St. Peter (Hochschwarzwald)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde St. Peter
St. Peter (Hochschwarzwald)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde St. Peter hervorgehoben
48.0163888888898.0325716Koordinaten: 48° 1′ N, 8° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Breisgau-Hochschwarzwald
Höhe: 716 m ü. NHN
Fläche: 35,93 km²
Einwohner: 2535 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 71 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79271
Vorwahl: 07660
Kfz-Kennzeichen: FR
Gemeindeschlüssel: 08 3 15 095
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Klosterhof 12
79271 St. Peter
Webpräsenz: www.st-peter-schwarzwald.de
Bürgermeister: Rudolf Schuler
Lage der Gemeinde St. Peter im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
Frankreich Landkreis Waldshut Landkreis Lörrach Freiburg im Breisgau Landkreis Emmendingen Schwarzwald-Baar-Kreis Landkreis Rottweil Au (Breisgau) Auggen Bad Krozingen Badenweiler Ballrechten-Dottingen Bötzingen Bollschweil Breisach am Rhein Breitnau Buchenbach Buggingen Ebringen Ehrenkirchen Eichstetten am Kaiserstuhl Eisenbach (Hochschwarzwald) Eschbach (Markgräflerland) Feldberg (Schwarzwald) Friedenweiler Glottertal Gottenheim Gundelfingen (Breisgau) Hartheim Heitersheim Heitersheim Heuweiler Hinterzarten Horben Ihringen Kirchzarten Lenzkirch Löffingen March (Breisgau) Merdingen Merzhausen Müllheim (Baden) Müllheim (Baden) Münstertal/Schwarzwald Neuenburg am Rhein Neuenburg am Rhein Oberried (Breisgau) Pfaffenweiler St. Peter (Hochschwarzwald) St. Märgen Schallstadt Schluchsee (Gemeinde) Sölden (Schwarzwald) Staufen im Breisgau Stegen Sulzburg Titisee-Neustadt Umkirch Vogtsburg im Kaiserstuhl Wittnau (Breisgau)Karte
Über dieses Bild

St. Peter ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und gehört zum Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald.

Geographie[Bearbeiten]

St. Peter liegt im Naturpark Südschwarzwald. Der an der Südflanke des Kandel gelegene heilklimatische Kurort liegt etwa 20 km östlich von Freiburg im Breisgau.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Kloster St. Peter auf dem Schwarzwald

Zur Gemeinde St. Peter gehören das Dorf Bürgerschaft, der Weiler Sägendobel, die Zinken Kandelberg, Neuwelt, Oberibental, Ränke, Rohr, Schmittenbach, Schönhöfe, Seelgut und Willmendobel und die Höfe Eckpeterhof, Langeck und Lindlehof.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Kloster St. Peter auf dem Schwarzwald wurde 1093 vom Zähringerherzog Berthold II. als Hauskloster und Begräbnisstätte gegründet. Die Gemeinde entwickelte sich allmählich um das Kloster herum.

Als die weltlichen Rechte des Klosters 1806 im Rahmen der Säkularisation aufgehoben wurden, kam das Dorf St. Peter zum Großherzogtum Baden, seit 1952 gehört es zum Land Baden-Württemberg.

Im Jahr 1899 brannte es in der Ortsmitte von St. Peter,[3] wodurch 23 Wohnhäuser zerstört und 150 Menschen obdachlos wurden.[4]

Ende des Zweiten Weltkriegs befand sich in St. Peter ein Wehrertüchtigungslager der Hitlerjugend.[5]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1806 1871 1900 1925 1939 1950 1970 1989 2007
Einwohner 1.480 1.308 1.383 1.378 1.426 1.500 1.792 2.207 2.532

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg (außer 1806); 1871–1970: Volkszählungsergebnisse

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Am 26. Oktober 2008 wurde im zweiten Wahlgang Rudolf Schuler zum Bürgermeister gewählt. Er ist seit 17. Dezember 2008 Nachfolger des langjährigen Bürgermeisters Gottfried Rohrer (CDU), dessen Amtszeit nach 24 Jahren am 16. Dezember 2008 endete.[4]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 63,7 % zu folgendem Ergebnis:

CDU 52,1 % - 23,9 6 Sitze - 3
FWG 47,8 % + 23,9 6 Sitze + 3

Gemeindeverwaltungsverband[Bearbeiten]

Zusammen mit den Nachbargemeinden Glottertal und St. Märgen bildet St. Peter den Gemeindeverwaltungsverband St. Peter.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Mit der Gemeinde Schmölln-Putzkau in Sachsen besteht seit 1990 eine Partnerschaft. Außerdem bestehen zu allen Zähringerstädten freundschaftliche Beziehungen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Panorama am Ortsausgang von St. Peter in Richtung Ibental

Der Ort liegt an der Deutschen Uhrenstraße. Die Herstellung von Schwarzwalduhren war ein wichtiger Erwerbszweig in St. Peter. Heute spielt neben der Landwirtschaft und dem örtlichen Handwerk auch der Tourismus eine entscheidende wirtschaftliche Rolle.

St. Peter ist das 16. Bioenergiedorf in Baden-Württemberg. Die Gemeinde versorgt sich autark aus regenerativen Energiequellen (Windkraft, Holzhackschnitzel-Turbine mit Brennstoff aus dem örtlichen Wald).

Verkehr[Bearbeiten]

Durch drei Buslinien der SüdbadenBus ist St. Peter verbunden mit Freiburg (über Glottertal), mit Hinterzarten (über St. Märgen) und Kirchzarten und mit Waldkirch (über den Kandel).

Bildung[Bearbeiten]

  • Die Abt-Steyrer-Schule im Ort ist eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Andere weiterführende Bildungseinrichtungen in der Nähe sind die Realschule in Kirchzarten sowie das Marie-Curie-Gymnasium in Kirchzarten und das Kolleg St. Sebastian in Stegen, ebenfalls ein allgemeinbildendes Gymnasium in der Trägerschaft der Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg.
  • In St. Peter besteht eine Außenstelle der Volkshochschule Dreisamtal mit Sitz in Kirchzarten. Außerdem ist die Musicosophia-Musikschule für die Förderung des bewussten Musikhörens im Ort ansässig.
  • Das Klostergebäude St. Peter beherbergt das Geistliche Zentrum des Erzbistums Freiburg, nachdem dort von 1842 bis 2006 dessen Priesterseminar untergebracht gewesen war.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bertholdsbrunnen von Julius Seitz mit Ornamenten von August Müssle aus dem Jahr 1902[3]
  • Herausragendes Gebäude des Dorfes ist die barocke Pfarrkirche und ehemalige Klosterkirche St. Peter und Paul, die 1724–1727 vom Vorarlberger Baumeister Peter Thumb errichtet und von Franz Joseph Spiegler und Joseph Anton Feuchtmayer ausgestattet wurde. Hier ist auch eine barocke Orgeluhr zu finden.
  • Daneben steht die barocke Klosteranlage des Kloster St. Peter auf dem Schwarzwald mit einer besonders sehenswerten Klosterbibliothek im Stil des Rokoko, die mit Deckengemälden von Benedikt Gambs (1751) und allegorischen Figuren des Klosterbildhauers Matthias Faller nach Modellen von Johann Christian Wentzinger (1752) ausgestattet ist.[6]
  • Am Fuß des Kirchen- und Klosterbergs steht die Kapelle St. Ursula, eher schon eine kleine Kirche, die 1725 geweiht wurde und auf ein Gelübde zurückgeht, das mit der Erhaltung des Klosters zu tun hat. Heute nutzt die evangelische Versöhnungsgemeinde Stegen diesen Kirchenraum für Gottesdienste.
  • Südwestlich des Dorfes steht auf dem Höhenrücken Lindenberg (720 m ü. M) die kleine Wallfahrtskirche Maria Lindenberg, daneben eine Begegnungs-, Tagungs- und Erholungsstätte des Erzbistums Freiburg und eine Pilgergaststätte. Die Wallfahrt auf den Lindenberg besteht seit über 500 Jahren.
  • Am Panorama-Wanderweg zwischen St. Peter und St. Märgen liegen die Vogesen- und Kapfenkapelle, zwei Votivkapellen.
  • Zahlreiche weit über die Gemarkung verstreute Schwarzwaldhöfe und -mühlen geben dem Dorf das typische Gepräge einer Hochschwarzwaldgemeinde.
  • Der Kandelhöhenweg (Oberkirch (Baden)Freiburg im Breisgau) führt durch St. Peter.
  • Der (Wuhr-)Urgraben(-weg) auf den Gemarkungen St. Peter und Glottertal ist ein Technikdenkmal.
  • Der Plattensee, ein Stausee des Zweribachwerkes liegt auf der Gemarkungsgrenze zu Simonswald am Rande der Platte.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Aufgrund seiner Verdienste um die Gemeinde während seiner 24-jährigen Amtszeit wurde Altbürgermeister Gottfried Rohrer im Dezember 2008 die Ehrenbürgerwürde verliehen.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in der Gemeinde gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Ludwig Armbruster (1886–1973), Priester und Bienenkundler, forschte als Direktor des Instituts für Bienenkunde in Berlin zusammen mit dem hiesigen Imkerverein im Edelzuchtgebiet Platte.
  • Manfred Herrmann (1932–2012), Pharmakologe, Erfinder des Medikaments Valoron und anderer zugelassener Medikamente.

Sonstiges[Bearbeiten]

Ein großer Teil der Außenaufnahmen zum ersten deutschen Nachkriegs-Farbfilm Schwarzwaldmädel wurde hier im Mai 1950 gedreht.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.): Regierungsbezirk Freiburg. In: Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Bd. IV, Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-007174-2, S. 153–155.
  3. a b Karl Schmid; Hans Schadek: Die Zähringer. Anstoß und Wirkung. Thorbecke, Sigmaringen 1986, ISBN 3-7995-7041-1, S. 371
  4. a b Chronik der Gemeinde St. Peter
  5. Arbeitsgemeinschaft Ebringer Dorfgeschichte (Hrsg.): Ebringer Dorfgeschichte Nr. 2. Ebringen unterm Hakenkreuz. Zeitzeugenberichte, Ebringen 2008, S. 33 und 38
  6. Der Bau der Bibliothek stand im Rohbau mehrere Jahre still, weil sich die klostereigenen Bauern weigerten, die nötigen Leistungen im Frondienst zu erbringen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: St. Peter (Hochschwarzwald) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien