Arthur Illies

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Arthur Illies, 1905

Arthur Illies (* 9. Februar 1870 in Hamburg; † 27. Mai 1952 in Lüneburg) war ein deutscher Maler und Grafiker. In der Zeit des Nationalsozialismus war er Repräsentant der sogenannten Deutschen Kunst.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illies wurde als Sohn eines Hamburger Kaufmanns geboren. Nach dem Besuch des Johanneums, eines humanistisches Gymnasiums in Hamburg, begann er zunächst eine Lehre als Dekorationsmaler. 1889, nach seiner Gesellenprüfung, studierte Illies in München Kunst. Er war vom Wintersemester 1890 an Schüler bei Johann Caspar Herterich. 1892 kehrte er auf Anraten des hamburgischen Kunsthallendirektors Alfred Lichtwark nach Hamburg zurück. Obwohl er in verschiedenen Gebieten der Malerei aktiv war, gelten insbesondere seine Landschaftsmalereien in den Formen des Jugendstils als herausragend. Auch auf dem Gebiet der Druckgrafik hat er sich mit originellen Darstellungen und innovativen Drucktechniken einen Namen gemacht.

1897 war Illies Mitbegründer des Hamburgischen Künstlerklubs, dessen Plakate und Grafikmappendeckel er größtenteils entwarf. Ab 1908 war er Dozent an der Staatlichen Kunstgewerbeschule in Hamburg. Für den „Alsterverein“, zu dessen Gründungsmitgliedern Illies gehörte, als er von 1898 bis 1910 in Lemsahl-Mellingstedt wohnte, entwarf er das Logo und Plakate, sowie Wegemarken für den neugeschaffenen Alsterwanderweg. Illies entwarf auch Diplome sowie das Signet der Gesellschaft zur Förderung der Amateurphotographie in Hamburg (Ernst Juhl).

1900 heiratete Illies Minna Schwerdtfeger. Sie starb 1901 bei der Geburt der Tochter Helga. Vier Jahre später heiratete er Georgie Rabeler, die er als Dozent in Valeska Rövers Malschule für Damen kennengelernt hatte; aus dieser Ehe stammten die Kinder Kurt, Herta, Harald und Anke.

1908 wurde Arthur Illies an die Kunstgewerbeschule Hamburg als Lehrer einer Klasse für Figuren- und Aktmalerei berufen, wo er 1926 den Professorentitel erhielt.

Seine frühe Malerei ist von Stilversuchen und unterschiedlichen Sujets geprägt. Es finden sich in seinem Frühwerk impressionistische und naturgetreuere Gemälde. Nach 1900 entstanden stilisierende, dekorative und um 1912 auch in fauvehaften Farben gesetzte pointillistische Bilder. Seine Themen waren vielfältig. Es entstanden Landschaften, Tierstudien und Straßenszenen Hamburgs, Bilder von der See, Nixen- und Märchenbilder sowie Aktstudien und eine große Zahl Porträts.

Im Ersten Weltkrieg kam Illies als Kriegsmaler an die Ostfront nach Russland. Hier entstand eine Reihe von Bildern, die 1918 an der Kunstgewerbeschule in Hamburg ausgestellt wurden. Nach Ende des Krieges wandte er sich auch der religiösen Malerei zu. Gleichzeitig entstanden Serien norddeutscher historischer Städte. 1924 wurde Illies Mitglied der Hamburger Freimaurerloge Zum Pelikan. Er war zudem Mitglied im Hamburger Künstlerverein von 1832.

Illies war auch in der Zeit des Nationalsozialismus ein gefragter Maler der sogenannten Deutschen Kunst. Er war Mitglied im von Alfred Rosenberg geleiteten Kampfbund für deutsche Kultur.[1] Nach seiner Pensionierung 1933 zog er 1934 zunächst nach Ochtmissen und später in die Stadt Lüneburg. 1935 erstellte er Entwürfe für die „Ruhmeshalle“ im Lübecker Holstentor mit marschierenden NS-Kolonnen.[1] Seit 1941 war er mehrfach auf den Großen Deutschen Kunstausstellungen im Münchener Haus der Kunst mit Gemälden vertreten, darunter mit einem Ölgemälde Heimkehr der Flotte der Legion Condor.[1]

1945 bekam er Sehstörungen. Er beschäftigte sich jetzt fast nur noch mit Stillleben. 1956 wurde ein großer Teil seiner Werke im „Alten Kaufhaus“ in Lüneburg durch Brandstiftung zerstört.

Werke von Illies hängen vor allem in der Hamburger Kunsthalle und im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg, aber auch in Berlin, Bremen, Dresden, Essen, Hagen in Westfalen, Köln und Weimar. Auch das Museum für das Fürstentum Lüneburg ist im Besitz einiger Werke. Sie wurden dem Museum durch die Arthur und Georg Illies Familienstiftung übergeben.

Nach ihm wurde eine Brücke über die Alster in Hamburg und der Illiesweg benannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, S. 276.