Norbert Nigbur

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Norbert Nigbur
Spielerinformationen
Voller Name Norbert Nigbur
Geburtstag 8. Mai 1948
Geburtsort GelsenkirchenDeutschland
Position Torwart
Vereine in der Jugend
0000–1966 SV Gelsenkirchen-Hessler
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1966–1976
1976–1979
1979–1983
1984
1984–1985
FC Schalke 04
Hertha BSC
FC Schalke 04
VfB Hüls
Rot-Weiss Essen
289 (0)
101 (0)
104 (0)

27 (0)
Nationalmannschaft
1965–1966
1966
1974–1980
1975–1981
DFB-Jugendauswahl
Deutschland Amateure
Deutschland
Deutschland B
13 (0)
2 (0)
6 (0)
5 (0)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Norbert Nigbur (* 8. Mai 1948 in Gelsenkirchen) ist ein ehemaliger deutscher Fußballtorwart, der unter anderem für den FC Schalke 04 und für Hertha BSC spielte. Sechsmal wurde er in der Deutschen A-Nationalmannschaft eingesetzt.

Karriere[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Norbert Nigbur wollte zunächst eine Ausbildung als Trabrennfahrer machen, spielte aber in seiner Jugend für den SV Gelsenkirchen-Hessler Fußball und wurde zunächst als Mittelstürmer eingesetzt. Nachdem er in einem Spiel den des Platzes verwiesenen Torwart vertreten und zwei Elfmeter gehalten hatte, wurde er nur noch als Torhüter eingesetzt. An seinem 18. Geburtstag unterschrieb sein Vater bei Schalkes Präsident Fritz Szepan den ersten Profivertrag, da sein Sohn noch nicht volljährig war. Zur Bundesligasaison 1966/67 gehörte Nigbur damit als zweiter Mann hinter Stammtorwart Josef Elting zum Kader des FC Schalke 04. Am 3. September 1966 im Spiel gegen den 1. FC Nürnberg löste er Elting ab und avancierte als 18-Jähriger zur Nummer 1.

1969 verlor Schalke mit ihm das Finale des DFB-Pokals gegen den FC Bayern München mit 1:2. Die Mannschaft um Nigbur, Klaus Fichtel, Rolf Rüssmann, Klaus Fischer und Reinhard Libuda wurde 1972 Vizemeister. Norbert Nigbur war in dieser Saison der Bundesligakeeper mit den wenigsten Gegentoren. Über 555 Minuten hinweg musste er kein Gegentor hinnehmen. Dieser Rekord hatte über zehn Jahre Bestand. Schalke gewann den DFB-Pokal mit 5:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern. Dies war der erste nationale Titel für Nigbur und der erste für den Verein seit der Meisterschaft 1958. Bemerkenswert war bei diesem Pokaltriumph allerdings auch das Halbfinalrückspiel gegen den 1. FC Köln (Hinspiel 1:4), in dem Nigbur, nach 5:2 in der regulären Spielzeit, seine Mannschaft mit einem gehaltenen Elfer ins Elfmeterschießen rettete. Hier legte „die Wildkatze“ Nigbur noch einen drauf: Er hielt zwei weitere Elfmeter und schoss selbst einen sicher ins Netz. Nach einem nervenzerreißenden Spiel mit insgesamt 21 Elfmetern zog Schalke schlussendlich ins Finale ein. Nigbur galt neben Sepp Maier vom FC Bayern München, Wolfgang Kleff von Borussia Mönchengladbach, Rudi Kargus vom Hamburger SV und Gerhard Welz vom 1. FC Köln als bester Bundesliga-Torwart der 1970er Jahre.

Vom Bundesliga-Skandal, in den etliche Schalker Spieler verwickelt waren, war er nicht betroffen. Am „verschobenen“ Spiel gegen Arminia Bielefeld, das am 17. April 1971 mit 0:1 verloren ging, nahm er wegen einer Verletzung nicht teil. An seiner Stelle kam Dieter Burdenski zum Einsatz.

Am 14. September 1974 wurde beim Bundesliga-Spiel gegen den VfL Bochum übersehen, dass Nigbur sich nach dem Ende der Halbzeitpause zum Zeitpunkt des Wiederanpfiffs noch in der Kabine befand.[1] Von einem Polizisten wurde er zunächst davon abgehalten, das Spielfeld zu betreten und in das bereits wiederaufgenommene Spiel einzugreifen.[1] Obwohl das Schalker Tor in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit unbesetzt war, fiel kein Gegentreffer.[1]

Nach Streitigkeiten mit Trainer Max Merkel und Präsident Günter Siebert über die Verlängerung seines Vertrags wurde ihm 1976 gekündigt. Nigbur schloss sich zur Saison 1976/77 Hertha BSC an. Mit diesem Verein erreichte er 1977 die Finalspiele um den Vereinspokal gegen den 1. FC Köln und 1979 gegen Fortuna Düsseldorf. Das Berliner Intermezzo währte drei Jahre, ehe er sich mit Siebert aussöhnte und 1979 zu Schalke zurückkehrte.

In der Saison 1980/81 stieg Schalke mit 88 Gegentoren in die 2. Bundesliga ab. Nigbur hielt dem Verein die Treue und trug mit seinen Leistungen zum sofortigen Wiederaufstieg bei. Danach kam es jedoch zu einem Zerwürfnis mit dem neuen Manager Rudi Assauer, Nigbur wurde aus dem Kader gestrichen. Noch heute hat er ein gespanntes Verhältnis zu seinem ehemaligen Verein Schalke 04, für den er in insgesamt 466 Pflichtspielen zwischen den Pfosten stand. Über das kurze halbjährige Intermezzo beim VfB Hüls, für den er am 5. Februar 1984 das erste mal auflief,[2] wechselte er im Sommer 1984 zu Rot-Weiss Essen in die seinerzeit drittklassige Oberliga Nordrhein, wo er noch 27 Ligaspiele bestritt. In der anschließenden Aufstiegsrunde wurde er nicht mehr eingesetzt, so dass er nach der Spielzeit 1984/85 seine lange Karriere beendete.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Über die Kreisauswahl gelangte Nigbur in die DFB-Jugendauswahl, für die er 13mal zum Einsatz kam: erstmals am 21. März 1965 in Oberhausen bei der 1:2-Niederlage gegen die Auswahl Ungarns, letztmals am 25. Mai 1966 in Priština bei der 1:3-Niederlage gegen die Auswahl Spaniens im Vorrundenspiel des UEFA-Juniorenturniers in Jugoslawien. Am 23. Februar 1974 debütierte Nigbur in der A-Nationalmannschaft bei der 0:1-Niederlage gegen Spanien in Barcelona. Er gehörte dem Kader der Nationalmannschaft an, die 1974 den WM-Titel gewann, war jedoch hinter Sepp Maier nur Ersatztorwart und kam nicht zum Einsatz. Am 2. April 1980 absolvierte er gegen Österreich in München sein letztes von insgesamt sechs Länderspielen. Zur Europameisterschaft 1980 in Italien war er als Stammtorwart vorgesehen, musste aber wegen einer schweren Verletzung absagen. Danach wurde Harald Schumacher Stammtorwart, Nigbur kehrte nicht mehr in die Nationalmannschaft zurück.

Nach dem Karriereende[Bearbeiten]

Heute (2010) besitzt Nigbur Immobilien und einen Trabrennstall, des Weiteren engagiert er sich heute auch noch im Schalker Golfkreis.

Bemerkenswertes[Bearbeiten]

Mitte der 1970er-Jahre unternahm Nigbur einen Ausflug ins Schlagergeschäft. Er veröffentlichte die von Jack White produzierte Single „Wenn Schalke 04 nicht wär“ (A-Seite)/„Oh Fata Morgana” (B-Seite). Sämtliche Erlöse daraus gingen an die Krebsstiftung. Im Jahr 1979 nahm er eine zweite Single auf. Die Titel waren: „44 Beine“ (A-Seite) / „Darum weißt du nichts von mir“.[3]

Erfolge[Bearbeiten]

  • Vize-Pokalsieger 1969, 1:2 gegen den FC Bayern München
  • EC-Halbfinale der Pokalsieger 1970
  • Pokal-Halbfinale 1971, 2:3 gegen den 1. FC Köln
  • Vize-Meister und Deutscher Pokalsieger 1972, 5:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern
  • Weltmeister 1974, Ersatz hinter Sepp Maier
  • Vize-Pokalsieger 1977, 1:1 n.V. und 0:1 gegen den 1. FC Köln
  • Dritter 1978, hinter dem 1. FC Köln und Bor. Mönchengladbach
  • Vize-Pokalsieger 1979, 0:1 n.V gegen Fortuna Düsseldorf
  • UC-Halbfinale 1979
  • Pokal-Halbfinale 1980, 0:2 gegen den 1. FC Köln
  • Bundesliga-Aufstieg 1982

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Westfälische Nachrichten: In der Kabine vergessen – Fußball: „Jahrhunderttorwart“ Nigbur wird 65 / Sechs Länderspiele, Sport, Düsseldorf, dpa, 8. Mai 2013
  2. Hinweis in: RevierSport 87/2012, S, 45
  3. Reviersport.de: Gespräch mit Norbert Nigbur, gesichtet 7. Mai 2013

Weblinks[Bearbeiten]