Gottenheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Gottenheim
Gottenheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gottenheim hervorgehoben
48.0497222222227.7288888888889207Koordinaten: 48° 3′ N, 7° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Breisgau-Hochschwarzwald
Höhe: 207 m ü. NHN
Fläche: 8,74 km²
Einwohner: 2745 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 314 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79288
Vorwahl: 07665
Kfz-Kennzeichen: FR
Gemeindeschlüssel: 08 3 15 043
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 25
79288 Gottenheim
Webpräsenz: www.gottenheim.de
Bürgermeister: Christian Riesterer
Lage der Gemeinde Gottenheim im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
Frankreich Landkreis Waldshut Landkreis Lörrach Freiburg im Breisgau Landkreis Emmendingen Schwarzwald-Baar-Kreis Landkreis Rottweil Au (Breisgau) Auggen Bad Krozingen Badenweiler Ballrechten-Dottingen Bötzingen Bollschweil Breisach am Rhein Breitnau Buchenbach Buggingen Ebringen Ehrenkirchen Eichstetten am Kaiserstuhl Eisenbach (Hochschwarzwald) Eschbach (Markgräflerland) Feldberg (Schwarzwald) Friedenweiler Glottertal Gottenheim Gundelfingen (Breisgau) Hartheim Heitersheim Heitersheim Heuweiler Hinterzarten Horben Ihringen Kirchzarten Lenzkirch Löffingen March (Breisgau) Merdingen Merzhausen Müllheim (Baden) Müllheim (Baden) Münstertal/Schwarzwald Neuenburg am Rhein Neuenburg am Rhein Oberried (Breisgau) Pfaffenweiler St. Peter (Hochschwarzwald) St. Märgen Schallstadt Schluchsee (Gemeinde) Sölden (Schwarzwald) Staufen im Breisgau Stegen Sulzburg Titisee-Neustadt Umkirch Vogtsburg im Kaiserstuhl Wittnau (Breisgau)Karte
Über dieses Bild

Gottenheim ist eine Gemeinde im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald in Baden-Württemberg.

Geografie[Bearbeiten]

Luftbild von Gottenheim

Geografische Lage[Bearbeiten]

Der Weinbauort Gottenheim liegt in der Oberrheinischen Tiefebene an der Nordspitze des Tunibergs, zwischen Freiburg im Breisgau (15 km) und dem Kaiserstuhl.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Inzwischen in der Gemeinde aufgegangen ist die Siedlung Siedlung.[2] Dabei handelt es sich um eine kleine Ansammlung von Einfamilienhäusern, die Ende der 1930er-Jahre erbaut wurden. Sie verschmolz durch die Ausdehnung Gottenheims in der Nachkriegszeit räumlich mit dem Kernort, wozu besonders das Baugebiet Au beitrug.[3]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Im Süden grenzt Gottenheim an die Tuniberg-Ortschaften Waltershofen und Merdingen, westlich der Gemeinde liegen Ihringen (Ortsteil Wasenweiler) im Norden die Gemeinde Bötzingen und östlich die Gemeinden March (Ortsteil Buchheim) sowie Umkirch.

Geschichte[Bearbeiten]

Gottenheim wurde 1086 in einer Urkunde des Klosters St. Georgen erstmals erwähnt. Der Vogt von Reichenau schenkte dem Kloster drei Parzellen Weinberg in der Gottenheimer Gemarkung.

In den Jahren 1350, 1564 und 1633 wurde Gottenheim von der Pest heimgesucht. In der Reformationszeit blieb der zu Vorderösterreich gehörende Ort katholisch. 1525 erhoben sich während des Bauernkriegs auch in Gottenheim Bauern gegen ihre Grundherren. Dieser Aufstand wurde aber schon im gleichen Jahr niedergeschlagen.

In der Zeit der Befreiungskriege, während derer auch von den Bewohnern des Breisgaus hohe Abgeben verlangt wurden, musste sich Gottenheim stark verschulden. Nach den Hungerjahren 1816 und 1817 folgte 1850–1855 eine weitere Zeit großer Teuerung und Hungersnot.

Im 19. Jahrhundert war der Anbau von Hanf von einiger Bedeutung. Als der Hanfpreis durch Einfuhr von italienischem Hanf drastisch sank – Folge des Baus der Gotthardbahn, ging man über zum Anbau von Tabak.

Im Dezember 2010 wurde eine Partnerschaft zwischen Gottenheim und dem Freiburger Stadtteil Herdern besiegelt.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 60,5 % zu folgendem Ergebnis:

FWG 28,3 % (+ 1,6) 3 Sitze (± 0)
CDU 21,5 % (+ 2,1) 3 Sitze (+ 1)
SPD 19,2 % (- 1,2) 2 Sitze (− 1)
Freie Bürgerliste 16,3 % (- 1,0) 2 Sitze (± 0)
Frauenliste 14,7 % (- 1,6) 2 Sitze (± 0)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Kirche St. Stephan

Die katholische Kirche St. Stephan ist das weithin sichtbare Wahrzeichen von Gottenheim. Darin u. a. berühmtes Bildnis des Gottenheimer Seitenaltars im Jahre 1892 von Johannes Cahn geschaffen. Es zeigt wie St.Gallus am Bodensee das Wort Gottes predigt.

Grünflächen und Naherholung[Bearbeiten]

Gottenheim hat einen gut erhaltenen „Alten Rebberg“ der nicht wie viele andere Rebenlandschaften in den 1960er und 1970er Jahren „flurbereinigt“ wurde. Hier befinden sich viele durch Handarbeit „gewachsene“ typische Kleinterrassen, schmale Feldwege und versteckte Böschungspfade. Auf der Rebhisli-Tour im alten „Gottemer Rebberg“ stehen beispielsweise mehr als 100 der sogenannten „Rebhisli“ (Weinberghütten).

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Das Gottenheimer Wein- und Gassenfest (traditionell auch „Hahlerai-Fest“) findet alle zwei Jahre Anfang September statt. Es handelt sich dabei um ein gemütliches Gassenfest in liebevoll geschmückten Lauben und Winzerhöfen.
  • Das Jahreskonzert des Musikvereins Gottenheim zu Beginn des Jahres ist das musikalische Highlight des Jahres in Gottenheim. Unter Leitung von Dirigent Andreas Thoman trägt der Musikverein anspruchsvolle Blasmusik vor.
  • Die Gottenheimer „Rebhisli-Tour“: Die Winzergenossenschaft Gottenheim und die Gottenheimer Weingüter Kilian Hunn, Andreas Hess, Thomas Maurer und Thea Schlatter veranstalten jedes Jahr an „Christi Himmelfahrt“ bzw. „Vatertag“ gemeinsam die Gottemer Rebhisli-Tour.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Gottenheims Lage an den Hängen des Tunibergs im wärmsten Gebiet Deutschlands prädestiniert den Ort für den Weinbau. Schon die Römer bauten hier Obst und Wein an und in der ersten urkundlichen Erwähnung von Gottenheim ging es um Weinberge. Bis heute spielt der Weinbau eine maßgebliche Rolle in der Wirtschaft der Gemeinde. Von der Gemarkungsfläche von 873 ha sind 110 ha Rebfläche.

Unternehmen[Bearbeiten]

Aufgrund seiner verkehrsgünstigen Lage (Autobahn-, Eisenbahn- und S-Bahn-Anschluss, Nähe zur Großstadt Freiburg im Breisgau) haben sich in den letzten Jahren auch Unternehmen aus der Medizintechnik-, Elektronik- und Metallrecycling-Industrie angesiedelt.

Verkehr[Bearbeiten]

Gottenheim wird durch die Breisacher Bahn (Freiburg–Breisach) sowie Kaiserstuhlbahn (Endingen am Kaiserstuhl–Riegel am Kaiserstuhl Ort–Gottenheim) an das überregionale Schienennetz angebunden. Seit Herbst 2012 hat Gottenheim direkten Anschluss an die Bundesstraße 31-West, die in 4 km zur Bundesautobahn 5 (AS Freiburg-Mitte) führt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Johann Nepomuk Gschwander, Pfarrer, 1877 zum Ehrenbürger ernannt[4]
  • Max Grafmüller, Bürgermeister von 1885 bis 1905, 1932 zum Ehrenbürger ernannt[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • Lia Kuhn, Walter Fauler: 900 Jahre Gottenheim 1086–1986, Gemeinde Gottenheim, Gottenheim 1986

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Siedlung (Aufgegangen), LEO-BW, abgerufen am 17. März 2013
  3. Auskunft von Kurt Hartenbach, Webmaster von Gottenheim.de
  4. a b Kuhn, Fauler, S. 50

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gottenheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien