-MinnesotaMinnesota Minnesota
1990 Debbye Turner Debbye Turner Mexico, USA-MissouriMissouri Missouri
1991 Marjorie Vincent Oak Park, USA-IllinoisIllinois Illinois
1992 Carolyn Suzanne Sapp Honolulu, USA-HawaiiHawaii Hawaii
1993 Leanza Cornett Jacksonville, USA-FloridaFlorida Florida
1994 Kimberly Clarice Aiken Columbia, USA-South CarolinaSouth Carolina South Carolina
1995 Heather Whitestone Birmingham, USA-AlabamaAlabama Alabama
1996 Shawntel Smith Muldrow, USA-OklahomaOklahoma Oklahoma
1997 Tara Dawn Holland Overland Park, USA-KansasKansas Kansas
1998 Katherine Shindle Evanston, USA-IllinoisIllinois Illinois
1999 Nicole Johnson Baker Roanoke, USA-VirginiaVirginia Virginia
2000 Heather French Heather French Maysville, USA-KentuckyKentucky Kentucky
2001 Angela Perez Baraquio Honolulu, USA-HawaiiHawaii Hawaii
2002 Katie Harman Katie Harman Gresham, USA-OregonOregon Oregon
2003 Erika Harold Erika Harold Urbana, USA-IllinoisIllinois Illinois
2004 Ericka Dunlap Ericka Dunlap Orlando, USA-FloridaFlorida Florida
2005 Deidre Downs Deidre Downs Birmingham, USA-AlabamaAlabama Alabama
2006 Jennifer Berry Jennifer Berry Tulsa, USA-OklahomaOklahoma Oklahoma
2007 Lauren Nelson Lauren Nelson Lawton, USA-OklahomaOklahoma Oklahoma
2008 Kirsten Haglund Kirsten Haglund Farmington Hills, USA-MichiganMichigan Michigan
2009 Katie Stam Katie Stam Indianapolis, USA-IndianaIndiana Indiana
2010 Caressa Cameron Caressa Cameron Fredericksburg, USA-VirginiaVirginia Virginia
2011 Teresa Scanlan Teresa Scanlan Gering, USA-NebraskaNebraska Nebraska
2012 Laura Kaeppeler Kenosha, USA-WisconsinWisconsin Wisconsin
2013 Mallory Hagan USA-New YorkNew York New York
2014 Nina Davuluri Nina Davuluri USA-New YorkNew York New York

Gesellschaftliches Engagement der Kandidatinnen[Bearbeiten]

Allyn Rose, Miss-Anwärterin des Jahres 2013, sorgte im Vorfeld des Wettbewerbs für Kontroversen, da sie ankündigte, sich nach der Miss-Wahl einer beidseitigen brustentfernenden Operation (Mastektomie) zu unterziehen. Rose, bereits Miss Maryland 2011 und Miss DC 2012, erklärte, sie sei erblich belastet und habe ihre Mutter, ihre Großmutter und ihre Tante an den Brustkrebs verloren.[2][3] Die Gewinnerin des 2013-Contests, Mallory Hytes Hagan (Miss New York 2012), sprach sich unter dem Eindruck des Massakers im US-Bundesstaat Connecticut, bei dem an einer Grundschule 20 Kinder und sechs Erwachsene getötet wurden, gegen Waffen aus. „Gewalt sollte nicht mit Gewalt bekämpft werden“, antwortete die 23-jährige Hagan auf die Frage der Jury nach dem Nutzen bewaffneter Security an Schulen.[4]

Liste der Gewinnerstaaten und Häufigkeit[Bearbeiten]

  • Kalifornien, Oklahoma und Ohio mit jeweils 6 Siegen.
  • Pennsylvania, Illinois und Michigan mit jeweils 5 Siegen.
  • Mississippi und New York mit 4 Siegen.
  • Texas, Minnesota, Alabama, Colorado und Kansas mit jeweils 3 Siegen.
  • Florida, Hawaii, Virginia, Arkansas, South Carolina, Utah, Arizona, Tennessee, New Jersey und Washington D.C. mit jeweils 2 Siegen.
  • Connecticut, Georgia, North Carolina, Wisconsin, Missouri, Kentucky, Oregon, Indiana und Nebraska mit jeweils 1 Sieg.

Die restlichen 18 Staaten der USA konnten bisher noch keinen Sieg erringen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Miss America – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. merkur-online: Neue Miss America rassistisch beleidigt, abgerufen am 16. September 2013
  2. Allyn Rose in der englischen Wikipedia
  3. Miss America Kandidatin hat Angst um ihre Brüste auf Welt.de
  4. Miss America Schönheitskönigin kämpft für strengere Waffengesetze auf Spiegel.de, 13. Januar 2013