Franz Radziwill

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Johann Franz Wilhelm Eduard Radziwill (* 6. Februar 1895 in Strohausen, heute Rodenkirchen in der Wesermarsch; † 12. August 1983 in Wilhelmshaven) war ein Künstler des Magischen Realismus. Sein Œuvre umfasst verschiedene Schaffensperioden: ein expressionistisches Frühwerk, ein magisch-realistisches Hauptwerk und ein symbolistisches Spätwerk. Bekannt sind rund 850 Ölbilder, 2000 Aquarelle, Zeichnungen und bemalte Postkarten sowie 35 druckgrafische Arbeiten.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindheit und Jugend / Erster Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franz Radziwill wurde als ältestes von sieben Kindern des Töpfermeisters Eduard Radziwill (1859–1922) und seiner Ehefrau Karoline, geborene Suhrendorf (1871–1948) in Strohausen/ Wesermarsch geboren. Nach dem Umzug der Familie 1896 wuchs er zunächst im Arbeiterviertel in Bremen-Walle auf, dann in Bremen-Findorff. Die Eltern schickten ihn auf die Freischule an der Großenstraße im Stephaniviertel. Ab 1909 folgte eine Maurerlehre. Dank hervorragender Ergebnisse der Gesellenprüfung wurde Radziwill 1913 an der Technischen Staatslehranstalt Bremen zum Architekturstudium und zum Studiengang für Industrielle Formgebung zugelassen. In Abendkursen an der Bremer Kunstgewerbeschule widmete er sich dem figürlichen Zeichnen. Durch seinen Mentor, den Architekten Karl Schwally, fand Radziwill Zugang zum Künstlerkreis in Worpswede, darunter Bernhard Hoetger, Otto Modersohn, Heinrich Vogeler, Jan Bontjes van Beek, Olga Bontjes van Beek und Clara Rilke-Westhoff.[1] Der Erste Weltkrieg unterbrach die künstlerische Entwicklung. 1915 wurde Radziwill eingezogen und bis 1918 als Sanitätssoldat in Russland, Flandern und Nordfrankreich eingesetzt.

Künstlerischer Aufbruch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Noch während des Krieges entschied sich Radziwill für die Malerei. Nach Entlassung aus englischer Gefangenschaft fand der angehende Künstler in dem Bremer Friseur Gustav Brocks einen Förderer, der ihm in der Innenstadt seine Perückenmacherstube unterm Dach als Atelier und Wohnung zur Verfügung stellte. Die Obernstraße 3 blieb bis zur Übersiedlung nach Dangast im Jahr 1923 Radziwills postalische Adresse. Das Gemälde Häuser in Bremen (Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg) aus der Zeit um 1919 ist der Widmung „An Gustav Brocks“ ein Zeugnis dieser Freundschaft. Im selben Jahr gründete Radziwill mit Heinz Baden u.a. den Malerbund Der grüne Regenbogen. Die Gruppe stellte ihre Arbeiten im April 1919 in der Kunsthalle Bremen und anschließend im Kunstsalon Maria Kunde in Hamburg aus.[2]

In Hamburg lernte Radziwill die Kunsthistoriker und Sammler Wilhelm Niemeyer und Rosa Schapire kennen, die passive Mitglieder der expressionistischen Künstlergruppe Brücke waren und mit deren Vertretern, insbesondere Karl Schmidt-Rottluff, eng befreundet waren. Radziwills Arbeiten ernteten begeisterte Kritiken, z.B. in den Zeitschriften Kunstblatt und Cicerone. Bis 1954 blieb die intensive Freundschaft mit Niemeyer bestehen, wie der dokumentierte Briefwechsel bezeugt.[3] Niemeyer vermittelte auch den Kontakt zu Karl Schmidt-Rottluff, der dem jüngeren Kollegen den Rat gab, zum Malen in das Fischer- und Bauerndorf Dangast zu reisen, nachdem er dort selbst mit Erich Heckel und Max Pechstein von 1907 bis 1912 die Sommermonate verbracht hatte. 1920 wurde Radziwill als jüngstes Mitglied in die Freie Secession in Berlin aufgenommen. Er lernte Künstler und Schriftsteller wie George Grosz, Rudolf Schlichter oder Bertolt Brecht kennen. Das Berlin der 1920er Jahre war für Radziwill nach eigener Aussage ein einzigartiger Ort kultureller Produktivität und Begegnung.[4]

Übersiedlung nach Dangast[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Radziwill 1921 erstmals den Ort Dangast besuchte, wohnte er zunächst im Dorfkrug und dann zur Untermiete bei einer Fischerfamilie, bis er sich 1923 zur Übersiedlung entschloss. Im selben Jahr nahm er an Gemeinschaftsausstellungen in Berlin, Hamburg und New York teil. Durch Verkäufe seiner Werke konnte er ein Fischerhaus in der heutigen Sielstraße 3 erwerben, das er später ausbaute und in dem er bis zu seinem Tod wohnte und arbeitete. Im selben Jahr (1923) heiratete er Johanna Inge Haase (1895–1942) aus Tweelbäke bei Oldenburg.[5]

Mit der Übersiedlung nach Dangast geriet Radziwill in eine Umbruchphase und wandte sich vom Expressionismus ab. In der Folgezeit änderte er seine künstlerische Handschrift grundlegend. In Gedichten und lyrischer Prosa rang er um einen neuen Anfang in der Malerei. Das dörfliche Leben in unmittelbarer Nähe zur Natur der Wattenmeerregion lieferte ihm die Impulse für einen stilistischen Richtungswechsel, der mit dem intensiven Selbststudium Alter Meister einherging. Mit den neuen nachexpressionistischen Werken trat Radziwill bereits 1924 in Berlin an die Öffentlichkeit: In der Juryfreien Kunstschau war er neben Giorgio de Chirico, Otto Dix, Paul Klee und Oskar Schlemmer mit 17 Gemälden vertreten. 1925 fand Radziwills erste große Einzelausstellung im Oldenburger Augusteum statt.[6] Es begann die lebenslange Freundschaft mit dem Oldenburger Nervenarzt Dr. Georg Düser, der sein größter Sammler werden sollte.[7]

Studienreisen nach Holland und Dresden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1925 reiste Radziwill erstmals in die Niederlande. In Museen studierte er die Malerei des Goldenen Zeitalters. Im holländischen Küstenort Schoorl schloss er Bekanntschaft mit dem Künstler Mathias (Thee) Lau, den er in den folgenden Jahren zum gemeinsamen Malen regelmäßig besuchte. In Amsterdam lernte Radziwill den Kunsthändler Aaron Vecht kennen, in dessen Kunstzaalen A. Vecht er vielfach ausstellte.[8]

Im Winter 1927/ 28 ermöglichte Radziwill ein Stipendium Hamburger Sammler einen mehrmonatigen Studienaufenthalt in Dresden, um sich mit den Originalen von Caspar David Friedrich und Carl Gustav Carus zu befassen. Die Begegnung mit den Hauptwerken der deutschen Romantik lieferte Radziwill entscheidende Anregungen für seine Landschaftsgemälde. Otto Dix, der ab Sommer 1927 Professor an der Kunstakademie in Dresden war, stellte Radziwill ein Atelier zur Verfügung. Inspiriert von der Begegnung mit Dix, schuf Radziwill in der Dresdner Zeit zahlreiche Menschendarstellungen. Dix seinerseits porträtierte Radziwill, ein wenig schmeichelhaftes Konterfei, das 1937 in der Ausstellung Entartete Kunst eine besondere Rolle spielen sollte.

1927 wurden erste Ölgemälde von öffentlichen Sammlungen angekauft. Walter Müller-Wulckow vom Oldenburger Landesmuseum erwarb das Ölgemälde „Bankhausgarten“ (1937 beschlagnahmt/ verschollen)[9]und Gustav Hartlaub für die Kunsthalle Mannheim das Ölbild „Morgen an der Friedhofsmauer“, 1924 (Kunsthalle Mannheim). 1928 war Radziwill an der Ausstellung Deutsche Kunst Düsseldorf beteiligt und erhielt für das Ölbild „Die Straße“, 1928 (Museum Ludwig, Köln) die Goldene Medaille der Stadt Düsseldorf. Ab 1929 folgten zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen und Einzelausstellungen, u.a. in Düsseldorf und Amsterdam. Radziwill wurde von etablierten Galerien wie Neumann & Nierendorf in Berlin und Andreas Becker in Köln vertreten.[10] Dort hatte er Kontakt zur sozialistisch orientierten Künstlergruppe Die Kölner Progressive (auch Gruppe progressiver Künstler), zu denen Maler wie Heinrich Hoerle, Franz Seiwert und Jankel Adler gehörten. 1931 schloss Radziwill sich in Berlin der revolutionären Novembergruppe an.[11]

1931 erwarb das Oldenburger Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte das Ölgemälde „Das Fenster meines Nachbarn“, 1931, das ein Fenster in der ihm umgebenden gemauerten Fassade auf präzise Weise wiedergibt. Darstellungen von Mauerwerk und Klinkersteinen wurden zum Markenzeichen des gelernten Maurers und nunmehr erfolgreichen Malers. Mit der Rückbesinnung auf die deutsche Romantik stand Radziwill einer Bewegung nahe, die in den beginnenden 1930er Jahren als Neu- oder Neoromantik populär wurde. Der Bezug auf eine traditionelle deutsche Kunst kam den Forderungen nationaler Propaganda entgegen. Um dagegen eine eigenständige künstlerische Position zu behaupten, fand unter dem schlichten Titel Die Sieben von März bis August 1932 eine umfangreiche Wanderausstellung statt, an der neben Radziwill die Maler Theo Champion, Adolf Dietrich, Hasso von Hugo, Alexander Kanoldt, Franz Lenk und Georg Schrimpf teilnahmen. Die sieben Künstler taten sich auf Einladung des Kurators Richard Reiche, tätig im Wuppertaler Kunstverein, zusammen.[12]Am 7. September 1932 kaufte Ludwig Justi als Direktor der Nationalgalerie in Berlin Radziwills Gemälde „Der Hafen II“, 1930, an. Dargestellt ist der legendäre Passagierdampfer Europa, zusammen mit der Bremen, die 1929 und 1930 das Blaue Band für die schnellste Atlantiküberquerung gewannen. Das Dampferbild zeigt Radziwills ambivalente Faszination an technischen Entwicklungen und seine Zugehörigkeit zur künstlerischen Bewegung der Neuen Sachlichkeit. Insofern ist seine Hinwendung zur Romantik nicht einfach nur rückwärtsgewandt, sondern zeigt eine Auseinandersetzung mit den technischen Entwicklungen der eigenen Gegenwart.[13]

Zeit des Nationalsozialismus / Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Radziwill, der sich selbst als „Proletarier der Kunst“ oder „Arbeiter der Malerei“[14], fühlte sich von den Vorstellungen eines nationalen Sozialismus angezogen und sympathisierte mit dem linken Flügel der NSDAP. Bereits am 1.7.1932 schrieb er an seinen Freund Niemeyer: „Die Revolution von 1918 hat die Bewohner der Paläste nicht zum Verlassen zwingen können, aber die kommende wird die Paläste verschwinden lassen … gebt Hitler Eure Stimme…“.[15]Am 1. Mai 1933 trat Radziwill in die Partei ein.[16]

Ab 1931 pflegte Radziwill Kontakt mit dem Bildhauer Günther Martin aus Oldenburg, der 1933 in Berlin die Ateliergemeinschaft Klosterstraße[17]gründete, welcher etwa 40 Bildhauer, Maler und Grafiker unterschiedlicher Stilrichtung und politischer Ausrichtung, von KPD- bis NSDAP-Mitgliedern, angehörten, darunter Käthe Kollwitz, Herbert Tucholski und Jan Bontjes van Beek, den Radziwill aus Fischerhude kannte. Als Mitglied der NSDAP trug Martin seine Vorstellung deutscher Kunst, die sich gegen den völkischen Kampfbund für deutsche Kultur richtete, dem preußischen Kultusminister Bernhard Rust vor. Mit Martin teilte Radziwill die Ablehnung der aufkommenden völkischen Kunstauffassung, die von Hitlers Kunstideologen Alfred Rosenberg, Vertreter des Kampfbundes für deutsche Kultur, propagiert wurde. In Opposition zu Rosenberg sahen sich Radziwill und Martin als Vorkämpfer für einen nationalen Aufbruch in die Moderne. Unter dem Titel Die Gemeinschaft realisierten sie ab 1933 Ausstellungen.[18]Im Juli 1933 wurde Radziwill als Professor auf den Lehrstuhl Freie Malerei an die Kunstakademie Düsseldorf berufen, nachdem Professoren wie Heinrich Campendonk, Karl Hofer und Paul Klee von den Nationalsozialisten aus ihrem Amt entlassen worden waren.[19] 1934 war Radziwill auf der XIX. Biennale in Venedig mit den Gemälden „Die Straße“, 1928 (Slg. Museum Ludwig Köln) und „Der Sender Norddeich“ (1932, Slg. Deutsches Postmuseum Frankfurt) vertreten.

Um 1934 begann Radziwill das umstrittene, später weitergemalte Bild mit dem ursprünglichen Titel „Revolution“, später „Dämonen“, auf dem ein erschlagener SA-Mann auf der Straße liegt. Im ursprünglichen Zustand fehlten die Erhängten, die Gespenster zwei Spruchbänder und die Aufschrift auf der Fassade „Im Lichte der Staatsideen oder der eine bringt den anderen um“. In der NS-Zeit wurde das Bild nicht ausgestellt und spielte bei der Entlassung aus dem Lehramt eine Rolle, vermutlich, weil der sog. Röhmputsch 1934 den linken Flügel der SA diskreditierte. Außerdem wirkt der erschlagene SA-Mann wenig heroisch und eher bemitleidenswert.[20]

Nachdem Franz Radziwill, der zu keinen künstlerischen Zugeständnissen bereit war, im Mai 1934 seine Stellung in der Reichskammer der bildenden Künste verloren hatte, handelte er sich seitens des Düsseldorfer Akademie-Direktors eine Rüge wegen häufiger Abwesenheit ein. Möglichst oft zog Radziwill mit seinen Studenten zum Malen an den Niederrhein, z.B. nach Kalkar.[21]

Im Herbst 1934 entdeckten Studenten, die dem Kampfbund für deutsche Kultur nahestanden, auf dem Dachboden der Hamburger Kunstakademie frühe expressionistische Arbeiten Radziwills, die sein Freund Niemeyer dort deponiert hatte. Daraufhin wurde der Maler öffentlich als „Kulturbolschewist“ und Vertreter der sog. „Verfallskunst“ angeprangert.[22] Im April 1935 wurde im Jenaer Kunstverein erstmals eine seiner Ausstellungen vorzeitig geschlossen. Im September 1935 erfolgte die Entlassung aus dem Lehramt in Düsseldorf mit der offiziellen Begründung „pädagogische Unfähigkeit“. Radziwill kehrte nach Dangast zurück und widmete sich dem Ausbau seines Hauses mit einem großen Atelier im 1. Stock, von dem aus er den Jadebusen sehen konnte. Unbeirrt setzte er seine künstlerische Arbeit fort. Gleichzeitig übernahm er auch die Funktion eines NSDAP-Kreiskulturstellenleiters im Kreis Friesland und den eigens für ihn geschaffenen Posten eines Ortsgruppenpropagandaleiters in Dangast, wie der Oldenburger Gauleiter Carl Röver, der ihn als Maler schätzte, ihm geraten hatte.[23]In dieser Funktion gab Radziwill seinerseits eine ihm gemachte Beschwerde weiter: Beim Aufmarsch zum Tag der Arbeit am 1. Mai 1937 von Dangast aus nach Varel hatten sich zwei Dangaster NSDAP-Mitglieder vorzeitig entfernt und eine Kneipe aufgesucht. Darüber beschwerte sich ein Funktionär der Deutschen Arbeitsfront bei Radziwill, der seinerseits die entsprechende Meldung an seine Dienststelle machte. Die Angelegenheit hatte für keinen der Beteiligten Folgen.

Hinsichtlich des expressionistischen Frühwerks, das den Anstoß zum Verlust der Professur gab, folgte mit Unterstützung von Gauleiter und Reichsstatthalter Carl Röver und Reichsminister Joseph Goebbels 1936 die Rehabilitierung. Die kunstpolitische Orientierung der Nationalsozialisten blieb bis 1937 widersprüchlich. Während Goebbels und Göring mit dem Expressionismus als genuin deutscher Kunst sympathisierten, lehnte Rosenberg als führender Ideologe und Sprachrohr der Auffassungen Hitlers die Moderne Kunst grundsätzlich ab. 1937 sollte die antimoderne NS-Kunstdoktrin mit der Ausstellung Entartete Kunst in München endgültig besiegelt werden.

Seit der Entlassung aus der Düsseldorfer Akademie 1935 fanden noch bis Mai 1938 Einzelausstellungen statt, darunter 1936 in Wilhelmshaven, 1937 im Städtischen Museum in Wuppertal, im Kunstverein Köln und im Hamburger Kunstkabinett Hildebrand Gurlitt.[24] Letztere endete vorzeitig mit einem Eklat, der für den Galeristen gefährlich wurde. Auch noch im Vorfeld der Aktion Entartete Kunst stellte der Kunsthistoriker Gurlitt in seiner Hamburger Galerie Moderne Kunst aus. Die Radziwill-Ausstellung 1937 wurde in der Presse überwiegend positiv aufgenommen. Anlässlich des Eröffnungsvortrags von Wilhelm Niemeyer in Anwesenheit des Künstlers erhoben Vertreter des NS-Studentenbundes heftige Vorwürfe gegen den Vortragenden. Anschließend boykottierten sie seine Vorlesungen an der Hochschule und Niemeyers Name erschien am Pranger der Münchener Ausstellung Entartete Kunst als „Kritiker der Systemzeit“. Nach Maike Bruhns wurde der Streit durch Radziwills Kriegsbilder ausgelöst, der Angriff richtete sich aber auch gegen Gurlitt, dessen Großmutter jüdischer Abstammung war.[25] Am 31.3.1937 schreibt Niemeyer an Radziwill, der Hamburger Kunsthallen Direktor Doktor Kloos habe verlauten lassen, „dass G.s Bude geschlossen werden würde, wenn er Deine Kriegsbilder ausstellen sollte.“[26]

Im Februar 1938 stellte Radziwill noch in der Kunsthalle Bremerhaven aus. Gleichzeitig wurde er bereits als „entarteter“ Künstler angeprangert. Die Münchner Propagandaausstellung Entartete Kunst zeigte das von Otto Dix im Winter 1927/28 in Dresden gemalte Portrait Radziwills in der begleitenden Ausstellungsbroschüre. In der gleichnamigen Folgeausstellung ab Februar 1938 in Berlin wurden drei frühe Werke von Radziwill gezeigt. Das Gemälde „Nackte Frau mit bekleidetem Mann in einem Raum“ (ca. 1920, verschollen) ist in der Ausstellungsbroschüre abgebildet.[27]

Hitler formulierte seine Ablehnung moderner Kunst in der Eröffnungsrede zur großen Deutschen Kunstausstellung im Münchener Haus der Kunst am 18. Juli 1937, indem er äußerte, er habe „unter den eingeschickten Bildern manche Arbeiten beobachtet, bei denen tatsächlich angenommen werden muss, dass gewissen Menschen das Auge die Dinge anders zeigt als sie sind, d.h. dass es wirklich Männer gibt, die die heutigen Gestalten unseres Volkes nur als verkommene Kretins sehen, die grundsätzlich Wiesen blau, Himmel grün, Wolken schwefelgelb usw. empfinden oder, wie sie vielleicht sagen, erleben. Ich will mich nicht in einen Streit darüber einlassen, ob diese Betreffenden das nun wirklich so sehen und empfinden oder nicht, sondern ich möchte im Namen des deutschen Volkes es nur verbieten, dass so bedauerliche Unglückliche, die ersichtlich am Sehvermögen leiden, die Ergebnisse ihrer Fehlbetrachtungen der Mitwelt mit Gewalt als Wirklichkeit aufzuschwätzen versuchen, oder ihr gar als »Kunst« vorsetzen wollen“.[28] 1938 malte Radziwill das Bild „Grodenstraße nach Vareler Hafen“ mit entsprechender provozierender Farbgebung mit gelb-grün-blauem Himmel. Schon das Bild von 1937 „Muschelkalkmühle im Vareler Hafen“ zeigt ähnliche Farben.[29]

Das Gemälde „Die Straße“, das Radziwill 1928 die Goldene Medaille der Stadt Düsseldorf eingebracht hatte und 1934 auf der Biennale in Venedig die Kunst des neuen deutschen Reiches repräsentierte, ließ Adolf Ziegler am 9. November in Königsberg beschlagnahmen. Die dort geplante Ausstellung musste abgesagt werden. Insgesamt wurden über 50 Werke von Radziwill beschlagnahmt – darunter Gemälde, Aquarelle und druckgrafische Arbeiten. Die meisten davon sind verschollen. Zählt man die Blätter der druckgrafischen Mappenwerke einzeln, ergibt sich eine Zahl von 275 beschlagnahmten Werken, von denen 244 Arbeiten als zerstört gelten. In einem Schreiben der Reichskammer für Bildende Künste vom 20. Mai 1938 an Radziwill verhängte Ziegler als Präsident ein Ausstellungsverbot für Einzelausstellungen.[30]

Radziwill erlebte ein Wechselbad von Anerkennung und Diffamierung. Obwohl er sich bereits 1923 mit der Übersiedlung nach Dangast von seinem expressionistischen Frühwerk distanziert hatte und seit 1933 Parteimitglied war, konnte er weder die Entlassung als Professor noch die Beschlagnahmung seiner Werke verhindern. In München und Berlin verfemt, hatte er im Nordwesten immer noch Erfolge. Durch Kontakt zu hochrangigen Marineangehörigen im nahe gelegenen Wilhelmshaven nahm er von 1935 bis 1939 an Schiffsreisen nach Brasilien, zu den Karibischen Inseln, nach Nordafrika, Spanien, Großbritannien und Skandinavien teil. Der Maler pflegte Freundschaften mit den Admiralen Otto Ciliax und Hermann von Fischel und dem malenden Marineoffizier Fritz Witschetzky. Auch mit Admiral Wilhelm Canaris war er bekannt. Als Auftragsarbeiten entstanden 1936 „Auslaufendes U-Boot“ für die Jugendherberge in Rüstringen und 1939 „Die Tankschlacht von Cambrai 1917“ für die Lübecker Cambrai-Kaserne. Radziwills Marinebilder waren jedoch propagandistisch nicht zu nutzen, da sie apokalyptisch wirkten und die bedrohliche Wucht der Kriegsmaschinerie schonungslos darstellten. Manche Kritiker lobten die Bilder, in anderen Zeitungsberichten wurde dem Maler fehlender Heroismus und mangelnder Kampfeswille bescheinigt.[31]Das Gemälde „Der U-Boot-Krieg/Der totale Krieg/Verlorene Erde“ von 1939 wurde 1941 auf der großen Gau-Ausstellung Weser-Ems in Oldenburg zunächst gezeigt, dann abgehängt.[32] Auf dieses Endzeitszenario, heute in der Sammlung der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in München, folgten weitere Bilder von zerstörten Landschaften und Ruinen. Das Thema der Zerstörung der Lebenswelt des Menschen und der Natur durch Krieg, technische Hybris und wirtschaftliche Entwicklungen beschäftigte den Maler bis zu seinem Tod.

Im Gegensatz zu seinem frühen Engagement für den Nationalsozialismus, das von der Hoffnung auf soziale und nationale Gerechtigkeit bestimmt war, stand Radziwill dem NS-Regime ab Mitte der 1930er Jahre zunehmend distanziert gegenüber. Er pflegte Freundschaften mit Pfarrern der Bekennenden Kirche wie Otto Wellmann und Fritz Schipper. 1937 fand unter dem Vorwand eines Atelierbesuches eine verbotene Versammlung der Bekennenden Kirche in Radziwills Haus statt. Anschließend wurde der Maler von der Gestapo verhört.[33] Die Abwendung vom Nationalsozialismus wird 1938 im „Stillleben mit Fuchsie“ (Sammlung Claus Hüppe, courtesy Kunsthalle Emden) erkennbar. Das Gemälde zeigt ein Buch auf einem Tisch, auf dessen Rücken der Titel „Macht geht vor Recht“ zu lesen ist. Dennoch resümierte Radziwill 1939 in einem Brief an seinen Freund Wilhelm Niemeyer, dass das Jahr 1938, in dem er Ausstellungsverbot erhielt, nicht nur eine Zeit der Demütigung gewesen sei, sondern auch „das schaffensreichste und erfolgreichste[34] seines Lebens.

1939 bis 1941 wurde Radziwill als Soldat an die Westfront geschickt, 1941 aus Altersgründen vom Militärdienst befreit, 1942 aber wieder zum Dienst bei der Luftschutzpolizei in Wilhelmshaven und bei der Feuerwehr in Dangast verpflichtet. Im selben Jahr starb seine Frau. Zutiefst erschüttert, reiste er zu Freunden an die Mosel und in die Steiermark. 1944 wurde er als Luftschutzpolizist in Wilhelmshaven eingesetzt, anschließend als technischer Zeichner in der Maschinenfabrik Heinen in Varel. Im April 1945 beim Volkssturm eingezogen und bis Kriegsende nach Schleswig-Holstein geschickt. Dort geriet er in englische Kriegsgefangenschaft, aus der er fliehen konnte, so dass er im Winter 1945 nach Dangast zurückkam. Im späteren Entnazifizierungsverfahren wurde Radziwill zunächst als der Kategorie IV der Mitläufer zugeordnet. Nach seinem Einspruch folgte 1949 mit der Einstufung in Kategorie V die Entlastung.[35]

Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1956 in der DDR: Heinrich Drake, Radziwill und Max Schwimmer

Nach dem traumatischen Erlebnis eines Zweiten Weltkriegs und dem Verlust seiner Frau widmete Radziwill sich verstärkt religiösen Themen. Sein künstlerisches Anliegen war der Gegenentwurf zu einer materialistisch orientierten Gesellschaft, wie er sie im Deutschland der Nachkriegszeit erlebte. Er sah sich in der Rolle des Mahners, dessen Bilder zur Umkehr auf dem Weg in weitere Katastrophen aufrufen. Er plädierte für ein radikales Umdenken und ein erneuertes Verständnis von Religion im Sinne von Pazifismus, Grenzen des Wirtschaftswachstums und Bewahrung der Natur. Die Unterscheidung zwischen dem Kosmos als menschlichem Daseinsraum und dem Himmel als Sphäre des Göttlichen wurde zu einem wesentlichen Bestandteil seiner Botschaft. Sein Spätwerk kreist um die Grenzen wissenschaftlicher Erkenntnis und die unabsehbaren Gefahren grenzüberschreitender Experimente.

Im Frühjahr 1947 heiratete Radziwill die Schriftstellerin Anna Inge Rauer-Riechelmann (1906–1990). Sie stammte aus Veltheim am Fallstein. Im September desselben Jahres wurde Radziwills einzige Tochter Konstanze geboren.[36]

Ab 1947 schrieb Radziwill Essays, in denen er wiederholt vor dem Untergang von Kultur und Kunst als unverzichtbaren sinnstiftenden und völkerverbindenden Instanzen warnte. Die abstrakte Kunst lehnte er ab, weil sie, wie er glaubte, nicht zur Auseinandersetzung mit den drängenden Fragen der Zeit tauge. Von 1956 bis 1966 nahm er regelmäßig an Tagungen für bildende Künstler in der Evangelischen Akademie Loccum teil. Mit Vorträgen beteiligte er sich an Seminaren, in denen es um die künstlerische Gestaltung von Glaubensaussagen ging.[37]

Als sich die Bildende Kunst nach 1945 in der Bundesrepublik neu definierte, war die von den Nazis verfemte abstrakte Malerei vorherrschend. Sie prägte die Neuausrichtung der Museen und des Kunstmarktes. Als Vertreter einer gegenständlichen Malerei blieb Radziwill im Abseits. Das Werk „Die Schönheit des Alleinseins“, 1948 (Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg), das einen einsamen Schlittschuhläufer im Hafen zeigt, nimmt darauf Bezug. Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation vermietete die Familie den Sommer über das alte Fischerhaus an Kurgäste und der Maler tauschte Bilder mit privaten Freunden gegen Lebensmittel.[38]

Ab 1950 unternahm Radziwill Reisen in die neugegründete DDR. Dort war gegenständliche Kunst als sozialistischer Realismus weiterhin Programm. 1955 und 1956 war Radziwill an Ausstellungen in der Deutschen Akademie der Künste beteiligt. 1957 zeigte die Ostberliner Nationalgalerie eine umfangreiche Einzelausstellung von ihm. Die linksorientierte Zeitschrift Tendenzen war die einzige, die in der Bundesrepublik regelmäßig Abbildungen seiner Werke brachte.[39]

Engagement im Naturschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Radziwill war das Erleben ursprünglicher Natur existenziell. Land und Meer, Flora und Fauna der norddeutschen Küstenregion waren seine unverzichtbare Inspirationsquelle. Umso sensibler registrierte er den Wandel seiner Umgebung, als mit dem Wirtschaftswunder eine neue Dimension des Tourismus in das kleine auf einer Halbinsel gelegene Dorf Dangast am Jadebusen einbrach. Seit Mitte der 1950er Jahre engagierte sich Radziwill für den Erhalt seiner Wahlheimat als Künstlerort. Darüber hinaus kämpfte er als Umweltaktivist für den Naturschutz. Er demonstrierte gegen Bauvorhaben, setzte sich gegen das Schürfen von Sand und Kies ein und war im Wattenmeergebiet über ein Jahrzehnt ehrenamtlich als Vogelschutzwart tätig. Briefe, Zeitungsberichte und Fotografien belegen seinen vehementen Einsatz für den Erhalt der ursprünglichen Landschaft, von der schon die Brücke-Maler fasziniert waren, und die auf Radziwills Initiative endlich unter Landschaftsschutz gestellt wurde.[40]Häufig ist seine Zivilisationskritik, die in zahlreichen Gemälden der letzten Lebensphase erkennbar wird, an Dangaster Motiven festgemacht. Den Beginn seiner Auseinandersetzung mit der Umwandlung des Küstenraums markieren mehrere Auftragsarbeiten zum Thema Küstenschutz und Landgewinnung, die er 1952 vom Wasserwirtschaftsamt Wilhelmshaven erhielt.[41]

Späte Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Rückkehr des Realismus in die Gegenwartskunst erfuhr Radziwills Werk erneut Beachtung. Ab Mitte der 60er Jahre fanden wieder große Einzelausstellungen in Museen und Kunstvereinen statt. Über seine Freundschaft zu dem Surrealisten Edgar Ende kam es bereits 1959 zum Beitritt zur internationalen Künstlergemeinschaft CIAFMA, Centre International de l'Actualité Fantastique et Magique, die den fantastischen Realismus als Gegenströmung zur abstrakten Malerei propagierte. Von 1960 bis 1966 nahm Radziwill an Gruppenausstellungen der CIAFMA teil.[42]

1963 wurde Radziwill mit dem Rom-Preis der Deutschen Akademie ausgezeichnet und verbrachte Anfang 1964 drei Monate als Ehrengast in der Villa Massimo. Anschließend bereiste er Griechenland. Mythologische Sujets gingen verstärkt in seine Malerei ein.[43]

1968 entdeckte ihn der Mailänder Kunsthistoriker und Kunsthändler Emilio Bertonati. Anlass dazu bot eine große Einzelausstellung mit rund 200 Werken in der Kölner Galerie Baukunst. Bertonati, ausgewiesener Kenner der Pittura Metafisica, verkaufte in seiner Galleria del Levante zahlreiche Werke an italienische Sammler und initiierte weitere Ausstellungen in Mailand, Rom und Parma kurz

Zu Radziwills 75. Geburtstag richtete der Bremer Kunstverein im Winter 1970/71 in der Kunsthalle eine umfassende Retrospektive aus. Zum 80. Geburtstag, 1975, ehrte ihn das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Oldenburg mit einer umfangreichen Schau. Durch Schenkungen und Dauerleihgaben des Künstlers, sowie Ankäufe seitens des Landes Niedersachsen entstand im Landesmuseum Oldenburg die größte öffentliche Sammlung seiner Werke.[44]

1978 kaufte Hans Koschnick, Bürgermeister von Bremen, mit Unterstützung von Banken das Ölbild „Die Klage Bremens“ aus dem Jahr 1946. Als Mahnmal zeigt es die zerstörte Hansestadt nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Werk hängt in der oberen Halle des Bremer Rathauses.[45] Die zu Lebzeiten größte Ausstellung seiner Arbeiten mit über 400 Exponaten zeigte die Neue Gesellschaft für bildende Kunst, kurz NGBK, von November 1981 bis Januar 1982 in Berlin. Im Anschluss waren die wichtigsten Bilder dieser Ausstellung 1982 im Landesmuseum Oldenburg und im Kunstverein Hannover zu sehen.

[46] Aufgrund eines Augenleidens gab Radziwill 1972 die Malerei auf. Am 12. August 1983 starb er in einem Krankenhaus in Wilhelmshaven.[47]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Maler Franz Radziwill nimmt in der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts eine Ausnahmeposition ein. Kunsthistorisch gilt die Gliederung seines Oeuvres in expressionistisches Frühwerk, neusachliches und magisch-realistisches Hauptwerk sowie symbolistisches Spätwerk. Das Gesamtwerk umfasst Landschaften, Stillleben und Porträts. Zentrales Thema des Malers ist das Spannungsverhältnis von Natur und Technik. Als Radziwill nach der Maurerlehre in Abendkursen sein Architekturstudium beginnt und sich im figürlichen Zeichen übt, ist er keine zwanzig Jahre alt. Stilistisch orientiert er sich an innovativen Künstlern des beginnenden 20. Jahrhunderts, erste Arbeiten zeigen sich sichtbar beeinflusst von Vincent van Gogh, Edvard Munch und Marc Chagall.

Expressionismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einer Phase des Experimentierens hat die Beschäftigung mit den Brücke-Malern entscheidende Auswirkungen auf sein Frühwerk. Vor allem Karl Schmidt-Rottluff wird für den jungen Maler zum Vorbild. Radziwill orientiert sich am Expressionismus. Er fabuliert mit irrealen Proportionen, Perspektiven und märchenhaften Einfällen, mit letzteren geht er bereits über den Expressionismus hinaus. Akademische Regeln interessieren ihn zunächst nicht. Er reduziert einzelne Bildelemente auf markante Formen. Schon im Frühwerk findet er zu einer Raumauffassung, die er im Spätwerk nochmals aufgreift. Nicht selten erscheinen die Bildräume collagenhaft verschachtelt. Die Grenzen zwischen Haus und Raum sind in Auflösung begriffen. Starke Nahsichten vor extremen Fluchten verweisen auf andere Dimensionen, in die das dargestellte Geschehen eingebunden ist. Von 1919 bis 1922 entstehen expressionistische Holzschnitte im Schwarz-Weiß-Druck. In der von Wilhelm Niemeyer und Rosa Schapire herausgegebenen Kunstzeitschrift Die Kündung erscheinen 1921 fünf Holzschnitte als Auftragsarbeiten. 1922/23 widmet er sich der Radierung als Medium der Vervielfältigung seiner Bildideen. In Form von Kaltnadelradierungen beschäftigt er sich mit denselben Sujets wie in den Ölgemälden dieser Zeit.[48]

Umbruch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Übersiedlung in das Fischer- und Bauerndorf Dangast am Jadebusen im Jahr 1923, löst sich Radziwill vom expressionistischen Stil und findet zu einer neuen künstlerischen Position. Die bisherige Malweise entspricht nicht mehr seiner künstlerischen Intention. Die unmittelbare Umgebung der Natur des Wattenmeeres bedeutet für ihn eine neue malerische Herausforderung. Vor der Weite der Landschaft wird ihm klar, dass er sich im Zuge der Erneuerung überkommener künstlerischer Konventionen zu weit von der Wirklichkeit entfernt hat. Schon ab 1924 konzipiert er seine Bilder realistischer und studiert in dieser Absicht die altdeutsche und niederländische Kunst des 16. bis 18. Jahrhunderts. Studienaufenthalte in Holland bestärken seinen Stilwandel. Er widmet sich aber auch den phantastischen Panoramen von Pieter Breughel und Hieronymus Bosch, studiert die Atmosphäre in den Werken von Hercules Seghers und das fokussierende Licht bei Rembrandt van Rijn. Radziwill bewundert die handwerkliche Virtuosität der Alten Meister, die mit dem Aufkommen abstrakter Kunst ihre Bedeutung eingebüßt hat. 1924 zitiert Radziwill Albrecht Dürers berühmtes Aquarell „Das große Rasenstück“ (Slg. Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg), dem er als ehemaliger Maurer einen gebrochenen Klinkerstein hinzufügte. Als gelernter Maurer und Sohn eines Töpfermeisters hat der Maler handwerkliches Traditionsbewusstsein verinnerlicht.

Aus den niederländischen Landschaftsbildern übernimmt der Autodidakt die Perspektive und lässt somit den Betrachter aus einer leicht erhöhten Position auf das Geschehen blicken. Die Horizontlinie legt er in das untere Drittel des Bildes. Damit erreicht er eine Tiefenwirkung, die die Weite der Landschaft suggeriert. Gleichzeitig verdunkeln sich seine Bildräume. Radziwill schafft unheimliche Nachtszenen und setzt harte Kontraste von Hell zu Dunkel. Die phantastische Lichtführung wird gleichsam zu einem Erkennungszeichen seiner Kunst.

Weitere entscheidende Anregungen liefert ihm die deutsche Romantik. Eine Art Seelenverwandtschaft mit seinen Empfindungen vor der Natur entdeckt Radziwill in den Bildern von Caspar David Friedrich und Carl Gustav Carus. Aus ihren Werken greift er kompositorische Strukturen, motivische Anleihen bis hin zu Analogien oder auch Bildzitaten auf. Neben Naturansichten unter hohen Himmeln und Schneelandschaften übernimmt er das Fenstermotiv als typisch romantischen Topos.

Neue Sachlichkeit und Magischer Realismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der naturgetreuen Darstellung in altmeisterlicher Manier bewegt sich Radziwill in der Strömung der Neuen Sachlichkeit und gilt mit surrealistischen Anklängen seiner Bildfindungen bald als führender Vertreter des Magischen Realismus. Fasziniert von Giorgio de Chirico und der Pittura Metafisica nimmt er entsprechende Anleihen in sein Werk ein. Radziwill steigert den Ausdruck seiner Bilder durch Überdeutlichkeit oder Farbintensität derart, dass die Wirklichkeit zum Mysterium gerät. Mit der Fähigkeit, Realität ins Bild zu bringen und zugleich eine weitere, metaphysische Dimension anzudeuten, nimmt er eine unverwechselbare Position in der Malerei seiner Zeit ein.

Spätwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt Radziwill eine zunehmend symbolgeladene Malerei. Sämtliche Grundlagen seines bisherigen Schaffens werden mit Anregungen verbunden, die mystischen Vorstellungen und christlichen Bildtraditionen entstammen. In seinem künstlerischen Selbstverständnis findet ein Paradigmenwechsel statt. Ist die Anwesenheit des Transzendenten in seinen früheren Werken nur „in den Zwischenräumen des Wirklichen“[49] ahnbar, so entwickelt der Maler im Spätwerk für die Anwesenheit des Metaphysischen oder Göttlichen eine persönliche bildliche Symbolik. Erneut bietet sein Studium alter Meister einen Fundus an Darstellungsformen, die er auf neue Weise verarbeitet. Von besonderer Bedeutung für ihn sind Albrecht Altdorfer und Matthias Grünewald. Einerseits entwickelt der Maler Bildzeichen, die seiner eigenen Mythologie entstammen, andererseits bedient er sich der christlichen Ikonografie. Die neuen Elemente werden Ausdruck seiner erweiterten künstlerischen Botschaft, sie sind Vehikel, um eine unsichtbare Dimension sichtbar zu machen. Radziwill pointiert die Vorstellung einer anderen Ordnung mit dem Gemälde „Der Kosmos kann zerstört werden, der Himmel nicht“, 1953 (Slg. Stadtmuseum Oldenburg). Das Gemälde imaginiert den Zerfall der bislang fest gefügten Weltordnung. Das brechende Firmament des naturwissenschaftlichen Weltbildes vor dem unendlich erscheinenden Raum stellt den irdischen Lebensraum des Menschen dar, der trotz aller Zerstörung von einem göttlichen Universum umschlossen bleibt. Auch in weiteren Bildern finden sich Hinweise auf einen solchen Glauben: „Mechanische Zeit ist nicht des Schöpfers Zeit“, 1947 oder „Wo der Baum nicht mehr wächst, ist Gott auch“, 1951. Treffend beschreibt Jürgen Hoffmann Radziwills Motive als beabsichtigte Polarisierung der menschlichen und göttlichen Existenz, um metaphysische Zusammenhänge zu visualisieren.[50]Mit dem wachsenden Engagement für den Landschaftsschutz treten die religiösen Bildinhalte ein Stück zurück, bleiben in den zivilisationskritischen Motiven aber latent erhalten. Die menschliche Hybris thematisiert Radziwill in dem Gemälde „Sturz des Ikarus“, 1960, und schafft damit eine neue Variante vom „Todessturz Karl Buchstätters“, 1928 (Slg. Museum Folkwang, Essen) Letzteres geht auf einen realen Absturz bei einer Flugschau 1913 in Bremen zurück, den Radziwill als Augenzeuge miterlebte und der seine kritische Haltung gegenüber dem modernen Fortschrittsglauben ein für alle Mal prägte.[51]

Übermalungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nachkriegszeit bestückt Radziwill seine Werke zunehmend mit Zeichen für die Anwesenheit metaphysischer Kräfte. Als Schöpfer seiner Werke betrachtet er es als legitim, auch frühere neusachliche Werke zusätzlich mit Symbolen aufzuladen, um ihnen eine weitere Bedeutungsebene zu verleihen. Wenngleich dieses „Weitermalen“ der Bilder vom kunsthistorischen Standpunkt aus problematisch erscheinen mag, nimmt der Künstler für sich in Anspruch, als Urheber selbst entscheiden zu dürfen, wann ein Bild vollendet ist.[52]Mit den eingefügten neuen Bildelementen bringt Radziwill seine Arbeiten aus verschiedenen Schaffensphasen auf ein gemeinsames Aussageniveau. So zeigen die Übermalungen vor allem eine veränderte künstlerische Auffassung des Malers.

Anders ist es in dem Bild „Revolution/ Dämonen“, indem durch Hinzufügungen, die überwiegend nach 1945 entstanden, gegenüber der ursprünglichen Intention vielmehr eine politische Aussage verändert wurde.

Ein promenentes Beispiel für ein weitergemaltes Bild ist das 1940 entstandene und bis 1950 überarbeitete Werk „Flandern/Wohin in dieser Welt“. Im Format 119 × 170 cm malt Radziwill das Bild „Flandern“ vor dem Hintergrund seiner Erlebnisse als Soldat im Ersten Weltkrieg. An diese Erlebnisse fühlt er sich erinnert beim Einmarsch der deutschen Wehrmacht nach Belgien im Zweiten Weltkrieg. Zunächst stehen die Gräber der Gefallenen aller beteiligten Nationen und das Elend der flüchtenden Zivilbevölkerung im Zentrum der Arbeit. In den Jahren 1945-50 fügt der Maler noch deutsche und amerikanische Flugzeuge ein und lässt den Himmel dramatisch zerbersten. Damit verstärkt er die ursprüngliche Botschaft, dass der Krieg mit Menschenopfern auf allen Seiten bezahlt wird und die Welt zerstört zurücklässt. Der neue Titel lautet „Wohin in dieser Welt“. Stilistisch zeigt das Gemälde Radziwills Wechsel vom magischen Realismus zu einem apokalyptisch gestimmten Symbolismus und illustriert gleichsam seine Biografie mit allen Widersprüchen und Gesinnungswechseln. Als eines der Hauptwerke befand sich das Gemälde als Leihgabe des Künstlers seit 1968 in der Sammlung der Ostberliner Nationalgalerie, bis es im Jahr 2012 angekauft und in den Ausstellungen Moderne Zeiten. Die Sammlung 1900–1945 sowie Der geteilte Himmel. Die Sammlung 1945–1968 von 2010 bis 2013 in der Neuen Nationalgalerie ausgestellt war. Zuletzt war das Werk 2015/16 in der Schau Neue Galerie: Die Schwarzen Jahre. Geschichten einer Sammlung. 1933–1945 im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin zu sehen.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Maler hat Radziwill verschiedene Perioden künstlerischer Entwicklung durchlaufen. Trotz seines radikalen Stilwandels und Wechsel der künstlerischen Positionen bleibt sein Werk unverkennbar. Mauerwerk, rotierende Flugzeuge und berstende Himmel gelten als typische Elemente seines Bildrepertoires. Durch seine detaillierte Malweise wurde Radziwill in den 20er Jahren als „Nietenmaler“ berühmt, der metallene Schiffsleiber ebenso minutiös auf die Leinwand brachte wie Sieltore aus Bockhorner Klinker. Als in der Nachkriegszeit abstrakte Kunstformen den Ausstellungsbetrieb bestimmten, geriet der Künstler mit seinem Werk in Vergessenheit, wurde jedoch in den 60er Jahren wiederentdeckt, als die Realität in die Malerei der Gegenwart zurückkehrte.

Es ist vor allem dem Engagement der 1987 gegründeten Franz Radziwill Gesellschaft e.V. zu verdanken, dass Radziwills Werk in jährlich wechselnden Ausstellungen am Ort seiner Entstehung zu sehen ist. Die Franz Radziwill Gesellschaft widmet sich seit 1986 der systematischen Aufarbeitung des Gesamtwerks, die ab Ende der 60er Jahre mit großen Retrospektiven begonnen hatte und oft im Zusammenhang mit Geburtstagen oder Gedenktagen stattfand.

Aufgrund seiner anfänglichen Sympathie für den Nationalsozialismus wird der Maler als politisch Naiver oder auch systemkonformer Opportunist betrachtet. Dass er selbst als entartet galt und ab 1938 mit einem Ausstellungsverbot für Einzelausstellungen belegt war, steht außer Frage. Ob er bereits 1935 nach seiner Entfernung als Professor aus der Akademie Düsseldorf auf Distanz zum Regime ging oder erst in den letzten Kriegsjahren, wird kontrovers diskutiert. Die Schaffensphase von 1933 bis 1945 wurde im Jahr 2011 im Rahmen der Ausstellung Der Maler Franz Radziwill in der Zeit des Nationalsozialismus in Dangast, Wilhelmshaven und Oldenburg zum Thema gemacht. In einer begleitenden Publikation wurde der Forschungsstand umfangreich aufbereitet[53], wobei kontroverse Beurteilungen bestehen blieben. Überwiegend Einigkeit herrscht bei Kritikern und Verteidigern in der Einschätzung seiner Werke, in denen er malerisch gegenüber der nationalsozialistischen Kunstdoktrin keine Kompromisse machte. Den Vorwürfen hinsichtlich seiner nationalsozialistischen Vergangenheit stehen zahlreiche Auszeichnungen mit hohen staatlichen Orden gegenüber. Seine Werke befinden sich heute in fast allen deutschen und vielen internationalen Museen. Zahlreiche Ausstellungen und wissenschaftliche Publikationen bezeugen die Bedeutung Radziwills in der deutschen und internationalen Kunstgeschichte.

1995 erschien das Gemälde Der Wasserturm in Bremen (Slg. Claus Hüppe, courtesy Kunsthalle Emden) aus dem Jahr 1931 als Motiv einer Sonderbriefmarke der Deutsche Bundespost. Radziwills Zuordnung in die Traditionsreihe bedeutender deutscher Maler bestätigte 2013 die Ausstellung D’Allemagne im Pariser Louvre, in der sein Gemälde „Kirche in der Friesischen Wehde“, 1930, neben Gemälden von Caspar David Friedrich hing.

Ebenfalls 2013 entstand eine Fassaden-Malerei in der Luisenstraße im Wilhelmshavener Stadtteil Südstadt: Mit über 100 Quadratmetern Fläche zeigt die Hauswand Radziwills 1928 gemaltes Bild Werft in Wilhelmshaven. Realisiert von dem Maler Buko Königshoff wurde es am 8. Oktober 2013 eingeweiht.

Bis heute gilt Radziwill als einer der bedeutenden Vertreter der deutschen Malerei des 20. Jahrhunderts und ist immer wieder in Gruppen- oder Themenausstellungen vertreten, zum Beispiel 2015/16 mit zwei Ölbildern, „Das karierte Handtuch“ und „Hafen II“ in der Schau New Objectivity: Modern German Art in the Weimar Republic, 1919 bis 1933 im Museo Correr in Venedig und im Los Angeles County Museum of Art (LACMA) in USA.

Ebenfalls 2015/16 war Radziwill mit mehreren Gemälden in der Ausstellung Messerscharf und detailverliebt: Werke der Neuen Sachlichkeit vertreten, die 2015/16 im Kunstforum Ostdeutsche Galerie in Regensburg und anschließend in der Landesgalerie Linz/Österreich gezeigt wurde.

Radziwill Gemälde Das rote Flugzeug, 1932, bereichert seit Mai 2016 die Sammlung des Städel Museums um eine bedeutende Position der Kunst der Moderne. Der anlässlich des Abschieds von Direktor Max Hollein getätigte Ankauf fügt sich nahtlos in den Bestand an Arbeiten der Neuen Sachlichkeit ein und stellt eine ideale Ergänzung zu Werken von Otto Dix, Karl Hubbuch und Lotte Laserstein dar. Auch im Hinblick auf das Bildmotiv passt das Werk ausgezeichnet zur Flughafenstadt Frankfurt, wo Flugzeuge ein wichtiger Aspekt städtischer Identität sind.

Werke in öffentlichen Sammlungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1919: Landschaft mit Telegraphenarbeitern, Kunsthalle Bremen
  • 1920: Ostseelandschaft bei Hohwacht/verso Straßenansicht mit blauem Haus, Kunsthalle zu Kiel
  • 1920: Die Lampen, Stadtmuseum Oldenburg
  • 1922: Die Vogelscheuche, Kunsthalle Bremen
  • 1922: Stillleben mit blätterndem Mond, Nds. Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg
  • 1923: Sich kämmendes Mädchen, Nds. Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg
  • 1924: Rasenstück, Niedersächsisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg
  • 1924: Frau zwischen roten Stühlen, Kunstmuseum Düsseldorf
  • 1925: Bauernhof mit schwarzem Himmel, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg
  • 1926: Stillleben mit weißer Kanne und Blumen, Stiftung Henri Nannen/Kunsthalle Emden
  • 1927: Dünenlandschaft bei Schoorl, Nationalgalerie Berlin
  • 1927: Morgen an der Friedhofsmauer, Städtische Kunsthalle Mannheim
  • 1928: Dorfeingang, Museum Ostdeutsche Galerie Regensburg
  • 1928: Die Straße, Museum Ludwig, Köln
  • 1928: Landschaft bei Varel Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
  • 1928: Werft in Wilhelmshaven, Von der Heydt-Museum Wuppertal
  • 1928: Todessturz Karl Buchstätters, Museum Folkwang Essen
  • 1929: Selbstbildnis mit roter Mütze, Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück
  • 1929: Strand vom Dangast mit Flugboot, Nds. Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg
  • 1930: Der Lilienstein an der Elbe, Hamburger Kunsthalle
  • 1930: Der Hafen II, Nationalgalerie Berlin
  • 1930: Das Fenster meines Nachbarn, Nds. Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg
  • 1931: Der Streik, Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Münster
  • 1931: Hinterhäuser in Dresden, Hessisches Landesmuseum Darmstadt
  • 1932: Der Sender Norddeich, Deutsches Postmuseum Frankfurt a. M.
  • 1932: Das rote Flugzeug, Städel Frankfurt
  • 1933: Der Stahlhelm im Niemandsland, Stadtmuseum Oldenburg
  • 1933: Brandungsmauer Dangast/Vereiste Küste mit Netzflickern, Nds. Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg
  • 1936: Auslaufendes U-Boot, Küstenmuseum Wilhelmshaven
  • 1936: Der Glockenturm in Bockhorn, Land Niedersachsen/Dauerleihgabe im Sprengel Hannover
  • 1939: Der U-Boot Krieg/Der totale Krieg/Verlorene Erde, Städtische Galerie im Lenbachhaus, München
  • 1940: Flandern/Wohin in dieser Welt, Nationalgalerie Berlin
  • 1941: Bombenangriff auf Wilhelmshaven, Städtisches Museum Kalkar
  • 1941: Stillleben mit Flasche und Messingschale, Nds. Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg
  • 1944: Deutschland 1944, Sprengel Museum Hannover
  • 1944: Vergehende Bauten, Rheinisches Landesmuseum Bonn
  • 1946: Die Klage Bremens, Senatskanzlei Bremen
  • 1945: Der Riss im Hof, Städtische Galerie Wolfsburg
  • 1947: Inmitten der Mensch, Universität Göttingen
  • 1948: Die Schönheit des Alleinseins, Nds. Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg
  • 1951: Am Flügel/So wirkt Musik auch, Städtisches Museum Gelsenkirchen
  • 1952: Neulandgewinnung/Lahnungen, Wasserwirtschaftsamt Wilhelmshaven
  • 1952: Die Apokalypse, Kunstmuseum Bochum
  • 1953: Der Kosmos kann zerstört werden, der Himmel nicht, Stadtmuseum Oldenburg
  • 1956: Das Vordringen der Quadrate, Städtische Galerie Schloss Oberhausen
  • 1957: Der leere Tisch, Nds. Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg
  • 1958: Verlässt der Mensch die Erde? Pfalzgalerie Kaiserslautern
  • 1959: Einsamkeit (Hochhaus), Land Niedersachsen/Dauerleihgabe im Sprengel, Hannover
  • 1962: Die Berliner Mauer, Berlinische Galerie, Berlin
  • 1962: Ist die Technik ein hohles Ei?, Stadtmuseum Oldenburg
  • 1969: Ein Schuh blieb übrig, Stadtmuseum Oldenburg
  • 1969: Die Gedanken des Netzflickers, Nds. Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg
  • 1971: Der Teufel allein hat den Strick nicht geschaffen, Stadtmuseum Oldenburg

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1922: Heckel – Schmidt-Rottluff – Radziwill, Vereinigung für junge Kunst Oldenburg
  • 1923: Gemeinschaftsausstellung Im Kreis der Brücke, Galerie Ferdinand Möller, Berlin und A Collection of Modern German Arts, Anderson Galleries, New York
  • 1925: Einzelausstellung, Augusteum Oldenburg
  • 1928: Deutsche Kunst Düsseldorf 1928, Kunstmuseum im Ehrenhof, Düsseldorf, Einzelausstellung im Erfurter Kunstverein, Wanderausstellung Wuppertal, Krefeld, Köln, Düsseldorf
  • 1934: Gemeinschaftsausstellung deutscher Künstler, Düsseldorf
  • 1934: Teilnahme an der Biennale Venedig, Deutscher Pavillon, XIX. Biennale Venedig
  • 1937: Stillleben und Landschaft, Kunstkabinett Gurlitt, Hamburg
  • 1938: Kunsthalle Bremerhaven, Kunstverein Bremerhaven
  • 1946: Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg
  • 1955: Jubiläumsausstellung zum 60. Geburtstag, Oldenburger Schloss; die Ausstellung wird in 16 weiteren deutschen Städten gezeigt
  • 1956: Einzelausstellung im Museum Folkwang, Essen
  • 1956: Retrospektive, Ostberlin, Nationalgalerie (stieß auf große Resonanz)
  • 1960: Franz Radziwill 65 Jahre, Stadtmuseum Oldenburg und Paula Modersohn-Becker-Haus, Bremen
  • 1965: Franz Radziwill 70 Jahre, Stadtmuseum Oldenburg
  • 1968: Einzelausstellung Galerie Baukunst, Köln, Beteiligung u.a. German Arts of Magic and Fantastic Realism and Surrealism, Artfestival, Worcestershire, Großbritannien; Aspetti della Nuovo Oggettivita, Galleria del Levante, Rom
  • 1970: Zum 75. Geburtstag, Bremer Kunstverein, Kunsthalle Breme7
  • 1975: Franz Radziwill 80 Jahre, Niedersächsisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg
  • 1981/1982: Retrospektive, Staatliche Kunsthalle in Berlin, Niedersächsisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg, Kunstverein Hannover; mit fast 400 Exponaten die größte Retrospektive zu Lebzeiten des Malers
  • 1985: Franz Radziwill, Rathaus am Delft, Bakchulzen Gesellschaft, Emden
  • 1987: Raum und Haus zur Eröffnung des Franz Radziwill Haus Dangast
  • 1989: Stillleben – gestörte Stille, Franz Radziwill Haus Dangast, Schlossmuseum Jever
  • 1995: Franz Radziwill 1895–1983, Kunsthalle Emden
  • 1996: Franz Radziwill – Magie der Städte, Kunstsammlungen Böttcherstraße Bremen
  • 1996/98: Ausstellungstrilogie Expressionisten in Dangast, Franz Radziwill Haus, Dangast
  • 2000: Franz Radziwill – Mythos Technik, Wanderausstellung Kunsthalle Wilhelmshaven u.a.
  • 2003: Umbruch – 1923, Franz Radziwill Haus, Dangast
  • 2005: Franz Radziwill – Blick nach Holland, Franz Radziwill Haus, Dangast
  • 2006: Franz Radziwill in Dresden, franz Radziwill Haus, Dangast
  • 2007: Franz Radziwill – Aquarelle. Das Bild vor dem Bild, Franz Radziwill Haus Dangast
  • 2007: Drohend vertraute Welten, Wanderausstellung, Schloss Neuhaus Paderborn, Rheinisches Landesmuseum Bonn, Kunstmuseum Bayreuth
  • 2008: Franz Radziwill und die moderne Welt, Franz Radztiwill Haus Dangast, Schlossmuseum Jever
  • 2009: Franz Radziwill – der sachliche Romantiker, Franz Radziwill Haus Dangast
  • 2010: Franz Radziwill in der Künstlergruppe "Die Sieben", Franz Radziwill Haus Dangast
  • 2011: Kunsthalle Emden, Kunsthalle Wilhelmshaven, Niedersächsisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg, Stadtmuseum Oldenburg, Franz Radziwill Haus, Dangast[54]
  • 2012: Franz Radziwill: Entdeckungen, Franz Radziwill Haus Dangast; Blickwechsel: Landschaft zwischen Bedrohung & Idylle, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Österreich
  • 2012: In der Nähe des Paradieses – Der Maler entdeckt die Natur, Franz Radziwill Haus, Dangast
  • 2014: Die Halbinsel der Seligen – Franz Radziwill in der Natur, Franz Radziwill Haus, Dangast und Jever
  • 2015: Franz Radziwill: Der Kosmos kann zerstört werden, der Himmel nicht, Franz Radziwill Haus, Dangast
  • 2015–16: New Objectivity: Modern German Art in the Weimar Rebulic, 1919-1933 Museo Correr Venedig und Los Angeles County Museum of Art (LACMA), USA
  • 2015–16: Messerscharf und detailverliebt. Werke der neuen Sachlichkeit, Kunstforum Ostdeutsche Galerie und Landesgalerie Linz, Österreich
  • 2016: Franz Radzwill: Schneeweiß und Nachtschwarz, Franz Radziwill Haus, Dangast

Franz Radziwill Haus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franz Radziwill Haus in der Sielstraße 3

Nachdem Franz Radziwill 1923 ein kleines Fischerhaus in Dangast erworben hat, baute er es in mehreren Etappen zu seiner heutigen Größe aus. Es ist eines der wenigen Künstlerhäuser, die im Originalzustand erhalten sind. Für die Küchenwände sammelte Radziwill friesische Kacheln, die Möbel gestaltete und bemalte er selbst. Bis zu seinem Tod 1983 entstand dort sein Hauptwerk.

Ausstellungsbetrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Räumen des ehemaligen Wohnhauses Franz Radziwill finden seit 1987 jährlich wechselnde Ausstellungen statt, bestückt mit Leihgaben aus Privatbesitz und Museen. Die Öffnung des Hauses betreibt die Franz Radziwill Gesellschaft e.V., die von der Familie und einem Freundeskreis 1986 gegründet wurde, auch um den Nachlass des Künstlers wissenschaftlicher und publizistischer Bearbeitung zugänglich zu machen. Inzwischen werden die Ausstellungen von regelmäßigen öffentlichen Führungen und einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm museumspädagogisch begleitet.

Archiv / Nachlass[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Franz Radziwill Haus beherbergt den schriftlichen Nachlass des Künstlers. Als authentische Quelle zur Forschung steht das Franz Radziwill Archiv der Wissenschaft zur Verfügung. Dokumente und Briefe aus der Zeit ab 1915 bis zum Tode des Malers geben Einblick in sein Leben und Werk. Ein weiterer Teil des Nachlasses befindet sich im Archiv im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg.

Werkverzeichnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rainer W. Schulze: Werkverzeichnis der Ölgemälde, in: Andrea Firmenich/Rainer W. Schulze (Hrsg.): Franz Radziwill 1895 bis 1983. Monographie und Werkverzeichnis, Wienand, Köln 1995
  • Wilfried Seeba: Werkverzeichnis der Aquarelle, Zeichnungen und bemalten Postkarten, hg. von der Franz Radziwill Gesellschaft e.V., Oldenburg: 2006
  • Gerd Presler (Hrsg.): Franz Radziwill: Die Druckgrafik, 2. Auflage, Karlsruhe: 2010

Literatur / Ausstellungskataloge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Birgit Denizel, Hg. für die Franz Radziwill Gesellschaft: Schneeweiß und Nachtschwarz, Ausstellungskatalog Franz Radziwill Haus Dangast, Kerber, Bielefeld 2016, ISBN 978-3-735601780.
  • Dieter Scholz, Hg. für die Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin: Die Schwarzen Jahre. Geschichten einer Sammlung. 1933–1945, Ausstellungskatalog Neue Galerie im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Nationalgalerie Berlin, Verbrecher-Verlag, Berlin 2015, Seiten 181–185.
  • Stephanie Barron/ Sabine Eckmann (Hrsg.): New Objectivity: Modern German Art in the Weimar Republic 1919-1933, Ausstellungskatalog Museo Correr, Venedig und Los Angeles County Museum of Art, Prestel Verlag, München 2015, S. 37, 77, 86, 211, 215 und 324.
  • Birgit Denizel, Hg. für die Franz Radziwill Gesellschaft: Der Kosmos kann zerstört werden, der Himmel nicht, Ausstellungskatalog Franz Radziwill Haus Dangast, Isensee, Oldenburg 2015.
  • Birgit Denizel, Hg. für die Franz Radziwill Gesellschaft und das Schlossmuseum Jever: Die Halbinsel der Seligen – Franz Radziwill in der Natur, Ausstellungskatalog, Isensee, Oldenburg 2014.
  • Musée du Louvre (Hrsg.): De l'Allemagne, 1800-1939. De Friedrich à Beckmann, Ausstellungskatalog, Paris 2013, S. 92/93
  • Birgit Denizel: Die unheimliche Heimat. In: Wolfgang Meighörner (Hrsg.): Blickwechsel. Landschaft zwischen Bedrohung & Idylle, Ausstellungskatalog Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Folio Verlag, Innsbruck, 2012, S. 48–53.

  • Birgit Denizel u. Ivo Kügel/Franz Radziwill Gesellschaft: Entdeckungen, Ausstellungskatalog zum 25-jährigen Jubiläum des Franz Radziwill Hauses, Dangast, Isensee, Oldenburg 2012.
  • Andreas Strobl: Auslotung von Grauzonen: Radziwill zwischen Opportunismus und künstlerischer Autonomie, Kunstchronik. In: Monatsschrift für Kunstwissenschaft, Museumswesen und Denkmalpflege; Mitteilungsblatt des Verbandes Deutscher Kunsthistoriker, Jahrgang 65, Heft 1, 2012, S. 22–28.
  • Birgit Neumann-Dietzsch u. Viola Weigel: Der Maler Franz Radziwill in der Zeit des Nationalsozialismus, Katalog zu Ausstellungen im Franz Radziwill Haus, Dangast und der Kunsthalle Wilhelmshaven, Kerber, Bielefeld 2011.
  • Katharina Henkel u. Lena Nievers (Hrsg.): Franz Radziwill – Meisterwerke aus privaten Sammlungen. Katalog zur Ausstellung in der Kunsthalle Emden, Wienand Verlag, Köln 2011.
  • James A. van Dyke: Franz Radziwill and the contradictions of German art history, 1919-45, Univ. of Michigan Press, 2010.
  • Birgit Denizel/Franz Radziwill Gesellschaft: Franz Radziwill in der Künstlergruppe „DIE SIEBEN“, Katalog zur Ausstellung im Franz Radziwill Haus, Isensee, Oldenburg 2010
  • Ewald Gäßler/Franz Radziwill Gesellschaft: Franz Radziwill – der sachliche Romantiker, Katalog zur Ausstellung im Franz Radziwill Haus, Isensee, Oldenburg 2009
  • Ewald Gäßler/Franz Radziwill Gesellschaft: Franz Radziwill und die moderne Welt und Franz Radziwill und die moderne Kunst, Kataloge zu Ausstellungen im Franz Radziwill Haus und im Schlossmuseum Jever, Isensee, Oldenburg 2008
  • Ewald Gäßler/Franz Radziwill Gesellschaft: 100 JAHRE KÜNSTLERORT DANGAST, Katalog zur Ausstellung im Franz Radziwill Haus, Oldenburg: 2007
  • Ewald Gäßler/Franz Radziwill Gesellschaft: Franz Radziwill: Aquarelle – Das Bild vor dem Bild, Katalog zur Ausstellung im Franz Radziwill Haus, Isensee, Oldenburg 2007.
  • Eduard Dohmeier: Verstörende Bilder. Das Werk von Franz Radziwill im „Dritten Reich“. Isensee, Oldenburg 2007.
  • Olaf Peters: „Im Lichte der Staatsideen – Franz Radziwills Gemälde ‚Revolution/Dämonen‘“. In: Uwe Fleckner (Hrsg.): Das verfemte Meisterwerk: Schicksalswege moderner Kunst im Dritten Reich, Akademie Verlag, Berlin 2007.
  • Andrea Wandschneider: Franz Radziwill – drohend vertraute Welten, Katalog zur Ausstellungsreihe, Städtische Galerie in der Reithalle/Paderborn, Rheinisches Landesmuseum Bonn, Landschaftsverband Rheinland, Kunstmuseum Bayreuth, Bönen, 2006
  • Ulrich Luckhardt/Ernst Barlach Haus – Stiftung Hermann F. Reemtsma: Franz Radziwill: vom Expressionismus zum Magischen Realismus, Ausstellungskatalog, Wienand, Köln 2006
  • Ekkehard Seeber/Franz Radziwill Gesellschaft: Franz Radziwill in Dresden 1927/ 1928, Katalog zur Ausstellung im Franz Radziwill Haus, Isensee, Oldenburg 2006
  • Petra Kemmler/Franz Radziwill Gesellschaft: Franz Radziwill – Blick nach Holland, Katalog zur Ausstellung im Franz Radziwill Haus, Isensee, Oldenburg 2005, ISBN 3-89995-187-5.
  • Olaf Peters: Radziwill, Johann Franz Wilhelm Eduard. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 21, Duncker & Humblot, Berlin 2003, S. 103 f.
  • Maike Bruhns (Hrsg.) Kunst in der Krise. Band 1: Hamburger Kunst im "Dritten Reich". Band 2: Künstlerlexikon Hamburg 1933–1945, Dölling und Galitz Verlag Hamburg/München 2001, siehe Personenregister S. 656.
  • Wilfried Seeba für das Landesmuseum Oldenburg u.a.: Franz Radziwill – Mythos Technik, Katalog zu Ausstellungen Kunsthalle Wilhelmshaven, Franz Radziwill-Haus Dangast, Städtische Galerie im Buntentor, Bremen, Isensee, Oldenburg 2000
  • Andrea Firmenich/Rainer W. Schulze: Franz Radziwill. 1895 bis 1983. „Das größte Wunder ist die Wirklichkeit.“ Monographie und Werkverzeichnis. Wienand, Köln 1995.
  • Kurt Asche: Franz Radziwill: das Steinhaus, die Ziegelarchitektur, der Wasserturm – Bildbefragungen, Dangast 1995.
  • Claus Peukert/Franz Radziwill Gesellschaft: Franz Radziwill und Dangast Isensee, Katalog zur Ausstellung im Franz Radziwill Haus, Dangast, Oldenburg 1995.
  • Wilfried Seeba für die Kunstsammlungen Böttcherstraße, Bremen: Magie der Städte; Katalog zur Ausstellung, Kunstsammlungen Böttcherstraße, Bremen 1995
  • Knut Soiné/Franz Radziwill Gesellschaft: Franz Radziwill – Bilder der Seefahrt. Hauschild Verlag, Bremen, 1992.
  • Konstanze Radziwill, Hans Heinrich Maaß-Radziwill (Hrsg.): Franz Radziwill. Raum und Haus. Katalog zur Eröffnung des Künstlerhauses C. J. Bucher Verlag, München/Luzern, 1987 (2. Auflage 1990).
  • Gerhard Wietek: Franz Radziwill – Wilhelm Niemeyer. Dokumente einer Freundschaft, hg. für die Stiftung Kunst und Kultur der Sparkasse Oldenburg, Oldenburg 1990
  • Ulrich Schulte-Wülwer: Fritz Witschetzky, Maler und Freund von Franz Radziwill. In: Nordelbingen, Beiträge zur Kunst- und Kulturgeschichte, 1989, S. 137–178.
  • Wolfgang Keiser und Rainer Wilhelm Schulze: Franz Radziwill – Der Maler, Verlag Thiemig, München 1975.
  • Roland März: Franz Radziwill, Henschel-Verlag Kunst und Gesellschaft, Berlin 1975
  • Alfred Hagenlocher: Franz Radziwill. Aquarelle und farbige Zeichnungen der Jahre 1913–1973, hg. von der Hans Thoma-Gesellschaft, Katalog zur Ausstellung, Spendhaus Reutlingen, 1975
  • Waldemar Augustiny: FRANZ RADZIWILL, Göttingen 1964

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Radziwill: Das größte Wunder ist die Wirklichkeit, Fernsehfeature von Viktoria von Flemming. NDR, 1977.
  • Franz Radziwill: Mit der Technik den Himmel vernagelt, Fernsehfeature von Hannelore Schäfer. NDR, 1982.
  • Konsequent Inkonsequent. Der Maler Franz Radziwill, Dokumentarfilm von Konstanze Radziwill und Gerburg Rohde-Dahl, Co-Produktion von Radio Bremen und der Rohde-Dahl Filmproduktion, 1995.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Franz Radziwill – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. Andrea Firmenich/Rainer W. Schulze (Hrsg.): Franz Radziwill 1895 bis 1983. Monographie und Werkverzeichnis, Köln 1995, S. 47 ff; siehe auch http://www.radiobremen.de/kultur/portraets/radziwill.
  2. Vgl. Uwe Michael (Hrsg.): Der grüne Regenbogen. Konturen einer nordwestdeutschen Kunstlandschaft, Bremen 1983.
  3. Gerhard Wietek: Franz Radziwill – Wilhelm Niemeyer. Dokumente einer Freundschaft, hg. von der Stiftung Kunst und Kultur der Landessparkasse zu Oldenburg, Oldenburg 1990.
  4. Vgl. Andrea Firmenich/Rainer W. Schulze (Hrsg.): Franz Radziwill – Das größte Wunder ist die Wirklichkeit, Köln 1995, S. 68.
  5. Claus Peukert/Franz Radziwill Gesellschaft: Franz Radziwill und Dangast, Oldenburg 1995, S. 8–14; vgl. auch Konstanze Radziwill/Hans-Heinrich Maaß-Radziwill (Hrsg.): Franz Radziwill – Raum und Haus, München/Luzern, 1989, S.21 ff.
  6. Vgl. Ausstellungsverzeichnis in Andrea Firmenich/Rainer W. Schulze (Hrsg.): Franz Radziwill 1895 bis 1983. Monographie und Werkverzeichnis, Köln 1995, S. 464.
  7. Vgl. Joist Grolle: Meine Bilder sind meine Weltreise – Notizen über Georg Düser. In: Dieter Isensee/Kulturdezernat Stadt Oldenburg (Hrsg.): Radziwill-Gemälde. Sammlung Düser, Oldenburg 1980, S. 8 ff.
  8. Ekkehard Seeber/Franz Radziwill Gesellschaft e.V. (Hrsg.): Franz Radziwill – Blick nach Holland, Oldenburg 2005, S. 12–38; Konstanze Radziwill/Gerburg Rhode-Dahl (R): Konsequent Inkonsequent, Dokumentarfilm 1995.
  9. Vgl. Rainer Stamm (Hrsg.): Der zweite Aufbruch in die Moderne. Expressionismus – Bauhaus – Neue Sachlichkeit. Ausstellungskatalog, Bielefeld 2011, S. 287
  10. Vgl. Andrea Firmenich/Rainer W. Schulze (Hrsg.): Franz Radziwill 1895 bis 1983. Monographie und Werkverzeichnis, Köln 1995, S. 53 f. und 465.
  11. Vgl. Andrea Firmenich/Rainer W. Schulze (Hrsg.): Franz Radziwill – Das größte Wunder ist die Wirklichkeit, Köln 1995, S. 54–56; vgl. auch http://www.radiobremen.de/kultur/portraets/radziwill/
  12. Birgit Denizel/Franz Radziwill Gesellschaft: Franz Radziwill in der Künstlergruppe DIE SIEBEN, Oldenburg 2010, S. 11–34.
  13. Stephanie Barron/Sabine Eckmann (Hrsg.): New Objectivity: Modern German Art in the Weimar Republic 1919-1933, München 2016, S. 324.
  14. James van Dyke: Franz Radziwill and the Contradictions of German Art History, 1919–45, University of Michigan Press 2010, S. 80, 141.
  15. Gerhard Wietek: Franz Radziwill – Wilhelm Niemeyer. Dokumente einer Freundschaft, hg. von der Stiftung Kunst und Kultur der Landessparkasse zu Oldenburg, Oldenburg 1990, S. 142.
  16. Birgit Neumann Dietzsch: Franz Radziwill im Nationalsozialismus: In: Birgit Neumann-Dietzsch/Viola Weigel (Hrsg.): Der Maler Franz Radziwill in der Zeit des Nationalsozialismus, Bielefeld 2011, S. 9.
  17. Angela Lammert (Hrsg.): Ateliergemeinschaft Klosterstraße Berlin 1933–1945 : Künstler in der Zeit des Nationalsozialismus. Berlin 1994.
  18. Andreas Hüneke: Kulturpolitische Illusionen. In: Birgit Neumann-Dietzsch/Viola Weigel (Hrsg.): Der Maler Franz Radziwill in der Zeit des Nationalsozialismus, Bielefeld 2011, S. 37–41; vgl. auch James van Dyke: Franz Radziwill and the Contradictions of German Art History, 1919–45, University of Michigan Press 2010, 80 ff.; zu Martin siehe http://www.diegeschichteberlins.de/geschichteberlins/persoenlichkeiten/persoenlichkeitenhn/506-martin.html
  19. Vgl. Andrea Firmenich/Rainer W. Schulze (Hrsg.): Franz Radziwill – Das größte Wunder ist die Wirklichkeit, Köln 1995, S. 55 f.; James van Dyke: Franz Radziwill and the Contradictions of German Art History, 1919–45, University of Michigan Press 2010.
  20. Vgl. Roland März: Franz Radziwill – ein visionärer Realist, Ahnung und Gegenwart in der Weimarer Republik. In: Andrea Firmenich/Rainer W. Schulze (Hrsg.): Franz Radziwill 1895 bis 1983. Monographie und Werkverzeichnis, Köln 1995, S. 26–27 u. 376; Konstanze Radziwill/G. Rohde-Dahl (R): Konsequent – Inkonsequent, Dokumentarfilm, RB, 1995; Olaf Peters: Im Lichte der Staatsideen. In: Uwe Fleckner (Hrsg.): Das verfemte Meisterwerk, Berlin 2009, S. 365–383; Birgit Neumann-Dietzsch/Viola Weigel (Hrsg.): Der Maler Franz Radziwill in der Zeit des Nationalsozialismus. Bielefeld 2011, S. 66/67, siehe dort auch Konstanze Radziwill: Der Beitrag des Franz Radziwill Archivs, S. 161.
  21. Andrea Firmenich/Rainer W. Schulze (Hrsg.): Franz Radziwill 1895 bis 1983. Monographie und Werkverzeichnis, Köln 1995, S. 56.
  22. Siehe Schreiben von H. W. Hansen an Reichsstatthalter Pg. Saukel vom 15.3.1935. In: Hildegard Brenner (Hrsg.): Die Kunstpolitik des Nationalsozialismus, Hamburg 1963, S. 183.
  23. Vgl. Joachim Tautz: Franz Radziwill und die NS-Kulturpolitik im Gau Weser-Ems. In: Birgit Neumann-Dietzsch/Viola Weigel (Hrsg.): Der Maler Franz Radziwill in der Zeit des Nationalsozialismus, Bielefeld 2011, S. 29 ff.
  24. Vgl. Birgit Neumann-Dietzsch/Viola Weigel (Hrsg.): Der Maler Franz Radziwill in der Zeit des Nationalsozialismus, Bielefeld 2011, S. 10–11; zur Geschäftsbeziehung von Gurlitt und Radziwill siehe Briefwechsel von Radziwill und Niemeyer in Gerhard Wietek: Franz Radziwill – Wilhelm Niemeyer. Dokumente einer Freundschaft, hg. von der Stiftung Kunst und Kultur der Landessparkasse zu Oldenburg, Oldenburg 1990, S. 151–153.
  25. Vgl. Maike Bruhns (Hrsg.): Kunst in der Krise, Hamburger Kunst im Dritten Reich, Band I, Hamburg 2001, S. 96, 225; zu Gurlitt siehe Meike Hoffmann/Nicola Kuhn (Hrsg.): Hitlers Kunsthändler. Hildebrand Gurlitt 1895–1956. Die Biographie, München 2016.
  26. Gerhard Wietek: Franz Radziwill – Wilhelm Niemeyer. Dokumente einer Freundschaft, hg. von der Stiftung Kunst und Kultur der Landessparkasse zu Oldenburg, Oldenburg 1990, S. 152.
  27. Abb. in Birgit Neumann-Dietzsch/Viola Weigel: Der Maler Franz Radziwill in der Zeit des Nationalsozialismus, Bielefeld 2011, S. 10–11; Abb. in Franz Roh (Hrsg.): Entartete Kunst. Kunstbarbarei im Dritten Reich, Hannover 1962.
  28. Hitlers Eröffnungsrede im Haus der Kunst, München 1937
  29. Abb. in Birgit Neumann-Dietzsch u. Viola Weigel: Der Maler Franz Radziwill in der Zeit des Nationalsozialismus, Bielefeld 2011, S. 88/98; Konstanze Radziwill/ Gerburg Rohde-Dahl (R): Konsequent Inkonsequent. Der Maler Franz Radziwill, Dokumentarfilm,1995.
  30. Vgl. Birgit Neumann-Dietzsch u. Viola Weigel: Der Maler Franz Radziwill in der Zeit des Nationalsozialismus, Bielefeld 2011, S. 10 und 56; dazu auch Eduard Dohmeier: Verstörende Bilder, Verstörende Bilder. Das Werk von Franz Radziwill im „Dritten Reich“, Oldenburg 2007.
  31. Vgl. Eduard Dohmeier: Verstörende Bilder, Verstörende Bilder. Das Werk von Franz Radziwill im „Dritten Reich“, Oldenburg 2007; originale Presseberichte Franz Radziwill Archiv, Dangast.
  32. Siehe Birgit Neumann-Dietzsch u. Viola Weigel: Der Maler Franz Radziwill in der Zeit des Nationalsozialismus, Bielefeld 2011, S. 96/97.
  33. Vgl. Joachim Tautz: Franz Radziwill und die NS-Kulturpolitik im Gau Weser-Ems. In: Birgit Neumann-Dietzsch /Viola Weigel: Der Maler Franz Radziwill in der Zeit des Nationalsozialismus, Bielefeld 2011, S. 29 ff.
  34. Radziwill an Niemeyer, Brief vom 6. Febr. 1939. In: Gerhard Wietek: Franz Radziwill – Wilhelm Niemeyer. Dokumente einer Freundschaft, hg. von der Stiftung Kunst und Kultur der Landessparkasse zu Oldenburg, Oldenburg 1990, S. 159.
  35. Vgl. Andrea Firmenich/Rainer W. Schulze (Hrsg.): Franz Radziwill 1895 bis 1983. Monographie und Werkverzeichnis, Köln 1995, S. 59 f.; Birgit Neumann-Dietzsch u. Viola Weigel: Der Maler Franz Radziwill in der Zeit des Nationalsozialismus, Bielefeld 2011, S. 121.
  36. Vgl. Andrea Firmenich/Rainer W. Schulze (Hrsg.): Franz Radziwill 1895 bis 1983. Monographie und Werkverzeichnis, Köln 1995, S. 60 f.
  37. Birgit Denizel: Himmel, Gott und Kosmos. In: Birgit Denizel (Hg. für die Franz Radziwill Gesellschaft): Der Kosmos kann zerstört werden, der Himmel nicht, Oldenburg 2015, S. 13 ff.
  38. Claus Peukert/Franz Radziwill Gesellschaft: Franz Radziwill und Dangast, Oldenburg 1995, S. 29.
  39. Vgl. Andrea Firmenich/Rainer W. Schulze (Hrsg.): Franz Radziwill 1895 bis 1983. Monographie und Werkverzeichnis, Köln 1995, S. 469; Zeitschriften im Franz Radziwill Archiv, Dangast
  40. Vgl. Silke Puschmann: Ein Pionier? Franz Radziwills Engagement für den Vogel- und Landschaftsschutz in Dangast. In: Birgit Denizel (Hg. für die Franz Radziwill Gesellschaft und das Schlossmuseum Jever): Franz Radziwill – Die Halbinsel der Seligen, Oldenburg, 2014, S. 37 ff.; vgl. auch Claus Peukert/Franz Radziwill Gesellschaft: Franz Radziwill und Dangast, Oldenburg 1995, S. 30–42.
  41. Vgl. Birgit Denizel: Im Seinsraum des Malers. In: Birgit Denizel (Hg. für die Franz Radziwill Gesellschaft/das Schlossmuseum Jever): Franz Radziwill – Die Halbinsel der Seligen, Oldenburg, 2014, S. 11–13.
  42. Fantasmagie. Mitglieder der Künstlervereinigung CIAFMA (Bucaille, Ende, van der Eb, Haus, Pasque, Plontke, Radziwill, Rauh), Einführung Herbert Zink, Ausstellungskatalog, Kunstamt Berlin-Wilmersdorf, 1966.
  43. Vgl. Andrea Firmenich/Rainer W. Schulze (Hrsg.): Franz Radziwill 1895 bis 1983. Monographie und Werkverzeichnis, Köln 1995, S. 63.
  44. Vgl. Andrea Firmenich/Rainer W. Schulze (Hrsg.): Franz Radziwill 1895 bis 1983. Monographie und Werkverzeichnis, Köln 1995, S. 472 ff.
  45. Hans Koschnick über Radziwills Werk in Konstanze Radziwill/Gerburg Rohde-Dahl (R): Konsequent Inkonsequent. Dokumentarfilm 1995.
  46. Siehe NGBK (Hrsg.): Franz Radziwill, Ausstellungskatalog Staatliche Kunsthalle, Berlin 1981.
  47. Vgl. Konstanze Radziwill: Häusliches – Biografisches. In: dies./Hans-Heinrich Maaß-Radziwill (Hrsg.): Franz Radziwill – Raum und Haus, München/Luzern, 1989, S. 45.
  48. Gerd Presler (Hrsg.): Franz Radziwill – Die Druckgraphik: Ein Werkverzeichnis, Karlsruhe 1993; 2. Auflage 2010.
  49. Konstanze Radziwill (Hrsg.): Konsequent Inkonsequent. Der Maler Franz Radziwill, Beiheft zum Film, Landesbildstelle Bremen, 1998, S. 21
  50. Jürgen Hoffmann: Landschaften ohne Ausweg. In: Neue Gesellschaft für Bildende Kunst e.V. (Hrsg.): Franz Radziwill, Berlin 1981.
  51. Vgl. Wilfried Seeba: Franz Radziwill – Mythos Technik, hg. vom Landesmuseum Oldenburg, Ausstellungskatalog Kunsthalle Wilhelmshaven/Franz Radziwill Haus Dangast u.a.O., Oldenburg 2011.
  52. Zu Übermalungen vgl. Jürgen Hoffmann: Landschaften ohne Ausweg. In: Neue Gesellschaft für Bildende Kunst e.V. (Hrsg.): Franz Radziwill, Berlin 1981; vgl. auch Iko Chmielewski, Magisterarbeit, unveröffentlicht, Franz Radziwill Archiv.
  53. Birgit Neumann-Dietzsch u. Viola Weigel (Hrsg.): Der Maler Franz Radziwill in der Zeit des Nationalsozialismus, Katalog zu Ausstellungen im Franz Radziwill Haus, Dangast und der Kunsthalle Wilhelmshaven, Kerber, Bielefeld 2011
  54. Manfred Schwarz: Ein Meister des Zwiespalts. In: Die Zeit. S. 53, abgerufen am 6. April 2015.