Kappel-Grafenhausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kappel-Grafenhausen
Kappel-Grafenhausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kappel-Grafenhausen hervorgehoben
48.2922222222227.7413888888889163Koordinaten: 48° 18′ N, 7° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Ortenaukreis
Höhe: 163 m ü. NHN
Fläche: 25,72 km²
Einwohner: 4731 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 184 Einwohner je km²
Postleitzahl: 77966
Vorwahl: 07822
Kfz-Kennzeichen: OG, KEL, LR, WOL
Gemeindeschlüssel: 08 3 17 152
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 2
77966 Kappel-Grafenhausen
Webpräsenz: www.kappel-grafenhausen.de
Bürgermeister: Jochen Paleit (parteilos)
Lage der Gemeinde Kappel-Grafenhausen im Ortenaukreis
Ill (Elsass) Ill (Elsass) Frankreich Landkreis Rastatt Baden-Baden Landkreis Calw Landkreis Emmendingen Landkreis Freudenstadt Rheinau (Baden) Lauf (Baden) Sasbach Landkreis Rastatt Landkreis Rottweil Schwarzwald-Baar-Kreis Achern Achern Achern Appenweier Bad Peterstal-Griesbach Berghaupten Biberach (Baden) Durbach Ettenheim Fischerbach Friesenheim (Baden) Gengenbach Gutach (Schwarzwaldbahn) Haslach im Kinzigtal Hausach Hofstetten (Baden) Hohberg Hornberg Kappel-Grafenhausen Kappel-Grafenhausen Kappelrodeck Willstätt Kehl Kehl Kippenheim Kippenheim Kippenheim Lahr/Schwarzwald Lauf (Baden) Lauf (Baden) Lautenbach (Ortenaukreis) Mahlberg Mahlberg Mahlberg Meißenheim Mühlenbach (Schwarzwald) Neuried (Baden) Nordrach Oberharmersbach Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberwolfach Offenburg Ohlsbach Oppenau Ortenberg (Baden) Ottenhöfen im Schwarzwald Renchen Renchen Ringsheim Ringsheim Rust (Baden) Rheinau (Baden) Rheinau (Baden) Rheinau (gemeindefreies Gebiet) Sasbach Sasbach Sasbach Sasbachwalden Schuttertal Schutterwald Schwanau Seebach (Baden) Seelbach (Schutter) Steinach (Ortenaukreis) Willstätt Willstätt Wolfach Zell am Harmersbach RheinKarte
Über dieses Bild

Kappel-Grafenhausen ist eine Gemeinde im Ortenaukreis in Baden-Württemberg.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Kappel-Grafenhausen liegt in der Oberrheinischen Tiefebene direkt am Rhein, welcher hier zugleich die deutsch-französischen Grenze bildet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Schwanau, im Osten an die Stadt Mahlberg, im Südosten an die Stadt Ettenheim, im Süden an Ringsheim und Rust und im Westen an das gemeindefreie Gebiet Rheinau, sowie die elsässische Gemeinde Rhinau (vormals "Rheinau"). Im Schwarzwald liegt eine Exklave der Gemeinde im Gebiet von Schuttertal.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Kappel-Grafenhausen besteht aus den ehemaligen Gemeinden Kappel und Grafenhausen, zu denen jeweils nur die gleichnamigen Dörfer gehören. Auf dem Gebiet der Gemarkung Grafenhausen befand sich die Wüstung Reichenweier und auf demjenigen von Kappel lagen die abgegangenen Ortschaften Adelshofen und Trisloch.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Kappel wurde im Jahre 1219 erstmals urkundlich erwähnt, als Bischof Heinrich von Straßburg mit dessen Straßburger Vogt Anselm von Rheinau, dem letzten seines Geschlechtes, einen Vertrag über den Rückfall seines Lehens Rheinau und Kappel nach dessen Tode schloss.[3] Der Ort ist allerdings schon viel früher aus einer Ansiedlung von Fischern und Bauern an der am Hochufer vorbeifließenden Elz und in unmittelbarer Nähe des alten Rheinübergangs entstanden. Der Sage nach soll hier der Heilige Fridolin bei seinem pastoralen Wirken in und um Straßburg zu Beginn des fünften Jahrhunderts einer schon bestehenden christlichen Gemeinde Trost bei einem schweren Hochwasser gespendet haben. Eine Kapelle, die dem Ort seinen Namen gab, wurde wohl schon in dieser frühchristlichen Zeit errichtet.[4] Die Überreste eines spätrömischen Gutshofes (villa rustica) weisen auf eine schon frühe landwirtschaftliche Nutzung des Hochgestades bei Kappel hin.[5] Die ersten geschichtlichen Spuren stammen von drei bedeutenden keltischen Fürstengräbern aus der Zeit von 620 bis 550 v. Chr.[6]

Grafenhausen fand seine Erstnennung in einem Besitzverzeichnis des Klosters St. Peter im Schwarzwald zum Jahr 1111 als Gravenhusen.

Die beiden selbständigen Gemeinden Kappel am Rhein und Grafenhausen wurden im Zuge der Gemeindereform in Baden-Württemberg am 1. Juli 1974 vereinigt.

Religionen[Bearbeiten]

Da die Reformation in den damals dem Straßburger Bischof gehörenden Orten Kappel und Grafenhausen nicht Fuß fassen konnte, sind sie auch heute noch vorwiegend römisch-katholisch geprägt. Es gibt in beiden Orten je eine katholische Kirchengemeinde. Für die evangelischen Einwohner ist die Gemeinde in Mahlberg zuständig. Seit 2002 unterhält sie einen Betsaal in Grafenhausen.

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeinde gehört der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Ettenheim an.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Wahl zum Gemeinderat am 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 48,3 % (- 0,8) zu folgendem Ergebnis:[7]

CDU 46,2 % (- 6,9) 6 Sitze (- 4)
FWG 53,8 % (+ 6,9) 8 Sitze (± 0)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bei der Wahl zum Bürgermeister 2008 gewann Jochen Paleit mit 26 Stimmen Vorsprung.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Partnergemeinde von Kappel-Grafenhausen ist die elsässische Gemeinde Rhinau, die französische Nachbargemeinde jenseits des Rheins.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde ist eine Kombination der Wappen der ehemals selbständigen Gemeinden Kappel und Grafenhausen. Das Wappen von Kappel zeigte auf rotem Grund drei übereinander liegende silberne Fische, flankiert von zwei goldenen Rudern, und verwies somit auf die frühere Bedeutung der Fischerei in dieser Gemeinde. Das Wappen von Grafenhausen zeigte auf blauem Grund einen auf grünem Untergrund stehenden silbernen Engel, der vor sich ein schwarzes Andreaskreuz hält.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Katholische Kirche St. Cyprian und Justina in Kappel, 1826–1828 von Weinbrennerschüler Hans Voß

Museen[Bearbeiten]

Im Ortsteil Grafenhausen befindet sich eine historische Ölmühle mit einer einzigartigen Mühlentechnik aus dem 17. Jahrhundert. Die Mühle beherbergt zudem ein kleines Bauernmuseum.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Das Naturschutzgebiet Taubergießen liegt zwischen Kappel-Grafenhausen und dem Rhein.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Kappel-Grafenhausen liegt verkehrsgünstig ein bis drei Kilometer von der Anschlussstelle Ettenheim der Bundesautobahn 5 entfernt. Die Bundesstraße 3 (BuxtehudeWeil am Rhein) ist bei einer Entfernung von zwei bis vier Kilometern ebenfalls gut erreichbar. Die nächste Bahnstation ist Orschweier (Stadt Mahlberg) an der Rheintalbahn KarlsruheBasel. Ab dem 22. Dezember 1893 hatte Kappel durch die Lokalbahn Rhein–Ettenheimmünster einen Eisenbahnanschluss, der jedoch mit dem Ende des Ersten Weltkrieges einen Einschnitt (Stilllegung der Strecke an den Rhein)erfuhr. Planungen vor dem Ausbruch des Krieges hatten sogar eine Verbindung mit der Überlandstraßenbahn im heute französischen Rheinau/ Elsass und weiter nach Straßburg vorgesehen. Durch die Fähre „Rhenanus“ ist die Gemeinde mit der elsässischen Nachbargemeinde Rhinau verbunden.

Bildung[Bearbeiten]

In beiden Ortsteilen gibt es jeweils eine Grund- und Hauptschule, nämlich die Taubergießen-Schule in Kappel und die Ferdinand-Ruska-Schule in Grafenhausen. Realschule und Gymnasium befinden sich in der Nachbarstadt Ettenheim. Für die Jüngsten gibt es neben zwei kommunalen auch einen römisch-katholischen Kindergarten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Persönlichkeiten mit Bezug zu Kappel-Grafenhausen[Bearbeiten]

  • Thomas Kaiser (*1961), deutscher Naturfotograf, lebt im Ort[8].
  • Matthias Oomen (* 1981), deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen), Lobbyist, Journalist, wuchs nach eigenen Angaben[9] im Ort auf.

Sonstiges[Bearbeiten]

Nach Unregelmäßigkeiten bei der Bürgermeisterwahl 2006, die Armin Klausmann gewann, entschied der Verwaltungsgerichtshof Mannheim, dass die Wahl wiederholt werden musste. 2007 zog Klausmann sein Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht zurück und verzichtete auf das Amt des Bürgermeisters, im Gegenzug stellte das Landratsamt das eingeleitete Disziplinarverfahren ein.[10]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kappel-Grafenhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 311–312
  3. Wilhelm Wiegand (Hrsg.): Urkundenbuch der Stadt Straßburg, Straßburg 1879, S. 142 f.
  4. Michael Hennig: Geschichte des Landkapitels Lahr, (1893), Nachdruck Osnabrück 1984, S. 11, 16, 40, 50 f.
  5. Josef Naudascher: Überraschender Fund in Kappel: Römische Mauerreste entdeckt, in: Lahrer Zeitung vom 30. Dezember 1988.
  6. Rolf Dehn, Markus Egg und Rüdiger Lehnert: Das hallstattzeitliche Fürstengrab im Hügel 3 von Kappel am Rhein in Baden, Mainz 2005.
  7. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
  8. Internetseite von Thomas Kaiser. Mit Autorenangaben zum ehemaligen Wohnort Oomens auf Seite 21
  9. derFahrgast, Magazin des Fahrgastverbandes Pro Bahn e.V. Mit Autorenangaben zum ehemaligen Wohnort Oomens auf Seite 21
  10. Heilbronner Stimme (vom 21. September 2007)