Pfaffenweiler

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Gemeinde Pfaffenweiler im Breisgau, für den Ortsteil Pfaffenweiler der Stadt Villingen-Schwenningen siehe Pfaffenweiler (Villingen-Schwenningen).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Pfaffenweiler
Pfaffenweiler
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Pfaffenweiler hervorgehoben
47.9380555555567.755252Koordinaten: 47° 56′ N, 7° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Breisgau-Hochschwarzwald
Höhe: 252 m ü. NHN
Fläche: 3,61 km²
Einwohner: 2507 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 694 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79292
Vorwahl: 07664
Kfz-Kennzeichen: FR
Gemeindeschlüssel: 08 3 15 089
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausgasse 4
79292 Pfaffenweiler
Webpräsenz: www.pfaffenweiler.de
Bürgermeister: Dieter Hahn
Lage der Gemeinde Pfaffenweiler im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
Frankreich Landkreis Waldshut Landkreis Lörrach Freiburg im Breisgau Landkreis Emmendingen Schwarzwald-Baar-Kreis Landkreis Rottweil Au (Breisgau) Auggen Bad Krozingen Badenweiler Ballrechten-Dottingen Bötzingen Bollschweil Breisach am Rhein Breitnau Buchenbach Buggingen Ebringen Ehrenkirchen Eichstetten am Kaiserstuhl Eisenbach (Hochschwarzwald) Eschbach (Markgräflerland) Feldberg (Schwarzwald) Friedenweiler Glottertal Gottenheim Gundelfingen (Breisgau) Hartheim Heitersheim Heitersheim Heuweiler Hinterzarten Horben Ihringen Kirchzarten Lenzkirch Löffingen March (Breisgau) Merdingen Merzhausen Müllheim (Baden) Müllheim (Baden) Münstertal/Schwarzwald Neuenburg am Rhein Neuenburg am Rhein Oberried (Breisgau) Pfaffenweiler St. Peter (Hochschwarzwald) St. Märgen Schallstadt Schluchsee (Gemeinde) Sölden (Schwarzwald) Staufen im Breisgau Stegen Sulzburg Titisee-Neustadt Umkirch Vogtsburg im Kaiserstuhl Wittnau (Breisgau)Karte
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Pfaffenweiler (alemannisch Pfaffewiler) ist eine Gemeinde etwa zehn Kilometer südlich von Freiburg im Breisgau am nördlichen Rand des Markgräflerlands.

Der Ort ist unter anderem durch das jährlich am ersten Septemberwochenende stattfindende Schneckenfest bekannt, das jährlich Gäste aus ganz Deutschland sowie England und Holland empfängt.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Pfaffenweiler liegt im sogenannten Schneckental im nördlichen Markgräflerland zwischen dem Batzenberg im Westen und dem Hohfirst als Teil des Schönbergmassivs im Osten. Durch das Tal fließt der Duffernbach.

Geologie[Bearbeiten]

historischer Steinbruch

Das Schönbergmassiv besteht aus Gesteinsschichten von Buntsandstein bis Tertiär. Das Gestein wurde in mehreren Steinbrüchen bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts von ortsansässigen Steinmetzen abgebaut. Noch heute kann man die historischen Steinbrüche besichtigen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

An Pfaffenweiler grenzen im Norden Schallstadt und Ebringen, im Osten Bollschweil, im Süden Kirchhofen (OT von Ehrenkirchen) sowie im Westen Norsingen und Scherzingen (beide zu Ehrenkirchen gehörig).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den Dörfern Öhlinsweiler (alem. Ehlischwiler) und Pfaffenweiler.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde möglicherweise erstmals in einer Schenkungsurkunde von Rebland an das Kloster St. Gallen als Openwilare erwähnt: Propterea vernacula terra juris mei in loco, qui dicitur Openwilare, tradimus sancto Galloni viginti juchos, et in Eberingen unum juchum de vinea. Die Urkunde datiert von einem 16. Januar in der Herrschaftszeit des Frankenkönigs Chilperich II., der von Juni 715 bis März 721 regierte, ohne eine Jahresangabe, es wird nur der herrschende König Chilperich (ohne Nummer) erwähnt. Die inneren Verhältnisse des Frankenreiches machen eine Errichtung der Urkunde in den Jahren 717/718 am wahrscheinlichsten. Die Regierungszeit von Chilperich I. (561–584) scheidet aus, da zu dieser Zeit das Kloster St. Gallen noch nicht bestand. Weitere Chilperichs gab es nicht.

Die Forschung geht allerdings davon aus, dass Openwilare wahrscheinlich nicht Pfaffenweiler oder Öhlinsweiler, sondern ein später aufgelassener Weiler im nördlichen Schneckental zwischen Pfaffenweiler und Wolfenweiler war, im Bereich der heutigen Gemarkungsgrenzen beider Ortschaften. Für das Schneckental sind mehrere solche Weiler für die damalige Zeit belegt.

Über Jahrhunderte war Steinhauerei neben Landwirtschaft und Weinbau ein wichtiger Erwerbszweig. So schuf der Bildhauer Jörg Kempf 1561 die Kanzel des Freiburger Münsters aus Pfaffenweiler Kalkstein. Das vermutlich älteste Gasthaus ist die „Stube“ im Ortsteil Öhlinsweiler, das 1574/75 erbaut wurde. Als „Stube“ diente es teilweise auch als Amtsgebäude.

Von 1492 bis 1811 gehörte die auf der anderen Seite des Batzenbergs gelegene Ortschaft Scherzingen zu Pfaffenweiler. Scherzingen wurde dann eigenständig und gehört seit der Gebietsreform 1974 zu Ehrenkirchen.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 ergab folgende Sitzverteilung:

CDU 47,9 % 6 Sitze
Freie Bürgerliste 29,9 % 4 Sitze
Offene Liste 22,3 % 2 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Rot drei goldene, mit ebensolchen Patenen gedeckte Kelche (1:2).“

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

  • Jasper (Indiana), USA: Um 1850 wanderten zahlreiche Pfaffenweiler nach Nordamerika aus und ließen sich in der Siedlung Jasper nieder. Noch heute finden sich dort Pfaffenweiler Familiennamen wie Eckerle, Eckert, Gutgsell, Kiefer, Scherle und Elmlinger

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche St. Columba

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Katholische Pfarrkirche Kirche St. Columba
  • Gasthaus Stube
  • Historische Rebgrundstücke
  • Historische Steinbrüche

Denkmäler / Grenzsteine[Bearbeiten]

  • Hohebannstein (Gemarkungsstein im Hohfirstwald, an den die fünf Gemeinden Bollschweil, Ebringen, Ehrenkirchen, Pfaffenweiler und Schallstadt angrenzen. Inzwischen steht am Ort nur noch eine Replik, der Originalstein befindet sich im Pfaffenweiler Dorfmuseum)
  • Afrikadenkmal am Waldrand auf dem Dürrenberg

Museen[Bearbeiten]

Eingang zum Freilichtmuseum
  • Dorfmuseum (beim Rathaus)
  • historische Steinbrüche (Freilichtmuseum)

Sport[Bearbeiten]

  • VfR Pfaffenweiler (Fußball)
  • TC Pfaffenweiler (Tennis)
  • TV Pfaffenweiler (Turnen)
  • TTC Pfaffenweiler (Tischtennis)
  • SSV Pfaffenweiler (Sportschießen)
  • AMC Pfaffenweiler (Slalomkart)

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Das auch überregional bekannte Schneckenfest in Pfaffenweiler findet seit vielen Jahren jährlich am ersten Septemberwochenende statt. Entlang der Kapellenstraße im Oberdorf (Öhlinsweiler) werden Höfe und Keller von den ortsansässigen Vereinen genutzt, um den einheimischen Wein und teilweise an traditionelle regionale Küche angelehnte Gerichte anzubieten. Merkmal des Schneckenfests ist die Brauchtumsschau, bei der jährlich ein Thema aus der Handwerkstradition des Dorfes von den Handwerkern selbst mit zum Teil Originalwerkzeugen dargestellt wird, zum Beispiel Steinhauer/Steinmetz, Rebanbau usw.

Beim alljährlich am letzten Sonntag im Juni durchgeführten Steibick-Fescht zeigen die Mitglieder der Steinhauergruppe das traditionsreiche Gewerbe im Freilichtmuseum Historische Steinbrüche.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Jörg Arnold (* 1957), deutscher Strafrechtswissenschaftler und ehemaliger DDR-Richter

Literatur[Bearbeiten]

  • Gemeinde Pfaffenweiler (Hg.): Pfaffenweiler, eine Ortsgeschichte von Edmund Weeger. 1997, Modo-Verlag, Freiburg, ISBN 3-922675-66-2

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Informationen zum Schneckenfest (PDF; 629 kB), abgerufen am 3. September 2011
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-007174-2. S. 163–164

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pfaffenweiler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien