Achern

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Achern
Achern
Deutschlandkarte, Position der Stadt Achern hervorgehoben
48.6313888888898.0738888888889145Koordinaten: 48° 38′ N, 8° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Ortenaukreis
Höhe: 145 m ü. NHN
Fläche: 65,24 km²
Einwohner: 24.449 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 375 Einwohner je km²
Postleitzahl: 77855
Vorwahl: 07841
Kfz-Kennzeichen: OG, KEL, LR, WOL
Gemeindeschlüssel: 08 3 17 001
Stadtgliederung: Kernstadt und 8 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
77855 Achern
Webpräsenz: www.achern.de
Oberbürgermeister: Klaus Muttach (CDU)
Lage der Stadt Achern im Ortenaukreis
Ill (Elsass) Ill (Elsass) Frankreich Landkreis Rastatt Baden-Baden Landkreis Calw Landkreis Emmendingen Landkreis Freudenstadt Rheinau (Baden) Lauf (Baden) Sasbach Landkreis Rastatt Landkreis Rottweil Schwarzwald-Baar-Kreis Achern Achern Achern Appenweier Bad Peterstal-Griesbach Berghaupten Biberach (Baden) Durbach Ettenheim Fischerbach Friesenheim (Baden) Gengenbach Gutach (Schwarzwaldbahn) Haslach im Kinzigtal Hausach Hofstetten (Baden) Hohberg Hornberg Kappel-Grafenhausen Kappel-Grafenhausen Kappelrodeck Willstätt Kehl Kehl Kippenheim Kippenheim Kippenheim Lahr/Schwarzwald Lauf (Baden) Lauf (Baden) Lautenbach (Ortenaukreis) Mahlberg Mahlberg Mahlberg Meißenheim Mühlenbach (Schwarzwald) Neuried (Baden) Nordrach Oberharmersbach Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberwolfach Offenburg Ohlsbach Oppenau Ortenberg (Baden) Ottenhöfen im Schwarzwald Renchen Renchen Ringsheim Ringsheim Rust (Baden) Rheinau (Baden) Rheinau (Baden) Rheinau (gemeindefreies Gebiet) Sasbach Sasbach Sasbach Sasbachwalden Schuttertal Schutterwald Schwanau Seebach (Baden) Seelbach (Schutter) Steinach (Ortenaukreis) Willstätt Willstätt Wolfach Zell am Harmersbach RheinKarte
Über dieses Bild

Achern ist eine Stadt im Westen Baden-Württembergs, etwa 18 Kilometer südwestlich von Baden-Baden und 19 Kilometer nordöstlich von Offenburg. Sie bildet ein Mittelzentrum für die umliegenden Gemeinden und ist nach der Kreisstadt Offenburg und den Städten Lahr/Schwarzwald und Kehl die viertgrößte Stadt des Ortenaukreises. Seit 1. Januar 1974 ist Achern Große Kreisstadt. Mit den Gemeinden Lauf, Sasbach und Sasbachwalden ist die Stadt Achern eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft eingegangen.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Achern liegt am Fuße des nördlichen Schwarzwaldes mit der Hornisgrinde, am Eingang des Achertals sowie am östlichen Rand der Oberrheinischen Tiefebene. Die Acher fließt im Südosten vom Schwarzwald kommend in das Stadtgebiet, durchfließt dann in nordwestlicher Richtung den Stadtteil Oberachern, anschließend die Kernstadt mit der Altstadt am rechten Ufer. Sie fließt zwischen den Stadtteilen Fautenbach und Großweier sowie südlich des Stadtteils Gamshurst vorbei, um das Stadtgebiet dann im Nordwesten in Richtung Rhein zu verlassen. Der Fluss gab der Stadt ihren Namen.

Im Stadtgebiet gibt es einige Baggerseen, in denen heute teilweise noch Kiese und Sand gefördert werden. Der größte davon ist der Achernsee direkt an der Autobahnanschlussstelle Achern der A 5, im Westen des Stadtgebiets.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Achern. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt: Lichtenau und Ottersweier (beide Landkreis Rastatt) sowie Sasbach, Lauf, Sasbachwalden, Kappelrodeck, Renchen und Rheinau (alle Ortenaukreis).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet Acherns gliedert sich in die Kernstadt und die im Rahmen der Gemeindereform der 1970er Jahre eingegliederten Stadtteile Fautenbach, Gamshurst, Großweier, Mösbach, Oberachern, Önsbach, Sasbachried und Wagshurst.

Die Stadtteile mit Ausnahme von Oberachern sind zugleich Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung, das heißt es gibt jeweils einen von den Wahlberechtigten bei jeder Kommunalwahl zu wählenden Ortschaftsrat mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden. Zu einigen Stadtteilen gehören teilweise weitere Wohnplätze mit eigenem Namen, die meist nur sehr wenige Einwohner haben oder es sind Wohngebiete, deren Grenzen nicht eindeutig festgelegt sind. Zu ersteren gehören zum Beispiel Litzloch, Michelbuch und Ziegelhütte bei Gamshurst, Malghurst in Sasbachried, Lindenhof in Fautenbach, Schollenhof in Wagshurst und Illenbach und Spinnerhöfe bei Oberachern.

Im Stadtteil Großweier liegen die abgegangenen Ortschaften Edechsenloch, Fronrod, Hohenhurst, Nesselloch, Oberweier und Unterweier. Im Stadtteil Önsbach lag die in Önsbach aufgegangene Ortschaft Oberönsbach. Im Stadtteil Sasbachried lag die aufgegangene Ortschaft Ottenweier und im Stadtteil Wagshurst liegen die abgegangenen Ortschaften Bromhurst und Ziegelhof.[2]

Raumplanung[Bearbeiten]

Achern bildet ein Mittelzentrum innerhalb der Region Südlicher Oberrhein im Bereich des Oberzentrums Offenburg. Zum Mittelbereich Achern gehören neben der Stadt Achern noch die Städte und Gemeinden Kappelrodeck, Lauf, Ottenhöfen im Schwarzwald, Renchen, Sasbach, Sasbachwalden und Seebach des Ortenaukreises.

Geschichte[Bearbeiten]

Achern wurde um 1095 als Acchara erstmals erwähnt. Wie bei vielen anderen Orten reicht aber die Geschichte sicherlich weiter zurück als die ersten Dokumente belegen. Darauf deuten Ausgrabungen hin, die auf einen römischen Gutshof schließen lassen. Im 11. und 12. Jahrhundert gehörte Achern zur Grafschaft Ortenau. Später wurde zwischen Ober- und Niederachern unterschieden. Niederachern wurde jedoch später nur noch als Achern bezeichnet. Im Hochmittelalter kam der Ort wohl über die Staufenberger und Zähringer an das Reich und wurde der Landvogtei Ortenau unterstellt. Mit ihr kam Achern 1334 an Baden, dann 1351 an das Hochstift Straßburg und ab 1405 teilweise an die Kurpfalz, 1504 an Fürstenberg. Seit 1551 gehörte der Ort zu Vorderösterreich und war Teil der Reichslandvogtei Ortenau. 1495 und 1637 brannte der Ort vollständig nieder und war danach einige Jahre unbesiedelt.

1805 fiel Achern an das spätere Großherzogtum Baden und wurde Sitz eines Amtes. 1808 folgte die Verleihung des Stadtrechts. Eine gewisse Bedeutung erlangte die Stadt in der badischen Revolution von 1848. 1924 wurde der Amtsbezirk Achern aufgelöst und sein Gebiet dem Amtsbezirk Bühl zugeordnet, aus dem 1939 der Landkreis Bühl hervorging.

Im Jahr 1940 wurde die Heil- und Pflegeanstalt Illenau im Zuge des Euthanasieprogramms der Nationalsozialisten (Aktion T4) aufgelöst. In ihren Räumen wurde eine Reichsschule für Volksdeutsche eingerichtet, ein Internat, in dem zwischen 1940 und 1944 etwa 250 bis 300 Schülerinnen aus Südtirol unterrichtet wurden, deren Eltern für Deutschland optiert hatten.[3] Eine entsprechende Schule für Jungen befand sich in Rouffach. Zwischen 1943 und 1944 war die Illenau auch eine Nationalpolitische Erziehungsanstalt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte der Landkreis Bühl zum Land Baden und ab 1952 zum Regierungsbezirk Südbaden des Landes Baden-Württemberg. Bei der Kreisreform zum 1. Januar 1973 wurde der Landkreis Bühl aufgelöst. Das südliche Gebiet und mit ihm die Stadt Achern wurde dem neu gebildeten Ortenaukreis zugeordnet.

Die Einwohnerzahl der Stadt Achern überschritt im Rahmen der Gebietsreform der 1970er Jahre die 20.000-Grenze. Daraufhin stellte die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die Landesregierung von Baden-Württemberg dann mit Wirkung vom 1. Januar 1974 beschloss.

Auch die Stadtteile haben eine lange Geschichte. Sie kamen alle 1805 an Baden und gehörten meist zum Amtsbezirk Achern. Bei der Auflösung des Amtsbezirks Achern 1924 kamen alle Gemeinden zum Bezirksamt Bühl sowie 1939 zum Landkreis Bühl, lediglich Wagshurst kam zum Landkreis Kehl.

Religionen[Bearbeiten]

Evangelische Kirche

Die Gemeinde Achern gehörte anfangs zum Bistum Straßburg. Infolge der Zugehörigkeit zu Vorderösterreich konnte die Reformation keinen Fuß fassen. Daher blieb Achern und sein Umland über Jahrhunderte fast ausschließlich katholisch. 1803 kamen die Orte zum Bistum Konstanz bevor diese 1821/27 Teil des neu gegründeten Erzbistums Freiburg wurden. Die Gemeinden gehörten dann zum Dekanat Ottersweier und 1929 wurde Achern Sitz eines Dekanats (heute Dekanat Acher-Renchtal), dessen Sitz die Katholische Stadtkirche ist. Weitere katholische Gemeinden, deren Kirchen schon sehr früh zu Pfarreien erhoben wurden, gibt es in nahezu allen Stadtteilen. Lediglich Mösbach wurde erst 1865 eigene Pfarrei und Sasbachried gehört zur Nachbargemeinde Sasbach. Alle Gemeinden gehören zum Dekanat Acher-Renchtal innerhalb des Erzbistums Freiburg.

Anfang des 19. Jahrhunderts zogen auch Protestanten nach Achern. Der erste evangelische Gottesdienst wurde 1842 in der Heil- und Pflegeanstalt Illenau gehalten. 1892 wurde die evangelische Gemeinde Achern gegründet, die sich 1908/09 ihre eigene Kirche, die Christuskirche, bauen konnte. Zur Gemeinde gehören auch die Protestanten der Acherner Stadtteile Oberachern, Fautenbach, Gamshurst, Großweier und Sasbachried sowie der Nachbarorte Sasbach, Obersasbach und Lauf. Die Stadtteile Önsbach, Mösbach und Wagshurst gehören hingegen zur Kirchengemeinde Renchen. Zunächst gehörte die evangelische Kirchengemeinde Achern zum Kirchenbezirk Rheinbischofsheim, später zu Baden-Baden und Rastatt. Die Kirchengemeinde Achern gehört zum Kirchenbezirk Kehl der Evangelischen Landeskirche in Baden. Mit u.a. den Siebenten-Tags-Adventisten, der Josua-Christengemeinde, der christlichen Gemeinde Sasbachried und dem Christlichen Zentrum Achern e. V. sind in Achern einige Freikirchen vertreten.

Muslime, die Zeugen Jehovas und die Neuapostolische Kirche bilden zahlenmäßig kleinere Religionsgruppen in Achern.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Folgende Gemeinden und Gemarkungen wurden in die Stadt Achern eingemeindet:

  • 1. Januar 1971: Oberachern
  • 1. Januar 1973: Fautenbach, Gamshurst, Großweier, Mösbach, Önsbach, Sasbachried und Wagshurst

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohnerzahlen
1808 1.300
1825 1.638
1845 2.242
1. Dezember 1871 2.767
1. Dezember 1880 ¹ 3.145
1. Dezember 1900 ¹ 3.396
1. Dezember 1910 ¹ 3.962
16. Juni 1925 ¹ 5.335
16. Juni 1933 ¹ 5.338
17. Mai 1939 ¹ 5.835
1946 ¹ 4.492
Jahr Einwohnerzahlen
13. September 1950 ¹ 4.932
6. Juni 1961 ¹ 6.141
27. Mai 1970 ¹ 7.596
31. Dezember 1975 20.621
31. Dezember 1980 20.543
27. Mai 1987 ¹ 20.524
31. Dezember 1990 21.382
31. Dezember 1995 22.658
31. Dezember 2000 23.911
31. Dezember 2005 24.681

¹ Volkszählungsergebnis

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 brachte bei einer Wahlbeteiligung von 50.44 % folgendes Ergebnis:

2
8
6
1
9
Von 26 Sitzen entfallen auf:
Kommunalwahl in Achern 2014
 %
40
30
20
10
0
33,9 %
9,1 %
2,8 %
30,3 %
23,9 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
+1,6 %p
+4,2 %p
+2,8 %p
-0,6 %p
+1,7 %p

Bürgermeister[Bearbeiten]

An der Spitze der Gemeinde Achern standen der Heimburge (später Bürgermeister) und der Bauernzwölfer. In badischer Zeit leiteten Bürgermeister und Gemeinderat die Stadtverwaltung. Seit Erhebung zur Großen Kreisstadt 1974 trägt das Stadtoberhaupt die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Dieser wird für eine Amtszeit von acht Jahren direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Sein allgemeiner Stellvertreter ist der Erste Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung Bürgermeister.

Die Bürgermeister und Oberbürgermeister

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Das Wappen der Stadt Achern zeigt in gespaltenem Schild vorne in Gold einen halben, rot bewehrten schwarzen Adler am Spalt, hinten in Rot einen silbernen Balken. Die Stadtflagge ist rot-weiß-rot.

Der Adler taucht bereits in den Siegeln des Gerichts in Achern von 1415 auf. Er ist das Symbol der Reichslandvogtei, zu der Achern gehörte. Nachdem diese an Österreich gefallen war, wurde der weiße Balken in das Siegel mit aufgenommen. Dieses Siegel diente als Vorlage für das spätere Wappen, das bis heute geführt wird.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Achern unterhält seit 1987 eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Morez in Frankreich.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Nikolauskapelle
Katholische Kirche
  • Die St.-Nikolauskapelle, auch das Klauskirchl genannt, ist das Wahrzeichen der Stadt. Es wurde um 1300 erbaut und hat ein rundes Ecktürmchen.
  • Die Hauptkirche der Stadt ist die katholische Kirche, die 1824/1825 von Wilhelm Vierordt im Weinbrenner-Stil errichtet wurde. Ihr Vorgängerbau war eine Marienkapelle, die 1489 zur Kaplanei erhoben und 1535 zur Pfarrei erhoben worden war. Von ihr blieb der Turm (bis auf das Dach) nebst typisch gotischer Details erhalten, weshalb sich seither auf der Vorderseite der Kirche ein ansehnliches Zusammenspiel von mittelalterlicher Gotik und neuzeitlichem Klassizismus ergibt.
  • Ferner sehenswert ist die ehemalige großherzogliche Heil- und Pflegeanstalt Illenau. Sie wurde 1842 erbaut.
  • Auf dem Hohbühl steht das 1936 erbaute Landes-Feuerwehr-Ehrenmal Baden-Württemberg.
  • In den Stadtteilen gibt es folgende Kirchen:
    • Katholische Kirche des Seligen Bernhard von Baden in Fautenbach (erbaut 1955/56)
    • Katholische Kirche St. Nikolaus Gamshurst (erste Erwähnung im 14. Jahrhundert, nach einem Brand ab 1927 wieder aufgebaut und erweitert im neobarocken Stil)
    • Katholische Kirche Großweier (erbaut ab 1901 im neugotischen Stil)
    • Katholische Kirche St. Roman Mösbach (erbaut 1862, neugotisch)
    • Katholische Kirche St. Stefan Oberachern (erbaut 1903/05 im neoromanischen Stil unter Einbeziehung des spätgotischen Chorturms mit barockem Aufsatz)
    • Wallfahrtskapelle St. Antonius Oberachern (erbaut 1763/64)
    • Katholische Kirche St. Joseph (erbaut 1808, eine Josephskapelle gab es bereits 1686)
    • Katholische Kirche St. Johannes der Täufer (erbaut 1899 im neuromanischen Stil, doch ist eine Kapelle schon nach dem Dreißigjährigen Krieg bezeugt).

Theater[Bearbeiten]

Traditionsreich war das vhs Stat(t)theater, zu dem auch ein „Theater-Kids“-Ensemble gehörte. Im Jahre 2012 wurde das Therater allerdings verkauft und abgerissen. Eine lange Ära ging zu Ende. Achern verfügt außerdem über ein privates Theater, das Illenau Theater Achern e. V.

Museen[Bearbeiten]

Das Sensen-Handwerk-Stadtmuseum Achern zeigt die Originaleinrichtung eines Sensenwerkes. Gezeigt wird die Geschichte der Schneidewerkzeuge von der Bronzezeit bis heute. Der Museumsbesucher vollzieht beim Rundgang nach, wie in 30 Arbeitsschritten aus einem kleinen Stahlstück eine elastisch schwingende Sense entsteht. Gleichzeitig bekommt er Einblicke in die Geschichte der Technik. Der dabei dargestellte Fertigungsprozess kann als Musterbeispiel für frühindustrielle Fertigung und Arbeitsverhältnisse angesehen werden. Ferner wird die Acherner Stadtgeschichte dargestellt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Achern ist über die Anschlussstelle Achern an der Bundesautobahn 5 Karlsruhe–Basel und mit der B 3, die durch das Stadtgebiet führt, gut an das Fernstraßennetz angebunden. Im Zuge der Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe–Basel erhielt Achern einen neuen Bahnhof an der begradigten Neubaustrecke, an dem alten Bahnhof endet die Stadtbahnlinie S4 der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft. Vor den alten Gebäuden an der Bahnlinie Karlsruhe–Basel ist der Anfangspunkt der Achertalbahn nach Ottenhöfen. Den öffentlichen Personennahverkehr bedienen mehrere Buslinien.

Medien[Bearbeiten]

In Achern erscheint als Tageszeitung unter dem Namen Acher und Bühler Bote eine Lokalausgabe der in Karlsruhe ansässigen Badischen Neuesten Nachrichten (BNN) und unter dem Namen Acher-Rench-Zeitung eine Lokalausgabe des Offenburger Tageblatts (Mittelbadische Presse).

Gerichte, Behörden und Einrichtungen[Bearbeiten]

Achern ist Sitz eines Amtsgerichtes, das zum Landgerichtsbezirk Baden-Baden gehört, und eines Notariats. Der Ortenaukreis unterhält in Achern ein Krankenhaus der Grundversorgung, das Ortenau Klinikum Achern. Die Stadt ist ferner Sitz des Dekanats Acher-Renchtal des Erzbistums Freiburg.

Bildung[Bearbeiten]

Achern hat ein Gymnasium (Gymnasium Achern), eine Realschule (Robert-Schuman-Realschule), eine Förderschule (Achertalschule), vier Grund- und Hauptschulen, eine davon mit Werkrealschule (Antoniusschule Oberachern, Grund- und Hauptschule Önsbach, Vinzenz-Wachter-Schule in Fautenbach und die Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Achern) sowie fünf Grundschulen in den Stadtteilen Gamshurst, Großweier, Mösbach, Sasbachried und Wagshurst.

Der Ortenaukreis ist Träger der Beruflichen Schulen Achern, der Maiwaldschule in Wagshurst für Sprachbehinderte und der Krankenpflegeschule am Ortenau Klinikum Achern. Ferner gibt es noch die Musik- und Kunstschule Achern-Oberkirch.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Zu den größten in Achern ansässigen Unternehmen gehören die fischer group (Edelstahlrohre, Rohrtechnik u.a.) in Achern-Fautenbach und Kasto Maschinenbau (Sägen und Lagern von Metall-Langgut und Blech) in Achern-Gamshurst.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Bertolt Brecht (1898–1956), deutscher Dramatiker und Lyriker des 20. Jahrhunderts. In seiner Jugend hat Bertolt Brecht oft Ferientage in Achern verbracht. Hier lebten seine Großeltern. Sein Vater, Berthold Friedrich Brecht, wurde 1869 in Achern geboren.
  • Heinrich Hansjakob (1837–1916), Volksschriftsteller. Hansjakob war mehrere Male wegen psychischer Erkrankungen in der Heil- und Pflegeanstalt Illenau.
  • Karl Hergt (1807–1889), Leiter der Heil- und Pflegeanstalt Illenau; Ehrenbürger.
  • Walter Gerteis (1921–1999), Bildhauer, lebte und wirkte ab 1989 in Oberachern, war Standortkommandant der Acherner Kaserne und ist auf dem Oberacherner Waldfriedhof beerdigt[4]
  • Walter Scholz (* 1938), deutscher Trompeter, der hier mit seiner Familie lebt und sich neben seiner Tätigkeit als Musiker vor allem über sein Engagement für wohltätige Zwecke einen Namen gemacht hat.
  • Hugo Huber, Träger der Bürgermedaille der Stadt Achern, Retter und Bewahrer des Illenauer Waldfriedhofs, der Dank Hubers Initiative seit 1971 unter Denkmalschutz steht.

Literatur[Bearbeiten]

  • Badisches Städtebuch; Band IV 2. Teilband aus Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte - Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart 1959.
  • Hans-Martin Pillin: Achern. Eine Stadt und ihre Geschichte bis 1848. Stadtgeschichte Band 1, Achern 1997.
  • Gerhard Lötsch: Eine Stadt und ihre Geschichte 1849–1918. Stadtgeschichte Band 2, Verlag Stadt Achern.
  • Gerhard Lötsch: Krieg und Friede, Achern und das Jahr 1945. Verlag Stadt Achern.
  • Gerhard Lötsch: Acherner Profile, Biographien. Verlag Stadt Achern.
  • H.Kuna, E. Kuna: Historisches Stadtlexikon von Achern. Ebook-Epup, ISBN 978-3-942916-49-3, Haff Verlag, Grambin, 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Achern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Achern – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 294–299
  3.  Michael. Wedekind: Nationalsozialistische Besatzungs- und Annexionspolitik in Norditalien, 1943 bis 1945: die Operationszonen „Alpenvorland“ und "Adriatisches Küstenland. R. Oldenbourg, München 2003, ISBN 3-486-56650-4, S. 240 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche, abgerufen am 5. Juli 2010).
  4. www.bo.de: Gerteis-Figuren prägen Achern, 8. April 2011, Zugriff am 3. Januar 2014