Segovia

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Segovia (Begriffsklärung) aufgeführt.
Segovia
Blick auf Segovia mit Kathedrale
Blick auf Segovia mit Kathedrale
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Segovia
Segovia (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Kastilien-León
Provinz: Segovia
Comarca: Capital y Área Metropolitana
Koordinaten 40° 57′ N, 4° 7′ W40.949444444444-4.11916666666671002Koordinaten: 40° 57′ N, 4° 7′ W
Höhe: 1002 msnm
Fläche: 163,6 km²
Einwohner: 54.309 (1. Jan. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 331,96 Einw./km²
Postleitzahl: 40001-40006
Gemeindenummer (INE): 40194 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Offizielle Webpräsenz
Lage der Stadt
Segovia, Spain location.png

Segovia [seˈɣoβja] ist eine Stadt in Spanien mit 54.309 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) und zugleich der Verwaltungssitz der gleichnamigen Provinz Segovia in Kastilien-León. Sie ist auch Sitz des römisch-katholischen Bistums Segovia. In der Stadt befindet sich auch ein Campus der Universität Valladolid und ein Standort der privaten IE University.

Segovia zählt zusammen mit Toledo und Ávila zu den drei historischen Metropolen in der Umgebung der spanischen Hauptstadt.

Der Name Segovia leitet sich vom keltiberischen Namen Segobriga ab, wobei keltiberisch -brig „Burg“ bedeutet. Übersetzt heißt der Name etwa „Siegeshöhe“.

Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt etwa 90 Kilometer (Fahrtstrecke) nordwestlich von Madrid auf einer etwa 1.000 Meter hohen Felszunge, die sich von Ost nach Westen ausdehnt. Nördlich der historischen Altstadt fließt der Fluss Eresma, südlich der Westspitze fließt der Fluss Clamores. Beide Flüsse fließen am Fuß des Alcázar zusammen, der Burganlage im nordwestlichen Zipfel der von einer Befestigungsanlage umgebenen Altstadt. Im Südosten und Süden öffnet sich die Stadt zu den Ansiedlungen und Neubaugebieten.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1960 1970 1981 1991 2001 2010
Einwohner 33.360 41.880 53.237 57.617 54.368 55.748

Bei der ersten Volkszählung in Spanien im Jahr 1842 hatte Segovia nur knapp über 6.600 Einwohner; gegen Ende des 19. Jahrhunderts waren es bereits etwa 15.000.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Stadt fungierte immer schon als handwerkliches, merkantiles und kulturelles Zentrum für die Orte in ihrer Umgebung. Mehrere regionale und überregionale Ausbildungsstätten, Bibliotheken sowie mehrere Krankenhäuser schaffen ebenfalls Arbeitsplätze. Es gibt nur kleinere Industriebetriebe (Bau- und Möbelindustrie, Metallverarbeitung). Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts ist der Tourismus (Hotels, Restaurants, Museen etc.) eine der wichtigsten Einnahmequellen der Stadt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Legende nach wurde Segovia von Herkules dem Ägypter, einem Urenkel Noahs, um das Jahr 1076 v. Chr. gegründet. Im ersten Jahrtausend v. Chr. siedelten hier die Vakkäer (Vaccaei). Plinius berichtet von dem Widerstand dieses Volkes gegen die Römer um 80 v. Chr. Segovia trat als Stadt in Erscheinung, in der zuvor eine keltische Burg existiert haben muss, von der aus der große Widerstand gegen die Römer ausging. Die Stadt wurde dennoch eingenommen.[2]Danach begann der Aufbau als römische Stadt, die ihren römischen Namen behalten hat. Der Ort wurde wichtiger Heeresstützpunkt der Römer an einer zentralen Route von Norden nach Süden. Aus dem 1./2. Jahrhundert n. Chr. stammt der römische Aquädukt von Segovia.[3]

In der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts wurde Segovia Teil des Westgotenreichs. Die bereits zur Römerzeit begonnene Christianisierung der Region kam zum Abschluss.

In der Zeit von 714 bis ins 11. Jahrhundert war Segovia in maurischem Besitz. Die islamische Eroberung spiegelt sich – aus der Perspektive der Reconquista – in der Geschichte von San Frutos und seinen Geschwistern. Im Jahr 1085 eroberte Alfons VI. die Stadt. Vom 13. bis zum 15. Jahrhundert war sie Königsresidenz; 1474 wurde hier Isabella zur Königin von Kastilien ausgerufen.

Im Jahr 1520 schloss sich Segovia dem Comuneros-Aufstand an. Trotz dessen Niederlage verzeichnete die Stadt wirtschaftliche Erfolge, so dass die Bevölkerung Ende des 16. Jahrhunderts auf 27.000 Einwohner angewachsen war. Im 17. Jahrhundert folgte ein wirtschaftlicher Niedergang, am Ende des Jahrhunderts war die Bevölkerungszahl auf 8.000 Einwohner gesunken.

Während der Napoleonischen Kriege auf der Iberischen Halbinsel wurde die Stadt im Jahr 1808 geplündert.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Alcázar von Segovia (von Westen)
Alcázar von Segovia (von Osten)

Der historische Stadtkern von Segovia mit seinen Kirchen und zahlreichen Monumenten und Profanbauten ist besonders sehenswert und gehört seit 1985 zum UNESCO-Welterbe.

Zu den Hauptsehenswürdigkeiten zählen die Burganlage im Westen. Der Alcázar ist eine Palastfestung, die sich über dem Zusammenfluss der Flüsse Eresma und Clamores erhebt.

Die spätgotische Kathedrale im Zentrum der Altstadt wurde auf Anordnung Kaiser Karls V. von 1525 bis 1577 errichtet. Die 67 Meter überspannende Vierungskuppel und der 88  Meter hohe schlanke Turm stammen in ihrer heutigen Form aus dem 17. Jahrhundert.

Der Aquädukt im Osten der Altstadt ist 28 Meter hoch und 728 Meter lang. Er hat 118 Bögen und stammt aus dem 1./2. Jahrhundert n. Chr. Er versorgte bis in die 1970er Jahre die Stadt mit Wasser aus dem über 18 km weit entfernten Fluss Río Frío.

Die im 14. Jahrhundert erbaute Puerta de San Andrés sowie der Torre de Lozoya sind Teil der ehemaligen Stadtbefestigung.

Der eigenartige Renaissancebau der Casa de los Picos stammt aus dem ausgehenden 15. Jahrhundert.

Innerhalb der Altstadt stehen mehrere romanische Kirchen – die meisten von Ihnen haben eine durch Arkaden geöffnete Südvorhalle (portico oder galería porticada), über deren ehemalige Funktion (Gerichtshalle, Versammlungsort, Wandelgang etc.) Unklarheit besteht. Insbesondere sind zu nennen die Kirchen: San Clemente, San Esteban, San Juan de los Caballeros, San Lorenzo, San Martín, San Millán und Santísima Trinidad, aber auch die Kirchen San Andrés, San Justo, San Nicolás, San Quirce und San Sebastián sind durchaus sehenswert.

Umgebung
  • Die etwa einen Kilometer außerhalb der Stadt gelegene zwölfeckige Kirche Vera Cruz wurde 1208 gegründet. Leider weiß man nicht genau, durch wen. Oft wird der Orden der Tempelritter genannt, wahrscheinlicher ist aber der kastilische Orden vom Heiligen Grab (Orden del Santo Sepulcro).
  • Die schönste Aussicht auf die Stadt hat man vom einige Kilometer vom Stadtkern entfernt gelegenen Parador, der staatlichen Hotelkette Spaniens.
  • Sehenswert ist auch der etwa elf Kilometer südöstlich gelegene Palacio Real von La Granja. Der Palast ist nach dem Vorbild des Schlosses von Versailles errichtet und ist umgeben von einem Park, dessen Brunnen und Wasserspiele alle ohne zusätzliche Pumpen durch einen höhergelegenen See mit Wasser versorgt werden.
  • Etwa 14 Kilometer südwestlich der Stadt liegt der Königliche Palast von Riofrío.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Segovia unterhält Städtepartnerschaften mit

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Segovia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero de 2013. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Vgl. die Angaben in: Ganz Segovia, Editorial Escludo de oro, S.A., 5. Ausgabe, ISBN 84-378-1559-2
  3. Hans-Peter Burmeister: Zentralspanien und Madrid, S. 135f. Dumont, Köln 2001, ISBN 3-7701-3458-3.