Grebenstein

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Wappen Deutschlandkarte
Grebenstein
Deutschlandkarte, Position der Stadt Grebenstein hervorgehoben

Koordinaten: 51° 27′ N, 9° 25′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kassel
Höhe: 190 m ü. NHN
Fläche: 49,84 km2
Einwohner: 5720 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 115 Einwohner je km2
Postleitzahl: 34393
Vorwahl: 05674
Kfz-Kennzeichen: KS, HOG, WOH
Gemeindeschlüssel: 06 6 33 010
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
34393 Grebenstein
Website: grebenstein.de
Bürgermeister: Danny Sutor[2] (parteilos)
Lage der Stadt Grebenstein im Landkreis Kassel
Bad KarlshafenGutsbezirk ReinhardswaldTrendelburgTrendelburgHofgeismarHofgeismarWesertalReinhardshagenLiebenauGrebensteinImmenhausenFuldatalEspenauVellmarCaldenBreunaZierenbergZierenbergAhnatalHabichtswaldWolfhagenNaumburgBad EmstalSchauenburgBaunatalFuldabrückLohfeldenSöhrewaldHelsaKaufungenNiesteNiestetalKasselKarte
Über dieses Bild

Grebenstein (plattdeutsch: Grebensteen) ist eine Kleinstadt im Landkreis Kassel in Nordhessen (Deutschland).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grebenstein – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grebenstein liegt westlich des Reinhardswalds zwischen Kassel und Hofgeismar am Fluss Esse. Über der Stadt steht die Ruine der Burg Grebenstein.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grebenstein grenzt im Norden an die Stadt Hofgeismar, im Nordosten an das gemeindefreie Gebiet Gutsbezirk Reinhardswald, im Osten an die Stadt Immenhausen, im Südosten an die Gemeinde Espenau, im Süden und Westen an die Gemeinde Calden, sowie im Nordwesten an die Stadt Liebenau (alle im Landkreis Kassel).

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Grebenstein besteht aus den folgenden Stadtteilen:

Außerdem gehören zu Grebenstein noch eine Anzahl kleinerer Weiler und Einzelgehöfte wie Ellixen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grebenstein wurde 1272 erstmals als Grevensteine urkundlich erwähnt.

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

• 1455: 273 Landbesitzer[3]
• 1585: 431 Haushaltungen[3]
• 1747: 288 Haushaltungen[3]
Fraurombach: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2020
Jahr  Einwohner
1834
  
2.532
1840
  
2.451
1846
  
2.694
1852
  
2.765
1858
  
2.574
1864
  
2.728
1871
  
2.367
1875
  
2.412
1885
  
2.249
1895
  
2.221
1905
  
2.252
1910
  
2.210
1925
  
2.493
1939
  
2.865
1946
  
4.422
1950
  
4.570
1956
  
4.212
1961
  
3.987
1967
  
3.838
2020
  
5.720
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Oktober 1970 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Burguffeln, Schachten und Udenhausen im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis eingegliedert.[4][5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis,[6] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[7][8][9]

Stadtverordnetenversammlung – Kommunalwahlen 2021
Stimmenanteil in %
Wahlbeteiligung 62,4 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
51,5
(−2,9)
48,5
(+15,0)
n. k.
(−12,1)
2016

2021

Sitzverteilung
  
Insgesamt 23 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2021
Sitze
2021
%
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 40,44 12 54,4 17 53,4 17 57,4 18 56,7 17
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 25,66 8 33,5 10 30,6 9 29,8 9 31,4 10
FDP Freie Demokratische Partei 6,23 2 12,1 4 8,9 3 12,8 4 12,0 4
BWA Bürger Wahl Alternative -- -- 7,1 2
GsD Grebenstein Direkt 27,68 9
Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 62,4 54,5 52,1 53,8 61,0

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der hessischen Kommunalverfassung ist der Bürgermeister Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Grebenstein neben dem Bürgermeister sieben ehrenamtliche Stadträte angehören. Bürgermeister ist seit 1. Oktober 2010 Danny Sutor.[10] Er wurde im März 2016 wiedergewählt.[11] Amtsvorgänger waren:

  • 1992 bis 2010 Armin Kölling (SPD)
  • 1965 bis 1992 Georg Kooi[12]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold über drei blauen Felsen, deren äußere mit je zwei grünen Blättern besteckt sind, ein auf rot gezäumtem silbernen Pferd linkshin sprengender, blau gerüsteter und barhäuptiger Reiter mit silbernem Waffenrock; mit der Linken hält er einen blauen Schild, darin ein golden gekrönter und bewehrter, neunmal von Silber und Rot geteilter Löwe; mit der Rechten schwingt er ein silbernes Schwert.“

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grebenstein unterhält eine Ringpartnerschaft mit der französischen Gemeinde Lezoux in der Auvergne, mit der niederländischen Gemeinde Lopik in der Polderlandschaft nördlich des Lek und mit der italienischen Gemeinde Sarsina in der Emilia-Romagna.

Einer der historischen Türme der Stadtmauer von Grebenstein
Die Altstadt Grebenstein vom Burgberg gesehen

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ackerbürgermuseum (seit 1984) im „Haus Leck“, Schachtener Str. 11, erbaut 1431
  • Alte Meierei, Schachtener Straße 4, erbaut um 1780

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • TMG Turn- und Musikgemeinschaft 1980 Grebenstein e. V.
  • Volkschor Grebenstein
  • Männerchor 1840 Grebenstein

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Historische Altstadt mit den mittelalterlichen Türmen der Stadtbefestigung, dem Rathaus, der evangelischen Stadtkirche sowie zahlreichen Fachwerkhäusern, die teilweise über mittelalterlichen Kellern stehen
  • Ruine der Burg Grebenstein (auf dem Burgberg am Südrand der Stadt) aus dem 13. Jahrhundert
  • Einstiger Standort der Burg Haldessen (nahe dem Hof Oberhaldessen) aus dem 14. Jahrhundert
  • Die ehemalige Grebensteiner Landwehr zwischen Grebenstein und Hofgeismar ist heute nur noch an wenigen Stellen zu erkennen, sei es als Gehölz oder als Spuren von Wallgräben; zwischen Grebenstein und Friedrichsthal, nahe der L 3233 finden sich noch Spuren in Form von Grabenresten. Die fünf ehemaligen Warten, die die Landwehr sicherten, sind alle verschwunden.

Für die unter Denkmalschutz stehenden Kulturdenkmäler des Ortes siehe die Liste der Kulturdenkmäler in Grebenstein.

Naturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturparks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Grebenstein

Grebenstein liegt an der Bundesstraße 83.

Die Stadt liegt an der Bahnstrecke Kassel–Warburg und wird von der RegioTram (Linie RT1) angefahren. Regional-Express-Züge der Verbindung Kassel–Hagen halten seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2013 nicht mehr in Grebenstein. Die Stadt Grebenstein gehört dem Nordhessischen Verkehrsverbund an.

Der 27,92 km lange Abschnitt der Friedrich-Wilhelms-Nordbahn von Grebenstein über Hümme nach Bad Karlshafen, der am 30. März 1848 eröffnet wurde, war die erste Eisenbahn im Kurfürstentum Hessen. 1872 wurde die Strecke nach einem Eisenbahnunfall aus der Stadt heraus verlegt und um sie herum neu trassiert.

Persönlichkeiten mit Bezug auf Grebenstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Grebenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Grebenstein – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerung in Hessen am 31.12.2020 nach Gemeinden (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Grebenstein: Bürgermeister
  3. a b c d „Grebenstein, Landkreis Kassel“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  4. Eingliederung der Gemeinden Burguffeln, Schachten und Udenhausen in die Stadt Grebenstein, Landkreis Hofgeismar vom 29. September 1970. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1970 Nr. 41, S. 1950, Punkt 1803 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 7,5 MB]).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 398.
  6. Ergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2021.
  7. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  8. Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2011.
  9. Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2006.
  10. Bürgermeister-Direktwahlen in Grebenstein, Stadt. In: Statistik.Hessen. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im Januar 2021.
  11. Danny Sutor bleibt Bürgermeister in Grebenstein. 6. März 2016, abgerufen am 11. November 2019.
  12. Stadt Grebenstein: Die Bürgermeister Grebensteins von 1898 bis heute (Memento vom 14. Februar 2016 im Internet Archive)
  13.  Info: Bitte auf Vorlage:HessBib umstellen, um auch nach 2015 erfasste Literatur zu selektieren!