Kindberg

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Stadt in Österreich; für den schwedischen Pädagogen und Bryologen siehe Nils Conrad Kindberg.
Kindberg
Wappen von Kindberg
Kindberg (Österreich)
Kindberg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Bruck-Mürzzuschlag
Kfz-Kennzeichen: BM (ab 1.7.2013; alt: MZ)
Fläche: 90,52 km²
Koordinaten: 47° 30′ N, 15° 27′ OKoordinaten: 47° 30′ 16″ N, 15° 26′ 56″ O
Höhe: 565 m ü. A.
Einwohner: 8.126 (1. Jän. 2016)
Postleitzahlen: 8643, 8644, 8650, 8652, 8653
Vorwahl: +43 3865
Gemeindekennziffer: 6 21 41
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 44
8650 Kindberg
Website: www.kindberg.at
Politik
Bürgermeister: Christian Sander (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(25 Mitglieder)
13
6
5
1
13 
Von 25 Sitzen entfallen auf:
Lage der Stadt Kindberg im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag
Aflenz Breitenau am Hochlantsch Bruck an der Mur Kapfenberg Kindberg Krieglach Langenwang Mariazell Mürzzuschlag Neuberg an der Mürz Pernegg an der Mur Sankt Barbara im Mürztal Sankt Lorenzen im Mürztal Sankt Marein im Mürztal Spital am Semmering Stanz im Mürztal Thörl Tragöß-Sankt Katharein Turnau SteiermarkLage der Gemeinde Kindberg im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Ansichtskarte um 1900 mit dem Hinweis auf die Sommerfrische Kindberg
Ansicht von Kindberg vom Kalvarienberg aus 2010 im Vergleich

Kindberg ist eine Stadt mit 8126 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016) im österreichischen Bundesland Steiermark (Gerichtsbezirk Mürzzuschlag und im politischen Bezirk Bruck-Mürzzuschlag). Im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark wurde Kindberg 2015 mit den Gemeinden Allerheiligen im Mürztal und Mürzhofen vereinigt [1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindberg liegt im Mürztal ca. 17 km nordöstlich der Bezirkshauptstadt Bruck an der Mur und ca. 20 km südwestlich von Mürzzuschlag. Im Süden befinden sich die Fischbacher Alpen und im Norden die Mürztaler Alpen, ein bewaldetes Mittelgebirge am Südfuß des nordalpinen Hochgebirges mit den Aflenzer Staritzen und der Veitschalpe.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende acht Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2016[2]):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Allerheiligen, Edelsdorf, Herzogberg, Jaßnitztal, Kindberg, Kindbergdörfl, Kindtal, Kindtalgraben, Mürzhofen und Sölsnitz.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet um Kindberg war unter den Kelten, Römern und Slawen nur dünn besiedelt. Im 8. Jahrhundert ließen sich die ersten bayrischen Siedler im Mürztal nieder. Eine intensivere Besiedlung und Rodung erfolgte im 12. Jahrhundert. Die erste urkundliche Erwähnung von Kindberg um 1172 „Chindeberch“; seit dem 14. Jahrhundert Eisengewerbe, ab dem 18. Jahrhundert Sensenerzeugung.

Am 8. Mai 1267 ereignete sich bei Kindberg eines der schwersten Erdbeben der Geschichte Österreichs. Das Beben wird auf eine Stärke von 5,4 laut Richterskala geschätzt.[3]

Bedeutende Bauten: Gotische Pfarrkirche (1773/74), barockisiert; Wandmalereien 1948; von Resten einer mittelalterlichen Wehrmauer umgeben; Kalvarienberg mit Kirche (1674–1686); gotisch-barocke Kirche heiliger Georg; Barockschloss Oberkindberg (vor 1680, Umbau 1773/74, ab 1980 zeitweise Montan- und Heimatmuseum), Stuckdecken; Schloss Hart (1523); Gewerkenschloss Kindtal (18. Jahrhundert).

Durch den Verkehr auf der „Venedigerstraße“ über den Semmering nach Wien begünstigt, erfolgte 1281 die Markterhebung durch Rudolf von Habsburg. Seit 1982 besitzt Kindberg das Stadtrecht.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
Wahlbeteiligung: 75,36 %
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
65,38 %
(-5,54 %p)
26,52 %
(+7,31 %p)
8,10 %
(-1,77 %p)
2005

2010


Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappenbild geht auf eine Sage zurück, die besagt, dass ein Kind, das durch ein Hochwasser mitgerissen wurde, völlig unversehrt in Kindberg angespült wurde. Man fand es dort auf einer Wiese sitzend und mit einer Blume spielend vor.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Kindberg

Ortsbildgestaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen des europäischen Wettbewerbes „Entente Florale Europe“ wurde Kindberg 2003 mit einer Goldmedaille und 1997 mit einer Silbermedaille in der Kategorie Stadt ausgezeichnet. [4]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende des 19. Jahrhunderts gewann der Fremdenverkehr große Bedeutung für die Region. Kindberg wurde zum bekannten Ort für die Sommerfrische.

Die Eisenindustrie, die lange Zeit das Ortsbild von Kindberg und der Region prägte, entwickelte sich aus einem Hammerwerk in Aumühl, das heute zur VOEST-ALPINE AG gehört. Um die wirtschaftlichen Probleme in der Eisenindustrie Ende des 20. Jahrhunderts zu kompensieren, war man bestrebt vermehrt Betriebe der elektronischen Industrie anzusiedeln.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindberg liegt an der Semmering Schnellstraße S 6 und an der Südbahn, welche die Verkehrsanbindung an den Wirtschaftsraum in Niederösterreich und Wien im Nordosten und an Italien und Slowenien im Süden bilden. An der Südbahn liegt der Bahnhof Kindberg. Es halten zahlreiche Regionalzüge die grundsätzlich in Richtung Bruck an der Mur bzw. Mürzzuschlag fahren. Doch oft werden die Züge nach Leoben, Friesach, Neumarkt, Unzmarkt, Graz und Spielfeld-Straß verlängert.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Voestalpine Tubulars, ein Unternehmen der VOEST-ALPINE AG, das Nahtlosstahlrohre erzeugt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der ursprünglichen Stadt Kindberg befanden sich im Laufe der Jahre verschiedene Schulen, wobei diese im Laufe der Zeit an neuen Standorten angesiedelt wurden bzw. aufgeteilt oder auch zusammengeschlossen wurden.

Volksschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

So gab es noch in den 1990er Jahren zwei im selben Gebäude befindliche Volksschulen, die im Laufe der 2000er Jahre zu einer Volksschule zusammengelegt wurden. Die Namen der damaligen zwei Volksschulen lauteten Volksschule I und Volksschule II. Das heutige Schulgebäude wurde in den 1970ern erbaut, wobei bei der Eröffnung am 20. November 1976 unter anderem der damalige Bundespräsident Rudolf Kirchschläger vertreten war.[5] Im Laufe der Jahre kam es zu diversen Sanierungen und einem Ausbau der Grünflächen. Mit der Steiermärkischen Gemeindestrukturreform im Jahre 2015, bei der Kindberg mit den Gemeinden Allerheiligen im Mürztal und Mürzhofen vereinigt wurde, kam auch noch die in Allerheiligen ansässige Volksschule zum Bildungssystem der neuen Stadt Kindberg hinzu.

Hauptschulen bzw. Neue Mittelschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Drängen der Bevölkerung hin wurde im Jahre 1920 erstmals bei der damaligen Landesregierung Rintelen I um Bewilligung einer Hauptschule, damals noch Bürgerschule genannt, angesucht. Zu diesem Zeitpunkt gab es im gesamten Mürztal nur zwei sogenannte Bürgerschulen, eine in Mürzzuschlag und eine weitere in Kapfenberg. Da die Bürgerschule als Wahlschule galt und es sich nur wenige Eltern im ländlichen Raum leisten konnten ihre Kinder auf solche Schulen zu schicken, dauerte es einige weitere Jahre, bis der Plan einer Errichtung konkret wurde. Nachdem im Jahre 1928 bereits erste Pläne eines Hauptschulbaus vorlagen, dauerte es, aufgrund der vorherrschenden schlechten Wirtschaftslage abermals lange Jahre, ehe mit 2. Juni 1942 die Errichtung einer achtklassigen Hauptschule genehmigt wurde. Großen Anteil hatte hierbei vor allem das Hammerwerk in Aumühl, dessen dringendes Ansuchen zu einer Überprüfung der Verhältnisse und dementsprechend zur Bewilligung führte. Aufgrund der Wirren des Zweiten Weltkrieges, der zu dieser Zeit herrschte, musste von einem Schulneubau vorerst abgesehen werden, wobei sich die Gemeinde jedoch verpflichtete, für den nötigen Schulraum zu sorgen. Diesen fand man auch in einer Klasse, die von der Knabenvolksschule zur Verfügung gestellt wurde. Somit besuchten am 6. September 1943 die ersten 40 Schüler und Schülerinnen aus den Gemeinden Kindberg, Allerheiligen, Mürzhofen und Stanz den ersten Unterricht in der Hauptschule. Der Unterricht wurde von der Lehrerin Josefine Ritter abgehalten und als provisorischer Leiter der Leiter der Knabenvolksschule, Oberlehrer Alfred Frischenschlager, betraut. Nachdem es im Herbst 1944 bereits zwei Klassen gab wurde das Volksschulgebäude aufgrund des herannahenden Kriegsgeschehens bereits kurz darauf geräumt, um Platz für Flüchtlinge zu schaffen. Der Unterrichtsbetrieb wurde zur Not mit Klassen im damaligen „Cafe Wien“ aufrecht erhalten; als die Russen jedoch ganze nahe herangerückt waren, wurden alle Schulen des Mürztales geschlossen.

Bereits kurz vor dem offiziellen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Unterricht daraufhin mit 1. Juni 1945 wieder aufgenommen. Die schulische Leitung übernahm ab dieser Zeit Irma Kahr. Da viele der Schüler unterernährt waren, wurden diese durch Schülerausspeisung und Schweizer Lebensmittelpakete unterstützt. Im Schuljahr 1946/47 musste die Schule aufgrund eines Brennstoffmangels für einen Monat geschlossen werden; im selben Schuljahr verlassen die ersten 40 Absolventen die Schule. Aufgrund einer Kinderlähmungsepidemie begann der Unterricht 1947/48 an allen steirischen Hauptschulen erst im Oktober 1947. Nachdem die bisherige Direktorin Irma Kahr in den Ruhestand trat, übernahm mit 1. Oktober 1947 Johann Leisch das freigewordene Amt des Schulleiters. Nachdem sich die Region auch finanziell wieder vom Zweiten Weltkrieg erholt hatte, erfolgte am 21. April 1949 durch den damaligen Bezirkshauptmann Alfred Schachner-Blazizek der Spatenstich zum Hauptschulneubau. Nach knapp zweijähriger Bauzeit wurde die Hauptschule mit ihren acht Klassen am 10. Februar 1951 unter Beisein zahlreicher Vertreter des öffentlichen Lebens feierlich eröffnet. In den nachfolgenden zwei Jahren wurde die Schule um eine Küche und einen Turnsaal (beides 1952), sowie ein Lehrerhaus und den Sportplatz (beides 1953) komplettiert. Im Jahr 1953 kann die Schule bereits mit zwölf Klassen aufwarten; vier Jahre später findet der erste Schulschikurs auf der Brunnalm in der Gemeinde Veitsch statt. Nachdem im darauffolgenden Jahr die Ortschaften Allerheiligen, Stanz und Kindbergdörfl durch ein verheerendes Unwetter stark in Mitleidenschaft gezogen wurden, wurden in der Hauptschule die Pioniere aus der Pionierkaserne und Pioniertruppenschule in Klosterneuburg untergebracht.

Nachdem im Jahre 1963 der damalige Bundespräsident Adolf Schärf in Kindberg zu Gast war, wurde mit dem Schulbeginn 1966/67 an der Hauptschule Kindberg erstmals der Polytechnische Lehrgang mit drei Klassen eingeführt. Hierfür zuständig war der Vertragslehrer Anton Falzberger. Am 5. Juni 1967 wurden die Arbeiten an einem Schulzubau, der etwas über ein Jahr später fertiggestellt wurde, begonnen. Ab dem darauffolgenden Schuljahr 1967/68 gehörten die Schüler aus der Gemeinde Mürzhofen nicht mehr dem Kindberger Schulsprengel an, sondern kamen an die Hauptschule in St. Marein. Im selben Schuljahr ging auch Josefine Ritter, die Pionierarbeit in der Hauptschule geleistet hatte, in den Ruhestand. Am 19. Oktober 1968 fand die Eröffnung des neuen Zubaus, durch den acht zusätzliche Klassen entstanden, statt. Da bereits im darauffolgenden Schuljahr das Musisch-pädagogische Realgymnasium in Kindberg eröffnet wurde, mussten im Zubau drei Klassen- und zwei Nebenzimmer an dieses abgegeben werden. Mit 616 Schülern, die in 20 Klassen unterrichtet wurden, erreichte die Hauptschule in diesem Jahr auch ihren zwischenzeitlichen Höchststand.

Aufgrund der Vielzahl an Schülern und aufgrund damit zusammenhängender organisatorischer Gründe wurde die Hauptschule Kindberg über einen Antrag der Marktgemeinde Kindberg mit Beginn des Schuljahres 1970/71 in zwei Schulen geteilt. Fortan existierten die Hauptschule für Knaben im unteren Stockwerk unter der Leitung des bisherigen Leiters, OSR Dir. Johann Leisch, und die Hauptschule für Mädchen im oberen Stockwerk, bei der HOL Franz Seidl als provisorischer Leiter in Erscheinung trat. Infolge der Schulraumnot und der weiter gestiegenen Schülerzahl, wobei 401 Schüler in 14 Klassen die Knabenhauptschule und 443 Schüler in 15 Klassen die Mädchenhauptschule besuchten, wurden 1973/74 Klassen für Nachmittagsunterricht und sogenannte Wanderklassen eingeführt. Nachdem er zuvor nur als provisorischer Leiter agierte, wurde Franz Seidl in diesem Schuljahr schließlich zum Direktor der Mädchenhauptschule ernannt. Da im darauffolgenden Schuljahr 1974/75 die Hauptschule Mitterdorf eröffnet, nahm die Schülerzahl etwas ab, da Schüler aus Wartberg nun großteils die neue Schule in Mitterdorf besuchten. Neue Änderungen brachte auch das Schuljahr 1976/77, in dem ein Elternverein für beide Kindberger Hauptschulen gegründet bzw. kurz darauf die sanierte Schulküche feierlich ihrer Bestimmung übergeben wurde. Mit 1. September 1978 trat Johann Leisch nach über 30 Jahren als Schuldirektor in den Ruhestand, woraufhin Helge Haller mit der Leitung der Knabenhauptschule betraut wurde.

Unter der neuen Führung kam es ab dem Schuljahr 1980/81 zu einer größeren Änderung. Aufgrund eines einstimmigen Beschlusses erfolgte die Umbenennung der Knabenhauptschule in August-Musger-Hauptschule und die Mädchenhauptschule in Jakob-Eduard-Schmölzer-Hauptschule. Beide Schulen wurden ab dem kommenden Schuljahr von der 1. bis zur 4. Klasse gemischt, woraufhin es keine reinen Knaben- oder Mädchenklassen mehr gab. Im Jahre 1982, als der seit 750 Jahren bestehende Markt Kindberg zur Stadt erhoben wurde, fand hier auch das steirische Schülerligafinale statt, bei dem die beiden Schulen für das Rahmenprogramm verantwortlich waren. Im Schuljahr 1982/83 wurde eine zentrale Schülerbücherei für beide Hauptschulen errichtet. 1984/85 erhielt der Elternverein mit dem Kinderfreunde-Oscar eine besondere und angesehene Auszeichnung.

Mit Beginn des Schuljahres 1985/86 wurde die bisher zweizügig geführte Hauptschule durch die Neue Hauptschule mit Leistungsgruppen in Deutsch, Englisch und Mathematik abgelöst. Nachdem OSR Helge Haller mit 31. Jänner 1988 in den Ruhestand trat, übernahm Friedrich Zotter die Leitung der August-Musger-HS. Nur zwei Jahre später ging auch der Leiter der Jakob-Eduard-Schmölzer-HS, Franz Seidl, nach knapp 20 Jahren in den Ruhestand und übergab sein Amt an den ehemaligen Fußballprofi, jetzigen Lehrer und späteren Bürgermeister der Stadt, Karl Hofmeister. Kurz zuvor wurde noch im Schuljahr 1988/89 mit der Generalsanierung des Gebäudes begonnen und zudem der Physiksaal für beide Schulen neu errichtet. Im Schuljahr 1989/90 fand auch das über vier Jahre gelaufene und mehrfach ausgezeichnete Projekt „Schüler lernen den Wald verstehen“ seinen vorläufigen Abschluss, worüber unter anderem auch in Steiermark heute berichtet wurde. Um einen zeitgemäßeren Unterricht zu ermöglichen, wurden im Schuljahr 1990/91 beide Kindberger Hauptschulen mit Computeranlagen ausgestattet. Im gleichen Schuljahr fanden in Kindberg auch die Bundesmeisterschaft Schülerliga Volleyball statt, wobei erneut beide Schulen für das Rahmenprogramm zuständig waren.

Im Schuljahr 1991/92, als es zu einer weiteren Änderung im Lernsystem kam und die 1. Klassen nicht mehr in Leistungsgruppen, sondern im sogenannten Teamteaching von zwei Lehrern in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik gleichzeitig unterrichtet wurden. In diesem Jahr wurde auch die Generalsanierung, deren Kosten mit 20 Millionen Schilling beziffert wurde, abgeschlossen. Bereits im darauffolgenden Schuljahr kam es zu einer weiteren Änderung im Lernsystem, wonach im Schulversuch „Binnendifferenzierung“ die Schüler erst nach der 2. Klasse in Leistungsgruppen eingestuft wurden. Nachdem mit 1. März 1997 HDir. OSR Friedrich Zotter in den Ruhestand trat, wurde zuerst Gottfried Doppelreiter zum provisorischen Leiter bestellt, ehe dieser am 1. März 1998 durch Mag. Karl Pichler als Direktor der August-Musger-Hauptschule ersetzt wurde. Nach 1982 fand in Kindberg im Jahre 1999 erneut das steirische Schülerligafinale statt. Im Schuljahr 1999/2000 wurde die Lehrerin Sieglinde Rossegger mit dem Pädagogischen Panther, der höchsten Auszeichnung für Schulen und Personen des Bildungswesens im Land Steiermark, ausgezeichnet. Ende des Schuljahres 2000/01 bzw. in den nachfolgenden Ferien erfolgte die Renovierung des von beiden Schulen genutzten Turnsaales. Zudem wurde ein neuer Computerraum, dessen Geräte über Kabel ans Internet angeschlossen waren und der mit einem Datenprojektor ausgerüstet war, eingerichtet.

Als Karl Hofmeister im Jahre 2009 in den Ruhestand ging und auch sein seit 1993 ausgeführtes Amt als Bürgermeister niederlegte, folgte ihm sein Lehrerkollege Klaus Kolednik auf die Stelle als Leiter der Jakob-Eduard-Schölzer-Hauptschule. Mit dem Schuljahr 2015/16 wurde österreichweit alle Hauptschulen im Stufenplan zu Neue Mittelschulen (NMS) umgewandelt; so auch die beiden Hauptschulen in der Stadt Kindberg, die bereits zu Beginn des Schuljahres 2013/14 die 1. Klassen als NMS-Klasse führten. So treten dies beiden Schulen heute als NMS-Jakob-Eduard-Schmölzer und NMS-August-Musger in Erscheinung, befinden sich aber nach wie vor im gleichen Gebäudekomplex. Im Juni 2016 wurde die drei Jahre andauernde Generalsanierung der Neuen Mittelschule, die 5,4 Millionen Euro kostete, abgeschlossen.[6] Der aus Kindberg stammende und in Vico Morcote in der Schweiz lebende Maler Günter R. Sander, Onkel des amtierenden Bürgermeisters Christian Sander, schenkte der Schule ein Gemälde mit dem Titel Von Pythagoras über Newton zu Einstein, das in der Aula der Schule zu sehen ist. In weiterer Folge wurde das Gemälde auf Leinwand gedruckt und auf der Fassade der Schule angebracht.

Bundesoberstufenrealgymnasium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bundesoberstufenrealgymnasium (kurz BORG) bietet am Ort die Matura an.

Tourismusverband[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Stanz im Mürztal den Tourismusverband „Kindberg-Mürztaler Streuobstregion“. Dessen Sitz ist die Gemeinde Kindberg.[7]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Oberhammer (* 1879 in Kindberg; † 1956), oberösterreichischer Politiker und Wiener Bankdirektor
  • Anton Weber (* 1878 in Kindberg; † 1950), Wiener Politiker
  • Peter Graf (* 1886 in Kindbergdörfl; † 1977), Bürgermeister von Klagenfurt von 1952 bis 1957

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Schlaipfer: Die Aumühl. Geschichte und Geschichten eines obersteirischen Industriestandortes und seiner Bevölkerung. Eigenverlag, Kindberg 1991.
  • Karl Schöberl, Gerhard Schuller: Kindberg 1232-1982. Vom alten Markt zur jungen Stadt. Stadtgemeinde Kindberg, Kindberg 1982, (Teil A: Kindberg in historischer Schau von Karl Schöberl; Teil B: Das Kultur- und Vereinsleben in Kindberg).
  • Karl Schöberl: Kindberg. Vom Anbeginn bis 1918. Eigenverlag, Kindberg 2008.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindberg wurde 2003 zur schönsten Blumenstadt Europas gewählt.

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kindberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  2. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2016 nach Ortschaften
  3. Sonja Burger, Martin Kugler: Verborgene Anzeichen für Erdbeben. In: Universum Magazin. Krems-Wien 2016. Heft 11/2106. ZDB-ID 2092993-6. S. 59.
  4. http://www.blumenbuero.or.at/
  5. Verzeichnis der Reden von Bundespräsident Dr. Kirchschläger 1974 – 1986 (pdf), abgerufen am 20. Oktober 2016
  6. "Die NMS in neuem Gewand", abgerufen am 20. Oktober 2016
  7. Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark. 30. Dezember 2014, 210. Jahrgang, 52. Stück. Nr. 308. ZDB-ID 1291268-2 S. 626.