Segovia

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Segovia (Begriffsklärung) aufgeführt.
Segovia
Blick auf Segovia mit Kathedrale
Blick auf Segovia mit Kathedrale
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Segovia
Segovia (Spanien)
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Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Kastilien-León
Provinz: Segovia
Comarca: Capital y Área Metropolitana
Koordinaten 40° 57′ N, 4° 7′ W40.9494272-4.11920921002Koordinaten: 40° 57′ N, 4° 7′ W
Höhe: 1002 msnm
Fläche: 163,6 km²
Einwohner: 54.945 (1. Nov. 2011)[1]
Bevölkerungsdichte: 335,85 Einw./km²
Postleitzahl: 40001-40006
Gemeindenummer (INE): 40194 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Bürgermeister: Pedro Arahuetes (PSOE)
Offizielle Webpräsenz
Lage der Stadt
Segovia, Spain location.png

Segovia [seˈɣoβja] ist eine Stadt in Spanien mit 54.945 Einwohnern (Stand 1. November 2011) und zugleich der Verwaltungssitz der gleichnamigen Provinz Segovia in Kastilien-León. Sie ist auch Sitz des römisch-katholischen Bistums Segovia. In der Stadt befindet sich auch ein Campus der Universität Valladolid.

Der Name Segovia leitet sich vom keltiberischen Namen Segobriga ab, wobei keltiberisch -brig „Burg“ bedeutet. Übersetzt heißt der Name etwa Siegeshöhe.

Inhaltsverzeichnis

Geographie [Bearbeiten]

Die Stadt liegt etwa 90 Kilometer nordnordwestlich von Madrid auf einer 1.000 Meter hohen Felszunge, die sich von Ost nach Westen ausdehnt. Nördlich der historischen Altstadt fließt der Fluss Eresma, südlich der Westspitze fließt der Fluss Clamores. Beide Flüsse fließen am Fuß des Alcazar zusammen, der Burganlage im nord-westlichen Zipfel der Altstadt. Die Altstadt wird durch die alte Befestigungsanlage umgeben. Im Süd-Osten und Süden öffnet sich die Stadt zu den Ansiedlungen und Neubaugebieten.

Segovia zählt zusammen mit Toledo und Ávila zu den drei historischen Metropolen in der Umgebung der spanischen Hauptstadt.

Geschichte [Bearbeiten]

Der Legende nach wurde Segovia von Herkules dem Ägypter, einem Urenkel Noahs, um das Jahr 1076 v. Chr. gegründet. Im ersten Jahrtausend v. Chr. siedelten hier die Vakkäer (Vaccaei). Plinius berichtet von dem Widerstand dieses Volkes gegen die Römer um 80 v. Chr. Segovia trat als Stadt in Erscheinung und dass zuvor eine keltische Burg existiert haben muss, von der aus der große Widerstand gegen die Römer ausging. Die Stadt wurde aber eingenommen.[2]Danach begann der Aufbau als römische Stadt, die ihren römischen Namen behalten hat. Der Ort wurde wichtiger Heeresstützpunkt der Römer an einer zentralen Route von Norden nach Süden. Aus dem 1./2. Jahrhundert n. Chr. stammt das römische Aquädukt von Segovia.[3]

In der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts wurde Segovia Teil des Westgotenreichs. Die bereits zur Römerzeit begonnene Christianisierung der Region kam zum Abschluss.

In der Zeit von 714 bis ins 11. Jahrhundert war Segovia in maurischem Besitz. Die islamische Eroberung spiegelt sich – aus der Perspektive der Reconquista – in der Geschichte von San Frutos und seinen Geschwistern. 1085 eroberte Alfons VI. die Stadt. Vom 13. bis zum 15. Jahrhundert war sie Königsresidenz. 1474 wurde hier Isabella zur Königin von Kastilien ausgerufen.

1520 schloss sich Segovia dem Comuneros-Aufstand an. Trotz dessen Niederlage verzeichnete die Stadt wirtschaftliche Erfolge, so dass die Bevölkerung Ende des 16. Jahrhunderts auf 27.000 Einwohner angewachsen war. Im 17. Jahrhundert folgte ein wirtschaftlicher Niedergang – am Ende des Jahrhunderts war die Bevölkerungszahl auf 8.000 Einwohner gesunken.

Während der Napoleonischen Kriege auf der Iberischen Halbinsel wurde die Stadt 1808 geplündert.

Bevölkerungsentwicklung von Segovia zwischen 1991 und 2010
1991 1996 2001 2004 2007 2010
54.375 54.287 54.368 55.586 56.047 55.748

Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Der römische Aquädukt
Blick auf die Kathedrale von Segovia
Alcázar von Segovia

Der historische Stadtkern von Segovia ist mit seinen über 20 romanischen Kirchen und seinen zahlreichen Monumenten und einigen romanischen Profanbauten besonders sehenswert und gehört seit 1985 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Zu den Haupt-Sehenswürdigkeiten zählen die Burganlage im Westen (Alcazar), die Kathedrale im Zentrum der Altstadt sowie der historische Aquädukt im Osten der Altstadt.

  • Der berühmte 28 Meter hohe und 728 Meter lange antike römische Aquädukt mit seinen 118 Bögen stammt aus dem 1./2. Jahrhundert n. Chr. Er versorgte bis in die 1970er Jahre die Stadt mit Wasser aus dem über 18 km weit entfernten Fluss Río Frío. Er gehört zusammen mit der Altstadt seit 1985 zum UNESCO-Welterbe.
  • Die spätgotische Kathedrale von Segovia wurde auf Anordnung Kaiser Karls V. von 1525 bis 1577 errichtet. Die 67 Meter überspannende Vierungskuppel und der 88  Meter hohe schlanke Turm stammen in ihrer heutigen Form aus dem 17. Jahrhundert.
  • Der Alcázar ist eine Palastfestung, die sich über dem Zusammenfluss der Flüsse Eresma und Clamores erhebt.
  • Die zwölfeckige Vera Cruz wurde 1208 gegründet. Leider weiß man nicht genau, durch wen. Oft wird der Orden der Tempelritter genannt, wahrscheinlicher ist aber der kastilische Orden vom Heiligen Grab (Orden del Santo Sepulcro).
  • Die schönste Aussicht auf die Stadt hat man vom einige Kilometer vom Stadtkern entfernt gelegenen Parador, der staatlichen Hotelkette Spaniens.
  • Sehenswert ist auch der Palacio Real von La Granja. Der Palast ist nach dem Vorbild des Schlosses von Versailles errichtet und ist umgeben von einem Park, dessen Brunnen und Wasserspiele alle ohne zusätzliche Pumpen durch einen höhergelegenen See mit Wasser versorgt werden.
  • Südwestlich außerhalb der Stadt liegt der Palacio Real von Riofrío.

Städtepartnerschaften [Bearbeiten]

Segovia unterhält Städtepartnerschaften mit

Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Segovia – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Censos de Población y Viviendas 2011. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Volkszählungsergebnisse).
  2. Vgl. die Angaben in: Ganz Segovia, Editorial Escludo de oro, S.A., 5. Ausgabe, ISBN 84-378-1559-2
  3. Hans-Peter Burmeister: Zentralspanien und Madrid, S. 135f. Dumont, Köln 2001, ISBN 3-7701-3458-3.