Sasbachwalden

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Sasbachwalden
Sasbachwalden
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sasbachwalden hervorgehoben
48.6183333333338.1272222222222257Koordinaten: 48° 37′ N, 8° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Ortenaukreis
Höhe: 257 m ü. NHN
Fläche: 18,13 km²
Einwohner: 2355 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 130 Einwohner je km²
Postleitzahl: 77887
Vorwahl: 07841
Kfz-Kennzeichen: OG, KEL, LR, WOL
Gemeindeschlüssel: 08 3 17 118
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchweg 6
77887 Sasbachwalden
Webpräsenz: www.gemeinde-sasbachwalden.de
Bürgermeister: Valentin Doll
Lage der Gemeinde Sasbachwalden im Ortenaukreis
Ill (Elsass) Ill (Elsass) Frankreich Landkreis Rastatt Baden-Baden Landkreis Calw Landkreis Emmendingen Landkreis Freudenstadt Rheinau (Baden) Lauf (Baden) Sasbach Landkreis Rastatt Landkreis Rottweil Schwarzwald-Baar-Kreis Achern Achern Achern Appenweier Bad Peterstal-Griesbach Berghaupten Biberach (Baden) Durbach Ettenheim Fischerbach Friesenheim (Baden) Gengenbach Gutach (Schwarzwaldbahn) Haslach im Kinzigtal Hausach Hofstetten (Baden) Hohberg Hornberg Kappel-Grafenhausen Kappel-Grafenhausen Kappelrodeck Willstätt Kehl Kehl Kippenheim Kippenheim Kippenheim Lahr/Schwarzwald Lauf (Baden) Lauf (Baden) Lautenbach (Ortenaukreis) Mahlberg Mahlberg Mahlberg Meißenheim Mühlenbach (Schwarzwald) Neuried (Baden) Nordrach Oberharmersbach Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberwolfach Offenburg Ohlsbach Oppenau Ortenberg (Baden) Ottenhöfen im Schwarzwald Renchen Renchen Ringsheim Ringsheim Rust (Baden) Rheinau (Baden) Rheinau (Baden) Rheinau (gemeindefreies Gebiet) Sasbach Sasbach Sasbach Sasbachwalden Schuttertal Schutterwald Schwanau Seebach (Baden) Seelbach (Schutter) Steinach (Ortenaukreis) Willstätt Willstätt Wolfach Zell am Harmersbach RheinKarte
Über dieses Bild

Sasbachwalden ist eine Gemeinde im Schwarzwald in Baden-Württemberg und gehört zum Ortenaukreis.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Sasbachwalden liegt am Westhang der Hornisgrinde im Nordschwarzwald in 172 bis 1164 Meter Höhe zwischen Baden-Baden und Offenburg. Mehr als 70 Prozent der Gemeindefläche bestehen aus Wald.

Das nach Westen offene Tal ermöglicht einen Fernblick über die gesamte Rheinebene bis nach Straßburg und zu den Vogesen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Lauf, im Osten an Forbach im Landkreis Rastatt, im Süden an Seebach und Kappelrodeck und im Westen an die Stadt Achern und Sasbach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Sasbachwalden gehören das Dorf Sasbachwalden, die Weiler Bischenberg, Brandmatt, Hohritt, Oberer Langert, Unterer Langert, Sandweg und Vorstadt (ehemaliger Weiler, mit Sasbachwalden zusammengewachsen), die Zinken Auf der Eck, Birkenhöf, Büchelbach, Hagenberg, Hörchenberg, In den Höfen, Kappelberg, Murberg, Schönbüch, Steilisberg, Vogelsberg und Winterbach, die Höfe Hohenstich, Hurschenacker, Kirschenberg, Schelzberg und Straubenhöf und die Wohnplätze Bachmatt, Breitenbrunnen, Grieseneck, Illenbach, Illengrund, Katzenstein und Lierenbach. Das im Gemeindegebiet liegende, oftmals als abgegangene Ortschaft bezeichnete Oberhäusern existiert weiterhin, lediglich wurde als Name für diesen Weiler ungefähr ab dem Jahre 1800 die Bezeichnungen Dollenhöfe, Straubenhöfe und Birkenhöfe verwendet, nach den dortigen Hofbesitzern.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Sasbachwalden wurde im Jahre 1347 erstmals urkundlich erwähnt. Es kam jedoch nicht zur Ausbildung eines geschlossenen Dorfkerns, sondern der Ort blieb über Jahrhunderte eine Ansammlung von Weilern und Einzelgehöften.

Am 2. Februar 1644 wurde eine neue Dorfordnung erstellt, da „die Alte verloren ging“![3] Unterschrieben wurde diese vom Schultheiß des Gerichtes Sasbach, Hans Friedrich Fritz, vom Heimburger zu Sasbachwalden, Michael Ebler. Sowie den Sasbachwaldener Zwölfern Mathias Wörner, Hans Dietrich, Hans Bürk, Veit Straub und Hans Basler. Im ersten Teil dieser Dorfordnung sind die „Statuten, wonach der Heimburger sich zu verhalten hat“ aufgeführt. Der zweite Teil betrifft u.a. die Aufgaben der Zwölfer, sowie die jährlichen Wahlen des Heimburgers, des Viehirts und des Schweinehirts.

Sasbachwalden war bis zum Jahre 1803 bischöflich-straßburgisch, es gehörte zum Hochstift Straßburg, dem weltlichen Gebiet des Bischofs von Straßburg. In dessen Verwaltungsstruktur gehörte Sasbachwalden zum Oberamt Oberkirch, dort gemeinsam mit den Gemeinden Sasbach, Obersasbach und Sasbachried zum „Gericht Sasbach“.

1818 wurde Sasbachwalden eine selbständige Kommune. Der Ort gehörte bis zum Jahre 1924 Amtsbezirk Achern [4], danach zum Landkreis Bühl. Nach dessen Auflösung 1973 kam er zum Ortenaukreis.

Weiteres siehe auch unter Burg Hohenrod.

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeinde gehört der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Achern an.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 brachte folgendes Ergebnis:

  • Freie Wählergruppe: 48,2 % – 6 Sitze
  • CDU: 51,8 % – 6 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten]

Nachdem im Jahre 1803 die bischöflich-straßburgische Herrschaft Oberkirch an den badischen Staat übergegangen war, wurde zunächst aus jedem Ort mit mindestens 300 Einwohnern eine „Stabhalterei“ mit einem Stabhalter an der Spitze eingeführt. 1809 formte man größere Einheiten, die nun als „Vogteien“ bezeichnet wurden, das jeweilige Gemeindeoberhaupt trug die Amtsbezeichnung Vogt. 1818 wurden schließlich die alten Gerichtsverbände mit dem Schultheiß an der Spitze aufgelöst, aus den bisherigen Vogteien wurden die Gemeinden heutiger Art, wieder mit einem Vogt an der Spitze. Im Jahre 1831 trat eine neue badische Gemeindeordnung in Kraft, ab jetzt wurde der jeweilige Gemeindevorsteher als Bürgermeister bezeichnet.

Die Gemeindeoberhäupter Sasbachwaldens seit dem Jahre 1803: [5]

Andreas HUBER Stabhalter/Vogt 1803–1818
Bernhard FALLERT Vogt 1818–1823
Franz Anton LORENZ Vogt 1823-1827
Philipp LETTNER Vogt/Bürgermeister 1827–1833
Franz Anton LORENZ Bürgermeister 1833–1839
Josef WÖRNER Bürgermeister 1839–1841
Johann Georg BERGER Bürgermeister 1841–1847
Bernhard GEISER Bürgermeister 1847–1851
Johann Georg BERGER Bürgermeister 1851–1864
Franz DECKER Bürgermeister 1864–1868
Bernhard WÖRNER Bürgermeister 1868–1871
Josef DECKER Bürgermeister 1871–1883
Leopold GEISER Bürgermeister 1883–1891
Valentin DOLL Bürgermeister 1891–1900
Josef GRABER Bürgermeister 1900–1920
Andreas MAIER Bürgermeister 1920–1934
Josef BRUDER Bürgermeister 1934–1945
Albert ZIMMER Bürgermeister 1945–1964
Nikolaus MÜLLER Bürgermeister 1964–1992
Valentin DOLL Bürgermeister seit 1992

Partnerschaften[Bearbeiten]

Die Gemeinde Sasbachwalden unterhält seit 1967 eine Partnerschaft mit Villié-Morgon (Département Rhône) in Frankreich.

Justiz[Bearbeiten]

Sasbachwalden gehört zum Bezirk des Amtsgerichts Achern.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Gaishölle bei Sasbachwalden
Der Hochseilpark

Haupterwerbszweige sind Tourismus, Weinbau, Erzeugung von Schwarzwälder Kirschwasser und hauptsächlich holzverarbeitendes Handwerk. Die Sasbachwaldener Lagen gehören zur Weinbauregion Ortenau im Weinbaugebiet Baden. Die ehemalige Deutsche Weinprinzessin und ehemalige Badische Weinkönigin Andrea Köninger kommt aus Sasbachwalden.

Da es in der Gemeinde weder eine flächendeckende noch breitbandige DSL-Versorgung gab, entschloss sie sich, ein Glasfasernetz in Eigenregie zu errichten. 2011 ging es in Betrieb, alle Gebäude sind direkt angebunden (Fibre to the Building) und es sind Bandbreiten bis zu 75 Mbit/s verfügbar. Das Netz ist in Gemeindeeigentum, der Netzbetrieb ausgelagert.[6]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch Sasbachwalden führt die Landesstraße 86, die von Achern zur Schwarzwaldhochstraße (B 500) führt. Sasbachwalden ist in das Gebiet des Tarifverbund Ortenau (TGO) eingegliedert. Es existieren tagsüber regelmäßige Linienbusverbindungen nach Achern und in Richtung Schwarzwaldhochstraße und Mummelsee. In Achern besteht in der Regel Anschluss an das Netz der Deutschen Bahn mit Verbindungen nach Karlsruhe (nördliche Richtung) und nach Offenburg (südliche Richtung). Dank der Konus-Gästekarte können die Übernachtungsgäste in Sasbachwalden im Schwarzwald kostenlos Bus und Bahn fahren.

Touristische Attraktionen[Bearbeiten]

Das Blumen- und Weindorf Sasbachwalden hat einen denkmalgeschützten Ortskern. Im Ort gibt es 20 gastronomische Betriebe, die von der Winzerstube bis zum Michelin-Restaurant für ihre badische Küche bekannt sind. Bekannt auch als Badische Genussmeile. Weitere Attraktionen sind das Erlebnisfreibad mit beheizten Schwimmbecken und einer 55 m Riesenrutsche und das Kurhaus „Zum Alde Gott“ mit verschiedensten Veranstaltungen, darunter das Musikfestival TON:arten unter der Schirmherrschaft von Christian Quadflieg. Die Gaishöll-Wasserfälle und die Burgruine Hohenrode sind bekannte Wanderziele.

Weinbau[Bearbeiten]

Der Weinbau ist neben dem Tourismus die wichtigste Einnahmequelle für den Ort. Es gibt vier Weinbetriebe: die Alde Gott Winzer eG, das Weingut Königsrain, die Weinkellerei Vierthaler und das Klostergut Schelzberg.

Bildung[Bearbeiten]

Der Ort verfügt über einen Kindergarten und eine Grundschule, die sich beide im Ortszentrum befinden. Weiterführende Schulen besuchen die Sasbachwaldener Schüler in Achern und Sasbach (Gymnasium/Realschule) oder in Achern-Oberachern (Hauptschule).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2, S. 302–303.
  3. Generallandesarchiv Karlsruhe, Signatur 37/208
  4. Wappenbuch Landkreis Bühl, Verlag Konkordia, 1964
  5. Gemeindearchiv Sasbachwalden
  6. http://www.heise.de/newsticker/meldung/Schwarzwaldgemeinde-nimmt-eigenes-Glasfasernetz-in-Betrieb-1319279.html

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sasbachwalden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien