Steinach (Ortenaukreis)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Steinach
Steinach (Ortenaukreis)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Steinach hervorgehoben
48.3044444444448.0561111111111205Koordinaten: 48° 18′ N, 8° 3′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Ortenaukreis
Höhe: 205 m ü. NHN
Fläche: 33,33 km²
Einwohner: 4060 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 122 Einwohner je km²
Postleitzahl: 77790
Vorwahl: 07832
Kfz-Kennzeichen: OG, KEL, LR, WOL
Gemeindeschlüssel: 08 3 17 129
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchstraße 4
77790 Steinach
Webpräsenz: www.steinach.de
Bürgermeister: Frank Edelmann (CDU)
Lage der Gemeinde Steinach im Ortenaukreis
Ill (Elsass) Ill (Elsass) Frankreich Landkreis Rastatt Baden-Baden Landkreis Calw Landkreis Emmendingen Landkreis Freudenstadt Rheinau (Baden) Lauf (Baden) Sasbach Landkreis Rastatt Landkreis Rottweil Schwarzwald-Baar-Kreis Achern Achern Achern Appenweier Bad Peterstal-Griesbach Berghaupten Biberach (Baden) Durbach Ettenheim Fischerbach Friesenheim (Baden) Gengenbach Gutach (Schwarzwaldbahn) Haslach im Kinzigtal Hausach Hofstetten (Baden) Hohberg Hornberg Kappel-Grafenhausen Kappel-Grafenhausen Kappelrodeck Willstätt Kehl Kehl Kippenheim Kippenheim Kippenheim Lahr/Schwarzwald Lauf (Baden) Lauf (Baden) Lautenbach (Ortenaukreis) Mahlberg Mahlberg Mahlberg Meißenheim Mühlenbach (Schwarzwald) Neuried (Baden) Nordrach Oberharmersbach Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberwolfach Offenburg Ohlsbach Oppenau Ortenberg (Baden) Ottenhöfen im Schwarzwald Renchen Renchen Ringsheim Ringsheim Rust (Baden) Rheinau (Baden) Rheinau (Baden) Rheinau (gemeindefreies Gebiet) Sasbach Sasbach Sasbach Sasbachwalden Schuttertal Schutterwald Schwanau Seebach (Baden) Seelbach (Schutter) Steinach (Ortenaukreis) Willstätt Willstätt Wolfach Zell am Harmersbach RheinKarte
Über dieses Bild

Steinach ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und gehört zum Ortenaukreis.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Steinach liegt im Tal der badischen Kinzig im mittleren Schwarzwald zwischen 200 und 600 Meter Höhe.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Biberach und die Stadt Zell am Harmersbach, im Osten an die Stadt Haslach, im Süden an Hofstetten und im Westen an Schuttertal.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Wappen Welschensteinach
Zur Gemeinde Steinach mit der ehemals selbstständigen Gemeinde Welschensteinach gehören 25 Dörfer, Weiler, Zinken, Höfe und Häuser. Zur Gemeinde Steinach in den Grenzen von 1971 gehören das Dorf Steinach, die Weiler Bocksbach, Hinterbach, Lachen, Niederbach, Oberbach, Sarach, Schwenden und Stricker(höfe), der Gemeindeteil Krafzig, der Zinken Einet, die Höfe Bolinsberg (Bellisberg), Dochbach (Mittel, Ober und Unter), Runzengraben und Wanglig und die Wohnplätze Artenberg, Eichlesmatt, Großmatt und Im Leh. Zur ehemaligen Gemeinde Welschensteinach gehören die Dörfer Obertal und Untertal und die Höfe Birlinsbach, Klettner, Langbrunnen und Mühlsbach.

Im Gemeindeteil Steinach liegen die abgegangenen Ortschaften Feutschenberg, Haldenberg und Silberhof, der Hof Schnait ist in Steinach aufgegangen.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Steinach wurde erstmals 1139 in einer Urkunde von Papst Innozenz II. erwähnt, in welcher der Papst dem Kloster Gengenbach den Besitz von Steinach bestätigt. 1280 gerät der Ort unter die Herrschaft der Herren von Geroldseck. Das Kloster Gengenbach übernimmt 1380 die Grundherrschaft, muss die Herrschaft jedoch ab 1423 stückweise an die Herren von Fürstenberg abgegeben.

Im Rahmen der Mediatisierung aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses fällt Steinach 1806 an das Großherzogtum Baden. Dort gehört es lange zum Landkreis Wolfach, der 1973 im neuen Ortenaukreis aufgeht.

Religionen[Bearbeiten]

Die Reformation wurde 1541 von Graf Wilhelm zu Fürstenberg eingeführt, 1549 wurde Steinach unter dessen Bruder wieder katholisch, und bis heute ist der Ort noch vorwiegend römisch-katholisch geprägt. So gibt es in beiden Ortsteilen je eine katholische Kirche. Die wenigen evangelischen Gläubigen werden von Haslach im Kinzigtal aus geistlich versorgt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Februar 1972 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Welschensteinach nach Steinach eingemeindet.

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeinde gehört der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Haslach an.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 brachte bei einer Wahlbeteiligung von 48,2 % folgendes Ergebnis:

2
4
6
Von 12 Sitzen entfallen auf:
Kommunalwahl 2014
 %
50
40
30
20
10
0
45,7 %
(+2,0 %p)
34,9 %
(-8,2 %p)
19,5 %
(+6,3 %p)
2009

2014


Bürgermeister[Bearbeiten]

Die Bürgermeister von Steinach seit 1907:

  • 1907–1919 Xaver Schwendemann (Sägewerksbesitzer)
  • 1919–1923 Joseph Kopf
  • 1923–1933 Georg Schwendemann (Bäckermeister)
  • 1933–1945 Xaver Neumaier (NSDAP)
  • 1945–1946 Wilhelm Korhummel (kommissarisch)
  • 1946–1948 Josef Herr
  • 1948–1965 Ludwig Witt
  • 1965–1985 Helmut Belli
  • 1985–2001 Harald Firnkes
  • seit 2001 Frank Edelmann

Partnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1976 ist Lay-Saint-Christoph in Lothringen Partnergemeinde von Steinach. Darüber hinaus pflegt Steinach freundschaftliche Beziehungen zur gleichnamigen Stadt Steinach in Thüringen. Der Ortsteil Welschensteinach unterhält eine Partnerschaft mit der Ortschaft Truchtersheim im Elsass.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Steinach liegt am Großen Hansjakobweg, einem Wanderweg, der an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

Museen[Bearbeiten]

Am Adlerplatz im Ortskern befindet sich in einem ehemaligen Wirtschaftsgebäude und alten Tanzboden des Gasthauses Zum Adler das Heimat- und Kleinbrennermuseum.

Musik[Bearbeiten]

Kulturelle Vereine sind unter anderem der 1881 gegründete Musikverein „Harmonie“ Steinach und der seit 1860 bestehende Gesangverein „Eintracht“ Steinach. In Welschensteinach gibt es die Musikkapelle Welschensteinach und den Gesangverein „Liederkranz“.

Bauwerke[Bearbeiten]

Das kunsthistorisch bedeutendste Bauwerk Steinachs ist die Pfarrkirche Hl. Kreuz (Patrozinium 14. September). Sie wurde 1750/51 im Auftrag des Fürsten zu Fürstenberg durch den damaligen fürstenbergischen Bau- und Werkmeister Franz Joseph Salzmann erbaut. Teile des Fundaments der mittelalterlichen Kirche, die beim Neubau weitgehend abgetragen wurde, befinden sich im Bereich des heutigen Kirchturmes. Darüber, im Bereich der Sakristei, ist der alte Chorraum mit Fragmenten alter Fresken erhalten. Die Innenausstattung im Stil des Rokoko wurde weitgehend bis 1778 ausgeführt, unterlag aber immer wieder Einschränkungen durch Einsparungen durch die fürstliche Hand. 1889 wurde das Langhaus verlängert.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Steinach liegt nahe der Bundesstraße 33, die seit geraumer Zeit außerhalb des Ortes verläuft, die es nach Südosten über den Schwarzwald mit Villingen-Schwenningen, Donaueschingen und der Bodenseegegend verbindet. Sie bildet nach Nordwesten die Hauptverbindungsstraße durch das Kinzigtal nach Offenburg. Die L103 verbindet den Ortsteil Welschensteinach mit Steinach. Die Gemeinde liegt an der Schwarzwaldbahn (Offenburg - Singen (Hohentwiel)) und hat einen Haltepunkt, an dem Regionalzüge der Deutschen Bahn als auch Züge der Ortenau-S-Bahn anhalten.

Medien[Bearbeiten]

Lokalausgaben des Schwarzwälder Boten und der Mittelbadischen Presse (Offenburger Tageblatt)

Bildung[Bearbeiten]

In Steinach gibt es mit der Georg-Schöner-Schule eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule, im Ortsteil Welschensteinach befindet sich eine Außenstelle der Grundschule. Die nächste Realschule befindet sich in Haslach, das nächste Gymnasium in Hausach (Robert-Gerwig-Gymnasium). Außerdem besteht in beiden Ortsteilen je ein römisch-katholischer Kindergarten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Gertrud Maier, Unternehmerin
  • Wilhelm (Willi) Heitzmann, Elektromeister, Mitglied des Gemeinderates (1965-2009)

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Georg Schöner (1864-1941), kath. Pfarrer, Rosenzüchter

Literatur[Bearbeiten]

  • O.A. Müller: Steinach i.K. 1139–1939; Sonderdruck, hg. vom Historischen Verein für Mittelbaden, Offenburg 1939.
  • Peter Fischer: Steinach 1139–1989. Ein historischer Überblick. Mit Beiträgen von Erich Obert u.a.; Freiburg i.Br./Steinach 1989.
  • Tobias Wöhrle: Ein schwarzes Dorf wird braun. Zur „Machtergreifung“ 1933 in Steinach im Kinzigtal; in: Die Ortenau. Veröffentlichungen des Historischen Vereins für Mittelbaden; Band 81, 2001, S. 511–531.
  • Tobias Wöhrle: Kriegsende und erste Nachkriegsjahre in einem Dorf im mittleren Kinzigtal. Zur Geschichte Steinachs 1944–1952; in: Die Ortenau. Veröffentlichungen des Historischen Vereins für Mittelbaden; Band 83, 2003, S. 117–142.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 334–336

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Steinach (Ortenaukreis) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien