Vogtsburg im Kaiserstuhl
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Freiburg | |
| Landkreis: | Breisgau-Hochschwarzwald | |
| Höhe: | 218 m ü. NN | |
| Fläche: | 37,4 km² | |
| Einwohner: |
5702 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 152 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 79235 | |
| Vorwahl: | 07662 | |
| Kfz-Kennzeichen: | FR | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 3 15 133 | |
| Stadtgliederung: | 7 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Bahnhofstraße 20 79235 Vogtsburg im Kaiserstuhl |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Gabriel Schweizer (CDU) | |
| Lage der Stadt Vogtsburg im Kaiserstuhl im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald | ||
Vogtsburg im Kaiserstuhl ist eine Stadt im Kaiserstuhl, gelegen inmitten der oberrheinischen Tiefebene in Baden-Württemberg und bildet den nordwestlichen Teil des Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Die aus der Gemeindereform in Baden-Württemberg hervorgegangene Stadt Vogtsburg ist in den 1970er Jahren durch Eingemeindungen und Gemeindezusammenschluss aus sieben Kaiserstuhlgemeinden entstanden und hat rund 5.600 Einwohner. Mit 1.400 Hektar Rebfläche ist Vogtsburg die flächengrößte weinbaubetreibende Gemeinde in Baden-Württemberg.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Geographische Lage [Bearbeiten]
Die einzelnen Ortschaften von Vogtsburg sind bis auf die Ausnahme Burkheim in die Täler des inneren Kaiserstuhls eingebettet. Der sich nach Westen öffnende hufeisenförmige Hauptkamm des Kaiserstuhlgebirges bildet im Wesentlichen die äußere Gemarkungsgrenze von Vogtsburg, die im Westen durch den Rhein markiert wird, hier an das Elsass und somit an Frankreich angrenzt.
Geologie [Bearbeiten]
Das Kaiserstuhlgebirge entstand durch gewaltige bruchtektonische Ereignisse, die in zeitlich viel kleinerem Ausmaß von vulkanischen Tätigkeiten geprägt wurden. Die bis zu 30 Meter dicken Löss-Schichten bilden ein weiteres auffälliges geologisches Merkmal und sind neben dem Klima mitverantwortlich für die hohe Fruchtbarkeit der Gegend.
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
| Artzenheim (Elsass) | Sasbach Endingen |
Bahlingen |
| Baltzenheim (Elsass) | Eichstetten | |
| Breisach | Ihringen | Bötzingen |
Die Gemeinden Artzenheim und Baltzenheim gehören zu französischen Département Haut-Rhin, Sasbach, Endingen und Bahlingen gehören zum Landkreis Emmendingen, die übrigen Gemeinden zum Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald.
Klima [Bearbeiten]
Die vergleichsweise geringe Meereshöhe und die geschützte Lage durch die Vogesen und den Schwarzwald fördern das nahezu mediterrane Mikro-Klima.
Geschichte [Bearbeiten]
Auch wenn die Stadt Vogtsburg als eine der jüngsten Städte in Deutschland gilt, blicken die einzelnen Stadtteile auf eine meist mehr als tausendjährige Geschichte zurück. Die frühesten Funde in Oberbergen lassen sich den Bandkeramikern (etwa 5500–4950 v. Chr.) aus der Jungsteinzeit zuordnen.
In Bischoffingen gibt es Fundstellen, die auf spät-jungsteinzeitliche Schnurkeramiker (um 2800–2200 v. Chr.) hinweisen. Weitere Ausgrabungen legten Gräber frei, die der kulturgeschichtlichen Epoche der Bronzezeit 1700–1200 v. Chr. zugeordnet werden. In der jüngeren Frühgeschichte ab etwa 800 v. Chr. gibt es zahlreiche Hinweise auf eine dichte Besiedlung der Kelten, die bis zum Vordringen der Alemannen um 200 n. Chr. reichen. So gilt beispielsweise Oberbergen als wichtigster Siedlungsplatz in Südbaden während der Hallstattzeit.
Die heutige Stadt entstand am 1. Januar 1975 zunächst unter dem Namen Oberrotweil durch Vereinigung der Stadt Burkheim und der Gemeinden Achkarren, Bischoffingen und Oberrotweil. Gleichzeitig wurden die beiden Gemeinden Bickensohl und Schelingen nach Oberrotweil eingemeindet. Bereits am 1. Januar 1973 erfolgte die Eingemeindung von Oberbergen nach Oberrotweil.
Durch die Hufeisenform des Kaiserstuhls, der nur nach Westen hin zum Rhein offen ist, war Vogtsburg vor dem Durchbruch des Autos als Massenverkehrsmittel nicht einfach zu erreichen. Das hat seit 1870 zu einer Stagnation der Einwohnerzahlen geführt. So war die Gesamteinwohnerzahl zwischen 1880 und 1980 stabil bei 5000 Personen gelegen. In dieser Zeit hat es also große Abwanderungen gegeben. Erst seit 1980 steigt die Bevölkerungszahl auch durch Neubaugebiete wieder an.
Siehe auch: Burg Bickensohl, Burg Bischoffingen, Ruine Burkheim, Burg Höhingen
Ortsteile [Bearbeiten]
Vogtsburg besteht aus neun einzelnen Ortschaften. Vor dem Zusammenschluss haben Ober- und Niederrotweil schon eine Gemeinde gebildet. Der kleine Weiler mit dem ursprünglichen Namen Vogtsburg gehört zu Oberbergen. Aus diesen Gründen besteht die Stadt zwar aus neun Ortschaften, aber nur aus sieben politischen Ortsteilen. Das Stadtrecht wurde der Gesamtgemeinde Vogtsburg von Burkheim übertragen.
Wappen der Ortsteile [Bearbeiten]
Luftbilder der Ortsteile [Bearbeiten]
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Achkarren, mit Resten der Burg Höhingen
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Bickensohl, liegt unterhalb des Totenkopfs
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Burkheim, mit Schlossruine
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Oberrotweil, zentraler Ort, Sitz der Stadtverwaltung
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Schelingen, das höchstgelegene Dorf Vogtsburgs
Politik [Bearbeiten]
Gemeinderat [Bearbeiten]
Dem Gemeinderat gehören 22 Mitglieder an (vorige Wahlperiode: 25). Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 62,8 % zu folgendem Ergebnis:
| Liste | Stimmen | Diff. | Sitze | Diff. |
|---|---|---|---|---|
| FWV | 60,1 % | + 10,3 | 13 Sitze | – |
| CDU | 39,9 % | + 1,9 | 9 Sitze | – |
(Diff. = Unterschied zur vorigen Kommunalwahl)
Partnerschaften [Bearbeiten]
Seit 1967 ist die Ortschaft Burkheim mit der elsässischen Gemeinde Sigolsheim an der Elsässer Weinstraße freundschaftlich verbunden.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Neben dem Wein wird hier viel Obst angebaut, vor allem Kirschen, Zwetschgen und Äpfel. Neben der Landwirtschaft kommt dem Tourismus immer größere Bedeutung zu. Größter Betrieb im Ort ist die Winzergenossenschaft Bischoffingen. In Vogtsburg befindet sich seit Februar 2013 der größte Solarpark Baden-Württembergs.[2]
Verkehr [Bearbeiten]
Im westlichen Teil der Gemeinde verläuft – ohne Ortsdurchfahrt – die L113 Breisach – Riegel – Freiamt, die auf der Höhe von Niederrotweil auf die L115 Rotweil – Bötzingen – Umkirch trifft. Die einzelnen Ortsteile sind durch Kreisstraßen miteinander verbunden. Mehrere Ortsteile liegen an der Kaiserstuhlbahn.
Gerichte [Bearbeiten]
Das Gebiet der Stadt Vogtsburg gehört zum Bezirk des Amtsgerichts Breisach.
Bildung [Bearbeiten]
In Vogtsburg gibt es eine Grund- und Hauptschule (Werkrealschule) Oberrotweil, Außenstelle Burkheim, Grundschule Oberbergen, Außenstelle Achkarren sowie sechs Kindergärten, einen Waldorfkindergarten in Burkheim und eine Kinderkrippe in Oberrotweil. An weiterführenden Schulen gibt es im benachbarten Breisach eine Realschule und ein Gymnasium.
Öffentlicher Nahverkehr [Bearbeiten]
Achkarren, Oberrotweil und gemeinsam Burkheim und Bischoffingen haben je einen Haltepunkt der westlichen Kaiserstuhlbahn von Breisach nach Riegel. Die Bahn hat einen über den Tag verteilten eher sporadischen Zugverkehr, aber keinen vollständigen Takt.
Daneben wird Vogtsburg von mehreren Buslinien zwischen Breisach und Endingen sowie noch einer weiteren über Bötzingen nach Freiburg erschlossen. Der gesamte Nahverkehr ist Teil des Regio-Verkehrsverbunds Freiburg.
Schifffahrt [Bearbeiten]
Obwohl Burkheim am Rhein liegt, gibt es keinen eigenen Rheinhafen – allerdings gibt es auf der Höhe des Burkheimer Baggersees eine Anlegestelle für die Verschiffung von Kies.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Museen [Bearbeiten]
In Achkarren wurde 1979 das Kaiserstühler Weinbaumuseum in der historischen Zehntscheuer eröffnet. Das Gebäude wurde bereits 1358 in einer Urkunde als die „St. Johannser Trotte“ erwähnt. In Burkheim gibt es das Korkenziehermuseum Kaiserstuhl.
Bauwerke [Bearbeiten]
Vogtsburg besitzt dank der Ortsteile Achkarren, Oberrotweil, Schelingen und Altvogtsburg gleich vier Kirchenbauten im Weinbrenner-Stil. Die vier Gotteshäuser sind formal zweifellos gelungen und verkörpern den typischen Klassizismus in Baden.
Die St. Michaels-Kirche in Niederrotweil wurde erstmals im Jahr 1175[3] (nach Dehio sogar 1157) erwähnt, ist jedoch bedeutend älter. Nach Reclams Kunstführer könnte sie aus dem 8. Jahrhundert stammen. Bekannt ist dieses Bauwerk wegen seiner erst 1951 freigelegten Fresken aus der Mitte des 14. Jahrhunderts, besonders aber wegen des aus Holz geschnitzten Altares, einem Spätwerk von Meister H. L. Der Altar gilt als herausragendes Beispiel der Spätgotik und wird auf die Zeit um 1530 datiert. Die 1758 gebaute Orgel, die sich seit 1833 in dieser Kirche befindet, ist die älteste noch erhaltene Orgel des Breisgaus.[4]
Die St. Romanuskirche in Altvogtsburg wurde 1835/36 als Filialkirche direkt an der Landstraße errichtet. Der Plan sah zunächst eine Kirche für 700 Menschen vor, wurde aber vom Bezirksbaumeister Hans Voß überarbeitet und der Größe der Gemeinde angepasst, also verkleinert. Der Saalbau verfügt über einen Chor und zwei seitliche Nebenräume. Der Hochaltar stammt aus der Werkstatt von Franz Xaver Marmon, die Fenster aus der Freiburger Glaswerkstatt Helmle & Merzweiler. Das Innere, das zunächst nur einen hellen Anstrich erhielt, wurde ab 1883 historistisch ausgestaltet und durch den Freiburger Maler Anselm Endress mit Ornamentbildern, Wandmalereien und stilisierten Ranken versehen. Nachdem aufgrund des Eindringens von Wasser sowohl die Bausubstanz als auch die Einrichtung bedroht waren und die Bausubstanz nicht zuletzt wegen Erschütterungen durch den Verkehr auf der nahen Straße und leichte Erdbeben schwer beschädigt wurde, musste die Kirche gesperrt werden. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz engagiert sich für die Rettung der Kirche.
Die Pfarrkirche in Schelingen wurde von Christoph Arnold, einem Neffen und Schüler von Friedrich Weinbrenner geplant.
Die Altstadt von Burkheim betritt man durch das Stadttor; sie besteht im Wesentlichen aus der Bebauung einer einzigen gepflasterten Straße und ist überaus romantisch und idyllisch. Als Abschluss des Städtchens steht die alte Burgruine auf dem Bergsporn, unterhalb dessen vor der Rheinbegradigung noch das Rheinbett verlief.
Über Achkarren auf dem Schlossberg sind noch Reste der Ruine der Burg Höhingen zu finden.
Naturdenkmäler [Bearbeiten]
Über eine Fläche von 280 Hektar erstrecken sich in den Gemarkungsgrenzen von Vogtsburg zwölf Naturschutzgebiete.
Sport [Bearbeiten]
Radsport: In Vogtsburg findet traditionell der abschließende Rundkurs (Königsetappe) der Internationalen Regiotour statt.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Eugen Biser (* 1918 in Oberbergen), Religionsphilosoph
Weitere Persönlichkeiten [Bearbeiten]
- Jörg Wickram (* um 1505 in Colmar, † vor 1562 in Burkheim), frühneuhochdeutscher Schriftsteller, wurde um 1555 Stadtschreiber in Burkheim.
- Lazarus von Schwendi (1522–1584), Diplomat, Staatsmann und kaiserlicher General, ab 1560 Herr über Burkheim am Kaiserstuhl mit Oberrotweil, Oberbergen, Vogtsburg und Jechtingen.
- Simone Larsen (* 1970), in Bischoffingen aufgewachsen, deutsch-norwegische Popsängerin
- Erik Wolf (1902–1977), Rechtsphilosoph und Kirchenrechtler, lebte seit 1959 in Oberrotweil und ist hier auch begraben.
Weblinks [Bearbeiten]
- Offizielle Homepage der Stadt Vogtsburg im Kaiserstuhl
- Kaiserstuhl-Tourismus: Vogtsburg
- Die Kirchen von Achkarren, Oberrotweil und Schelingen auf einer privaten Architektur-Webseite
- Vogtsburg und die Natur am Badberg und im inneren Kaiserstuhl
- Hohlwege um Bickensohl in der Gemeinde Vogtsburg (PDF 1,1 MB mit vielen Abbildungen)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2011 (Hilfe dazu)
- ↑ Benjamin Bohn: Vogtsburg: 31 104 Solarmodule auf 14 Hektar: Wanderung durch den größten Solarpark des Landes, Badische Zeitung, 24. Februar 2013, abgerufen am 29. März 2013
- ↑ http://www.st-michael-niederrotweil.de/index1.htm Offizielle Homepage der Kirche mit zahlreichen Fotos
- ↑ Badische Zeitung, 19. April 2008
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