Kunstverein für Kurhessen

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Der Kunstverein für Kurhessen war ein Kunstverein in Kassel. Der Verein war der Vorläufer des Kasseler Kunstvereins und zählt zu den frühesten Gründungen von Kunstvereinen in Deutschland.

Einleitung Vereinswesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende des 18. Jahrhunderts gründeten sich die ersten zweckgebundene Vereine, wie landwirtschaftliche Vereine, patriotische Assoziationen, Lesegemeinschaften und Gesellschaftsvereine. Sie schufen sich demokratische Statuten, die von der Gleichheit der Mitglieder ausgingen, insbesondere der Freiheit des Beitritts.

Gründungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründung des Kunstvereins für Kurhessen ging von dem Professor Friedrich Müller der Kunstakademie Kassel aus, der ein öffentliches Forum für Kunst schaffen wollte. Am 4. Januar 1835 gründeten die Akademiker Friedrich Müller, Ludwig Hummel, Johann Christian Ruhl, Ludwig Sigismund Ruhl, Julius Eugen Ruhl, Johann Bromeis, Justus Heinrich Zusch, Karl Christian Aubel, Werner Henschel, Ludwig Emil Grimm, Johannes Konrad Wolff, Ernst Friedrich Ferdinand Robert und Oberbaurat Justus Kühnert[1] den Kunstverein für Kurhessen in Kassel als Verlosungsgesellschaft. Der Verein musste beim Ministerium des Inneren genehmigt werden und hatte seine Veröffentlichungen bei der Kurfürstlichen Polizeydirection Cassel vorzulegen. Der Verein hatte das Ziel, „den Sinn für bildende Kunst zu befördern“.

Die Gründungsmitglieder billigten zunächst in der Vorgründungsphase jedem „Actionär“, ungeachtet seiner Aktienanzahl, eine Stimme zu. Das Protektorat sollte Kurfürst Wilhelm II. übertragen werden; der jedoch lehnte diese demokratischen Aspekte der Vereinssatzung ab. Am 1. März 1835 wurde der entsprechende Satzungsparagraph geändert. In der Generalversammlung wurde nun nach der Anzahl der Aktien abgestimmt. Wilhelm II. nahm am 22. April 1835 das Protektorat des Vereins an und Johann Bromeis wurde erster Präsident. Wilhelm II. selbst zeichnete 50 Aktien, 20 Aktien seine Mutter Karoline und ebenfalls 20 seine Ehefrau Auguste von Preußen. Bis zum 27. Juli 1835 traten dem Kunstverein für Kurhessen 498 Aktionäre (Vereinsmitglieder) bei, u.a. der Komponist Louis Spohr, Handwerksmeister, Generäle, Kaufleute, Gastwirte und Beamte.

Kunst wurde durch den Kunstverein erstmals öffentlich in Kassel. Das Comité des Vereins organisierte die Ausstellungen, zu denen die Aktionäre kostenlosen Eintritt hatten. Die Aktionäre enthielten sich jeglicher Tätigkeit im Verein. Für die jährlich stattfindenden Verlosung von Kunstwerken galt die Aktie als Los.

Gründungsausstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. September 1835 eröffnete im „Mentelschen Haus“ (Königsstraße 120) die erste Jahresausstellung. Zur Verlosung standen Werke u.a. von Albrecht Adam, den Brüdern Quaglio, Carl Rottmann, Heinrich Bürkel, Philipp Veit, Carl Wilhelm Tischbein, August von der Embde und Carl Glinzer. Zudem wurden in einer gesonderten Abteilung Handzeichnungen von Michelangelo und Bellini gezeigt.

Jahresausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 30. September 1835 wurde die erste Verlosung durchgeführt. Für die Einladungskarte wurde Rembrandts Jakobssegen von Ludwig Emil Grimm in Stein übertragen und bei Léon Woel in Paris gedruckt. Eine unabhängige Kommission wählte 15 Gemälde im Wert von 1607 Taler aus. Oberbürgermeister Karl Schomburg stellte den Stadtbausaal für die öffentliche Verlosung zu Verfügung.

Die zweite Jahresausstellung fand im September 1836 im Lyceum mit 194 Gemälden statt. Dem Vorstand war die Ausstellung nicht angemessen groß genug und man schloss sich 1836 dem „Cyklus“ bis zu dessen Auflösung 1907 an. Der „Cyklus“ war ein Zusammenschluss von weiteren Kunstvereinen, die die von einer Auswahlkommission zusammengestellten Kunstwerke in einer Wanderausstellung kursieren ließen. Die Ausstellung durchlief Hannover, Halle, Halberstadt, Braunschweig, Kassel und Münster.

1838 steuerte der Cyclus 268 Gemälde bei. 1839 wurde in Kassel eine Verbandsausstellung mit 128 Werken gezeigt. Höhepunkt der Ausstellung war Carl Friedrich Lessings Ölgemälde Leonore, das der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm IV. lieh. 1839 zog der Kunstverein für Kurhessen in die zweite Etage des Kleidermachers Hanisch am Ständeplatz. Es kam zu einem Mitgliederschwund, da Konkurrenzvereine wie der „Verein zur Beförderung der bildenden Kunst“ in Kurhessen gegründet wurden. Auf der Jahresausstellung 1840 wurden 603 Gemälde gezeigt. Am 23. November 1840 kündigte Wilhelm II. das Protektorat, da er die Auswahl reglementieren wollte. Am 23. Juni 1841 nahm Wilhelm II. zur Erleichterung des Comités das Protektorat wieder an. 1866 fiel wegen der Annexion Kurhessens die Jahresausstellung aus. 1868 hatte der Kunstverein für Kurhessen nur noch 324 Actionäre. Der Anreiz der Verlosungen ließ nach, da viele Mitglieder nie etwas gewonnen hatten und der Großaktionär Wilhelm II. auffallend oft gewann. 1869 wurde Kronprinz Friedrich Protektor des Kunstvereins für Kurhessen.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kunstverein für Kurhessen

Der Verein veranlasste im Jahr 1868 zusammen mit zwei weiteren in Kassel ansässigen Kunstvereinen den Bau eines Hauses für Gemäldeausstellungen und für gesellige künstlerische Zwecke (Kulturhaus am Ständeplatz 16). Eine Kommission veranschlagte das erforderliche Kapital. Die Kunsthaus-Gesellschaft rief zur Zeichnung von 50 Taler-Actien auf. Die erfolgreiche Zeichnung ermöglichte den Baubeginn. Die Stadt hatte das Baugrundstück unentgeltlich zur Verfügung gestellt und einen Gestaltungswettbewerb organisiert. Von den eingegangenen sieben Entwürfen wählte ein Komitee den Entwurf des Architekten Albert Scholtz zur Realisierung, die 1869 begann. Die Baukosten lagen bei etwa 20.000 Mark. Das Gebäudeäußere wurde mit Figurengruppen geschmückt: auf der Attika die Allegorien für Musik, Poesie und Historie, Karyatiden am Haupteingang und neun Medaillon-Porträts direkt an der Fassade. Die Skulpturen und Medaillons teils aus Sandstein, teils aus Keramik, stammten aus der Werkstatt des Bildhauers Karl Hassenpflug und vom Künstler O. Müller aus Berlin.[2] Am 27. Dezember 1871 wurde das Kunsthaus seiner Bestimmung übergeben. Aus ökonomischer Sicht war das Kunsthaus ein Misserfolg. Die Mieteinnahmen waren zu gering und der Kunsthaus-Gesellschaft fiel es schwer, Künstler, die am Bau beauftragt wurden, zu bezahlen und Dividenden auszuzahlen. Die Aktionäre der Kunsthaus-Gesellschaft, die nach Aktienanzahl anteilig für die Schulden hafteten, beschlossen am 19. Mai 1876, das Gebäude der Stadt Kassel zum Kauf anzubieten. 1877 erwarb die Stadt das Kunsthaus und übernahm die aufgelaufenen Schulden. Der Kunstverein für Kurhessen blieb Mieter. 1877/78 wurde das Gebäude aufgestockt. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde es von 1953 bis 1955 wieder aufgebaut. Dort befindet sich heute das Stadtmuseum Kassel.

Fridericianum mit Zwehrenturm

Der Kasseler Kunstverein zog 1993 mit seinen Ausstellungen in das Fredricianum. In der documenta-freien Zeit nutzt der Verein seit 1993 im Erdgeschoss eine 500 m² große Ausstellungsfläche. Hier werden vorwiegend junge Künstler der Gegenwart präsentiert. Während der Ausbreitung und zur Verfügungstellung der Räume für die Zeiten der Kunstausstellung wurden in den Jahren 2007 und 2012 externe Räume, das KasselerKunstVereinsheim angemietet und als Vermittlungsort für verschiedene Projekte angeboten.

Die Permanente Ausstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fertigstellung des Kunsthauses war so erfolgreich, dass in den Jahren 1871 bis 1873 die Anzahl der Aktionäre von 467 auf 570 anstieg. Eine jährliche Subvention wurde von der Stadt Kassel in Höhe von 50 Talern gezahlt. Eine ständige Ausstellung kam jedoch vorerst nicht zustande, zu der man zusätzlich zur großen Herbstausstellung durch die Statuten verpflichtet war.[3] Der preußische Kronprinz und Protektor des Vereins Friedrich III. stellte Schlachtenbilder von Wilhelm Camphausen, Marinebilder von Franz Johann Wilhelm Hünten und Bilder von Otto Heyden zur Verfügung. Die „Verbindung für Historische Kunst“ beschickte die permanente Ausstellung mit der Trauung Luthers des Malers Paul Thumann und aus Privatbesitz kamen Das Gastmal des Platon von Anselm Feuerbach und zwei Abundantiabilder von Hans Makart.

Das Gastmahl des Platon, 1874

Die in ungeraden Jahren stattfindende große Herbstausstellung wurde im Messhaus gezeigt. 1888 starb der Protektor Kaiser Friedrich III. und Kaiser Wilhelm II. übernahm nach der Cabinetsordre vom 5. Dezember 1888 das Protektorat.

In der permanenten Ausstellung von 1888/9 wurden 462 Werke gezeigt, so von Hans Makart Der Frühling und Bacchus und Ariadne, von Hugo Knorr 15 Kartons zum Ring der Nibelungen und von Ferdinand Keller das Historienbild Wilhelm, der Siegreiche, Gründer des deutschen Reiches. 1892 zeigte der Kunstverein erstmals Sonderausstellungen zu einzelnen Künstlern, wie Max Klinger. Einzelne Aktionäre des Kunstvereins stellten Sammlungen zu Ausstellungszwecken öffentlich aus. Edward Habich stellte 410 Reproduktionen von den bedeutendsten Stichen alter Meister und der Geheime Kommerzienrat Oscar Henschel farbige Nachbildungen älterer Ölgemälde zur Verfügung. Durch das Engagement der Aktionäre kam auch eine Ausstellung von Handzeichnungen von Johann August Nahls zustande.

In den Ausstellungsjahren 1896 und 1897 wurden insgesamt 1100 Kunstwerke zur ständigen Ausstellung geschickt. Die Reihe der Sonderausstellungen eröffnete Hans Meyer-Kassel, es folgten Seestücke von Willy Hamacher, Darstellungen südlichen Lebens von Felix Possart und Radierungen von Ludwig Emil Grimm. 1898 und 1899 wurden 1422 Werke eingesandt. 19 Kollektiv- und Sonderausstellungen hatte der Kunstverein durchgeführt und dabei Arbeiten der Künstlerkolonie Worpswede und eine Wanderausstellung des Ausstellerverbands Münchener Künstler gezeigt.

Die Zahl der eingesandten Kunstwerke stieg 1900/01 auf 1530 Werke, eine Sonderausstellung des „Photographischen Vereins zu Cassel“ eröffnete im Februar 1900 das Ausstellungsprogramm. Höhepunkt war der ausgestellte Nachlass Wilhelm von Kaulbachs. Jedoch wurde zunehmend Kritik an der Qualität der ausgestellten Bilder geübt. Auf Anregung des „Künstlerbunds Hessen-Nassau“ bildete man eine Jury für die Aufnahme von Kunstwerken in die ständige Ausstellung. Die Zahl der Aktionäre sowie der verkauften Kunstwerke ging stetig zurück. Die Jubiläumsausstellung 1903 zur fünfzigsten Jahresausstellung wurde in den von der Stadt Kassel unentgeltlich zur Verfügung gestellten Räumen des Messhauses mit 805 Werken durchgeführt. 1907 löste sich der „Verband der Kunstvereine westlich der Elbe“ auf und der Kunstverein kam in eine schwierige Lage.

Neuorganisation und Hundertjahrfeier[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1907 verzichtete der Kunstverein auf die große Herbstausstellung. Der Kunstverein wurde unter Johannes Boehlau vom Landesmuseum und dem Bankier Dr. Pfeiffer neu organisiert. Der Ausstellungssaal im Kunsthaus wurde modernisiert. Der Ausstellungsplan sah nun 8 Ausstellungen im Jahr vor. Im September 1908 leitete die Eröffnung der Ausstellung des Kurhessischen Künstlerbundes eine neue Ära ein. Erster Glanzpunkt der neuen Ausstellungspolitik war im Februar 1909 eine Hans Thoma Ausstellung mit 16 Ölgemälden und 75 Steindrucken und Radierungen. Die französische Ausstellung im Sommer 1909 wurde von mehr als 4000 zahlenden Besuchern gesehen. Zu den ausgestellten Werken gehörten Arbeiten von Auguste Rodin, Antoine Bourdelle, Pierre-Auguste Renoir, Claude Monet und Henri Rousseau. Prominentester Besucher war Protektor und Kaiser Wilhelm II. 1910 löste der Direktor der Königlichen Galerie Dr. Gronau im Vorsitz Dr. Boehlau ab. Mit Friedrich Fennel, Hermann Knackfuß, Hans Olde, Hans Meyer-Kassel setzte sich der neue Vorstand zusammen. Die erfolgreiche Ausstellungspolitik verleitete den Vorstand zu Expansionsplänen. Sie wollten auch „die Bewohner der Nachbarstädte mit guter, neuzeitlicher Kunst bekannt“ machen. Eine Wanderausstellung mit Ausstellungen in Fulda, Marburg, Bad Wildungen, Eschwege und Bad Hersfeld führte zu einem Verlust von 2200 Mark. Daraufhin gab der Kunstverein seine Sammlung von 35 Gemälden gegen eine auf fünf Jahre beschränkte Erhöhung des Zuschusses von 1450 Mark auf 3000 Mark an die Stadt Kassel ab. Charakteristisch für das Ausstellungsprogramm jener Jahre waren Kollektivausstellungen von Künstlervereinigungen. Aus der Reihe der Ausstellungen ragt die Berliner Sezession mit Bildern von Lovis Corinth, Max Liebermann und Max Slevogt heraus, aber auch Schwarz-Weiß-Arbeiten von Käthe Kollwitz und Originalzeichnungen des Simplizissimus. Im August 1911 wurde eine Sammlung von 150 Originalstudien von Adolph von Menzel aus dem Bestand der Nationalgalerie sowie Arbeiten von Franz von Lenbach, Arnold Böcklin, Max Klinger und Max Liebermann gezeigt, die aber schlecht besucht wurde. Jedoch hatte 1911 eine „Vorführung von Zimmereinrichtungen“ der Dresdener Vereinigten Werkstätten großen Erfolg. Anlässlich der Tausendjahrfeier der Residenzstadt Kassel 1913 wurde vom Kunstvereinsvorstand in der Orangerie eine Ausstellung mit Werken u.a. von Max Beckmann, Lovis Corinth, August Gaul, Adolf von Hildebrand, Adolf Hölzel, Bernhard Hoetger, Max Klinger, Käthe Kollwitz, Max Liebermann, Fritz Mackensen, Otto Modersohn, Emil Orlik, Max Slevogt, Franz von Stuck, Hans Thoma, Heinrich Vogeler und den nordhessischen Künstlern Carl Bantzer, Hermann Knackfuß, Hans Olde, Wilhelm Thielmann, Walter Schliephacke und Otto Ubbelohde gezeigt. Von den 850 Werken wurden 300 verkauft. War 1915 noch die Ausstellung von Werken hessischer Maler des 19. Jahrhunderts ein Publikumshöhepunkt bedeutete das Jahr 1919 ein Wendepunkt in der Geschichte des Kunstvereins. Der Kunstverein pflegte Kontakt zur Avantgarde. 1919 wurde das grafische Werk von Käthe Kollwitz und 1920 von Lovis Corinth ausgestellt. Expressionisten, das Bauhaus, die Neue Sachlichkeit wurden nunmehr gezeigt. Es wurden zunächst Mappenwerke und grafische Arbeiten von Ernst Barlach, Max Beckmann, Heinrich Campendonk, Erich Heckel, Paul Klee, Oskar Kokoschka, Karl Schmidt-Rottluff und Fernand Léger in einem eigens eingerichteten Graphischen Kabinett vorgestellt. Einzelausstellungen von Emil Nolde 1920, Christian Rohlfs 1921, Otto Mueller 1921 und die Gedächtnisausstellung für August Macke 1921 folgten. Die Casseler Kunstausstellung 1922 wurde in der Kasseler Orangerie gezeigt. Den Organisationsausschuß bildeten Carl Bantzer und Dr. Gronau. Unter den 250 Exponaten befanden sich Werke von Heinrich Campendonk, Lyonel Feininger, George Grosz, Karl Hofer, Alexander Kanoldt, Hans Purrmann, Hans Thoma und den Kasseler Künstlern Carl Bantzer, Georg Burmester, Walter Schliephacke, Hans Sautter und Ewald Dülberg. Karl Leyhausen und Arnold Bode betraten erstmals in dieser Kunstausstellung die Kunstszene. Das abwechslungsreiche Programm der 1920er Jahre zeigte Einzelausstellungen von Alfred Kubin, Hans Thoma und Emanuel Hegenbarth 1924, 1925 Karl Schmitt-Rottluff und Conrad Felixmüller, 1926 Lovis Gorinth 1927 Max Slevogt, und 1929 Erich Heckel sowie Edvard Munch. 1926 widmete der Kunstverein Paula Modersohn-Becker eine Gedächtnisausstellung. 1927 gedachte der Kunstverein Albrecht Dürers 400. Todestag. Die Ausstellung zur 150-Jahr-Feier der Kasseler Kunstakademie, die 1927 in der Orangerie gezeigt wurde und die große Kunstausstellung von 1929 setzten wichtige Akzente. In den Räumen des Kunstvereins wurden 1927 Arbeiten der gerade von Arnold Bode gegründeten Kasseler Sezession gezeigt. Arnold Bolde hatte u.a. Christian Beyer, Max Kneisel, Karl Leyhausen, Johannes Reinhold vereinigt, um gegen die nicht Zulassung zur offiziellen Ausstellung zu protestieren. Paul Westheim erwähnte besonders die jüngeren Künstler wie Wilhelm Heise, Albert Aereboe, Werner Gilles, Werner Laves, Ernst Wilhelm Nay, Martin Christ, Felix Nußbaum, Heinrich Schwarz, Anton Kerschbaumer, Max Kaus, Otto Herbig, Xaver Fuhr aber auch die etablierten wie Oskar Schlemmer, Willi Baumeister, Paul Klee, Wassily Kandinsky, Lyonel Feininger, Christian Rohlfs, Erich Heckel u.a. 1935 übernahm Prinz Philipp von Hessen die Schirmherrschaft der Kunstvereins in Kassel. Die Jubiläumsausstellung 1935 zeigte hessische Kunst von 1835 bis 1935. Entartete Kunst wurde von der Ausstellung ferngehalten. Zu sehen waren überwiegend Arbeiten aus dem Biedermeier wie Johann Martin von Rohden, August von der Embde, Gerhardt Wilhelm von Reutern und Carl Glinzer.

Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorsitzender des Kunstvereins ist seit 2013 Joel Baumann, Rektor der Kunsthochschule Kassel.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helmut Kramm: Hundert Jahre Kurhessischer und Kasseler Kunstverein. Geschichte seiner Ausstellungen. Kassel 1935.
  • Manfred Marx, Heiner Georgsdorf: 150 Jahre Kasseler Kunstverein – Eine Chronik. Kasseler Kunstverein, Kassel 1985

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Manfred Marx; Heiner Georgsdorf: 150 Jahre Kunstverein- Kasseler Kunst Verein. Kassel, 1985 S. 12- 14
  2. Albert Scholtz: Das Kunst-Vereinshaus in Cassel. In: Zeitschrift für Bauwesen Jahrgang 26, 1876, Sp. 339-344 (Digitalisat).
  3. Manfred Marx, Heiner Georgsdorf: 150 Jahre Kasseler Kunstverein – Eine Chronik. Kasseler Kunstverein, Kassel 1985 S. 47