Polle

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Dieser Artikel behandelt den Flecken Polle im Landkreis Holzminden, weitere Orte dieses Namens siehe unter Polle (Begriffsklärung).


Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Polle
Polle
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Polle hervorgehoben
51.99.490Koordinaten: 51° 54′ N, 9° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Holzminden
Samtgemeinde: Polle
Höhe: 90 m ü. NN
Fläche: 21,2 km²
Einwohner: 1135 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner je km²
Postleitzahl: 37647
Vorwahl: 05535
Kfz-Kennzeichen: HOL
Gemeindeschlüssel: 03 2 55 033
Adresse der Verbandsverwaltung: Heinser Str. 11
37647 Polle
Webpräsenz:
Bürgermeister: Hans Alexander Meinders (SPD)
Lage der Gemeinde Polle im Landkreis Holzminden
Landkreis Holzminden Niedersachsen Hessen Nordrhein-Westfalen Landkreis Hameln-Pyrmont Landkreis Hildesheim Landkreis Northeim Lauenförde Derental Fürstenberg Boffzen Holzminden Heinade Heinsen Bevern Deensen Wangelnstedt Eimen Stadtoldendorf Lenne Arholzen Polle Vahlbruch Ottenstein Brevörde Hehlen Negenborn Golmbach Holenberg Heyen Halle Dielmissen Bodenwerder Pegestorf Kirchbrak Lüerdissen Eschershausen Holzen Deligsen Gemeindefreies Gebiet im Landkreis HolzmindenKarte
Über dieses Bild
Blick von der Burg Polle auf den Ort

Polle ist ein Flecken im Landkreis Holzminden in Niedersachsen (Deutschland) und gehört als Verwaltungssitz der gleichnamigen Samtgemeinde an.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Geografische Lage

Die Gemeinde liegt mitten im Weserbergland direkt an der Weser.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Die Gemeinde Polle grenzt im Norden an Vahlbruch und Brevörde, im Osten an Bevern und im Süden an Heinsen. Im Südwesten und Westen ist die Gemeindegrenze gleichzeitig Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen, und zwar zur Stadt Höxter (Kreis Höxter) und zur Stadt Lügde (Kreis Lippe).

[Bearbeiten] Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung von Polle erfolgte im Jahre 1285. 1649 wurde eine Papiermühle gegründet.

[Bearbeiten] Zweiter Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg war Polle heftig umkämpft. Der Ort lag im Verteidigungsbereich der Kampfgruppe Goerbig unter Generalmajor Paul Goerbig und sollte mit allen Kräften gehalten werden. Rund 1.000 Soldaten (zwei Kompanien Waffen-SS, vier Wehrmachtskompanien) und drei Panzerkampfwagen VI Tiger II (wahrscheinlich der Panzerabteilung 507) sollten Polle und Stellungen in Falkenhagen als Brückenkopf halten. Am 6. April 1945 flüchteten die Bewohner in die umliegenden Wälder. Am 7. April griffen US-Truppen des 331st Infantry Regimental Combat Team der 83rd Infantry Division von Brevörde aus an, wurden aber gestoppt und erlitten schwere Verluste. Fast pausenloses Artilleriefeuer vom Köterberg, vom Wilmröder Berg und ein Jagdbomberangriff am 7. April sollten die deutschen Truppen zur Aufgabe zwingen. Am 8. April wurde der West- und Nordflügel der Burg getroffen und zerstört, weitere 33 Häuser darunter das alte sowie neue Amtshaus standen in Flammen. Ein Tigerpanzer wurde mangels Munition und Treibstoff auf der Reichsstraße 83 aufgegeben. Die anrückenden Amerikaner verloren durch Panzerfaustbeschuß zwei US-Panzer vom Typ M4 Sherman, konnte Polle aber erfolgreich von Haus zu Haus einnehmen. Die deutschen Truppen zogen sich mit Flößen über die Weser zurück, da die Fähre gesprengt worden war. Bei den Kämpfen starben in Polle 14 deutsche Soldaten, 68 US-Soldaten und einige Zivilisten.

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

  • 1925: 1.059 Einwohner
  • 1933: 1.156 Einwohner
  • 1939: 1.126 Einwohner
  • 1996: 1.317 Einwohner
  • 2006: 1.182 Einwohner

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Burgruine

Burgruine Polle (Hauptburg)
Postkartenansicht von Polle mit Weser und Burgberg von 1908

Die Ruine der „Eversteiner Burg bei Polle“ (auch „Burg Polle“ genannt) steht eindrucksvoll auf einer etwa 25 m hohen Bergkuppe über der Gemeinde Polle und der direkt östlich sowie unterhalb der Burg angrenzenden Weserschleife. Die Anlage wurde erstmals im Jahr 1285 urkundlich als "Eversteiner Burg“ erwähnt und gilt als eine der Stammburgen der Eversteiner Grafen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie 1641 von schwedischen Truppen zerstört und blieb Ruine.

Heute ist die 1984 umfassend sanierte Burg eine arkante Burgruine im Wesertal. Sie besteht aus einer Vorburg, von der im Wesentlichen nur Reste der Ringmauer erhalten sind, und der Hauptburg mit dem markanten, runden, besteigbaren und etwa 20 m hohen Bergfried. Auch dort sind Reste der Ringmauer sowie mehrerer Gebäude erhalten wie beispielsweise Mauerreste des Torturms und der Wohngebäude. Die Ruine der „Burg Polle“ kann besichtigt werden. Mehrmals jährlich finden kulturelle Veranstaltungen im Burghof statt. Derzeit (2007) werden auf der Burg archäologische Ausgrabungen durchgeführt.

[Bearbeiten] Kultur

Polle ist Teil der Deutschen Märchenstraße und die angedichtete „Heimat“ des Aschenputtel, welches regelmäßig von der örtlichen Laienspielgruppe in der Burgruine aufgeführt wird.[1] Jährlich findet außerdem eine historische Wiederaufführung der Hochzeit des Baron von Münchhausen mit der Poller Bürgerin Bernhardine von Brünn in Bodenwerder und Polle statt.[2] Diese Projekte werden von der Europäischen Union als Teil der deutschen Märchenlandschaft finanziell gefördert.

Zu überregionaler Bekanntheit hat es in den letzten Jahren der Poller Kürbismarkt gebracht.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Polle ist staatlich anerkannter Erholungsort.

1901 erfolgte die Gründung der Spedition Bohmhauer GmbH in Polle.

1935 folgt die Gründung des Speditionsunternehmens Wilke Transporte.

1966 fusioniert die Volksbank Polle eGmbH mit der Volksbank Holzminden eGmbH, ab 1970 Umbenennung in Volksbank Weserbergland.

1983 wurde die L & M Palettenfabrikation OHG von Wilhelm Lüders in Polle gegründet, später Verlegung nach Vahlbruch.

1986 wurde die Kreuder Golfplatz und Sportstätten GmbH gegründet. Heute existieren zudem ganz in der Nähe mit den „Poller Steinbrüchen“ sowie mit „Müller Treppenbau“ die einzigen noch über die Dorfversorgung hinausgehenden wirtschaftlichen Strukturen.

Die Bundesstraße 83 verbindet Polle mit Holzminden und Bodenwerder.

[Bearbeiten] Trivia

Am 18. Oktober 1988 stürzte ein Phantom-Jagdflugzeug der britischen RAF nur einige hundert Meter von Polle entfernt in den Wald.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Quellen

  1. http://www.weserbergland-tourismus.de/entdeckertipps/maerchen-sagen/aschenputtel/index.php
  2. http://www.warburgzumsonntag.de/?show_artikel=11893&limit=&the_rubrik_id=63
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