Sölden (Schwarzwald)
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Freiburg | |
| Landkreis: | Breisgau-Hochschwarzwald | |
| Höhe: | 394 m ü. NN | |
| Fläche: | 3,8 km² | |
| Einwohner: |
1165 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 307 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 79294 | |
| Vorwahl: | 0761 | |
| Kfz-Kennzeichen: | FR | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 3 15 107 | |
| Gemeindegliederung: | 2 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Staufener Straße 4 79294 Sölden |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Markus Rees | |
| Lage der Gemeinde Sölden im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald | ||
Sölden (alemannisch Sailede) ist eine Gemeinde im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, knapp zehn Kilometer südlich von Freiburg im Breisgau.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Zwischen dem Schönberg-Hohfirstgebiet und dem Schwarzwald im Hexental gelegen, gehört Sölden sowohl zur sogenannten Vorbergzone, als auch bereits zum Schwarzwald, da durch die Gemeinde die Hauptverwerfung zwischen Oberrheingraben und Schwarzwald verläuft. Nach der Höhe über dem Meeresspiegel erstreckt sich die hügelige Gemeinde vom tiefsten Punkt bei 318 m bis auf 732 m ü. NN.
Gemeindegliederung [Bearbeiten]
Zur Gemeinde Sölden gehören das Dorf Sölden und der Zinken Gaisbühl.[2]
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
Sölden grenzt im Nordwesten an die Gemeinde Ebringen, im Nordosten an Wittnau und im Süden an Bollschweil.
Geschichte [Bearbeiten]
Sölden wurde das erste Mal urkundlich im Jahr 805 n. Chr. als Marca Selidon erwähnt.
Das Kloster [Bearbeiten]
Um 1087 hatte der Prior Ulrich von Zell (1080er-1093) das cluniazenische Priorat Grüningen nach Zell im Möhlintal, dem späteren St. Ulrich, verlegt. In der Nachbarschaft dieses Klosters, in Bollschweil, gründete Ulrich nur kurze Zeit später eine Nonnengemeinschaft, die 1115 nach Sölden ins Schwarzwälder Hexental verlegt wurde. Sölden war als Priorat direkt der Abtei Cluny unterstellt, de facto übte das Priorat St. Ulrich jedoch die Oberaufsicht aus. Etwa 13 bis 20 Nonnen lebten damals unter der Leitung eines Propstes, der vom Mutterkloster Cluny eingesetzt wurde, in diesem Kloster. Nach einem Brand von Kirche und Kloster im Jahr 1468 zerfiel die klösterlicher Ordnung, um 1500 gab es in Sölden keinen Frauenkonvent mehr. Ab 1546/1547 wurde die Propstei vom Kloster St. Georgen verwaltet und ging 1560 an die Abtei St. Peter über, der sie erst 1598 endgültig eingegliedert wurde. Im Dreißigjährigen Krieg brannte es erneut in der Kirche. Nach einem weiteren Brand im Jahr 1746 wurde die gotische Kirche in barockem Stil umgestaltet. Die Säkularisation 1807 erfasste auch die geistliche Gemeinschaft in Sölden und führte zur Aufhebung des Klosters.
Die Söldener Grundherrschaft war nicht besonders umfangreich und konzentrierte sich im Breisgau, die (Schirm-) Vogtei war mit derjenigen des Priorats St. Ulrich verbunden.
Sölden ist Mitglied der Fédératon des Sites Clunisiens, einer europäischen Vereinigung von Orten, die mit der Geschichte des Klosters Cluny verbunden sind.
Pröpste von Sölden [Bearbeiten]
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Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
| Jahr | 1871 | 1939 | 1970 | 1995 | 2006 |
| Einwohner | 327 | 381 | 813 | 1050 | 1194 |
Angaben der Gemeinde
Politik [Bearbeiten]
Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Hexental, zu der auch die Gemeinden Merzhausen (Sitz der VG), Au (Breisgau), Horben und Wittnau gehören.
Bürgermeister [Bearbeiten]
Am 19. April 2009 wurde der Diplom-Verwaltungswirt Markus Rees im zweiten Wahlgang mit 51,76 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 67,42 Prozent zum Bürgermeister gewählt. Er erhielt 22 Stimmen mehr als sein Mitbewerber Michael Baumann, auf den 48,24 Prozent der abgegebenen Stimmen entfielen.[3]
Gemeinderat [Bearbeiten]
Der Gemeinderat von Sölden verfügt über 10 Sitze. Nach der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 erhielt bei einer Wahlbeteiligung von 64,2% die Bürgerliste Sölden (58 %) erneut sechs Sitze, die Unabhängige Bürgerliste (42 %) wieder vier Sitze.[4]
Religion [Bearbeiten]
Etwa 73% der Einwohner gehören der Katholischen Kirche an. Die Pfarrgemeinde St. Fides und Markus gehört seit 2006 mit sieben anderen Pfarreien der Seelsorgeeinheit „Oberes Möhlintal“ an; etwa 16% der Söldener sind evangelischen Glaubens und gehören zur Pfarrei Merzhausen; der Rest gehört anderen Bekenntnissen an oder ist konfessionslos.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Bauwerke [Bearbeiten]
Von der Klosteranlage ist neben der Kirche heute nicht mehr viel erhalten. Die ältesten Teile stammen aus dem 15. Jahrhundert, vieles ist Barock|barock überformt. Der Hochaltar der Kirche wurde von Matthias Faller geschaffen. Im an die Kirche angrenzenden Propsteigebäude, das zeitweilig als Pfarrhaus gedient hatte, ist heute das Dorfhelferinnenwerk Sölden e.V. untergebracht.
Freizeit [Bearbeiten]
Der historische Bettlerpfad, ein überregionaler Wanderweg von Merzhausen/Freiburg nach Badenweiler (mehr als 30 km) verläuft auch durch Sölden.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Die einst landwirtschaftlich geprägte Gemeinde verfügt heute nur noch über einen landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetrieb, sieben Landwirte betreiben die Landwirtschaft im Nebenerwerb. Etwa 400 Einwohner pendeln zu ihrem Arbeitsplatz in Freiburg und Umgebung.
Verkehr [Bearbeiten]
Durch den Ort führt die Landesstraße 122, die durch das Hexental führt und Freiburg mit Kirchhofen verbindet. Hier verkehrt auch ein Linienbus der SüdbadenBus GmbH (SBG) mit Verbindung nach Freiburg und Bad Krozingen.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
- Heinrich Gassert (1857-1928), Arzt und Dichter
Ehrenbürger [Bearbeiten]
Im Jahr 1963 wurde der katholische Priester Franz Kern, 1925 in Sölden geboren, für seine Verdienste um seine Heimatgemeinde zum Ehrenbürger von Sölden ernannt. Der im Freiburger Raum als Pfarrer tätig gewesene Theologe wurde außerdem für sein Engagement in der Heimatforschung mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.
Literatur [Bearbeiten]
- Lamke, Florian: Cluniacenser am Oberrhein. Konfliktlösungen und adlige Gruppenbildung in der Zeit des Investiturstreits, Freiburg/München 2010, bes. S. 239-272.
- Buhlmann, Michael, Benediktinisches Mönchtum im mittelalterlichen Schwarzwald. Ein Lexikon. Vortrag beim Schwarzwaldverein St. Georgen e.V., St. Georgen im Schwarzwald, 10. November 2004, Teil 2: N-Z (= Vertex Alemanniae, H.10/2), St. Georgen 2004, S. 96f
- Sölden, bearb. v. Wolfgang Müller, in: Die Benediktinerklöster in Baden-Württemberg, bearb. v. FRANZ QUARTHAL (= Germania Benedictina, Bd.5), Ottobeuren 1976, S. 599–604
- Sölden, bearb. v. Wolfgang Stülpnagel, in: Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, Bd.6: Baden-Württemberg (= Kröner Tb 276), Stuttgart 2. Aufl. 1980, S. 747f
- Franz Kern: Sölden. Die Geschichte eines kleinen Dorfes. Sölden 1995.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2011 (Hilfe dazu)
- ↑ Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-007174-2. S. 135-136
- ↑ Staatsanzeiger Nr. 15 vom 24. April 2009, Seite 11
- ↑ Badische Zeitung online, 8. Juni 2009
Weblinks [Bearbeiten]
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