Baozi

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Baozi
包子
Baopic02.jpgBaozi im Dampfkorb aus Bambus, 2016
Chinesische Bezeichnung
Hanzi
Pinyin Bāozi
Zhuyin ㄅㄠㄗㄧ·
Jyutping Baau1zi2
POJ pau-á
Regionale Bezeichnung
Kantonesisch
Hanzi
Jyutping Zung1sik1baau1
Hokkien
Hanzi
POJ Sio-pau
Hanzi
POJ Bah-pau

Baozi (chinesisch 包子, Pinyin bāozi, Jyutping baau1zi2 – „gefüllter Hefekloß“; Hokkien 燒包 / 烧包, shāobāo, Pe̍h-ōe-jī Sio-pau – „heißer Hefekloß“) ist eine gedämpfte, gefüllte Teigtasche. Es ist in China beliebt und überall verbreitet. Baozi existiert in den verschiedenen chinesischen Küchen sowohl als Gericht zur Hauptmahlzeit – insbesondere in Nordchina – als auch Imbiss oder Dimsum zur Zwischenmahlzeit – meist in Südchina. Ein Baozi ist dem chinesischen Mantou sehr ähnlich, welcher keine Füllung hat und kann in China zu allen Mahlzeiten gegessen werden – oft zum Frühstück. Die Füllung variiert von Region zu Region stark und kann sowohl aus FleischRind-, Schweine- und Lammfleisch selten auch Eselsfleisch oder Meeresfrüchte als auch aus vegetarischen Zutaten wie roter Bohnenpaste (Adzukibohnenpaste), verschiedene Gemüsearten, wie z. B. Pak Choi, Kailan, Chinakohl, Jiucai, Mungbohnensprossen, Bambussprossen oder Shiitake-Pilze bestehen.

Einteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vegetarischer Baozi, 2016

Allgemein kann man Baozi auch nach dessen Größe als Dàbāo大包 – „großer Baozi“ – Durchmesser bis etwa 10 cm – oder als Xiǎobāo小包 – „kleiner Baozi“ – Durchmesser bis etwa 5 cm – unterschieden werden. Baozi kann beispielsweise auch eingeteilt werden nach dessen Füllung in:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einer Legende nach wurde das Baozi von dem Militärstrategen Zhuge Liang im zweiten Jahrhundert nach Christus erfunden.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als kulinarischer Kulturexport durch Auslandschinesen ist das chinesische Baozi in verschiedenen Ländern Ost- und Südostasiens seit Jahrhunderten bekannt.

  • In Japan ist Baozi aus China allgemein unter dem Begriff Chūkaman中華まん, auch 中華饅 – bekannt, wörtlich für chinesische Hefeklöße. In der ältesten chinesischen Diaspora Japans in Nagasaki ist beispielsweise die Baozi-Speise Kakuni Manjū角煮饅頭 aka Guàbāo割包 / 刈包, Pe̍h-ōe-jī koah-pau – schon seit Jahrhunderten bekannt.
  • In Kambodscha heißt die hausgemachte Imbissspeise Num Bao, die oft auch als Streetfood anzutreffen ist.
  • In Myanmar ist Baozi als Imbiss Pauk-si包子, bāozi, Jyutping baau1zi1 – weit verbreitet.[1][2]
  • In Thailand nennt man chinesische Baozi Salapao燒包 / 烧包, shāobāo, Pe̍h-ōe-jī sio-pau.
  • In Vietnam ist das dort als Bánh bao餅包 – bekannte Baozi eine lokale kulinarische Entwicklung des Dàbāo大包 – „großer Baozi“ durch eingewanderte Kantonesen.
  • In Indonesien wurde durch die dortige chinesische Minderheit, deren Mitglieder großteils aus Fujian stammen, das chinesische Baozi – 包子, bāozi, Jyutping baau1zi1, Pe̍h-ōe-jī pau-á – in die dortige lokale Küche eingeführt und als fester Bestandteil integriert. Das indonesische Bapao (auch Bahpau oder Bakpau肉包, ròubāo, Jyutping juk6baau1, Pe̍h-ōe-jī bah-pau) – stammt ursprünglich von der regionalen Hokkien-Bezeichnung aus der chinesischen Minyu-Region in Süd- und Ostchina. Neben der üblichen Fleischfüllung wird Bapau in Indonesien auch gern mit einer süßen oder vegetarischen Füllung ergänzt, wie beispielsweise Schokolade, Marmelade oder Süßkartoffeln. Die Niederlande brachten schließlich das Bapao als ehemalige Kolonialmacht Indonesiens (siehe Niederländisch-Indien) nach Europa.
  • In Malaysia mit seiner langen Geschichte der Diaspora-Gemeinde von Auslandschinesen aus Fujian kennt die einheimische Küche Malaysias diese Speise als pau, bāo, Jyutping baau1, Pe̍h-ōe-jī pau. Das malayische pau kann mit Kartoffel-, Hühnchen- oder Rindfleisch-Curry gefüllt werden. Manche Füllungen enthalten auch Eier als Zutat. Pau wird als Halal-Speise angeboten, da ein Großteil der Bevölkerung Malaysias muslimischen Glaubens ist. Es ist vergleichbar beliebt wie das Karipap und wird in Imbisse als Zwischenmahlzeit und auf Nachtmärkten sowie auf Straßen verkauft.
  • In den Philippinen nennt man Baozi der dortigen chinesischstämmige Minderheit Siopao燒包 / 烧包, Pe̍h-ōe-jī sio-pau – wiederum ist eine Bezeichnung mit etymologischer Abstammung aus dem Hokkien-Regiolekt der Fujian-Region Chinas. Die Variation der Füllungen des philippinischen Siopaos reicht traditionell von Hühner- über Schweinefleisch bis zu salzig eingelegten Enteneiern. In der dortigen Diaspora werden neue Zutaten wie lokaler Fisch, Shrimps, Fleischklößchen, Schokolade und sogar Käse genutzt.

Baozi (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bild Name1 Langz. Kurzz. Alternativ Füllung Bemerkung
Char siu bao.jpg Chāshāobāo 叉燒包 叉烧包 Hawaii:
Manapua
Fleisch Kantonesische Küche: Chāshāo叉燒 / 叉烧, Jyutping caa1siu1, Yale chāsīu – „gegrilltes Schweinefleisch nach kantonesischer Art“ – im Westen meist als Chasiu / Charsiu2 bekannt.
Goubulibunscooking.JPG Gǒubulǐ Bāozi 狗不理包子 狗不理包子 狗不理
Gǒubulǐ3
Fleisch, Brühe, Gemüse und Pilze Eine der bekanntesten Baozi-Varianten nach Tianjin-Art; wörtlich übersetzt heißt es „Das Baozi, das die Hunde ignorieren“.[3][4]
Xiao Long Bao at Nanxiang Mantou Dian 1.jpg Xiǎolóngbāo 小籠包 小笼包 Shanghai:
Siolon Meudoe4
Fleisch und Brühe Kleines mit kräftiger Brühe gefüllte Baozi aus Shanghai. Es unterscheidet sich durch ungesäuerten Teig von anderen Baozi.
Shengjianbao by buncheduptv in San Gabriel, CA.jpg Shēngjiān Mántóu 生煎饅頭 生煎馒头 Fleisch Kleines, fleischgefülltes Baozi mit Schnittlauch und Sesam aus Shanghai
扬州富春茶社汤包.JPG Yángzhōu Tāngbao 揚州湯包 扬州汤包 Fleisch und Brühe Großes mit Brühe gefülltes Baozi aus Yangzhou; die Brühe wird durch einen Strohhalm getrunken.
20150103 鼎泰豐 14 豆沙大包 (15996245750).jpg Dòushābāo 豆沙包 豆沙包 Hokkien:
Tāu-se-pau
Bohnenmus Großes Baozi mit süßer Adzukibohnenpaste, siehe auch Dorayaki
Lianrongbao.jpg Liánróngbāo 蓮蓉包 莲蓉包 Lotussamenmus Großes Baozi mit süßer Paste aus Lotussamen. Gelegentlich werden die Baozi auch rötlich gefärbt.
Nangua Baozi (chinese dumplings).jpg Nánguā Bāozi 南瓜包子 南瓜包子 Kürbismus Großes Baozi mit Füllung aus Kürbis.
HK 長洲 Cheung Chau 新興海傍街 San Hing Praya Road May 2018 IX2 food shop bun 06.jpg Píngānbāo 平安包 平安包 Englisch:
Ping On Bun
Lotussamenmus, Sesammus oder Bohnenmus Baozi mit verschiedene vegetarische Füllung zum daoistischen Dajiu-Fest auf der Insel Cheung Chau in Hongkong
Flowing Custard Bun.JPG Nǎihuángbāo 奶皇包 奶皇包 Ei, Butter und Milch Baozi mit süßer Milchcreme
Steamed Sandwich,taken by LeoAlmighty.jpg Guàbāo5 割包 刈包 Hokkien:
koah-pau
Fleisch und Gemüse Baozi mit Schweinebauchfleisch, sauer eingelegtem Gemüse6 und Koriander
Cuisine of China 0050.JPG Shuǐjiānbāo 水煎包 水煎包 Fleisch, Meeresfrüchte und Gemüse Baozi mit Schweinefleisch, Jakobsmuschel, Shrimps – regional mit Weißkohl als Gemüse
鮮肉包.jpg Xiānròubāo 鮮肉包 鲜肉包 Fleisch Baozi mit Schweinefleisch, Schnittlauch und Ingwer – mit Zucker, Sesamöl und Sojasauce gewürzt
Siopao1.jpg Dàbāo 大包 大包 Fleisch, Gemüse, hartgekochtes Ei, Pilze Baozi mit Schweinefleisch und andere Zutaten – regional als Shāobāo燒包 / 烧包 – aka Sio-pau, Siopao, Salapao oder Ròubāo肉包 – aka Bah-pau, Bakpao, Bapao bekannt.
Pòsū Bāozi 破酥包子 破酥包子 Fleisch, Schinken, Pilze und Schnittlauch Baozi aus Yunnan mit Schweinefleich, Yunnan-Schinken, Schnittlauch, Shiitake, Ingwer, Sojasauce, o. Ä. Es gibt auch vegetarische Posu-Baozi mit eingelegtem Gemüse.[5][6][7]
Yácàibāo 芽菜包 芽菜包 Fleisch, Keim­sprossen und eingelegtem Gemüse Baozi mit Mungbohnensprossen, scharfem Gewürz, eingelegtem Gemüse nach Sichuan-Art und Fleisch[8]
Kāyāngbāo 咖央包 咖央包 Hokkien:
Ka-ia-pau7
Kokosnussmarmelade Kaya, ein Brotaufstrich aus karamellisierte Zucker, Kokosmilch und Eiern, die in Malaysia und Singapur beliebt ist.
Jiǔcàibāo 韮菜包 韮菜包 Jiucai8 Baozi mit Knoblauch-Schnittlauch
Zhīmábāo 芝麻包 芝麻包 Sesammus Baozi mit schwarze Sesampaste
Anmerkung
1 Alle Bezeichnung der Baozi in Hochchinesisch nach der Pinyin-Umschrift soweit nicht anders gekennzeichnet.
2 Chasiu / Charsiu – 叉燒 / 叉烧, chāshāo, Jyutping caa1siu1, Yale chāsīu, englisch barbecued pork – „gegrilltes Schweinefleisch nach kantonesische Art“ – bedeutet wörtlich „etwas am Spieß grillen“ bzw. „Gegrilltes am Spieß“ und ist eine regionale Spezialität aus Guangdong. Chāshāobāo叉燒包 / 叉烧包, Jyutping caa1siu1baau1, Yale chāsīu bāau – ist ein typischer Baozi der kantonesische Küche.
3 Gǒubulǐ / Gǒu bulǐ狗不理, Jyutping gau2bat1lei5 – lautet die verkürzte umgangssprachliche Bezeichnung von Gǒubulǐ Bāozi狗不理包子, Jyutping gau2bat1lei5 baau1zi2. Im angelsächsischen Sprachraum wird Gǒubulǐ / Gǒu bulǐ狗不理, Jyutping gau2bat1lei5 – auch gern verballhornt als Go Believe wiedergegeben.
4 Die Regionale Bezeichnung von Xiǎolóngbāo小籠包 / 小笼包, Jyutping siu2lung4baau1 – im Gebiet der Wu-Regiolekt in China (beispielsweise die Region Shanghai) lautet Siolon Meudoe小籠饅頭 / 小笼馒头, xiǎolóng mántóu, Jyutping siu2lung4 maan4tau4 – .
5 Guàbāo – 割包 / 刈包, Jyutping got3baau1 – bedeutet wörtlich „geschnittenes Baozi“, im Englischen wird es allgemein auch als pork belly bun bezeichnet. In Japan – insbesondere in Nagasakis Chinatown – ist es als Kakuni Manjū角煮饅頭 – schon Jahrhunderte bekannt. In Taiwan ist es umgangssprachlich als Hǔyǎozhū虎咬豬 / 虎咬猪, Jyutping fu1ngaau5zyu1, Pe̍h-ōe-jī hó͘-kā-ti – „Tiger beißt Schwein“ – beliebt. In Hongkong kennt man es als Chābāo叉包, Jyutping caa1baau1. In London nennt man es Hirata Bun nach Masashi Hirata – Chef der japanischen Ramen-Restaurantkette „Ippudo“ – 博多一風堂 Hakata Ippūdō. In Singapur nennt man es kong-bak-pau炕肉包, kàngròubāo, Jyutping kong3juk6baau1, hong3juk6baau1, Pe̍h-ōe-jī khòng-bah-pau.
6 In China wird traditionell sauer bzw. salzig eingelegte Gemüse – 酸菜, suāncài, Jyutping syn4coi3 – „saure Gemüse“ bzw. 鹹菜 / 咸菜, xiáncài, Jyutping haam4coi3 – „salzige Gemüse“ – im Norden meist Chinakohl verwendet (siehe Kimchi). Im Süden Chinas hingegen nutzt man meist Kailan dazu.
7 In China auch als Kāyēbāo – 咖吔包, Pe̍h-ōe-jī ka-ia-pau bzw. 咖椰包 – bekannt.
8 Das Jiucai-Gemüse – in Deutschland meist als Knoblauch-Schnittlauch bekannt – gehört zwar wissenschaftlich zur vegetarische Speise, jedoch nicht im religiösen Sinne für Anhänger des Buddhismus und Daoismus. Gemüseart wie beispielsweise Knoblauch-Schnittlauch, Knoblauch, Schnittlauch und Zwiebel gehören zum Hūnshí葷食 / 荤食, Jyutping fan1sik6 – „Speise mit stark riechenden Geruch oder Fleischspeise“ – also eine Tabu-Speise.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Baozi – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sofia Food Paradise. In: sofiafoodparadise.blogspot.com. 23. Dezember 2015, abgerufen am 10. April 2020 (birmanisch).
  2. Wutyee Food House. In: www.wutyeefoodhouse.com. 24. März 2010, abgerufen am 10. April 2020 (birmanisch).
  3. Chinese Food 49: Goubuli Stuffed Bun 狗不理包子. In: cn.hujiang.com. 28. Januar 2013, abgerufen am 9. April 2020 (chinesisch, englisch, Artikelursprung renmin.net).
  4. Carolyn J. Phillips: All Under Heaven: Recipes from the 35 Cuisines of China – 天下之最. McSweeney's, Ten Speed Press, San Francisco, Berkeley 2016, ISBN 978-1-60774-982-0, S. 48, The North & Manchurian Northeast – The Recipies – Gǒubulǐ Bāozi: Ignored by the Dogs Filled Buns (englisch, Vorschau in der Google-Buchsuche – Foreword by Ken Hom).
  5. 雲南破酥包子 / 云南破酥包子 – Yunnans Poshu-Baozi. In: www.xiachufang.com. Abgerufen am 26. April 2020 (chinesisch, Rezept und Bebilderung zum Poshu-baozi – Spezialität aus Küche Yunnana).
  6. 破酥包 / 破酥包 – Poshubao. In: www.xiangha.com. Abgerufen am 26. April 2020 (chinesisch, Rezept und Bebilderung zum Poshu-baozi – Spezialität aus Küche Yunnana).
  7. 酸菜破酥包 / 酸菜破酥包. Suancai Poshubao. In: rulichsu.pixnet.net. Abgerufen am 26. April 2020 (chinesisch, Rezept und Bebilderung zum vegetarische Poshu-baozi mit eingelegtem Gemüse).
  8. 香辣芽菜包 – Duftend Scharfe Yacaibao. In: home.meishichina.com. Abgerufen am 15. April 2020 (chinesisch, Rezept und Bebilderung zum Yacaibao).