Schemmerhofen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schemmerhofen
Schemmerhofen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schemmerhofen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 10′ N, 9° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Biberach
Höhe: 520 m ü. NHN
Fläche: 50,18 km2
Einwohner: 8219 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 164 Einwohner je km2
Postleitzahl: 88433
Vorwahlen: 07356, 07357
Kfz-Kennzeichen: BC
Gemeindeschlüssel: 08 4 26 134
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 25
88433 Schemmerhofen
Webpräsenz: www.schemmerhofen.de
Bürgermeister: Mario Glaser (parteilos)
Lage der Gemeinde Schemmerhofen im Landkreis Biberach
BayernAlb-Donau-KreisLandkreis RavensburgLandkreis ReutlingenLandkreis SigmaringenUlmAchstettenAlleshausenAllmannsweilerAltheim (bei Riedlingen)AttenweilerBad BuchauBad SchussenriedBerkheimBetzenweilerUmmendorf (bei Biberach)Biberach an der RißBurgriedenDettingen an der IllerDürmentingenDürnau (Landkreis Biberach)EberhardzellErlenmoosErolzheimRiedlingenErtingenGutenzell-HürbelHochdorf (Riß)IngoldingenKanzachKirchberg an der IllerKirchdorf an der IllerKirchdorf an der IllerLangenenslingenLaupheimLaupheimMaselheimMietingenMittelbiberachMoosburg (Federsee)OchsenhausenOggelshausenRiedlingenRiedlingenRiedlingenRot an der RotSchemmerhofenSchwendiSeekirchSteinhausen an der RottumTannheim (Württemberg)Tiefenbach (Federsee)Ummendorf (bei Biberach)UnlingenUnlingenUttenweilerWainWarthausenKarte
Über dieses Bild
Schemmerberg 1899
Schemmerhofen-Aufhofen

Schemmerhofen ist eine Gemeinde im Landkreis Biberach in Baden-Württemberg. Mit rund 8300 Einwohnern ist Schemmerhofen die größte kreisangehörige Landgemeinde.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schemmerhofen liegt etwa neun Kilometer nördlich der Großen Kreisstadt Biberach an der Riß. Der Gemeindeteil Langenschemmern wird von einem Abschnitt des Mühlbachs durchflossen, der knapp unterhalb bzw. südöstlich der Ortschaft in den von Süden kommenden Donau-Nebenfluss Riß mündet. Diese durchfließt weiter nördlich den Gemeindeteil Schemmerberg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Schemmerhofen gehören sechs Ortsteile:

  • Alberweiler
  • Altheim
  • Aßmannshardt
  • Ingerkingen
  • Schemmerberg
  • Schemmerhofen

Es gibt die Wohnplätze Bachhof, Britschweiler, Brühlhof, Eichelsteig, Grafenwald, Mittenweiler, Öschhof und Ziegelei. Wüstungen auf dem Gemeindegebiet sind Hugeshoven, Leithausen und Lindach.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Langenschemmern ist offen. Ob es sich bei dem im Jahre 851 erstmals genannten „Scammara“ um Langenschemmern oder um Schemmerberg handelt, ist nicht bekannt. Anno 1095 wird „ad Scammares“ in der Urkunde genannt, 1127 „Schamern“, 1242 „Scammun“, 1319 „Krutschemmern“ und 1361 erstmals „Landenschammar“. Seit Ende des 14. Jahrhunderts lässt sich die Unterscheidung zwischen Ober- und Unterschemmern eindeutig nachweisen. Bis ins 17. und 18. Jahrhundert wird der Kurzname „Schemmern“ und auch der heutige Name genannt. Der Name „Schemmern“ dürfte von Schammen(Schemmen) = Schilfrohr herrühren. Aufhofen und Langenschemmern bildeten ursprünglich eine politische Gemeinde. Nach dem Übergang an Württemberg wollten die Einwohner von Aufhofen die Abtrennung von Langenschemmern. Da die Güter der Einwohner innerhalb der gemeinsamen Gemarkung untereinander stark vermischt waren, stellte sich die Ziehung einer Markungsgrenze als äußerst problematisch dar. Die Trennung konnte deshalb erst 1843 abschließend vollzogen werden.

In der NS-Zeit bestand im Kinderheim Ingerkingen ein sogenanntes „Kinderasyl“, von dem 1940 im Rahmen der „Euthanasie“-Tötungsaktion T4 72 Kinder zum Opfer fielen, nur elf haben überlebt. Ein Wachsgraffito in der Eingangshalle von Haus St. Franziskus in der Oberstadionerstraße 14 erinnert an dieses Geschehen.[3]

Im Rahmen der Gebietsreform in Baden-Württemberg bilden Langenschemmern und Aufhofen seit 1. August 1972 wieder eine Gemeinde, die heutige Zentralgemeinde Schemmerhofen. Auch die beiden Orte, mittlerweile baulich zusammengewachsen, wurden vereinigt. Am 1. Januar 1974 kam Schemmerberg dazu, Alberweiler, Altheim, Aßmannshardt und Ingerkingen folgten am 1. Januar 1974.[4][5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht derzeit aus 19 (2009: 21) gewählten ehrenamtlichen Mitgliedern, darunter drei Frauen, und dem ebenfalls stimmberechtigten Bürgermeister als Vorsitzendem. Die Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 in Schemmerhofen ergab bei einer Wahlbeteiligung von 53,1 % (2009: 54,1 %) folgende Sitzverteilung:[6] Die „Freie Wählervereinigung“ erhielt 13 Sitze, die Liste „Die neue Verantwortung“ kam auf 6 Sitze.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 14. Oktober 2012 wurde Mario Glaser mit 66,35 Prozent der gültigen Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Stellvertretende Bürgermeisterin ist Brigitte Bertsch.

Seit der Gemeindereform von 1972 gab es in der Großgemeinde Schemmerhofen folgende Bürgermeister:

  • Karl Kehrle, 1. August 1972 – 11. Dezember 1980
  • Hans-Peter Harscher, 11. Dezember 1980 – 20. Dezember 1996
  • Eugen Engler, 20. Dezember 1996 – 12. Januar 2013
  • Mario Glaser, seit dem 13. Januar 2013

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schemmerberg

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schemmerhofen liegt an der Bundesstraße 465 und mit dem Bahnhof „Schemmerberg“ an der Württembergischen Südbahn (UlmFriedrichshafen). Im Stundentakt verkehren Züge nach Ulm und Friedrichshafen. Der ehemalige Bahnhof Langenschemmern liegt mehr als zwei Kilometer vom nächsten Ort entfernt, er wird heute nur noch für den Güterverkehr genutzt (Schüttgüter).

Alle Gemeindeteile werden vom Donau-Iller-Nahverkehrs-Verbund über die Busverbindung BiberachEhingen bedient (Aßmannshardt nur von Schulbussen); ab Schemmerberg bestehen zusätzlich Busverbindungen nach Laupheim. Aßmannshardt liegt darüber hinaus an der Busstrecke Biberach–Munderkingen.[7]

Bildung und Betreuung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schemmerhofen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Schemmerhofen besteht mit der Gemeinschaftsschule Mühlbachschule eine weiterführende Schule. Die Mühlbachschule war eine der ersten 42 Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg. Aktuell sind über 600 Schüler in dieser dreizügigen Einrichtung, die mit einem Anteil von über 50 % auswärtiger Schüler auch Schulstandort für umliegende Gemeinden ist.

Schemmerberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Schemmerberg besteht eine eigenständige einzügige Grundschule.

Ingerkingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Ortsteil Ingerkingen hat die Mühlbachschule eine Außenstelle (einzügige Grundschule)
  • Die Schule St. Franziskus in Ingerkingen ist eine katholische freie Ganztagesschule für Kinder und Jugendliche mit geistiger oder mehrfacher Behinderung; als staatlich anerkannte Ganztagesschule arbeitet sie nach dem Bildungsplan der Schulen für Geistigbehinderte in Baden-Württemberg und orientiert sich am so genannten Marchtaler Plan
  • Dazu gehört auch das Wohnangebot der St. Elisabeth-Stiftung (Bad Waldsee) für Kinder und Jugendliche mit geistiger oder mehrfacher Behinderung (Schülerwohnen, Kurzzeitangebote, Übergangs-, Trainings- und Appartementwohnen).

Kindertagesstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Schemmerhofen gibt es sieben Kindertagesstätten mit ganztägigem Angebot (vier in kommunaler und zwei in katholischer Trägerschaft sowie das Kinder- und Familienhaus im Hauptort in einer Kooperationsträgerschaft der Kirche mit der Gemeinde).

Seniorenheime[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Schemmerhofen gibt es zwei Pflegeheime. Im Hauptort Schemmerhofen den Wohnpark St. Klara mit 30 Pflegeplätzen und die Seniorenresidenz Haus Luisa in Schemmerberg mit 50 Pflegeplätzen.

Schlössle in Alberweiler

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschaft in Schemmerhofen wird von mittelständischen Firmen der Bereiche produzierendes Gewerbe (Schick Dental, Stegmaier Textile Solutions, Köpf Fahrzeugbau, NHC Kunststofftechnik, Biber Möbel, Heckenberger Metallverarbeitung), Handwerk und Dienstleistungen dominiert. Größter Arbeitgeber in Schemmerhofen ist die Unternehmensgruppe Dünkel Holding GmbH&Co.KG, unter anderem mit der Tochter activ group als international tätiger Projektentwickler von Fach- und Handelsimmobilien sowie Gewerbegebieten.

Ingerkingen, Pfarrkirche St. Ulrich

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Badesee – Baggersee Alberweiler
  • Funcord – Schemmerhofen Schule

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das „Käppele“ in Aufhofen ist eine Wallfahrtskirche
  • Das Schlössle in Alberweiler mit Pfarrstadel und Pfarrhaus (Zum guten Engel)
  • Die Pfarrkirche St. Mauritius in Langenschemmern, die kleinere der beiden Kirchen, ist dem heiligen Mauritius geweiht. Sie beherbergt Wandbilder aus dem 14. Jahrhundert.
  • Pfarrkirche St. Michael in Aßmannshardt

Siehe auch: Burg Langenschemmern, Wasserburg Langenschemmern, Burg Schemmerhofen, Burg Aufhofen, Schlössle Alberweiler

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joseph Cades (1855–1943), Kirchenarchitekt (geboren in Altheim)
  • Karl Weller (1866–1943), Historiker (geboren in Langenschemmern)
  • Anselm (Josef) Romer (* 7. Dezember 1885 in Ingerkingen; † 9. November 1951 im Gefängnis Oksadok, Nordkorea), Missionsbenediktiner, Märtyrer von Tokwon [8]
  • Prälat Franz Glaser (* 30. Juli 1938), Domkapitular und Personalreferent i. R. der Diözese Rottenburg-Stuttgart
  • Hansbert Bertsch (* 1941), Oberstudiendirektor a. D., Leiter des Königin-Charlotte-Gymnasiums Stuttgart (1984–2004), Übersetzer und Sprachwissenschaftler (Romanische Sprachen, Griechisch und Latein, Japanisch)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Daniel Georg von Memminger: Beschreibung des Oberamts Biberach. Cotta, Stuttgart und Tübingen 1837 (Volltext bei Wikisource)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. Leo-BW - Schemmerhofen
  3. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Bd.I, Bonn 1995, S. 75, ISBN 3-89331-208-0
  4. Der Ortsteil Schemmerhofen auf der Website der Gemeinde Schemmerhofen
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 525, 544 und 545.
  6. Kommunalwahldaten 2014 des Statistischen Landesamtes
  7. Linienfahrplan des Donau-Iller-Nahverkehrsverbunds
  8. Die Märtyrer von Tokwon, Pater Anselm (Josef) Romer – (Missionsbenediktiner)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schemmerhofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien