Barsinghausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Barsinghausen
Barsinghausen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Barsinghausen hervorgehoben
52.3030555555569.4605555555556142Koordinaten: 52° 18′ N, 9° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Region Hannover
Höhe: 142 m ü. NHN
Fläche: 102,65 km²
Einwohner: 33.090 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 322 Einwohner je km²
Postleitzahl: 30890
Vorwahlen: 05105, 05035, 05108
Kfz-Kennzeichen: H
Gemeindeschlüssel: 03 2 41 002
Stadtgliederung: 18 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Bergamtstraße 5
30890 Barsinghausen
Webpräsenz: www.barsinghausen.de
Bürgermeister: Marc Lahmann (CDU)
Lage der Stadt Barsinghausen in der Region Hannover
Region Hannover Niedersachsen Wedemark Burgwedel Neustadt am Rübenberge Burgdorf Uetze Lehrte Isernhagen Langenhagen Garbsen Wunstorf Seelze Barsinghausen Sehnde Hannover Gehrden Laatzen Wennigsen Ronnenberg Hemmingen Pattensen Springe Landkreis Hameln-Pyrmont Landkreis Schaumburg Landkreis Nienburg/Weser Landkreis Heidekreis Landkreis Celle Landkreis Peine Landkreis Gifhorn Landkreis HildesheimKarte
Über dieses Bild
Barsinghausen nach Merian-Kupferstich um 1650

Barsinghausen (niederdeutsch Basche[husen]) ist eine Stadt in der Region Hannover am an das Weserbergland grenzenden Höhenzug Deister. Barsinghausen gehört zum Calenberger Land.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Barsinghausen liegt am Höhenzug Deister im Übergangsgebiet zwischen den deutschen Mittelgebirgen und dem norddeutschen Tiefland. Die Stadt gehört administrativ zur Region Hannover und befindet sich im Calenberger Land, bei dem es sich um eine historische Landschaft südwestlich von Hannover handelt. Der Deister ist ein Naherholungsgebiet, das an das Weserbergland grenzt und ist in seinen Ausläufern vom Stadtzentrum nur ca. 200 Meter entfernt. Der Ort liegt innerhalb der Calenberger Lössbörde mit fruchtbaren Ackerböden.

Das Stadtgebiet weist zwischen Groß Munzel und dem Deisterkamm einen Höhenunterschied von mehr als 300 Metern auf. Die SGB Stadtentwicklungsgesellschaft Barsinghausen mbH greift im Logo die Zahl „142 üNN“ auf und verweist damit auf die Höhenunterschiede (Reliefenergie) im Stadtgebiet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Barsinghausen grenzt an Wunstorf, Seelze, Gehrden, Bad Nenndorf, Wennigsen (Deister) und Bad Münder am Deister und somit auch an Teile der Landkreise Hameln-Pyrmont und Schaumburg.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Blick vom Stemmer Berg über Großgoltern nach Barsinghausen und zum Deister

Die Stadt besteht aus den folgenden Stadtteilen (Einwohnerzahlen in Klammern):

Geschichte[Bearbeiten]

Ostseite des Deisters mit Fernmeldeturm Barsinghausen
Fernmeldeturm von der B65 gesehen

Besiedlung der Deistermulde und Klostergründung[Bearbeiten]

Werkzeugfunde belegen den Aufenthalt von Menschen im Gebiet des späteren Barsinghausen erstmals für die Jungsteinzeit. Zur Zeit der Völkerwanderung um 400 n. Chr. sind die Cherusker im Deister-Leine-Raum nachweisbar. Nach 500 n. Chr. erschließen Sachsen die Deistermulde. Im Frühmittelalter zählte das Siedlungsgebiet zum Marstemgau. Um 800 entstand die „Kokemühle“, eine Wassermühle zwischen den späteren Barsinghäuser Stadtteilen Barrigsen und Landringhausen.[2] Im späten 10. und frühen 11. Jahrhundert entstand die Isenburg als Wallburg bei Landringhausen. Ihre kaum noch sichtbaren Reste wurden 1982–1983 untersucht.[3]

Barsinghausen wurde erstmals urkundlich im Hochmittelalter (1193) im Zusammenhang der Gründung des Marienklosters erwähnt, damals noch unter dem Namen „Berkingehusen“. Andere Ortsteile sind urkundlich eher bezeugt wie etwa Kirchdorf, das in einer karolingischen Urkunde erstmals 892 genannt wird. Die älteste urkundliche Erwähnung des Ortes Goltern datiert auf das Jahr 1158 (Urkunde zur Abführung des Zehnten an Herzog Heinrich den Jüngeren von Bayern und Sachsen). 1225 wird der Ort Barrigsen erstmals urkundlich erwähnt.[2]

Im Hochmittelalter bildeten die Lössböden und zahlreichen Zuflüsse zur Südaue eine wichtige Grundlage für die Landwirtschaft und zahlreiche Mühlenbetriebe. Erstmals urkundlich erwähnt werden drei Mühlen in Egestorf im Jahr 1231. Zudem entstanden im Barsinghäuser Raum in dieser Zeit Rittergüter und Grundherrengüter als eigene Wirtschaftseinheiten.

Reformation, Bergbau und Industrialisierung[Bearbeiten]

Die Reformation führte 1542 zu einer kirchlichen Neuordnung im Kloster Barsinghausen. Ab dem 17. Jahrhundert erlangten neben den Bauern vor allem Steinhauer, die den Deistersandstein abbauten, an gesellschaftlicher Bedeutung. Der Barsinghäuser Bergbau erfuhr einen weiteren Aufschwung ab 1817, als zu den Abnehmern der Wealdensteinkohle die frühen Industriebetriebe um Hannover (beispielsweise in Linden) hinzukamen.

Im Jahr 1828 wurde die bisher selbstständige Gemeinde Altenhof eingemeindet. Einige Gebäude aus dieser Zeit sind in der heutigen Altenhofstraße noch erhalten. 1872 erhielt Barsinghausen durch die Strecke Haste–Weetzen (Deisterbahn) einen Eisenbahnanschluss an das Netz der Hannover-Altenbekener Eisenbahn, der hauptsächlich dem Transport dem Steinkohle-Bergbau im Deister diente. Im Jahr 1910 waren bereits 50 Prozent aller Erwerbstätigen Barsinghausens in den Bergwerken beschäftigt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte ein Bevölkerungswachstum in Barsinghausen aufgrund der Flüchtlingsströme ein. Nachdem die Preußische Bergwerks- und Hütten AG (heute: TUI) 1956/57 den Abbau der Steinkohle einstellte, siedelten sich andere Industriezweige in Barsinghausen an. Im Jahr 1969 erlangte Barsinghausen den Stadtstatus. Bis zu dessen Auflösung im Jahr 2004 gehörte Barsinghausen zum Regierungsbezirk Hannover.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Zusammenhang mit dem Hannover-Gesetz wurden am 1. März 1974 die bisher selbständigen Gemeinden Barrigsen, Goltern, Groß Munzel, Hohenbostel am Deister, Holtensen bei Wunstorf, Landringhausen, Langreder und Ostermunzel in die Stadt Barsinghausen eingegliedert.[4]

Ortsname[Bearbeiten]

Frühere Ortsnamen von Barsinghausen waren in den Jahren 1193 Berkingehusen, 1200-1204 Berzinghusen, 1203 Berchingehusen, 1213 Berscyngehusen, 1216 Berchsihusen, 1223-1225 Berkenhusen, 1228 Berkingehusen und 1229 Bercingehusen. Anscheinend besteht eine Verbindung zum Familiennamen "Berico", der von "bero", "bern" abgeleitet ist und "Bär", "Held", "Krieger" bedeutet. Daher bedeutet Barsinghausen sinngemäß "Bei den Häusern der Sippe des Beriko".[5]

Politik[Bearbeiten]

Rathaus

Rat der Stadt Barsinghausen[Bearbeiten]

Die 39 Sitze des Rates der Stadt Barsinghausen verteilen sich wie folgt:

  • SPD: 15 Sitze
  • CDU: 13 Sitze (12 + Bürgermeister)
  • Grüne: 7 Sitze
  • FDP: 2 Sitze
  • Unabhängige WählerGemeinschaft Barsinghausen: 2 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)

Stadtratsvorsitzender ist Bernd Gronenberg (SPD).

Bürgermeister[Bearbeiten]

Seit dem Tod von Bürgermeister Zieseniß (CDU) am 24. Juli 2012 war das Amt vakant. Die Wahl des Nachfolgers erfolgte gleichzeitig mit der Landtagswahl am 20. Januar 2013. Der Erste Stadtrat Marc Lahmann (CDU) entschied den Urnengang mit 40,9 % für sich. Der Erste Stadtrat ist in Barsinghausen Wahlbeamter mit befristeter Amtszeit. Lahmann war zuvor für die Stadt Nettetal tätig und hat diese Position nach kurzer Amtszeit auf Drängen der Politik zu Gunsten der Stadt Barsinghausen verlassen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Das Wappen[Bearbeiten]

Die obere Hälfte des Barsinghäuser Wappens zeigt ein Rotwild. Links unten ist ein Mühlstein zu sehen und rechts unten zwei Bergmanns-Werkzeuge (Schlägel und Eisen). Jeder Ortsteil von Barsinghausen hat sein eigenes Wappen.

Der Hirsch symbolisiert den Barsinghausen auf drei Seiten umgebenden Wald mit reichem Rotwildbestand. Bis zum Ersten Weltkrieg beruhte der Wohlstand Barsinghausens zum großen Teil auf dem Sandsteinvorkommen (Fabrikation von Schleifsteinen) und dem Bergbau. Daher sind Schleifstein sowie Schlägel und Eisen in das Wappen aufgenommen worden. Die schwarze Kohle, der goldene Sandstein und das Kloster im wildreichen grünen Wald begründen die alten Barsinghäuser Stadtfarben schwarz, gold und grün.

Das Logo der Stadt Barsinghausen greift ebenfalls den Hirsch auf, ergänzt durch den Stadtslogan „…hier geht´s bergauf!“.

Wappen der Ortsteile[Bearbeiten]

Jugendparlament[Bearbeiten]

In Barsinghausen gab es ein Jugendparlament, das von jugendlichen Bürgern gewählt wurde und diese vertrat. Die Idee zum Barsinghäuser Jugendparlament entstand im Frühjahr 2003 auf Vorschlag der Grünen Jugend, der Jungen Union und der Jusos. Jugendbürgermeister der Stadt Barsinghausen war Frederik Engelke. Aufgrund von Bewerbermangel für die dritte Legislaturperiode wurde das Jugendparlament aufgelöst.

Verwaltung[Bearbeiten]

Neben der allgemeinen Verwaltung gibt es einen Eigenbetrieb für Stadtentwässerung, dessen Betriebsführung durch die Stadtwerke Barsinghausen GmbH erfolgt. Wirtschaftsförderung, Grundstücksverkauf und Stadtmarketing sind bei der SGB Stadtentwicklungsgesellschaft Barsinghausen mbH angesiedelt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

In der Deister Freilichtbühne, einer der größten Waldbühnen in Niedersachsen, fand erstmals am 11. August 1931 eine Aufführung statt. Seitdem präsentieren jedes Jahr Laienschauspieler Stücke für Jung und Alt, die bis heute (2012) knapp eine Million Zuschauer hatten. Die Bühne selbst befindet sich in einem alten Steinbruch, in dem früher Sandstein abgebaut wurde, der beispielsweise im Leineschloss und in der Waterloosäule in Hannover verbaut wurde.

Museen[Bearbeiten]

Der Klosterstollen Barsinghausen ist heute als Besucherbergwerk zu besichtigen. Die Einfahrt in den Stollen mittels Grubenbahn dauert in etwa 15 Minuten, die ganze Führung, die einen Rundgang durch die Stollen beinhaltet, dauert 2 Stunden und ist für Gruppen ab 15 Personen möglich. Der Klosterstollen hat eine über 360 Jahre lange Geschichte. Erstmals erwähnt wurden Kohleabbauten im Jahre 1639 am Bröhn (Gemeinde Wennigsen). Derzeit (2012) befindet sich in der alten Waschkaue eine Ausstellung mit dem Titel „Energiegeladen – Wege der Steinkohle“.

Bauwerke / Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kloster und Klosterkirche[Bearbeiten]

Klostergebäude

Das Kloster Barsinghausen wurde im Jahre 1193 erstmals urkundlich erwähnt und ist somit das älteste der ehemals fünf Frauenklöster im Fürstentum Calenberg. Nachdem es im Dreißigjährigen Krieg stark zerstört wurde, konnte es erst in den Jahren 1700 bis 1704 wieder aufgebaut werden. Heute wird es von der Klosterkammer Hannover verwaltet und wird seit 1996 von Schwestern der evangelischen Kommunität geführt, deren Leben sich an den drei evangelischen Räten orientiert: Gütergemeinschaft, Ehelosigkeit und Gehorsam. An das Kloster angeschlossen ist die Klosterkirche, die zusammen mit dem Kloster entstand und als eine im Übergangsstil von der Romanik zur Gotik geprägte Hallenkirche errichtet wurde.

Windmühle Wichtringhausen[Bearbeiten]

Galerieholländer in Wichtringhausen

Bevor die jetzige Holländermühle im Jahr 1819 gebaut wurde, entstand im Jahr 1752, etwa 50 Meter entfernt, die erste Holländermühle der Region. Erbaut wurde diese vom Gutsherrn Langwerth von Simmern. Nachdem die erste Mühle im Jahr 1795 jedoch abbrannte, wurde 1819 der Neubau veranlasst, weil dem Gutsherren mit dem Entzug seiner Mahlkonzession gedroht wurde. Der Neubau führte jedoch zu Beschwerden des Wegebaumeisters, weil die Pferde auf der Landstraße Hannover-Minden (Heute B 65) scheuten. Aufgrund dessen wurde sie 1824 an den jetzigen Standort versetzt. Im Jahr 1873 ging die Mühle dann in den Besitz der Familie Weber über, die auch heute noch Besitzer ist. Der Mühlenturm, der aus sechs Stockwerken besteht, ist aus Deistersandstein gebaut worden und besitzt eine für diese Mühlenart typische Galerie. Die Mühle kann bei Veranstaltungen wie z. B. dem Mühlentag oder dem Entdeckertag der Region besichtigt werden.

Weitere[Bearbeiten]

Besucherbergwerk Klosterstollen
  • Zechenpark (Besucherbergwerk, Klosterstollen, Zechensaal)
  • Deister-Kohle-Pfad

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

  • Alte Taufe
  • Bössquelle
  • Forellenteich
  • Ziegenteich
  • Im Steinbruch Stemmen
  • Steinbrüche „Alte Schütten“
  • Kreuzbuche

Sport und Freizeit[Bearbeiten]

Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wurde die polnische Fußballnationalmannschaft im Barsinghäuser Sporthotel Fuchsbachtal einquartiert, wo schon des Öfteren die deutsche Fußballnationalmannschaft und andere Prominente untergebracht waren. Barsinghausen ist ebenfalls der Sitz vom NFV (Niedersächsischer Fußball-Verband). Die Niedersachsenmeisterschaften werden in der Karl-Laue Halle ausgetragen.

  • Tennisplätze
  • Deisterbad
  • Golterner Freibad
  • Waldstadion
  • August Wenzel-Stadion
  • Wander- und Radfahrwege im und um den Deister

Der größte Sportverein ist der TSV Barsinghausen. Die erste Fußballmannschaft, die ihre Heimspiele im Waldstadion austrägt, spielt derzeit in der Bezirksliga. Der TSV bietet auch weitere Sportarten wie Schwimmen, Badminton, Tischtennis, Basketball und Handball an. Die erste Herrenmannschaft hat ihren größten Erfolg Anfang der 90er Jahre mit der Niedersachsenmeisterschaft und damit verbunden den Aufstieg in die Regionalliga gefeiert. Sie stieg 2007 erneut auf.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Stadtfest, jedes letzte Wochenende im August
  • B.U.S. (Barsinghäuser Unternehmens-Schau), alle zwei Jahre
  • Autoschau, verbunden mit der Aufstellung des Maibaums
  • Sommer in der Stadt, das erste lange Wochenende im Juli
  • Weihnachtsmarkt in der Innenstadt

Religion[Bearbeiten]

Evangelisch-Lutherische Kirchen[Bearbeiten]

Klosterkirche Sankt Marien
Petruskirche Barsinghausen

Barsinghausen gehört mit der Großzahl seiner Gemeinden zum Kirchenkreis Ronnenberg und übergeordnet zur Hannoverschen Landeskirche. Nur die Kirchengemeinden von Groß Munzel und Landringhausen sind dem Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf untergeordnet, der jedoch auch zur Hannoverschen Landeskirche gehört.

  • Mariengemeinde Barsinghausen, Barsinghausen Süd
  • Petrusgemeinde, Barsinghausen Nord
  • Christus-Kirchengemeinde, Egestorf
  • Heilig-Kreuz-Kirchengemeinde, Kirchdorf
  • Kapellengemeinde, Langreder
  • St.-Blasius-Kirchengemeinde, Großgoltern
  • Thomaskirchengemeinde, Hohenbostel
  • Alexandri-Kirchengemeinde, Bantorf
  • St.-Michaelis-Kirchengemeinde, Groß Munzel
  • Kirchengemeinde Stemmen
  • Kapellengemeinde Göxe
  • St.-Severin-Gemeinde, Landringhausen

Katholische Kirche[Bearbeiten]

Die St.-Barbara-Kirchengemeinde ist die einzige katholische Kirchengemeinde auf Barsinghäuser Boden, sie umfasst rund 4400 Gemeindemitglieder aus allen Ortsteilen Barsinghausens und gehört zum Dekanat Hannover. Das Kirchengebäude, welches sich in Alt-Barsinghausen an der Ecke Hannoversche Straße / Kirchdorfer Straße befindet, wurde als siebeneckiger turmloser Zentralbau errichtet. Es trägt den Namen der heiligen Barbara von Nikomedien, der Schutzpatronin der Bergleute. Am 18. März 1984 wurde es von Bischof Josef Homeyer geweiht. Zuvor bestand bereits bis 1984 eine ebenfalls der heiligen Barbara geweihte Notkirche, sie wurde in einem Gebäude eingerichtet das als Kleiderfabrik geplant war und 1949 von der Kirche im Rohbauzustand erworben wurde. Von 1951 bis 1999 existierte eine weitere katholische Kirche im Stadtteil Groß Munzel.

Freikirchen[Bearbeiten]

  • Ev.-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), Kirchdorf
  • Neuapostolische Kirchengemeinde, Kirchdorf

Bildung & Soziales[Bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten]

Grundschulen[Bearbeiten]

  • Adolf-Grimme-Schule
  • Wilhelm-Stedler-Schule
  • Ernst-Reuter-Schule, Egestorf
  • Astrid-Lindgren-Schule
  • Albert-Schweitzer-Schule
  • Grundschule Groß Munzel
  • Wilhelm-Busch-Schule Hohenbostel
  • Grundschule Bantorf

Weiterführende Schulen[Bearbeiten]

  • Hannah-Arendt-Gymnasium (Ganztagsgymnasium)
  • Lisa-Tetzner-Schule (Haupt- und Realschule)
  • Goetheschule KGS Barsinghausen (Kooperative Gesamtschule)

Spezielle Schulen[Bearbeiten]

  • Bert-Brecht-Schule, Förderzentrum und Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen
  • Volkshochschule Barsinghausen

Stadtbücherei[Bearbeiten]

  • Barsinghausens Stadtbücherei ist mit rund 15.000 Medien (hauptsächlich Bücher, aber auch Hörbücher und CD-ROMs) ausgestattet. Untergebracht ist sie in einem Seitenflügel der Wilhelm-Stedler-Grundschule.
  • Im Schulzentrum Barsinghausen-Kirchdorf (Lisa-Tetzner-Schule und Hannah-Arendt-Gymnasium) befindet sich eine größere Schulbücherei, getrennt in Jugend- und SEK-II-Bücherei, die auch für alle Bürger zugänglich ist.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bis 1957 war das Steinkohlebergwerk der Preussag mit über 2000 Beschäftigten größter Arbeitgeber der Gemeinde; bereits seit dem Mittelalter wurde Deistersandstein gebrochen, der u. a. in Hannover am Welfenschloss, dem Opernhaus und dem Neuen Rathaus Verwendung fand. Um nach Schließung des Bergwerks neue Arbeitsplätze zu schaffen, wurden Werke von Teves (heute TRW Automotive) und Bahlsen angesiedelt. Wegen des großen Bedarfs der beiden Firmen kamen Anfang der 1960er Jahre aus Palencia (Spanien) viele Arbeitskräfte nach Barsinghausen. Weitere Arbeitgeber sind ein Werk der Mahle GmbH (Zulieferer der Automobilindustrie, wird Ende 2011 geschlossen), der Stahlgroßhändler Delta-Stahl sowie die Hauptniederlassung von Schollglas. Im Ortsteil Groß Munzel war eine Zuckerfabrik der Nordzucker AG ansässig, die nach der Rübenkampagne 2006 auf Grund der Neuordnung des Europäischen Zuckermarktordnung geschlossen und bis 2011 abgerissen wurde.

Die Marktstraße im Zentrum wurde ab 1976 zur Fußgängerzone umgebaut. Im Jahr 2011 wurde der „Thie", der zentrale Platz der Fußgängerzone, neu gestaltet und mit einer neuen, in den Boden integrierten Brunnenanlage und modernen Unterflurverteilern versehen. Die Unterflurverteiler bieten Strom und Wasserversorgung für Veranstaltungen und den Markt in der Innenstadt. Im Gebäude des ehemaligen Kaufhauses Ballin am westlichen Ende der Fußgängerzone befindet sich seit 2006 eine Filiale der Textilhauskette C&A. Weitere Filialisten haben sich neben inhabergeführten Geschäften in der Marktstraße angesiedelt und bieten zusammen mit der Gastronomie einen attraktiven Branchenmix und eine hohe Aufenthaltsqualität. Vom Thie ist das Kloster nur ca. 100 m entfernt, das Naherholungsgebiet Deister nur ca. 300 m.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Die beiden Silotürme des Bahlsen-Werkes 3 sind durch Neubauten ersetzt
  • Stadtsparkasse Barsinghausen
  • Bahlsen GmbH & Co KG, Werk 3 des Nahrungsmittelherstellers
  • Deister Electronic GmbH, Security & Safety
  • TRW Automotive GmbH, Zweigwerk der Ventilproduktion des Automobilzulieferers TRW
  • Schollglas GmbH (Schollglas Dienstleistungs- und Entwicklungsgesellschaft GmbH)
  • Philipp Aug. Weinaug Verlag und Neue Medien GmbH
  • Vision GmbH Lasertechnik, Produktion und Entwicklung von Industrie- und Medizinlasern
  • Lyreco, Handel mit Bürobedarf (Firmensitz (ab August 2009) und Logistikzentrum)
  • Bergmann Automotive GmbH, Zylinderlaufbuchsenherstellung
  • Kerntech GmbH, Ingenieurbüro, Schwingungs- u. Körperschallüberwachung, Maschinendiagnose
  • Delta-Stahl GmbH
  • PRIMAGAS GmbH
  • VD2-Shops NKW GmbH & Co. KG, Verwaltung von 17 Vodafone Partneragenturen in der Region

Verkehr[Bearbeiten]

Schienen- und öffentlicher Personenverkehr[Bearbeiten]

Ehemaliges Bahnhofsgebäude Barsinghausen

Der Bahnhof Barsinghausen ist einer von insgesamt fünf Bahnhöfen, die das Stadtgebiet von Barsinghausen an das Schienennetz der Deutschen Bahn anschließen. Nach einer Umbauphase wird der Bahnhof vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) betrieben und wird neben Schulungsräumen eine Freiwilligenagentur und die Touristeninformation beherbergen. Die weiteren Bahnhöfe, die auch an der Deisterbahn liegen, sind die Bahnhöfe von Egestorf, Kirchdorf, Winninghausen und Bantorf. Von hier aus verkehren die S-Bahn Züge der Linien S1 und S2 im Halbstundentakt in Richtung Landeshauptstadt Hannover und Haste.

Ebenso verfügt Barsinghausen über einen Busbahnhof (ZOB), der sich direkt neben dem Bahnhof der Deutschen Bahn (DB) in Barsinghausen befindet. Von dort aus verkehren einige Regionalbuslinien in die umliegenden Gemeinden. Darüber hinaus besteht seit 1996 in der Kernstadt Barsinghausen ein Stadtbusnetz mit zwei Linien.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde von der Straßenbahn Hannover AG (ab 1921: üstra) die Straßenbahnlinie 10 eröffnet, die 1898 zunächst von Hannover über Empelde, Benthe bis Gehrden verlief. Im Jahr darauf wurde die Linie über Leveste, Langreder, Egestorf bis Barsinghausen verlängert. Bis November 1953 wurde die Straßenbahn auch zur Güterbeförderung (Kartoffeln/Getreide/Rüben/Steine/Kohle) eingesetzt. Die Personenbeförderung war bereits im Jahr zuvor der Buslinie O 10 übertragen worden. (siehe auch: Geschichte der Straßenbahn in Hannover)

Straßenverkehr[Bearbeiten]

An der nordwestlichen Stadtgrenze liegt die Bundesautobahn 2 (BAB 2), die Barsinghausen von Bad Nenndorf und Wunstorf trennt. Die Bundesstraße 65 von Osnabrück über Minden und Stadthagen verläuft in west-östlicher Richtung durch das Stadtgebiet in Richtung Hannover/Peine. Die Landesstraße 401 führt in Egestorf über den Nienstedter Pass (277 m) in den Landkreis Hameln-Pyrmont.

Seit August 2006 ist die nördliche Umgehungsstraße fertiggestellt, die für eine Entlastung der zentralen Ortsteile Barsinghausen, Kirchdorf und Egestorf vom Querverkehr zwischen BAB 2 und der Bundesstraße 217 in Richtung Hameln sorgt.

Rundfunk[Bearbeiten]

In Barsinghausen befindet sich der Fernmeldeturm Barsinghausen.

Medien[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Barsinghausen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Barsinghausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. a b Calenberger Zeitung vom 6. Oktober 2006 S. 4
  3. Hans-Wilhelm Heine: Frühe Burgen und Pfalzen in Niedersachsen. Von den Anfängen bis zum frühen Mittelalter. Hildesheim 1991. Seite 41 bis 44
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 196.
  5. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen. Recherche Jürgen Udolph.