Polle
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Holzminden | |
| Samtgemeinde: | Bodenwerder-Polle | |
| Höhe: | 90 m ü. NN | |
| Fläche: | 21,2 km² | |
| Einwohner: |
1.099 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 52 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 37647 | |
| Vorwahl: | 05535 | |
| Kfz-Kennzeichen: | HOL | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 2 55 033 | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Heinser Str. 11 37647 Polle |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Ulrike Weißenborn[2] (B90/Die Grünen) | |
| Lage der Gemeinde Polle im Landkreis Holzminden | ||
Polle ist ein Flecken im Landkreis Holzminden in Niedersachsen (Deutschland) und gehört der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle an.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Die Gemeinde liegt mitten im Weserbergland direkt an der Weser. Sie grenzt im Norden an Vahlbruch und Brevörde, im Osten an Bevern und im Süden an Heinsen. Im Südwesten und Westen ist die Gemeindegrenze gleichzeitig Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen, und zwar zur Stadt Höxter (Kreis Höxter) und zur Stadt Lügde (Kreis Lippe).
[Bearbeiten] Geschichte
Die erste urkundliche Erwähnung von Polle erfolgte im Jahre 1285. 1649 wurde eine Papiermühle gegründet. Bis Ende 2010 war Polle staatlich anerkannter Erholungsort.
[Bearbeiten] Zweiter Weltkrieg
Im Zweiten Weltkrieg war Polle heftig umkämpft. Der Ort lag im Verteidigungsbereich der Kampfgruppe Goerbig unter Generalmajor Paul Goerbig und sollte mit allen Kräften gehalten werden. Rund 1.000 Soldaten (zwei Kompanien Waffen-SS, vier Wehrmachtskompanien) und drei Panzerkampfwagen VI Tiger II (wahrscheinlich der Panzerabteilung 507) sollten Polle und Stellungen in Falkenhagen als Brückenkopf halten. Am 6. April 1945 flüchteten die Bewohner in die umliegenden Wälder. Am 7. April griffen US-Truppen des 331st Infantry Regimental Combat Team der 83rd Infantry Division von Brevörde aus an, wurden aber gestoppt und erlitten schwere Verluste. Fast pausenloses Artilleriefeuer vom Köterberg, vom Wilmröder Berg und ein Jagdbomberangriff am 7. April sollten die deutschen Truppen zur Aufgabe zwingen. Am 8. April wurde der West- und Nordflügel der Burg getroffen und zerstört, weitere 33 Häuser darunter das alte sowie neue Amtshaus standen in Flammen. Ein Tigerpanzer wurde mangels Munition und Treibstoff auf der Reichsstraße 83 aufgegeben. Die anrückenden Amerikaner verloren durch Panzerfaustbeschuss zwei US-Panzer vom Typ M4 Sherman, konnten Polle aber erfolgreich von Haus zu Haus einnehmen. Die deutschen Truppen zogen sich mit Flößen über die Weser zurück, da die Fähre gesprengt worden war. Bei den Kämpfen starben in Polle 14 deutsche Soldaten, 68 US-Soldaten und einige Zivilisten.
[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung
- 1843: 1.209 Einwohner
- 1848: 1.219 Einwohner
- 1864: 1.190 Einwohner
- 1885: 1.151 Einwohner
- 1905: 1.037 Einwohner
- 1925: 1.063 Einwohner
- 1933: 1.156 Einwohner
- 1939: 1.126 Einwohner
- 1996: 1.317 Einwohner
- 2006: 1.182 Einwohner
- 2009: 1.125 Einwohner
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Burgruine
Die Ruine der „Eversteiner Burg bei Polle“ (auch „Burg Polle“ genannt) steht eindrucksvoll auf einer etwa 25 m hohen Bergkuppe oberhalb der Gemeinde Polle. Sie ist nicht zu verwechseln mit der etwa 10 km südlich gelegenen Burg Everstein. Die „Eversteiner Burg bei Polle“ liegt direkt östlich sowie unterhalb der Burg angrenzenden Weserschleife. (Koordinaten: 51° 53′ 54″ N, 9° 24′ 26″ O51.89829.407192) Die Anlage wurde erstmals im Jahr 1285 urkundlich als "Eversteiner Burg“ erwähnt und gilt als eine der Stammburgen der Eversteiner Grafen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie 1641 von schwedischen Truppen zerstört und blieb Ruine.
Heute ist die 1984 umfassend sanierte Burg eine markante Burgruine im Wesertal. Sie besteht aus einer Vorburg, von der im Wesentlichen nur Reste der Ringmauer und der Hauptburg mit dem etwa 20 m hohen runden, besteigbaren Bergfried erhalten sind. Auch dort sind Reste der Ringmauer sowie mehrerer Gebäude erhalten wie beispielsweise Mauerreste des Torturms und der Wohngebäude. Die Ruine der „Burg Polle“ kann besichtigt werden. Mehrmals jährlich finden kulturelle Veranstaltungen im Burghof statt. Von 2007 bis September 2009 wurden auf der Burg archäologische Ausgrabungen durchgeführt.
[Bearbeiten] weitere Bauten
- Kirche St. Georg von 1699
- Kirche St. Josef von 1958
[Bearbeiten] Kultur
Polle ist Teil der Deutschen Märchenstraße und die angedichtete „Heimat“ des Aschenputtel, welches regelmäßig von der örtlichen Laienspielgruppe in der Burgruine aufgeführt wird.[3] Alle ein bis zwei Jahre findet außerdem eine historische Wiederaufführung der Hochzeit des Baron von Münchhausen mit der Poller Bürgerin Bernhardine von Brünn in Bodenwerder und Polle statt.[4] Diese Projekte werden von der Europäischen Union als Teil der deutschen Märchenlandschaft finanziell gefördert.
Zu überregionaler Bekanntheit hat es in den letzten Jahren der Poller Kürbismarkt gebracht.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
1901 erfolgte die Gründung der Spedition Bohmhauer GmbH in Polle.
Von 1916 bis 1947 gab es südlich des Ortes ein Steinbruch der Norddeutschen Hütte AG, die Muschelkalk förderte.
1935 folgt die Gründung des Speditionsunternehmens Wilke Transporte.
1966 fusionierte die Volksbank Polle eGmbH mit der Volksbank Holzminden eGmbH, ab 1970 Umbenennung in Volksbank Weserbergland.
1983 wurde die L & M Palettenfabrikation OHG von Wilhelm Lüders in Polle gegründet, später Verlegung nach Vahlbruch.
1986 wurde die Kreuder Golfplatz und Sportstätten GmbH gegründet. Heute existieren zudem ganz in der Nähe mit den „Poller Steinbrüchen“ sowie mit „Müller Treppenbau“ die einzigen noch über die Dorfversorgung hinausgehenden wirtschaftlichen Strukturen.
Die Bundesstraße 83 verbindet Polle mit Holzminden und Bodenwerder.
[Bearbeiten] Trivia
Am 18. Oktober 1988 stürzte ein Phantom-Jagdflugzeug der RAF Germany nur einige hundert Meter von Polle entfernt in ein Waldgebiet. Zu weiteren Details siehe Vahlbruch
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- Ernst August Rumann (1746–1827), deutscher Jurist und Justizminister des Königreichs Hannover von 1816 bis 1827
- Victor von Alten (1817-1891), Regierungspräsident und Reichstagsabgeordneter
- Hans-Hermann Jantzen (* 1945), lutherischer Theologe und Landessuperintendent für den Sprengel Lüneburg der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen – Bevölkerungsfortschreibung (Hilfe dazu)
- ↑ Regionalnachrichten NDR-Fernsehen vom 18. November 2011
- ↑ http://www.weserbergland-tourismus.de/entdeckertipps/maerchen-sagen/aschenputtel/index.php
- ↑ Hochzeit symbolisiert die Fusion der beiden Samtgemeinden, Deister- und Weserzeitung, 6. Juli 2010
[Bearbeiten] Weblinks
- Webseite der Samtgemeinde Polle
- Burg Polle bei www.burgen.de
- Die jüdische Gemeinde Polle
- Geschichte Polle
- Rekonstruktionszeichnung des Burgeingangs im mittelalterlichen Zustand
- Rekonstruktionszeichnung der Burg im mittelalterlichen Zustand als Draufsicht
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