Seelze
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Region Hannover | |
| Höhe: | 50 m ü. NN | |
| Fläche: | 54 km² | |
| Einwohner: |
32.939 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 610 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 30926 | |
| Vorwahlen: | 05137, 0511, 05031 | |
| Kfz-Kennzeichen: | H | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 2 41 015 | |
| LOCODE: | DE SZE | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Rathausplatz 1 30926 Seelze |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Detlef Schallhorn (parteilos) | |
| Lage der Stadt Seelze in der Region Hannover | ||
Seelze ist eine Stadt mit rund 33.000 Einwohnern in der Region Hannover, Niedersachsen, die zum Calenberger Land zählt.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Seelze grenzt an Garbsen, Hannover, Gehrden, Barsinghausen und Wunstorf (im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden). Die Stadt liegt an der Kreuzung zwischen Leine, dem Mittellandkanal und dem Stichkanal Hannover-Linden sowie an der Bahnstrecke Bremen–Hannover und den Bahnstrecken ins Ruhrgebiet bzw. nach Osnabrück.
Stadtgliederung [Bearbeiten]
Die Stadt besteht aus den beiden größten Stadtteilen Seelze (Kernstadt) und Letter (einschließlich des Wohngebietes Letter-Süd) sowie den Ortschaften Almhorst, Dedensen, Döteberg, Gümmer, Harenberg, Kirchwehren, Lathwehren, Lohnde und Velber. Ein großes Baugebiet befindet sich südlich von Seelze, Seelze-Süd (1207 Einwohner, Stand 31. Juli 2010),
Geschichte [Bearbeiten]
Der Ursprung der Stadt Seelze ist weitgehend unbekannt.
- 1625: Im Süden von Seelze findet eine militärisch bedeutungslose Schlacht im Dreißigjährigen Krieg statt, bei der Reitergeneral Michael von Obentraut im Herbst 1625 stirbt.
- 1630: Der hannoversche Bildhauer Jeremias Sutel erinnert mit einer von ihm selbst geschaffenen Sandsteinbüste an diesen Vorfall.
- 1847: Durch den Bau der Eisenbahnlinie von Hannover nach Minden erhält das Dorf Seelze die damals einzige Haltestelle zwischen Hannover „Centralbahnhof“ und Wunstorf.
- 1900: Eine erste Industrieansiedlung durch die chemische Fabrik von Eugen de Haën entsteht.
- 1902: Ein Zweigwerk der Hannoverschen Gummiwerke Excelsior geht in Betrieb.
- 1909: Einer der größten deutschen Rangierbahnhöfe entsteht.
- 1912 bis 1916: Bau des Mittellandkanals.
- 1931: Das Hannoversche Gummiwerk Excelsior muss wegen der Weltwirtschaftskrise wieder schließen und wird 1932 abgerissen.
Am 1. März 1977 wird die Gemeinde Seelze zur Stadt ernannt.[2]
Eingemeindungen [Bearbeiten]
Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Almhorst, Dedensen, Döteberg, Gümmer, Harenberg, Kirchwehren, Lathwehren, Letter, Lohnde und Velber eingegliedert.[3]
Politik [Bearbeiten]
Stadtrat [Bearbeiten]
Nach der Kommunalwahl vom 11. September 2011 setzt sich der Stadtrat seit dem 1. November 2011 wie folgt zusammen:[4]
| SPD | 17 Sitze |
| CDU | 13 Sitze |
| Grüne | 5 Sitze |
| BürgerForum | 2 Sitze |
| FDP | 1 Sitz |
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
Seelze unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
- Grand-Couronne, Frankreich, seit 1969
- Schkeuditz, Sachsen, seit 1990
- Mosina, Polen, seit 2000
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Kirchen [Bearbeiten]
Die evangelisch-lutherische Kirche St. Martin an der Martinskirchstraße, benannt nach Martin von Tours, wurde im 18. Jahrhundert erbaut. Ihre Kirchengemeinde gehört zum Stadtkirchenverband Hannover, zu ihr gehört auch das 2007 eingeweihte Gemeindehaus und ein Kindergarten neben der Kirche. Weitere evangelisch-lutherische Kirchengemeinden befinden sich in zu Seelze gehörenden Ortschaften.
Die katholische Kirche Heilige Dreifaltigkeit an der Südstraße wurde 1913 erbaut und im September 1913 von Bischof Adolf Bertram geweiht. 1969/70 wurde die Kirche erweitert, der Innenraum wurde 2001 vom Künstler Gerd Winner neu gestaltet. Ihre Kirchengemeinde gehört zum Dekanat Hannover, zu ihr gehört auch die neben der Kirche gelegene Kindertagesstätte St. Michael und eine Filialkirche in Letter.
Die Neuapostolische Kirche an der Straße "Sandrehre" wurde 2005 aufgegeben, das Gebäude dient heute profanen Zwecken.
Obentraut-Denkmal [Bearbeiten]
Zu Ehren des Reitergenerals Hans Michael Elias von Obentraut wurde 1630 in Seelze ein Denkmal an der Stelle errichtet, an der er während des Dreißigjährigen Kriegs am 25. Oktober 1625 im Kampf tödlich verwundet wurde. Das sechs Meter hohe Denkmal in Form einer Steinpyramide schuf der hannoversche Bildhauer Jeremias Sutel (1587–1631). 1989 wurden neben dem Denkmal ein Reitstiefel und ein Helm als übergroße Metallgegenstände aufgestellt. Sie weisen auf die Ausrüstungsteile hin, ohne die sich Obentraut der Sage nach in das Schlachtgetümmel gestürzt haben soll.
Obentraut kämpfte im Dreißigjährigen Krieg auf Seiten der Evangelischen Union. Nach der erfolgreichen Verteidigung von Nienburg/Weser wollte Obentraut die von Tillys Heer besetzte Festung Calenberg in Schulenburg nahe Pattensen im Handstreich nehmen. Dazu kam es nicht mehr, da es bei Seelze zwischen seiner Einheit mit 700 Reitern und 10.000 Mann von Tillys Heer zu einem Kampf kam. Als Obentraut davon erfuhr, soll er der Sage nach seiner Truppe so schnell zur Hilfe geeilt sein, dass er ohne Helm und nur mit einem Stiefel losritt. Im Gefecht wurde er von einer Kugel tödlich getroffen.
Grünflächen [Bearbeiten]
Vereine [Bearbeiten]
Sportvereine [Bearbeiten]
- SG Letter 05
- Bürgerschützen Seelze von 1848
- Schützengesellschaft Letter
- RSV Seelze
- TuS Seelze
- SG Seelze
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Dank der guten Verkehrsanbindung an Hannover und der Nähe zum VW-, Johnson Controls- und Continentalwerk hat sich Seelze mit seinen Ortsteilen zu einer typischen Schlafstadt entwickelt.
Verkehr [Bearbeiten]
Durch Seelze verläuft die B 441. Die Anschlussstelle Wunstorf-Luthe der BAB 2 liegt in unmittelbarer Nähe des Ortsteils Gümmer. Nicht weit vom Stadtteil Letter entfernt befindet sich die B6.
Seelze liegt an der Eisenbahnstrecke Wunstorf–Hannover, die Bahnhöfe Dedensen-Gümmer, Seelze und Letter werden von den S-Bahnlinien S1 Minden–Hannover Hbf–Haste und S2 Nienburg–Hannover Hbf–Haste bedient. Der Bahnhof Seelze wurde 1984 ortsnah neu angelegt, das alte Empfangsgebäude weiter östlich, am Ende der Bahnhofstraße, dafür aufgegeben. Gleichzeitig wurde der Bahnhof von zwei auf vier Bahnsteiggleise erweitert, so dass die Kapazität der Strecke erweitert wurde. In Seelze liegt der Rangierbahnhof Seelze, bei dem es sich um einen der größten deutschen Rangierbahnhöfe handelt.
Den Nahverkehr stellen Buslinien des Großraum-Verkehrs Hannovers (GVH) sicher.
Unternehmen [Bearbeiten]
Größter Arbeitgeber in Seelze ist eine Chemiefabrik der Firma Honeywell (ehemals Riedel-de Haën). In den Gewerbegebieten in Lohnde und Letter-Süd haben sich Handwerks- und Gewerbebetriebe angesiedelt.
-
Chemische Fabrik Honeywell
Katastrophenschutz [Bearbeiten]
Von September 2007 bis 2010 war in Seelze eine Schnelleinsatzgruppe Betreuung des Arbeiter-Samariter-Bundes mit einer Helferstärke von 13 Mann stationiert. Sie unterstand dem 20. Einsatzzug Barsinghausen. Helfer waren bei größeren Anlässen im Einsatz, wie der Fußball-Europameisterschaft 2008 in der Schweiz und Österreich, einigen Bombenevakuierungen in Hannover, sowie dem Coldplay-Konzert 2009, der Trauerfeier für den Nationaltorwart Robert Enke in Hannover. Ebenso waren sie jährlich beim Wochenende an der Jade in Wilhelmshaven im Einsatz.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Gebürtige Seelzer [Bearbeiten]
- Johann Egestorff (1772–1834), Industrieller
- Hermann Hansing (1908–1977), SPD-Politiker, Bremer Bürgerschafts- (1946–1953) und Bundestagsabgeordneter (1953–1972)
- Heinrich Aller (* 1947), SPD-Politiker, 1998–2003 niedersächsischer Finanzminister
mit Seelze verbunden [Bearbeiten]
- Hans Michael Elias von Obentraut (1574–1625), Reitergeneral, der im Dreißigjährigen Krieg im Kampf in Seelze starb
- Jeremias Sutel (1587–1631), Bildhauer; schuf das Denkmal für den General Hans-Michael Elias von Obentraut in Seelze
- Wilhelm Bachmann (1885–1933), Chemiker und Forscher, lebte hier
- Michael Thürnau (*1963), Fernseh- und Hörfunkmoderator, Entertainer und Fachbuchautor.
Siehe auch [Bearbeiten]
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen – Bevölkerungsfortschreibung (Hilfe dazu)
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 197.
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 196.
- ↑ Website Stadt Seelze
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