Jan Krauter

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Jan Krauter beim Preview des zweiten Franken-Tatorts 2016

Jan Lennart Krauter (* 1984 in Wilhelmshaven[1][2]) ist ein deutscher Schauspieler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jan Krauter absolvierte von 2005 bis 2008 eine Schauspielausbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart, die er als „Diplom-Schauspieler“ beendete.

2008 spielte er am Schauspiel Stuttgart die Titelrolle in Woyzeck (2008; Regie: Isabel Osthues) in einer Inszenierung der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Für seine Darstellung des Woyzeck erhielt er im Juni 2008 den Solopreis als „Bester Schauspieler“ beim Theatertreffen Deutschsprachiger Schauspielstudierender in Rostock.[2] Die Preisvergabe erfolgte auf Vorschlag der Jury: Andreas Dresen, Nicole Heesters, Michael Neuenschwander, Gertrud Roll und Christiane Schneider.[2] Nicole Heesters hielt für die Jury die Laudatio: „Er war ein unüblicher Woyzeck, nicht der, den wir gewöhnlich erwarten. Er spielte fassungslos, leise, fast wehrlos einen Menschen, der in die Rolle des Opfers gedrängt oder gemobbt wurde. Seine verhaltene Sprache spiegelte stets seine Situation – der verlorene, aus der Welt gefallene Mensch. Wir waren berührt und geben Jan Krauter für seine Darstellung einen Solopreis [....] und gratulieren.“[3]

Nach seiner Ausbildung war er anschließend von 2008 bis 2013 festes Ensemblemitglied am Schauspiel Stuttgart. Er spielte dort u. a. Bassanius in Titus Andronicus (Regie: Volker Lösch, Premiere im Mai 2010, mit Lisa Bitter als Lavinia als Partnerin), Philippeau in Dantons Tod (Regie: Nuran David Calis, Premiere im März 2011), den Gesandten des Königs in Der Balkon von Jean Genet (Regie: Thomas Dannemann, Premiere im November 2011) und die Titelrolle in Don Karlos (Regie: Hasko Weber, Premiere im Februar 2012) mit Lisa Bitter als Elisabeth von Valois als Partnerin.

In der Spielzeit 2013/14 hatte er ein Gastengagement am Deutschen Nationaltheater Weimar. Er spielte dort in einer Bühnenfassung des Romans Die drei Musketiere unter der Regie von Markus Bothe. 2014 trat er als Gast am Schauspielhaus Hamburg in dem Weihnachtsstück König Artus von Markus Bothe auf.[4] In der Spielzeit 2014/15 spielte er als Gast am Theater Heidelberg. In dem Stück Katzelmacher von Rainer Werner Fassbinder übernahm er, erneut unter der Regie von Isabel Osthues, die Rolle des Dorfbewohners Erich. In der Spielzeit 2015/16 trat er am Schauspielhaus Bochum als Sir Lancelot im Musical Monty Python’s Spamalot auf.[5]

Krauter hatte seit 2009 auch einige wenige Filmrollen. Der Schwerpunkt seiner schauspielerischen Tätigkeit war zunächst die Theaterarbeit. Seit 2015 ist er verstärkt auch in Fernseh- und Filmrollen zu sehen. In dem Spielfilm Grzimek, der am 3. April 2015 auf Das Erste seine Premiere hatte, verkörperte er, an der Seite von Ulrich Tukur, die Rolle von Bernhard Grzimeks Sohn Michael Grzimek. Am 4. April 2015 war er im ZDF in einer Episodenhauptrolle in dem Bella-Block-Krimi Die schönste Nacht des Lebens zu sehen.[6] Er spielte den Ersten Offizier Thorsten Schmalbrink, der eine homosexuelle Liebesbeziehung zu einem jungen Marine-Kadetten hat. Im Mai 2016 war Krauter im Tatort: Das Recht, sich zu sorgen, dem zweiten Fall des Franken-Tatorts, in einer Hauptrolle zu sehen; er spielte den jungen Präparator Lando Amtmann, der unter Tatverdacht gerät. Im Oktober 2016 war Krauter in der ZDF-Serie SOKO Leipzig in einer Episodenrolle als tatverdächtiger Kindsvater Jens Langhardt zu sehen.

In der ZDF-Krimireihe Solo für Weiss (Erstausstrahlung: November 2016) verkörpert er seit 2016 die Rolle von Simon Brandt, einen Polizeiermittler der Lübecker Mordkommission und den neuen Partner der LKA-Zielfahnderin Nora Weiss (Anna Maria Mühe). Im Frankfurter Tatort: Wendehammer (Erstausstrahlung: Dezember 2016) spielte er den an Paranoia leidenden Nachbarn Nils Engels, der seine Nachbarschaft überwacht. In dem historischen Fernsehfilm Zwischen Himmel und Hölle (Erstausstrahlung: Oktober 2017) über den Beginn der Reformation in Wittenberg war er der deutsche Reformator und Revolutionär Thomas Müntzer. Im Bremer Tatort: Im toten Winkel (Erstausstrahlung: März 2018) verkörperte Krauter den Ehemann und Familienvater Oliver Lessmann, dessen Frau nach einem Autounfall Intensivpflege benötigt, und der sich beim Gutachter des Medizinischen Dienstes über das unqualifizierte Pflegepersonal beschwert hatte.[7] In der auf Das Erste ausgestrahlten Kriminalfilmreihe Wolfsland spielte Krautur in einer weiteren Fernsehhauptrolle den Kneipenbesitzer Timo Klein, den ehemaligen Kopf einer Räuberbande.[8] In der TV-Doku-Serie Krieg der Träume (2018) verkörperte Krauter die historische Figur des Hans Beimler, der als Obermaat der kaiserlichen Hochseeflotte in Cuxhaven dient, und sich, als seine Mannschaft im Oktober 1918 zu einer letzten, aussichtslosen Schlacht auslaufen soll, dem Kieler Matrosenaufstand anschließt.[9]

Jan Krauter lebt in Stuttgart.[1]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörfunk-Features / -Dokumentationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Jan Lennart Krauter Profil und Vita bei Schauspielervideos.de. Abgerufen am 4. April 2015
  2. a b c Jan Krauter Vita, Schauspiel Stuttgart. Abgerufen am 4. April 2015
  3. Solopreis. Dokumentation Theatertreffen Deutschsprachiger Schauspielstudierender und 19. Wettbewerb zur Förderung des Schauspielnachwuchses des Bundesministeriums für Bildung und Forschung der Bundesrepublik Deutschland. S. 77. Abgerufen am 4. April 2015
  4. König Artus Besetzung, Handlung und Kritiken. Offizielle Internetpräsenz des Deutschen Schauspielhauses Hamburg. Abgerufen am 4. April 2015
  5. Ein Ritterschlag für Bochum. Aufführungskritik; bei: Literatur und Feuilleton vom 14. September 2015. Abgerufen am 22. Mai 2016.
  6. BELLA BLOCK hisst die Segel für ihren vorletzten Fall. Handlung, Szenenfotos, Hintergrundinformation. UFA-Fiction.Abgerufen am 4. April 2015.
  7. "Tatort" aus Bremen: Zu Tode gepflegt. Fernsehkritik. In: Tagesspiegel vom 9. März 2018. Abgerufen am 13. März 2018.
  8. Reihe „Wolfsland – Der steinerne Gast / Irrlichter“. Fernsehkritik bei Tittelbach.tv. Abgerufen am 24. Mai 2018.
  9. Krieg der Träume: Gewinner und Verlierer. Inhalt und Rollenporträt. Abgerufen am 16. September 2018.
  10. Offizielle Homepage der Gruppe Rammstein