Olivier Giroud

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Olivier Giroud
Olivier Giroud.jpg
Olivier Giroud (2018)
Personalia
Geburtstag 30. September 1986
Geburtsort ChambéryFrankreich
Größe 192 cm
Position Mittelstürmer
Junioren
Jahre Station
OCF Froges
Grenoble Foot
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2005–2008 Grenoble Foot 23 0(6)
2007–2008 → FC Istres (Leihe) 34 (14)
2008–2010 FC Tours 61 (30)
2010–2012 HSC Montpellier 73 (33)
2012–2018 FC Arsenal 180 (73)
2018– FC Chelsea 13 0(3)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)2
2011– Frankreich 81 (31)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: Saisonende 2017/18

2 Stand: 15. Juli 2018

Olivier Giroud (* 30. September 1986 in Chambéry) ist ein französischer Fußballspieler, der seit Januar 2018 für den FC Chelsea in der englischen Premier League spielt.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seinen Vereinen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der groß gewachsene, als Spätentwickler geltende Stürmer wuchs in einer wohlhabenden Familie auf.[1] Auch sein älterer Bruder spielte Fußball und gehörte dem Nachwuchszentrum der AJ Auxerre an.[2] Erster Fußballverein in Oliviers Kindheit war der OCF Froges, wenige Kilometer nördlich von Grenoble zuhause.[3] 2001 gewann er mit der U-16-Regionalauswahl der Rhône-Alpes die Coupe des Régions und erzielte im Endspiel auch einen Treffer.[4] Im Erwachsenenbereich begann seine Karriere 2005 beim Zweitligisten Grenoble Foot, bei dem er auch schon als Jugendlicher ausgebildet worden war. Nachdem er in zwei Jahren nur zu 23 Einsätzen kam und sein Trainer Mehmed Baždarević ihm prophezeite, dass er kein Erstliga-Niveau besäße und es selbst in der zweiten Liga schwer haben werde,[5] wechselte er 2007 auf Leihbasis zum FC Istres in die dritte Spielklasse, in der er sich mit 14 Saisontreffern erstmals bestätigen konnte. 2008 unterschrieb er beim FC Tours und kehrte somit in die zweite Liga zurück. Dort gelang dem Angreifer der Durchbruch; in der Saison 2009/10 wurde er mit 21 Treffern Torschützenkönig der Ligue 2 und Ende 2009 von France Football zum besten Spieler der Liga ausgezeichnet. Von seinem dortigen Trainer Daniel Sanchez, selbst früher ein torgefährlicher Angreifer, habe er besonders viel über das Verhalten im Sturmzentrum gelernt.[2]

Anschließend erhielt er ein Angebot von Celtic Glasgow und war schon bereit, es anzunehmen, doch Louis Nicollin, der Präsident von Erstligist HSC Montpellier, überzeugte ihn mit den Worten „Willst du dich damit langweilen, gegen Kilmarnoche [sic!] zu spielen? Komm' lieber zu uns, da hast du mehr zu lachen.“ davon, in Frankreich zu bleiben.[4] In Montpellier entwickelte Giroud sich auf Anhieb zum Stammspieler und Leistungsträger (zwölf Punktspieltreffer in seiner ersten Saison). Zwölf Monate später hatte er es auf 21 Tore gebracht und war damit der erfolgreichste Torjäger der Ligue 1. Im selben Jahr gewann er mit Montpellier zudem den französischen Meistertitel.

Zur Saison 2012/13 verpflichtete der FC Arsenal Giroud.[6] Am ersten Spieltag gab er sein Debüt für Arsenal, als er gegen den FC Sunderland für Lukas Podolski eingewechselt wurde. Sechs Wochen später erzielte er mit dem 1:1-Ausgleich im Stadtderby gegen West Ham United sein erstes Tor für seinen neuen Arbeitgeber und gab auch noch die Vorlage zur 2:1-Führung durch Theo Walcott. Im Sommer 2017 bekam er in Alexandre Lacazette einen französischen Konkurrenten auf seiner Position als Sturmspitze; Giroud war bereit, diese Herausforderung anzunehmen. Doch als Arsenal Ende Januar 2018 mit Pierre-Emerick Aubameyang einen weiteren Angreifer verpflichtete, wechselte er zum Lokalrivalen FC Chelsea. Das von Arsenal und Borussia Dortmund favorisierte „Koppelgeschäft“ des Aubameyang-Transfers, wonach Giroud an die Dortmunder hätte ausgeliehen werden sollen, lehnte dieser trotz eines eigener Aussage zufolge erstklassigen finanziellen Angebots aufgrund der kurzen Vertragslaufzeit und der Tatsache, dass er und seine Familie sich in England sehr wohl fühlen, ab.[7] Von den Blues wurde er mit den Worten angekündigt, er sei „tödlich mit dem Kopf und chirurgisch mit seinen Füßen“.[8]

Giroud ist von Haus aus ein Linksfuß, der aber auch etliche seiner Tore mit rechts erzielt hat. Für seine Körperlänge gilt er als technisch überdurchschnittlich stark; zudem gewann er beispielsweise in der Saison 2011/12 71 % seiner Kopfballduelle – die allermeisten davon im Mittelfeld bei der Annahme beziehungsweise Weiterleitung von langen Pässen aus der eigenen Abwehr –, während er in der Nähe des gegnerischen Tores den Ball bevorzugt mit den Füßen spielt (2011/12 lediglich ein Punktspieltreffer per Kopf).[9] Ende 2017 hat France Football seine Stärken und Schwächen im Vergleich mit dem fünf Jahre jüngeren Lacazette analysiert. Demnach zeichnet ihn neben seinen Torjägerqualitäten insbesondere aus, dass er aufgrund seiner körperlichen Präsenz (1,93 m, 92 kg) eine gegnerische Abwehr über 90 Minuten beschäftigen und ermüden kann, im Strafraum ein nahezu blindes Wissen um die Laufwege seiner Mitspieler – und die technischen Fähigkeiten, diese zu bedienen – hat sowie seine Bereitschaft, bei gegnerischen ruhenden Bällen nahe dem eigenen Tor auch regelmäßig defensiv auszuhelfen.[10]

Im Mai 2012 posierte Giroud für die Titelseite der Homophilen-Zeitschrift Têtu und begründete dies damit, er wolle so „dazu beitragen …, etwas an der Sichtweise und an den Mentalitäten [zu] ändern“.[11] Er ist verheiratet und Vater zweier Kinder.[12]

In der Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als B-Jugendlicher nahm Olivier Giroud an mehreren Sichtungslehrgängen für die Jahrgangsnationalauswahl teil, fand aber keine Berücksichtigung.[13] Anfang November 2011 wurde Giroud erstmals vom Nationaltrainer Laurent Blanc für die A-Nationalmannschaft Frankreichs nominiert und in den beiden Begegnungen gegen die USA und Belgien auch eingewechselt. Seinen ersten Treffer im Nationaldress erzielte er am 29. Februar 2012 beim 2:1-Sieg in Bremen gegen Deutschland. Blanc berief den Angreifer, der auch ein uneigennütziger Torvorbereiter ist, in das französische Europameisterschaftsaufgebot 2012 und wechselte ihn dort in drei der vier Spiele Frankreichs ein. Dabei gelang Giroud, dessen Mannschaft im Viertelfinale gegen den Titelverteidiger und späteren Europameister Spanien ausschied, kein Tor.

Unter Blancs Nachfolger Didier Deschamps wurde der Angreifer im Herbst 2013 wiederholt anstelle von Karim Benzema als Sturmspitze in der Startelf nominiert; dabei erzielte er in den beiden Matches im Oktober prompt drei Tore für die Bleus. Im Mai 2014 wurde er von Deschamps in den c für die Weltmeisterschaftsendrunde in Brasilien berufen und kam dort in sämtlichen fünf Begegnungen der Franzosen zum Einsatz, dreimal allerdings nur als Einwechselspieler. Er stand 2016 auch im französischen Aufgebot für die Europameisterschaft im eigenen Land; im Eröffnungsspiel des Turniers erzielte er Frankreichs ersten Treffer beim 2:1 über Rumänien. Seine drei Tore plus zwei Assists bei dieser EM bescherten ihm die Auszeichnung mit dem Bronzenen Schuh der UEFA. Auch bei der WM 2018 stand Giroud in Deschamps’ Kader, wurde in sämtlichen französischen Spielen eingesetzt und gewann mit Frankreich den Weltmeistertitel.

Insgesamt hat Giroud bisher 81 A-Länderspiele bestritten, in denen ihm 31 Treffer gelangen, womit er gemeinsam mit Zinédine Zidane der vierterfolgreichste Torjäger der französischen Länderspielgeschichte ist. (Stand: 15. Juli 2018)

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Giroud mit dem WM-Pokal (2018)

Verein

Nationalmannschaft

Auszeichnungen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Olivier Giroud – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Artikel „Giroud – Au-delà du miroir“ in France Football vom 7. November 2011
  1. „Au-delà du miroir“, S. 5f.
  2. a b Interview mit Olivier Giroud in France Football vom 28. März 2017, S. 22–27, hier S. 24
  3. Artikel „Les Bleus au tout debut“ in France Football vom 31. Mai 2016, S. 34
  4. a b „Au-delà du miroir“, S. 8
  5. „Au-delà du miroir“, S. 6
  6. Olivier Giroud agrees deal to join Arsenal
  7. Interview „Je voulais redevenir heureux“ in France Football vom 20. Februar 2018, S. 36–41, hier insbesondere S. 37/38
  8. Zitat nach „Giroud unterschreibt bei Chelsea“ vom 31. Januar 2018 bei chelseafc.com
  9. siehe die detaillierten Statistiken im Artikel „Giroud, Monsieur Plus“ in France Football vom 22. Mai 2012, S. 14/15
  10. Artikel „Womit Giroud und Lacazette der Nationalmannschaft jeweils von Nutzen sein können“ vom 13. November 2017 bei francefootball.fr
  11. Der Spiegel vom 26. Mai 2012, S. 148; dazu die Ankündigung des Juni-2012-Hefts auf der Seite tetu.com
  12. Interview mit Olivier Giroud in France Football vom 28. März 2017, S. 22–27, hier S. 27
  13. „Au-delà du miroir“, S. 10
  14. http://www.goal.com/de/meldungen/x-gewinnt-fifa-puskas-award-fuer-schoenstes-tor-des-jahres/1fgei8ru9v30o1abzrjyyr8tba