Sölden (Schwarzwald)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Sölden
Sölden (Schwarzwald)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sölden hervorgehoben
47.9322222222227.8116666666667394Koordinaten: 47° 56′ N, 7° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Breisgau-Hochschwarzwald
Höhe: 394 m ü. NHN
Fläche: 3,8 km²
Einwohner: 1232 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 324 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79294
Vorwahl: 0761
Kfz-Kennzeichen: FR
Gemeindeschlüssel: 08 3 15 107
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Staufener Straße 4
79294 Sölden
Webpräsenz: www.soelden.de
Bürgermeister: Markus Rees
Lage der Gemeinde Sölden im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
Frankreich Landkreis Waldshut Landkreis Lörrach Freiburg im Breisgau Landkreis Emmendingen Schwarzwald-Baar-Kreis Landkreis Rottweil Au (Breisgau) Auggen Bad Krozingen Badenweiler Ballrechten-Dottingen Bötzingen Bollschweil Breisach am Rhein Breitnau Buchenbach Buggingen Ebringen Ehrenkirchen Eichstetten am Kaiserstuhl Eisenbach (Hochschwarzwald) Eschbach (Markgräflerland) Feldberg (Schwarzwald) Friedenweiler Glottertal Gottenheim Gundelfingen (Breisgau) Hartheim Heitersheim Heitersheim Heuweiler Hinterzarten Horben Ihringen Kirchzarten Lenzkirch Löffingen March (Breisgau) Merdingen Merzhausen Müllheim (Baden) Müllheim (Baden) Münstertal/Schwarzwald Neuenburg am Rhein Neuenburg am Rhein Oberried (Breisgau) Pfaffenweiler St. Peter (Hochschwarzwald) St. Märgen Schallstadt Schluchsee (Gemeinde) Sölden (Schwarzwald) Staufen im Breisgau Stegen Sulzburg Titisee-Neustadt Umkirch Vogtsburg im Kaiserstuhl Wittnau (Breisgau)Karte
Über dieses Bild
Blick vom Schönberg auf Sölden

Sölden (alemannisch Sailede) ist eine Gemeinde im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, knapp zehn Kilometer südlich von Freiburg im Breisgau.

Geographie[Bearbeiten]

Zwischen dem Schönberg-Hohfirstgebiet und dem Schwarzwald im Hexental gelegen, gehört Sölden sowohl zur sogenannten Vorbergzone, als auch bereits zum Schwarzwald, da durch die Gemeinde die Hauptverwerfung zwischen Oberrheingraben und Schwarzwald verläuft. Nach der Höhe über dem Meeresspiegel erstreckt sich die hügelige Gemeinde vom tiefsten Punkt bei 318 m bis auf 732 m ü. NN.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Sölden gehören das Dorf Sölden und der Zinken Gaisbühl.[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Sölden grenzt im Nordwesten an die Gemeinde Ebringen, im Nordosten an Wittnau und im Süden an Bollschweil.

Geschichte[Bearbeiten]

Sölden wurde das erste Mal urkundlich im Jahr 805 n. Chr. als Marca Selidon erwähnt.

Das Kloster[Bearbeiten]

Um 1087 hatte der Prior Ulrich von Zell (1080er-1093) das cluniazenische Priorat Grüningen nach Zell im Möhlintal, dem späteren St. Ulrich, verlegt. In der Nachbarschaft dieses Klosters, in Bollschweil, gründete Ulrich nur kurze Zeit später eine Nonnengemeinschaft, die 1115 nach Sölden ins Schwarzwälder Hexental verlegt wurde. Sölden war als Priorat direkt der Abtei Cluny unterstellt, de facto übte das Priorat St. Ulrich jedoch die Oberaufsicht aus. Etwa 13 bis 20 Nonnen lebten damals unter der Leitung eines Propstes, der vom Mutterkloster Cluny eingesetzt wurde, in diesem Kloster. Nach einem Brand von Kirche und Kloster im Jahr 1468 zerfiel die klösterlicher Ordnung, um 1500 gab es in Sölden keinen Frauenkonvent mehr. Ab 1546/1547 wurde die Propstei vom Kloster St. Georgen verwaltet und ging 1560 an die Abtei St. Peter über, der sie erst 1598 endgültig eingegliedert wurde. Im Dreißigjährigen Krieg brannte es erneut in der Kirche. Nach einem weiteren Brand im Jahr 1746 wurde die gotische Kirche in barockem Stil umgestaltet. Die Säkularisation 1807 erfasste auch die geistliche Gemeinschaft in Sölden und führte zur Aufhebung des Klosters.

Die Söldener Grundherrschaft war nicht besonders umfangreich und konzentrierte sich im Breisgau, die (Schirm-) Vogtei war mit derjenigen des Priorats St. Ulrich verbunden.

Sölden ist Mitglied der Fédératon des Sites Clunisiens, einer europäischen Vereinigung von Orten, die mit der Geschichte des Klosters Cluny verbunden sind.

Pröpste von Sölden[Bearbeiten]

  • Rudolf Ecklin (1514–1541)
  • Johann Maternus Roth (1570, 1580)
  • Christoph Sutter (1581)
  • Gallus Vögelin (1596)
  • Michael Stöcklin (1597)
  • Johann Jakob Pfeiffer (vor 1601–1610)
  • Johannes Schwab (1612, 1635?)
  • Matthäus Welzenmüller (1624?–1637)
  • Johann Baptist Heinold (1672, -1692)
  • Placidus Steiger (1692–1705)
  • Ulrich Bürgi (1705–1712)
  • Gregor Gerwig (1712, 1716)
  • Heinrich Füegl (1718)
  • Aemilian Kaufmann (1723, 1730)
  • Cajetan Hildtprandt (1744, 1746)
  • Franz Dreer (1756)
  • Ulrich van der Lew (1776–1786)
  • Paul Hendinger (1786–1807)

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1871 1939 1970 1995 2006
Einwohner 327 381 813 1050 1194

Angaben der Gemeinde

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Hexental, zu der auch die Gemeinden Merzhausen (Sitz der VG), Au (Breisgau), Horben und Wittnau gehören.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Am 19. April 2009 wurde der Diplom-Verwaltungswirt Markus Rees im zweiten Wahlgang mit 51,76 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 67,42 Prozent zum Bürgermeister gewählt. Er erhielt 22 Stimmen mehr als sein Mitbewerber Michael Baumann, auf den 48,24 Prozent der abgegebenen Stimmen entfielen.[3]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Sölden verfügt über 10 Sitze. Nach der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 erhielt bei einer Wahlbeteiligung von 64,2% die Bürgerliste Sölden (58 %) erneut sechs Sitze, die Unabhängige Bürgerliste (42 %) wieder vier Sitze.[4]

Religion[Bearbeiten]

Etwa 73% der Einwohner gehören der Katholischen Kirche an. Die Pfarrgemeinde St. Fides und Markus gehört seit 2006 mit sieben anderen Pfarreien der Seelsorgeeinheit „Oberes Möhlintal“ an; etwa 16% der Söldener sind evangelischen Glaubens und gehören zur Pfarrei Merzhausen; der Rest gehört anderen Bekenntnissen an oder ist konfessionslos.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Klosterkirche
Saalenbergkapelle

Bauwerke[Bearbeiten]

Von der mittelalterlich-barocken Klosteranlage sind die Kirche St. Fides und Markus, das Priorat und der Verbindungsbau dazwischen erhalten. Im ehemaligen Priorat ist seit 2001 das Verwantungszentrum des Dorfhelferinnenwerks Sölden e.V. untergebracht.

Auf dem 456 m hohen Saalenberg (auch Salenberg) steht die 1875 gebaute Saalenbergkapelle Zur schmerzhaften Mutter Gottes. Von dort hat man einen guten Blick über das Hexental.[5]

Freizeit[Bearbeiten]

Der historische Bettlerpfad, ein überregionaler Wanderweg von Merzhausen/Freiburg nach Badenweiler (mehr als 30 km) verläuft auch durch Sölden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die einst landwirtschaftlich geprägte Gemeinde verfügt heute nur noch über einen landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetrieb, sieben Landwirte betreiben die Landwirtschaft im Nebenerwerb. Etwa 400 Einwohner pendeln zu ihrem Arbeitsplatz in Freiburg und Umgebung.

Verkehr[Bearbeiten]

Durch den Ort führt die Landesstraße 122, die durch das Hexental führt und Freiburg mit Kirchhofen verbindet. Hier verkehrt auch ein Linienbus der SüdbadenBus GmbH (SBG) mit Verbindung nach Freiburg und Bad Krozingen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Im Jahr 1963 wurde Franz Kern für seine Verdienste um seine Heimatgemeinde zum Ehrenbürger ernannt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Lamke, Florian: Cluniacenser am Oberrhein. Konfliktlösungen und adlige Gruppenbildung in der Zeit des Investiturstreits, Freiburg/München 2010, bes. S. 239-272.
  • Buhlmann, Michael, Benediktinisches Mönchtum im mittelalterlichen Schwarzwald. Ein Lexikon. Vortrag beim Schwarzwaldverein St. Georgen e.V., St. Georgen im Schwarzwald, 10. November 2004, Teil 2: N-Z (= Vertex Alemanniae, H.10/2), St. Georgen 2004, S. 96f
  • Sölden, bearb. v. Wolfgang Müller, in: Die Benediktinerklöster in Baden-Württemberg, bearb. v. FRANZ QUARTHAL (= Germania Benedictina, Bd.5), Ottobeuren 1976, S. 599–604
  • Sölden, bearb. v. Wolfgang Stülpnagel, in: Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, Bd.6: Baden-Württemberg (= Kröner Tb 276), Stuttgart 2. Aufl. 1980, S. 747f
  • Franz Kern: Sölden. Die Geschichte eines kleinen Dorfes. Sölden 1995.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-007174-2. S. 135-136
  3. Staatsanzeiger Nr. 15 vom 24. April 2009, Seite 11
  4. Badische Zeitung online, 8. Juni 2009
  5. Freiburg-Schwarzwald.de: Saalenberg oberhalb Sölden, Kapelle im Hexental bei Freiburg. Abgerufen am 26. Dezember 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sölden (Schwarzwald) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien