Demografie Deutschlands

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Karte der Geburtenrate in deutschen Landkreisen, Kinderanzahl je Frau (Fertilitätsrate) in den Jahren 2011–2013. Bei einer Entwicklung, in der die Geburtenrate die Sterberate ausgliche, läge sie im Schnitt bei etwa 2,1. Diesen Wert erreicht im Jahre 2012 kein Landkreis in Deutschland.
Karte der Bevölkerungsdichte in Deutschland im Jahr 2006.

Die Demografie Deutschlands betrachtet die Wirkung natürlicher und künstlicher Veränderungsfaktoren auf die Bevölkerung in Deutschland. In der Wissenschaftsdisziplin Demografie werden die Bevölkerungszusammensetzung und -entwicklung beobachtet, beschrieben, Statistiken auch grafisch aufbereitet und nach Erklärungen für längerfristige Veränderungen gesucht. In Deutschland leben mit Stand Oktober 2016 nach Daten der Bevölkerungsfortschreibung des Statistischen Bundesamtes 82,5 Millionen Menschen.[1]

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geburtenrate der deutschen Bevölkerung befindet sich seit den 1970er-Jahren auf einem konstant niedrigen Niveau, im Jahr 2015 betrug der Sterbeüberschuss 187.625 Personen.[2] Dem stand im selben Jahr ein Zuwanderungsgewinn von 1.139.402 Personen gegenüber, so dass die Bevölkerung zahlenmäßig um 951.777 Personen zunahm.[3] Als eine der gegenwärtigen Herausforderungen wird aufgrund der niedrigen Geburtenrate die Orientierung zu einer familienfreundlichen, kinder- und nachwuchsfördernden Gesellschaft mit Mehrkindfamilien gesehen (Pronatalismus). Bei einer Fortsetzung sehr niedriger Geburtenraten, wie in den vergangenen vier Jahrzehnten, werden für Deutschland weitgehende soziale, ökonomische und geopolitische Problemstellungen vorhergesagt.[4] Solcher Art Warnungen von Wirtschaftsverbänden müssen allerdings im Kontext der wesentlich ernsteren Probleme betrachtet werden. Alle aktuellen Berichte der Vereinten Nationen zu Themen wie Klimawandel, Artenausrottung, Landversiegelung, Hungersnöten, Kriegsursachen etc. verweisen durchgängig auf die voranschreitende globale Überbevölkerung als Grundursache. Mit seinem gegenwärtigen objektiv zu hohen Bevölkerungsstand ist Deutschland schon lange nicht mehr in der Lage diese naturverträglich von bestehenden eigenen Ackerflächen zu ernähren.[5]

Die Binnen- und die Auswanderungsbewegungen sind im letzten Jahrzehnt sehr unterschiedlich. De facto ist insgesamt ein Gleichstand mit den Vorjahren zu beobachten (Veränderung unter 0,1 Prozent, Wanderungssaldo). Mehr als 10 Millionen hier lebender Menschen sind laut Daten des Ausländerzentralregisters ausschließlich ausländische Staatsbürger (Stand: 12.2016). Rund 18,6 Millionen Einwohner Deutschlands hatten im Jahr 2016 einen Migrationshintergrund.[6]

Die Anzahl der nicht registrierten Personen anderer Staatsangehörigkeit in Deutschland, die meist mit dem Terminus illegale Einwanderung bezeichnet werden, ist amtlich nicht erfasst. Daher ist es sehr schwierig, hier seriöse Zahlen zu finden. Die meisten Schätzungen und der Vergleich mit anderen Staaten Westeuropas und Nordamerikas lässt eine Anzahl von 0,5 % bis 2 % im Vergleich zur amtlichen Bevölkerung annehmen, also zwischen 415.000 und 1.660.000 Personen. Die wirkliche Anzahl von ausländischen Staatsangehörigen, die sich nicht registriert in Deutschland aufhalten, könnte in diesem Bereich liegen.

Natürliche Bevölkerungsentwicklung, Faktoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesamtbevölkerung Deutschlands 1961–2010 (bis 1990 Einwohner BRD und DDR jeweils addiert)
Geburten und Sterbefälle in Deutschland 1950–2014[2] einschließlich DDR und Berlin

In den westdeutschen Bundesländern geht die Zahl der Geburten seit Ende der 60er Jahre zurück (sog. Pillenknick). In der DDR war die Entwicklung zeitversetzt um etwa drei Jahre ähnlich, wenngleich die Geburtenraten im Osten ab 1969 höher waren als im Westen. Seit der Wiedervereinigung ist in Ostdeutschland jedoch ein Einbruch der Geburtenzahlen um bis zu 25 % im Vergleich zum Vorwendeniveau festzustellen.

Die zusammengefasste Geburtenziffer Deutschlands lag im Jahr 2015 mit 1,50 unter dem Durchschnitt der Europäischen Union (1,58).[7] Insgesamt kamen in diesem Jahr in Deutschland 737.575 Kinder zur Welt, je 1.000 Einwohner waren es 9 Neugeborene. Die absolute Geburtenzahl ist bereits in den Jahren zuvor angestiegen, 2013 lag sie bei 682.069, 2014 bei 714.927.[2]

Frauen mit Migrationshintergrund bringen im Laufe ihres Lebens durchschnittlich mehr Kinder zur Welt als die in Deutschland geborenen Frauen. Bei Frauen, die 2016 im Alter zwischen 45 und 54 Jahren waren, betrug die Zahl der geborenen Kinder im Durchschnitt 1,6 Kinder pro Frau. Die in Deutschland geborenen gleichaltrigen Frauen hatten mit 1,5 Kinder pro Frau eine etwas geringere und die Zuwanderinnen mit 2,0 eine höhere Kinderzahl. Bei Frauen mit höherer Bildung waren die Unterschiede deutlich geringer: Die in Deutschland geborenen Frauen brachten im Laufe ihres Lebens 1,4 Kinder pro Frau zur Welt, die Migrantinnen 1,5. Bei Frauen mit niedrigem Bildungsstand sind die Unterschiede größer: Die in Deutschland Geborenen hatten durchschnittlich 1,6 Kinder und die Zugewanderten 2,4 Kinder je Frau.[8]

Für das Jahr 2012 hat das Statistische Bundesamt letztmals die Konfession der Eltern ermittelt. Von den rund 674.000 Kindern, die in diesem Jahr geboren wurden, hatten etwa 101.000 – rund 15 % – ein römisch-katholisches, 75.000 ein evangelisches Elternpaar (etwa 11 %). Vater und Mutter von 50.000 Kindern gehörten beide einer islamischen Religionsgemeinschaft an.[9]

Es ist jedoch sowohl umstritten, inwieweit ein höheres Bevölkerungswachstum in Deutschland positive wirtschaftliche Effekte hätte. Weiterhin ist umstritten, ob die derzeitige Bevölkerungsentwicklung eine Gefahr für die sozialen Sicherungssysteme darstellt oder bei der derzeitigen Arbeitslosigkeit hierfür eher irrelevant ist und vielmehr eine expansive Lohnpolitik negative Effekte auffangen müsste. Erstgenannte Position wird vor allem von Herwig Birg, letztgenannte von Gerd Bosbach vertreten.

Die Zahl der Gestorbenen liegt relativ konstant zwischen 800.000 und 900.000 pro Jahr, 2015 waren es 925.200.[2] Die insgesamt hohe Lebenserwartung in Deutschland resultiert aus dem inneren Frieden, relativem Wohlstand, der Existenz einer breiten Mittelschicht und einer leistungsfähigen Medizin sowie Gesundheitsfürsorge.

Aus der Differenz von Geburten- und Sterbezahlen ergibt sich die natürliche Bevölkerungsentwicklung. In Deutschland (DDR und alte Bundesrepublik addiert) liegt die Zahl der Sterbefälle seit 1972 höher als die der Geborenen, die natürliche Bevölkerungsentwicklung ist daher negativ: 2015 lag der „Sterbeüberschuss“ bei 187.625.[2] Von 2003 bis 2010 reichte die Zuwanderung nicht mehr aus, um diese Schrumpfung bei der natürlichen Entwicklung der Zahlen auszugleichen. Danach änderte sich dies wieder,[10] vor allem durch die hohe Zuwanderung aus Polen, Rumänien und Bulgarien, aber auch durch vermehrte Zuwanderung aus den von der Eurokrise stark betroffenen südeuropäischen Ländern Italien, Spanien und Griechenland.[11]

Der Anteil der Geburten von nicht miteinander verheirateten Eltern an allen lebend geborenen Kindern hat sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in den letzten 25 Jahren mehr als verdoppelt: Er stieg von 15 % im Jahr 1990 auf rund 35 % im Jahr 2015.[12]

Lebendgeborene nach Familienstand der Eltern 2015[13][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regionale Gliederung Lebendgeborene Erste Kinder Anteil der Kinder von

nicht verheirateten Eltern

Insge-

samt

Eltern nicht

verheiratet

Insge-

samt

Eltern nicht

verheiratet

Insgesamt Erste Kinder
Anzahl in Prozent
Deutschland 737 575 257 903 361 154 158 400 35,0 43,9
Früheres Bundesgebiet

(ohne Berlin-West)

595 320 175 652 290 814 110 844 29,5 38,1
Neue Länder

(ohne Berlin-Ost)

104 225 63 255 50 676 36 160 60,7 71,4
Baden-Württemberg 100 269 24 767 49 211 16 505 24,7 33,5
Bayern 118 228 32 508 59 135 21 513 27,5 36,4
Berlin 38 030 18 996 19 664 11 396 50,0 58,0
Brandenburg 19 112 11 672 9 443 6 789 61,1 71,9
Bremen 6 509 2 696 3 152 1 538 41,4 48,8
Hamburg 19 768 7 572 10 323 4 762 38,3 46,1
Hessen 56 889 16 216 28 142 10 313 28,5 36,6
Mecklenburg-Vorpommern 13 298 8 276 6 355 4 592 62,2 72,3
Niedersachsen 67 183 21 882 32 034 13 538 32,6 42,3
Nordrhein-Westfalen 160 468 48 404 76 682 29 134 30,2 38,0
Rheinland-Pfalz 34 946 10 026 16 808 6 323 28,7 37,6
Saarland 7 511 2 368 3 818 1 519 31,5 39,8
Sachsen 36 466 21 653 17 810 12 580 59,4 70,6
Sachsen-Anhalt 17 415 10 972 8 401 6 122 63,0 72,9
Schleswig-Holstein 23 549 9 213 11 509 5 699 39,1 49,5
Thüringen 17 934 10 682 8 667 6 077 59,6 70,1

Bevölkerungsentwicklung durch Migration[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grenzüberschreitende Migration[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der 1990er Jahre kam es durch Immigration zu einem Bevölkerungswachstum. Während die Abwanderung aus Deutschland mit 600.000 bis 800.000 Personen relativ stabil blieb, ging die Zuwanderung nach 1992 (1.500.000) zurück und erreichte 2006 mit 662.000 Menschen den niedrigsten Stand. Zwischen 2003 und 2010 konnte die geringere Zuwanderung den Sterbeüberschuss nicht mehr ausgleichen, so dass es zu einem Rückgang der Bevölkerung kam.[3]

Die Zuwanderer nach Deutschland stammen in der Mehrzahl aus Vorderasien, Süd-, Mittel- und Osteuropa (ehemalige Ostblock-Länder).

Den größten Anteil der Abwanderer stellten im Jahr 2015 Deutsche (138.273), Rumänen (129.059), Polen (127.789) und Bulgaren (46.754). Die Anzahl der Emigranten mit deutscher Staatsbürgerschaft schwankte in den vergangenen zehn Jahren zwischen 133.000 und 175.000 jährlich.[14]

Im Jahre 2015 wurde im Zuge einer stark gestiegenen Zuwanderung der höchste je gemessene Wanderungsgewinn erreicht: Es wanderten insgesamt etwa 2.136.954 Menschen nach Deutschland ein bei gleichzeitig etwa 997.552 Auswanderern. Somit ergibt sich ein positiver Wanderungssaldo von 1.139.402 Personen.[3]

Für den Zeitraum zwischen den Jahren 2012 bis 2017 prognostiziert das private Wirtschaftsforschungsinstitut Kiel Economics für Deutschland die Zahl von 2,2 Millionen Einwanderern. Unter diesen Personen sollen sich vor allem Menschen aus Süd- und Osteuropa befinden, die überwiegend infolge wirtschaftlicher Gründe – bspw. die Situation am heimischen Arbeitsmarkt – in die Bundesrepublik einwandern.[15][16][17]

Im Jahr 2015 wies Deutschland mit folgenden Ländern den höchsten positiven Wanderungssaldo auf (höchste Netto-Einwanderung):

  1. Syrien (+298.483)
  2. Rumänien (+92.346)
  3. Afghanistan (+79.572)
  4. Polen (+63.045)
  5. Irak (+59.705)
  6. Albanien (+46.829)
  7. Kroatien (+39.659)
  8. Bulgarien (+39.520)
  9. Italien (+23.558)
  10. Kosovo (+22.223)

Abwanderungen im nennenswerten negativen Bereich gab es 2015 nur von deutschen Staatsbürgern (−17.560).[14]

Zuwanderung nach Deutschland[18]
Abwanderung aus
Deutschland[18]
Wanderungsbilanz in Deutschland (1991–2013)[18]
Summe der Zu- und Abwanderungen von Deutschen und Ausländern[18]
 

Personen mit Migrationshintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2013 lebten insgesamt 15,913 Millionen Personen mit Migrationshintergrund im engeren Sinn in Deutschland. Dies entspricht 19,7 % der Bevölkerung. Als Personen mit Migrationshintergrund zählen im Mikrozensus 2013 alle Ausländer sowie alle Deutschen, die nach 1955 auf das Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland zugewandert sind oder mindestens einen nach 1955 zugewanderten Elternteil haben.[6] Unter den 15 größten Städten haben Frankfurt am Main (45 %), Nürnberg (37,7 %), Stuttgart (37,1 %), München (36 %) und Düsseldorf (35,2 %) den höchsten Anteil an Personen mit Migrationshintergrund (Stand 2013).[19]

Fast die Hälfte der Zugewanderten bzw. ihrer Nachkommen sind inzwischen deutsche Staatsbürger; davon hat ein nicht unerheblicher Anteil zusätzlich die Staatsangehörigkeit ihres Herkunftslandes.

Personen ohne deutsche Staatsbürgerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daten laut Statistischem Bundesamt.[20]

Staat/Region Kontinent in Deutschland 2001 in Deutschland 2008 in Deutschland 2011 in Deutschland 2014 in Deutschland 2016
Afghanistan Asien 71.662 48.437 56.563 75.385 253.485
Ägypten Afrika 14.179 11.623 12.711 19.786 26.915
Albanien Europa 11.702 9.971 10.293 23.938 51.550
Algerien Afrika 17.154 13.148 13.350 16.388 21.320
Arabische Halbinsel1 Asien 3.953 5.649 8.364 14.040 20.420
Armenien Asien 11.153 9.584 10.963 16.269 25.170
Aserbaidschan Asien/Europa 12.351 14.337 14.393 16.770 23.635
Australien Australien 8.322 8.873 9.968 11.358 13.115
Belgien Europa 23.463 22.801 23.125 25.700 27.395
Bosnien und Herzegowina Europa 159.042 156.804 153.470 163.519 172.560
Bulgarien Europa 38.143 53.984 93.889 183.263 263.320
China Asien 63.111 78.960 86.435 110.284 129.150
Dänemark Europa 21.326 19.014 19.211 20.495 21.165
Estland Europa 3.880 4.003 4.840 6.023 6.540
Finnland Europa 16.059 13.400 13.182 14.019 15.045
Frankreich Europa 111.347 108.090 110.938 123.281 130.915
Georgien[21] Asien 11.463 13.304 13.835 19.142 24.055
Griechenland Europa 362.708 287.187 283.684 328.564 348.475
Indien Asien 38.210 44.405 53.386 76.093 97.865
Indonesien Asien 11.773 11.429 12.620 15.881 17.705
Irak Asien 76.297 74.481 82.438 88.731 227.195
Iran Asien 98.555 54.317 53.920 63.064 97.710
Irland Europa 15.594 10.207 10.595 12.431 13.785
Island Europa 1.502 1.236 1.419 1.450 1.485
Israel Asien 9.555 9.798 10.788 12.177 13.330
Italien Europa 616.282 523.162 520.159 574.530 611.450
Japan Asien 33.839 30.440 31.403 34.388 35.755
Jordanien Asien 10.638 7.716 7.848 9.283 10.755
Kanada Nordamerika 12.646 13.390 13.936 15.750 16.885
Kasachstan Asien 47.375 53.899 49.499 46.633 46.540
Kroatien Europa 223.819 223.056 223.014 263.347 332.605
Lettland Europa 8.543 9.980 18.263 27.752 32.320
Libanon Asien 49.109 38.028 35.029 35.041 41.445
Liechtenstein Europa 176 210 230 248 245
Litauen Europa 11.156 20.285 27.751 39.001 46.745
Luxemburg Europa 6.225 10.964 12.708 15.596 18.150
Malta Europa 366 428 482 565 625
Marokko Afrika 79.444 66.189 63.037 67.891 75.855
Mazedonien Europa 55.986 62.682 67.147 83.854 95.570
Mittelamerika und Karibik Nordamerika 26.139 30.028 31.849 36.369 38.195
Moldawien Europa 10.996 12.214 11.872 12.330 16.945
Niederlande Europa 112.362 132.997 137.664 144.741 149.160
übriges Nordafrika2 Afrika 3.033 3.730 4.880 12.586 14.265
Norwegen Europa 7.511 6.318 5.979 6.398 6.685
Ostafrika Afrika 37.230 34.443 39.471 71.241 131.640
übriges Ost- und Zentralasien3 Asien 26.944 30.375 30.680 32.614 37.740
Österreich Europa 188.957 175.434 175.926 179.772 183.625
Ozeanien Australien 2.879 2.337 3.109 3.409 3.690
Pakistan Asien 35.433 28.540 32.842 46.569 73.790
Philippinen Asien 23.956 19.633 19.371 20.589 21.895
Polen Europa 310.432 393.848 468.481 674.152 783.085
Portugal Europa 132.625 114.451 115.530 130.882 136.080
Rumänien Europa 88.102 94.326 159.222 355.343 533.660
Russland Asien/Europa 136.080 188.253 195.310 221.413 245.380
Schweden Europa 19.194 17.317 17.347 18.546 19.890
Schweiz Europa 37.922 37.139 37.722 39.385 40.465
Serbien, Montenegro und Kosovo Europa 656.685 532.322 404.690 456.107 454.245
Slowakei Europa 17.049 24.477 30.241 46.168 53.440
Slowenien Europa 19.395 20.463 20.832 25.613 27.830
Spanien Europa 128.713 105.526 110.193 146.846 163.560
Sri Lanka Asien 46.632 28.780 26.218 25.788 25.865
Südamerika Südamerika 66.522 72.843 76.233 84.710 90.620
übriges Süd-[22] und Südostasien4 Asien 15.914 15.950 17.088 24.191 30.765
Südkorea Asien 22.634 23.917 24.669 28.463 32.215
Südliches Afrika Afrika 17.704 15.690 15.112 15.205 16.110
Syrien Asien 27.389 28.459 32.878 118.196 637.845
Thailand Asien 41.520 54.580 57.078 58.827 58.765
Tschechien Europa 26.667 34.386 38.060 49.985 56.085
Tunesien Afrika 24.066 23.142 23.610 28.291 32.900
Türkei Asien/Europa 1.947.938 1.688.370 1.607.161 1.527.118 1.492.580
Ukraine Europa 103.477 126.233 123.300 127.942 136.340
Ungarn Europa 55.978 60.024 82.760 156.812 192.340
Vereinigtes Königreich Europa 115.167 97.560 98.406 103.756 107.005
Vereinigte Staaten Nordamerika 113.528 100.002 101.643 108.845 114.145
Vietnam Asien 85.910 83.606 83.830 84.455 89.965
Weißrussland Europa 11.759 18.382 19.065 20.351 21.965
Westafrika Afrika 77.582 68.786 73.153 98.013 149.665
Zentralafrika Afrika 31.763 30.733 30.310 34.344 41.870
Zypern Europa 956 864 998 1.723 2.230
staatenlos 17.275 13.630 13.445 14.649 22.365
ungeklärt 56.144 44.379 40.390 43.384 77.410
gesamt 7.318.628 6.727.618 6.930.896 8.152.968 10.039.080
1 Jemen, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate
2 Westsahara und Libyen
3 Ostasien: Mongolei, Nordkorea und Taiwan; Zentralasien: Kirgisien, Usbekistan, Tadschikistan und Turkmenistan
4 ohne Indien, Indonesien, Pakistan, Philippinen, Sri Lanka, Thailand und Vietnam.

Einige Einwanderergruppen sind regional sehr unterschiedlich verteilt. So leben die etwa 1,5 Mio. türkischen Staatsbürger fast ausschließlich in den alten Ländern und Berlin, sind hier jedoch nahezu überall stark vertreten. Die zweitgrößte Gruppe, bestehend aus fast 800.000 Polen, lebt ebenfalls vor allem in den alten Bundesländern sowie in Berlin. Die drittgrößte ausländische Gruppe stammt aus Syrien mit rund 638.000 Personen. Die fast 600.000 Italiener stellten 2016 die viertgrößte Gruppe ausländischer Staatsbürger in Deutschland und die älteste Gruppe unter den sogenannten Gastarbeitern, weshalb sie vor allem in den klassischen Industrieregionen der 1960er-Jahre Wolfsburg im Norden über Solingen in Nordrhein-Westfalen bis in die Region Stuttgart und in die Grenzgebiete zu Italien vertreten ist. Die etwa 90.000 Vietnamesen in Deutschland wanderten vor allem zu DDR-Zeiten als Vertragsarbeiter ein, sodass sie in den neuen Ländern nach wie vor eine der größeren Ausländergruppen darstellen, während sie in ganz Deutschland nicht unter den 20 häufigsten ausländischen Staatsbürgerschaften vertreten sind. Die 150.000 Niederländer befinden sich an Platz 18. Sie leben vor allem in den Landkreisen an der Grenze zu den Niederlanden, wo sie teilweise die größte Ausländergruppe stellen und das grenzüberschreitende Wohnen eine lange Tradition hat. Insgesamt leben 192.000 Ungarn in Deutschland (Platz 14), die sich vermehrt in Südostbayern entlang der österreichischen Grenze niedergelassen haben.[20]

Einbürgerungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2000, als das neue Staatsangehörigkeitsgesetz in Kraft trat, wurden 186.700 Personen eingebürgert, seither hat die Anzahl der Einbürgerungen tendenziell abgenommen. Im Durchschnitt erhielten bis 2007 jährlich 143.000 Personen die deutsche Staatsangehörigkeit.[23] 2016 wurden 107.200 Ausländer auf Antrag eingebürgert, die meisten waren ehemalige Staatsangehörige der Türkei sowie anderer EU- oder europäischer Staaten.[24]

Regionale Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung ausgewählter Bundesländer

Nach der Wiedervereinigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innerhalb der Bundesrepublik Deutschland kommt es zu Verschiebungen in der Bevölkerungsstruktur, dabei weicht die Bevölkerungsentwicklung der einzelnen Regionen stark voneinander ab. Während die neuen Bundesländer in den ersten 15 Jahren nach der Wiedervereinigung durch starke Abwanderung gekennzeichnet waren, konnten die alten Bundesländer in diesem Zeitraum einen Bevölkerungszuwachs, einige Bundesländer sogar einen starken Anstieg der Einwohnerzahl verzeichnen. Bezogen auf das Jahr der deutschen Vereinigung 1990 verloren die ostdeutschen Bundesländer einschließlich Berlins bis zum 31. Dezember 2003 8,9 % ihrer Bevölkerung. Am stärksten fiel der Rückgang im Land Sachsen-Anhalt aus (−14,9 %), während Brandenburg den Rückgang durch Zuzüge in die nähere Umgebung Berlins teilweise ausgleichen konnte (−2,5 %). Die Einwohnerzahl der zehn westdeutschen Bundesländer wuchs seit 1990 um 8,4 %, am stärksten war der Anstieg in Baden-Württemberg (+11,2 %), nur zwei westdeutsche Länder verzeichneten einen Rückgang der Bevölkerungszahl (Bremen mit −1,2 % und das Saarland mit −0,4 %).

 
Demografische Entwicklung Deutschlands nach der Wiedervereinigung
Einwohnerzahlen der Bundesländer, 1970–2004
 
Bevölkerungsentwicklung 2007 bis 2009: Nur violette und blaue Kreise gewannen Einwohner, während orangefarbene und rote Kreise stark verloren.

Aktuelle Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Potsdam ist vor allem auf Grund seiner reizvollen Landschaft und durch sein reiches kulturelles Angebot als Wohnort in der Hauptstadtregion gefragt.
Frankfurt am Main gehört zu den Städten mit dem höchsten Bevölkerungswachstum. Hier liegt Wohnen in der Stadt im Trend.
Kleine Orte in entlegenen Mittelgebirgsregionen sind überdurchschnittlich von Abwanderung und Überalterung betroffen.
Durch Abwanderung bzw. Landflucht verfallen in wirtschaftsschwachen ländlichen Regionen und Kleinstädten Häuser, da für sie kaum noch Käufer gefunden werden.

Der starke Ost-West-Gegensatz in der Bevölkerungsentwicklung hat sich in der zweiten Hälfte der 2000er-Jahre abgeschwächt. Mittlerweile geht die Bevölkerung in fast allen Bundesländern zurück. So verloren 2009 alle Bundesländer außer Berlin und Hamburg an Einwohnern. Auch diese Entwicklung unterstreicht einen Trend, der die Ost-West-Wanderung überlagert: das Wachstum städtischer Regionen gegenüber einer schrumpfenden und alternden Bevölkerung auf dem Land. Diese Wanderungsbewegungen sind in ganz Deutschland wahrnehmbar. So wachsen neben München, Hamburg, Düsseldorf, Köln oder Frankfurt am Main auch städtische Ballungsräume in den neuen Ländern wie Berlin, Leipzig und Dresden, während ländliche Gebiete in den alten Bundesländern ebenso schrumpfen wie jene in den neuen Ländern. Die Dynamik dieser Entwicklung ist allerdings noch unterschiedlich, wobei eine allmähliche Anpassung denkbar ist. So bleibt die Bevölkerung in jenen Bundesländern konstant, in denen das Schrumpfen ländlicher Räume durch Wachstum in städtischen Zentren ausgeglichen werden kann, wie es in Bayern (München, Nürnberg), Baden-Württemberg (Stuttgart, Freiburg im Breisgau, Karlsruhe) oder Hessen (Frankfurt am Main) der Fall ist. Fehlen große städtische Zentren (wie in Rheinland-Pfalz) oder schrumpfen diese ebenfalls (wie das Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen oder im Saarland), so nimmt die Bevölkerung in stärkerem Maße ab.

Konkret auf die Zeit zwischen Ende 2007 und Ende 2009 bezogen nahm die Bevölkerung in fast allen Städten mit mehr als 200.000 Einwohnern weiter zu. Ausnahmen hiervon sind einige Städte im Ruhrgebiet und am Niederrhein, die auf Grund der dortigen Großstadtdichte keine höhere zentralörtliche Funktion für ihr Umland übernehmen, Lübeck und Bielefeld sowie Halle und Chemnitz, wo sich der Rückgang der Einwohnerzahlen gegenüber der Zeit nach der Wiedervereinigung aber deutlich verlangsamt hat. Großräume mit erhöhtem Bevölkerungswachstum waren die Regionen Berlin, Hamburg, Frankfurt und München, während sich der Zuwachs in den übrigen Städten meist auf die Kernstadt beschränkte (beispielsweise in Leipzig). Die einzige ländliche Region mit Bevölkerungswachstum war das Oldenburger Land, das eine verhältnismäßig junge und fertile Bevölkerung besitzt. Die anderen ländlichen Regionen verloren bis zu 3,5 % ihrer Bevölkerung binnen zwei Jahren, besonders betroffen sind das Landesinnere Mecklenburg-Vorpommerns, die Prignitz und die Lausitz sowie große Teile Sachsen-Anhalts, das Thüringer Schiefergebirge und das Erzgebirge. In den alten Bundesländern schrumpfte die Bevölkerung vor allem im Weserbergland und im Harz, in Nordhessen, im Westerwald und im Sauerland, in Oberfranken, in der Eifel und im Hunsrück sowie im Saarland und in der Westpfalz.

Betrachtet man nur die Bevölkerungsentwicklung auf Bundesländer-Ebene, nahm die Bevölkerung in allen Bundesländern zuletzt wieder zu: 2015 waren im Vergleich zum Jahr 2014 die größten Zuwächse in Baden-Württemberg und Bremen zu beobachten (+1,5 %), die geringsten Zuwächse gab es in Sachsen-Anhalt (+0,4 %).

Bevölkerungsentwicklung nach Bundesländern[25]

Land Einwohner 9. Mai 2011 Einwohner 31. Dez. 2015[26] Veränderung in %
Baden-Württemberg 10.486.660 10.879.618 3,75
Bayern 12.397.614 12.843.514 3,60
Berlin 3.292.365 3.520.031 6,91
Brandenburg 2.455.780 2.484.826 1,18
Bremen 650.863 671.489 3,17
Hamburg 1.706.696 1.787.408 4,73
Hessen 5.971.816 6.176.172 3,42
Mecklenburg-Vorpommern 1.609.982 1.612.362 0,15
Niedersachsen 7.777.992 7.926.599 1,91
Nordrhein-Westfalen 17.538.251 17.865.516 1,87
Rheinland-Pfalz 3.989.808 4.052.803 1,58
Saarland 999.623 995.597 −0,40
Sachsen 4.056.799 4.084.851 0,69
Sachsen-Anhalt 2.287.040 2.245.470 −1,82
Schleswig-Holstein 2.800.119 2.858.714 2,09
Thüringen 2.188.589 2.170.714 −0,82
Insgesamt 80.219.695 82.175.684 2,44

Nach Kreisen ergibt sich für den Zeitraum zwischen dem 31. Dezember 2007 und dem 31. Dezember 2009 folgendes Bild:

Rang Kreis West Veränderung in %
1 Stadt Frankfurt am Main + 1,96 %
2 Stadt Kaiserslautern1 + 1,54 %
3 Landkreis Tübingen2 + 1,52 %
4 Stadt München + 1,44 %
4 Stadt Pirmasens - 2,55 %
3 Landkreis Osterode am Harz - 2,55 %
2 Landkreis Birkenfeld - 2,62 %
1 Landkreis Holzminden - 2,64 %
Rang Kreis Ost Veränderung in %
1 Stadt Potsdam + 2,50 %
2 Stadt Dresden + 1,88 %
3 Stadt Jena + 1,65 %
4 Stadt Leipzig + 1,64 %
4 Landkreis Elbe-Elster - 3,35 %
3 Landkreis Demmin - 3,42 %
2 Landkreis Mansfeld-Südharz - 3,60 %
1 Stadt Suhl - 3,63 %
1) Die Stadt Kaiserslautern führte am 1. Mai 2009 eine Zweitwohnsitzsteuer ein, wodurch die seit 1995 rückläufige Einwohnerzahl im Jahr 2009 einmalig sprunghaft anstieg.
2) Auch die Stadt Tübingen führte 2009 eine Zweitwohnsitzsteuer ein, wodurch die ansonsten gleichbleibende Einwohnerzahl des Landkreises ebenfalls einmalig sprunghaft anstieg.

Binnenwanderung, Intraregionale Migration[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Veränderung der Bevölkerungszusammensetzung können verschiedene Folgen von Binnenwanderung oder Intraregionaler Migration der Auslöser sein, der später langfristig weitere Folgen nach sich zieht. Die Arbeitsplatzsuche in den Jahren nach dem Beitritt der fünf neuen Bundesländer war wahrscheinlich der gravierendste Auslöser von Binnenwanderung seit dem Nachkriegsjahrzehnt.

Landflucht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landflucht bezeichnet den Prozess, bei dem viele Menschen in einem kurzen Zeitraum von einem ländlichen Gebiet in eine Stadt bzw. ein Ballungsgebiet ziehen. Die Landflucht fand in der Geschichte erstmals zu Beginn der Industrialisierung statt. Begonnen hat sie in England und Irland, als viele Menschen vom Land in die großen Städte Mittelenglands, nach London oder nach Dublin zogen. In Deutschland fand seit ca. 1820 Landflucht statt. Viele Menschen zogen aus den Dörfern in die Städte. Es gab Gebiete geringer Landflucht, die sie durch hohe Geburtenraten ausgleichen konnten (zum Beispiel Bayern, Baden, Hessen, Thüringen) und es gab Gebiete großer Landflucht, wo es zu einem Bevölkerungsrückgang kam (zum Beispiel Hohenlohe, Mittelfranken, Mecklenburg, Vorpommern, Ostpreußen). Der Prozess der Landflucht ebbte nach dem Zweiten Weltkrieg ab. Aber seit 1990 kommt es im Osten Deutschlands wieder zu höherer Landflucht. Viele Menschen ziehen aus den Dörfern Brandenburgs nach Berlin oder aus den Thüringer Dörfern nach Erfurt oder Jena.

Stadtflucht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtflucht ist das Gegenteil der Landflucht. Aufgetreten ist dieses räumliche Migrationsphänomen in (West)-Deutschland während der 1960er- und 1970er-Jahre, als viele Menschen sich mit dem Geld des Wirtschaftswunders ein Eigenheim außerhalb der großen Städte bauten (vgl. Suburbanisierung). Dieser Prozess findet jedoch ausschließlich in der Umgebung von größeren Städten statt, so dass die Einpendelzeit zur Arbeit 60 Minuten nicht überschreitet. In Deutschland lassen sich viele Beispiele für die Stadtflucht nennen; München-Germering, Frankfurt-Oberursel, Köln-Hürth, Hamburg-Pinneberg-Elmshorn usw. zeigten eine entsprechende Bevölkerungsdynamik. Diese Bewegung ist aber in letzter Zeit etwas „aus der Mode“ gekommen, da die steigenden Energie- und Kraftstoffpreise das Leben im Vorort teuer machen. Großstädte versuchen der Abwanderung von Familien außerdem mit Instrumenten kommunaler Familienpolitik zu begegnen. In der DDR gab es die Stadtflucht der 1960er- und 1970er-Jahre nicht. So ist zum Beispiel Nesse-Apfelstädt mit 6101 Einwohnern (Stand: 31. Dez. 2011) der größte Vorort von Erfurt, während das gleich große Kassel als größten Vorort Baunatal mit knapp 30.000 Einwohnern besitzt.

Altersstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für 2050 prognostizierte Altersverteilung für Deutschland

Während die Altersstruktur in Deutschland Anfang des 20. Jahrhunderts noch weitgehend die Form einer klassischen Alterspyramide aufwies, hat sich dies, wie in anderen Industrieländern auch, in den letzten Jahrzehnten dahingehend verändert, dass die bevölkerungsstärksten Jahrgänge in einem immer höheren Alter anzutreffen sind (man spricht hier auch von „Urnenform“ – siehe Abb. Prognose 2050). Ursachen hierfür sind die geringere Geburtenrate und die bessere Gesundheitsversorgung, die eine höhere Lebenserwartung zur Folge hat. Während wir im Jahr 1950 zum Beispiel bei den Zehnjährigen einen sehr bevölkerungsreichen Jahrgang erkennen können, „wanderte“ dieses Maximum bis 2000 zum Jahrgang der 36-Jährigen hoch; bis 2050 ist das Maximum dann bei den 60-Jährigen zu erwarten. Der Altenquotient – das ist das Verhältnis der Personen im Rentenalter (derzeit Personen ab 67 Jahren) zu 100 Personen im erwerbsfähigen Alter (derzeit 20 bis 64 Jahre) – betrug im Jahr 2005 ca. 32, im Jahr 2030 wird er bei ca. 49 bzw. 51 liegen, im Jahr 2050 bei 56 bzw. 63.[27] Die Zuwanderung von Ausländern schwächt diese Entwicklung etwas ab, da es sich bei den Migranten häufig um Menschen im jungen Alter handelt und deren höhere Geburtenrate eine Rolle spielt. Allerdings haben sich frühere Wanderungsbewegungen inzwischen weitgehend neutralisiert. Im Jahr 2015 lag das durchschnittliche Alter der Deutschen bei 44,2 Jahren.[28]

Historische Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung seit 1950

Als Begründer der historischen Demografie in Deutschland gilt der Feldprediger Johann Peter Süßmilch.[29]

1834 wurde die erste gemeinsame Volkszählung in allen deutschen Staaten durchgeführt, mit der erstmals eine relativ exakte Einwohnerzahl festgestellt wurde: Etwa 23,5 Millionen Menschen lebten in den deutschen Staaten. Es folgten weitere Zählungen in regelmäßigen Abständen. In der Liste der Volkszählungen in Deutschland finden sich Daten zur deutschen Bevölkerungsentwicklung für die Jahre 1834–2011.

Seit 1949 hatten die beiden deutschen Staaten und das 1957 beigetretene Saarland ihren gemeinsamen Gebietszuschnitt, wie er auch im heutigen Deutschland fortbesteht. Erstmals in der deutschen Geschichte gab es im Staatsgebiet keine großen nationalen Minderheiten mehr wie früher Franzosen oder Polen. Andererseits begann Deutschland zum Ziel von Zuwanderern aus Europa und Asien zu werden, weshalb inzwischen ein beträchtlicher Bevölkerungsanteil nicht mehr ausschließlich aus Deutschland stammende Vorfahren hat. Durch die Zuwanderung stieg die Bevölkerungszahl von 1972 bis 2002 insgesamt an, obwohl in dieser Zeit der Geburtensaldo bereits negativ war. Im Zeitraum zwischen den Jahren 2002 bis 2011 verringerte sich die Einwohnerzahl, da der Wanderungssaldo teils negativ ausfiel (bspw. im Jahre 2009) und das seit Jahrzehnten bestehende Geburtendefizit nicht ausglich. Seit 2011 nimmt die Bevölkerung Deutschlands wieder zu.

Jahr
(31. Dezember)
Gesamt-
bevölkerung
Veränderung
in Prozent
Deutsche
Staatsbürger
1950 69.346.000
1955 71.350.000 +2,89
1960 73.147.000 +2,52
1965 76.336.000 +4,36
1970 78.069.000 +2,27
1975 78.465.000 +0,51
1980 78.397.000 −0,09
1985 77.661.000 −0,94
1990 79.753.000 +2,69 74.163.000
1995 81.817.000 +2,59 74.475.000
2000 82.260.000 +0,54 74.992.000
2005 82.438.000 +0,22 75.149.000
2010 81.752.000 −0,83 74.553.000
2011 80.328.000 −1,74 73.986.000
2012 80.524.000 +0,24 73.880.000
2013 80.767.000 +0,30 73.752.000
2014 81.198.000 +0,53 73.658.000
2015 82.176.000 +1,20 73.524.000

Die Ergebnisse ab 2011 sind auf Grundlage des Zensus 2011. Durch die Korrekturen der Bevölkerungszahlen erklärt sich der Sprung zwischen 2010 und 2011.

Quelle: Statistisches Bundesamt[30][31]

Bevölkerungsvorausberechnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Modellcharakter der Vorausberechnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die in den letzten Jahrzehnten laufend aktualisierten langfristigen koordinierten Bevölkerungsvorausberechnungen haben Modellcharakter. Sie modellieren, nach Maßgabe verschiedener Zahlen und Modelle, mögliche Bevölkerungsentwicklungen. Dementsprechend gibt es u. a. jeweils eine untere und eine obere Variante. Sie sind im wissenschaftlichen Sinne keine Prognosen, sondern gehen vom gegenwärtigen Altersaufbau aus und setzen die dort jeweils exakt beschriebenen Annahmen rechnerisch um. Allerdings sind große Katastrophen wie Kriege oder Epidemien, die massiv in die Bevölkerungszahlen eingreifen würden, verständlicherweise nicht Gegenstand solcher Modelle.

Unsicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ergebnisse dieser Vorausberechnungen, koordiniert zwischen Landesämtern und dem Statistischen Bundesamt sind unsicher und weichen sehr stark voneinander ab. Das Statistische Bundesamt errechnete beispielsweise in seiner 7. Vorausberechnung für das Jahr 2030 einen Bevölkerungsstand von 69,9 Millionen Einwohnern. Nur zwei Jahre später in der 8. Vorausberechnung lag der Wert je nach Variante um 3,8 bis 11,2 Millionen höher. In seiner 10. Vorausberechnung wurden 9 Varianten berechnet und veröffentlicht, wobei die erwartete Bevölkerung für das Jahr 2050 eine Spannweite von 14,3 Millionen Menschen aufweist.[32][33][34]

Bevölkerungsrückgang bis 2060[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Deutschland wird in allen Koordinierten Bevölkerungsvorausberechnungen des Statistischen Bundesamts ein Bevölkerungsrückgang bis 2050 oder 2060 berechnet. Wie fragil alle Vorausberechnungen sind, zeigt die jüngste Prognose aus 2017 der Bundesregierung. In dem Demografiebericht schreibt sie: Ob Deutschlands Einwohnerzahl bis 2060 zurückgehen wird, ist aus bevölkerungswissenschaftlicher Sicht noch offen.

Varianten des Modells[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine der modellhaften Annahmen der 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes ergibt ein Absinken der Bevölkerung auf 79,0 Millionen Menschen (männlich 39,6 Millionen, weiblich 39,4 Millionen) bis zum Jahr 2050.[35] Dabei handelt es sich um einen „Mittelwert“. Andere Modelle berechnen für 2050 nur noch zirka 60 Millionen Menschen, wieder andere etwa 86 Millionen Menschen. Der Bevölkerungsrückgang entspricht teilweise einer veränderten Altersstruktur, aber auch einer veränderten Bevölkerungszusammensetzung. Die Auswirkungen der derzeitig hohen Migrationsrate sind in der Berechnung auf Basis des Jahres 2015 berücksichtigt.

Annahmen des Modells[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der modellhaften Berechnung des Statistischen Bundesamtes wird vorausgesetzt, dass es immer weniger Kinder und noch mehr ältere Menschen geben wird. Wenn man die Daten den letzten Jahren als Trend (Statistik) in die Zukunft hinein projiziert ergibt sich nach der Geburtenzahl von etwa 685.000 im Jahr 2005 ein extrapolierter Wert von 500.000 im Jahr 2050. Etwa doppelt so viele 60-Jährige wie Neugeborene werden berechnet, 2005 gab es fast genauso viele Neugeborene wie 60-Jährige. Die Anzahl der Kinder im Schulalter würde dementsprechend weiter abnehmen, ebenso wie die der Auszubildenden. Die Zahl der über 80-Jährigen würde sich entsprechend dem Modell von vier auf zehn Millionen im Jahr 2050 nahezu verdreifachen. Die Bevölkerung im Erwerbsalter würde je nach dem Ausmaß der Zuwanderung bis 2050 um 22 oder 29 Prozent sinken.[36]

Ostdeutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besonders deutlich hat sich die Bevölkerungssituation in Ostdeutschland verändert, wo seit der Wiedervereinigung infolge ökonomischen Wandels und dadurch bedingter hoher Arbeitslosigkeit sowohl eine starke Abwanderung als auch eine besonders niedrige Geburtenrate zu verzeichnen sind. Auch die zunehmende Abwanderung deutscher Arbeitnehmer ins Ausland spielt neuerdings eine Rolle.[37] Geschätzt wird die tatsächliche Zahl deutscher Auswanderer für das Jahr 2005 auf 250.000.

Varianten der 11. Vorausberechnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Varianten der 11. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes:

  • Variante 1-W1: „mittlere“ Bevölkerung, Untergrenze: Geburtenhäufigkeit annähernd konstant bei 1,4 Kinder je Frau, Basisannahme zur Lebenserwartung, jährlicher Wanderungssaldo von 100.000 Personen pro Jahr
  • Variante 1-W2: „mittlere“ Bevölkerung, Obergrenze: Geburtenhäufigkeit annähernd konstant bei 1,4 Kinder je Frau, Basisannahme zur Lebenserwartung, jährlicher Wanderungssaldo von 200.000 Personen pro Jahr

Die Basisannahme zur Lebenserwartung geht von einer Lebenserwartung neugeborener Jungen im Jahr 2050 von 83,5 Jahren aus, der neugeborener Mädchen von 88,0 Jahren.

Revision der Vorausberechnung 2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Zensus 2011 änderte sich die Bevölkerungszahl erheblich: Nach Auskunft der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder lag die Bevölkerungszahl am 9. Mai 2011 real bei 80,2 Millionen Menschen (Volkszählung 2011).[38] Die Veröffentlichung der veränderten Bevölkerungszahl im Jahr 2013 hatte auch Auswirkungen auf die Bevölkerungsvorausberechnung.

Ergebnisse der 12. Vorausberechnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerung Deutschlands bis 2060 – 12. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung – Basis: 31. Dezember 2008:[39]

Datum Variante 1-W1:
„mittlere“ Bevölkerung,
Untergrenze
Variante 1-W2:
„mittlere“ Bevölkerung,
Obergrenze
31. Dezember 2008 82.002.000 82.002.000
31. Dezember 2010 81.545.000 81.545.000
31. Dezember 2015 80.772.000 80.875.000
31. Dezember 2020 79.914.000 80.437.000
31. Dezember 2025 78.790.000 79.870.000
31. Dezember 2030 77.350.000 79.025.000
31. Dezember 2035 75.686.000 77.981.000
31. Dezember 2040 73.829.000 76.757.000
31. Dezember 2045 71.729.000 75.291.000
31. Dezember 2050 69.412.000 73.608.000
31. Dezember 2055 66.994.000 71.827.000
31. Dezember 2060 64.651.000 70.120.000

Quelle: Statistisches Bundesamt Deutschland

Ergebnisse der 13. Bevölkerungsvorausberechnung[40][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Vergleich zur 12. Vorausberechnung mit der Basis 2013: 80.767.000 ergaben sich folgende Veränderungen:

  • 2020 Variante 1: 81.434.000 statt 79.914.000 (1-W1)
  • 2020 Variante 2: 81.953.000 statt 80.437.000 (1-W2)

Bei einer Aktualisierung der 13. Koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung auf Basis der tatsächlichen Ergebnisse des Jahres 2015 ergab sich eine Bevölkerungszahl von 83.450.000 im Jahr 2020 (Variante 2A).[41]

Einen Überblick über die Entwicklung der Bevölkerung seit 1834 bietet die Liste der Volkszählungen in Deutschland.

Entwicklung der Bevölkerung im erwerbstätigen Alter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Abnahme der Bevölkerung in Deutschland sinkt ebenfalls die Bevölkerung im erwerbstätigen Alter. Das erwerbstätige Alter wird von 20 bis 64 Jahren festgelegt. Diese Bevölkerungsgruppe sinkt aufgrund von Alterung und Schrumpfung besonders stark. Das statistische Bundesamt rechnet mit folgender Entwicklung:

Entwicklung der Bevölkerung im erwerbstätigen Alter von 20 bis 64 Jahren in Deutschland von 2013 bis 2060 – Basis: 31. Dezember 2013:[40]

Datum Kontinuität bei
schwächerer Zuwanderung
Kontinuität bei
stärkerer Zuwanderung
2013 49 Mio. 49 Mio.
2020 49 Mio. 49 Mio.
2030 44 Mio. 45 Mio.
2040 40 Mio. 42 Mio.
2050 38 Mio. 41 Mio.
2060 34 Mio. 38 Mio.

Quelle: Statistisches Bundesamt Deutschland

Aus Unternehmenssicht verschärfe der demographische Wandel den ohnehin vorhandenen Fachkräftemangel in Deutschland. Unternehmen müssten zunehmend Möglichkeiten nutzen, um Fachkräfte besser an ihr Unternehmen zu binden.

Nach einer neuerlichen Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft soll die Bevölkerung Deutschlands, entgegen früherer Annahmen, aufgrund größerer Einwanderung weiter wachsen und im Jahre 2035 rund 83,1 Mio. Menschen umfassen.[42]

Demografiestrategie und Demografieziele Deutschlands[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Demografieziel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesregierung formulierte 2015 auf ihrer Webseite das Ziel,[43] „Die Demografiepolitik der Bundesregierung hat daher das Ziel, Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Wohlstand für die Menschen aller Generationen in unserem Land erhöhen und die Lebensqualität weiter verbessern.“

Demografiestrategie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Demografiestrategie der deutschen Bundesregierung vom September 2015[44][45] nennt vier Ansatzpunkte von zentraler Bedeutung:

  • Wirtschaftliches Wachstum und Wohlstand langfristig zu sichern, damit auch künftige Generationen am Wohlstand teilhaben können.
  • Den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern, denn belastbare soziale Beziehungen – in der Familie, der Nachbarschaft bis hin zu Gesellschaft und Arbeitswelt – sind unverzichtbar.
  • Gleichwertige Lebensverhältnisse und Arbeitsbedingungen in allen Regionen zu unterstützen und eine hohe Lebensqualität in Stadt und Land zu sichern.
  • Die Handlungsfähigkeit des Staates zu erhalten, verlässliche soziale Sicherungssysteme zu gewährleisten und den öffentlichen Dienst attraktiv zu halten.

In ihrer „weiterentwickelten Demografiestrategie“ von 2015 nennt die Bundesregierung Partner, mit denen sie vertieft in zehn Arbeitsgruppen zusammenarbeiten möchte.[46]

  • „Gute Partnerschaften für starke Familien“[47] (18 Mitglieder[48]),
  • „Jugend gestaltet Zukunft“[49] (20 Mitglieder[50]),
  • „Motiviert, qualifiziert und gesund arbeiten“ (20 Mitglieder[51]),
  • „Selbstbestimmtes Leben im Alter“[52] (27 Mitglieder[53]),
  • „Allianz für Menschen mit Demenz“[54] (23 Mitglieder,[55] z. B. BUNDESÄRZTEKAMMER),
  • „Regionen im demografischen Wandel stärken – Lebensqualität in Stadt und Land fördern“ (11 Mitglieder[56]),
  • „Mobilisierung aller Potenziale zur Sicherung der Fachkräftebasis“ (11 Mitglieder[56]),
  • „Ausländisches Arbeitskräftepotenzial erschließen und Willkommenskultur schaffen“ (14 Mitglieder,[56] z. B. Bundesagentur für Arbeit),
  • „Bildungsbiografien fördern“ (11 Mitglieder,[56] z. B. Hochschulrektorenkonferenz) und
  • „Der öffentliche Dienst als attraktiver und moderner Arbeitgeber“ (3 Mitglieder[56]) .

Kritik: Starker Fokus auf wirtschaftliches Wachstum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den ‚vier Ansatzpunkten von zentraler Bedeutung‘ ist wieder kein Hinweis zu finden für einen Bevölkerungserhalt oder (im Mittel) ausreichend Kinder zu haben – ohne das dem Bürger direkt vorzuschreiben. (Siehe auch Kritik von Herwig Birg (in: Die demografische Uhr tickt unbarmherzig, 5. März 2015)[57], 1981–2004 Direktor des Instituts für Bevölkerungsforschung und Sozialpolitik der Universität Bielefeld (Deutschland), und sowie weitere Kritik von Herwig Birg (9. Januar 2013)[58] zu einer vorhergehenden Version der Demografiestrategie).

In der Demografiestrategie der dt. Bundesregierung (2015)[44][45] wird streckenweise stark der Fokus gelegt auf ‚wirtschaftliches Wachstum‘ einschließlich intensiver Empfehlung zu Karriere, allerdings ohne ‚Familie‘ oder ‚Kinder‘ im jeweils unmittelbar benachbarten Text zu erwähnen. In der Demografiestrategie der dt. Bundesregierung (2015)[45][59] findet man z. B. auf Seite 39 (pdf) ‚Mobilisierung aller Potenziale zur Sicherung der Fachkräftebasis‘ (ohne ‚Familie‘ zu erwähnen), S. 45 (pdf) ebenso: ‚ … gilt es mehr denn je, jede Einzelne und jeden Einzelnen in ihren Bildungsbiografien zu fördern.‘ Ein Nachweis, z. B. auf mathematischer Grundlage, dass eine Werbung dieser Art für die Karriere keinen negativen Einfluss auf die Entscheidungswahrscheinlichkeit zur (privaten) Realisierung von Kinderwünschen darstellt, ist im Text der Demografiestrategie nicht auffindbar. Die Zusammenhänge sind allerdings auch hier relativ komplex.

Kommunale Demografiestrategie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Bielefeld hat 2004 als erste bundesdeutsche Kommune eine Stabsstelle Demographische Entwicklungsplanung im Dezernat des Oberbürgermeisters eingerichtet, damit die Bevölkerungsentwicklung bei allen städtischen Planungen berücksichtigt wird.[60] Die Demografiebeauftragte Susanne Tatje erhielt für ihr Konzept Demografischer Wandel als Chance? – Das Bielefelder Konzept[61] 2006 den Innovationspreis des Landes Nordrhein-Westfalen. Dieses Konzept ist im August 2006 einstimmig im Rat der Stadt Bielefeld beschlossen worden und enthält u. a. sechs demografiepolitische Ziele für Bielefeld zu den Themen Integration von Zuwanderern, Bildung, Familienpolitik, Wohnen, Gesundheit und Wirtschaft. Darüber hinaus wird ein Verfahren vorgestellt, wie diese Ziele in Verwaltung und Politik bearbeitet werden können. Die Stadt Bielefeld hat in den Jahren 2008, 2014 und 2016 jeweils einen Demographiebericht herausgegeben.[62] Zum 31. März 2017 ist das Amt für Demographie und Statistik in Bielefeld aufgelöst worden. Dessen Aufgaben sind auf andere kommunale Dezernate übergegangen.[63]

Einen großen Bekanntheitsgrad erlangte auch der Bielefelder Demografie-Stempel.[64] Hierbei handelt es sich um eine Handreichung für die Dezernate mit konkreten Hilfestellungen für ihre Planungen. Der Demografie-Stempel wurde im Wissenschaftsjahr 2013, das das Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgerufen hatte, zum Ausstellungsobjekt einer Wanderausstellung der Leibniz-Gemeinschaft zum Demografischen Wandel. Eine von Susanne Tatje im Jahr 2016 veröffentlichte Untersuchung setzt sich kritisch mit der „Stellung der Demografiebeauftragten in Nordrhein-Westfalen“ auseinander.[65]

Aussagen der Deutschen Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) hat mehrere Dokumente[66][67][68][69][70] zur Analyse der demografischen Entwicklung in Deutschland in Form von z. B. sogenannten Positionspapieren oder bzgl. Immobilien-Analysen[68] erstellt. Diese Dokumente enthalten für Deutschland statistische Zahlen und Grafiken unter anderem zur regionalen Verteilung ausgewählter demografischer und wirtschaftlicher Daten.

Im März 2006[66] wird die demographische Situation Deutschlands folgendermaßen beschrieben:

  • „anhaltend niedrige Geburtenrate und nicht ausreichende ‚ökonomische‘ Zuwanderungsgewinne, prägen das Bild“
  • „Bereits heute sehen sich einige Regionen mit entsprechenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Problemen konfrontiert.“
  • „Kinder stehen für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft.“
  • „Anerkennung für die Erziehung von Kindern eine unabdingbare Voraussetzung“.
  • Außerdem wird betont, dass die 16 Förderbanken auf Landesebene „ordnungspolitische Ergänzungsfunktionen in Bereichen, die der Markt nicht ausreichend abdeckt“, übernehmen.[66]

Im Dokument VÖB-Positionen zu 10 Kernthemen zur Bundestagswahl 2009[70] wird prognostiziert: „Bevölkerungsrückgang und Alterung werden … zu sehr ungleichen Entwicklungen in den Regionen führen. Da der demografische Wandel bereits unumkehrbar ist, wird eine langfristige und effektive Förderstrategie benötigt, die die demographisch bedingten Entwicklungen abfedern, ausgleichen und steuern kann.“ Eine weitere Analyse des Zusammenhanges zwischen Wirtschaft und Demografie wurde von ‚Deutsche Bank Research‘ 2013 in Form der Ausarbeitung „Mittelstand und Demografie“[71] erstellt. Hier wird das Risiko des Nachwuchsmangels genannt: „Krise im Eurogebiet und Demografie trüben Perspektiven auf europäischen Absatzmärkten“ (Seite 8). Als mögliches Lösungsszenario wird dort der Zuzug von Fachkräften nach Deutschland vorgeschlagen: Beispielsweise „… bietet sich Talentsuche im Ausland an. So suchen derzeit viele junge Menschen aus den südeuropäischen Ländern eine Beschäftigung in Deutschland. Das hat zu verstärkter Zuwanderung aus diesen Ländern geführt.“

Im Dezember 2015 gab der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, David Folkerts-Landau, die demografische Prognose im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise ab,[72] dass er „ohne Zuwanderung ‚keine Lösung‘ für die Überalterung der deutschen Gesellschaft sehe.“.[73]

Geschichte demografischer Prognosen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der rassistischen Bevölkerungspolitik des NS-Regimes fristete die Demografie in Deutschland lange ein Schattendasein, galt die Untersuchung oder gar Beeinflussung reproduktiven Verhaltens doch als moralisch bedenklich.

Erst im Zusammenhang mit der politischen Debatte um die Aufrechterhaltung der Sozialversicherungen kamen auch in Deutschland Debatten über die demographische Entwicklung oder den demographischen Wandel wieder auf. Zum Teil bis heute blieb die Diskussion dabei stark auf Themen der Wirtschaft und Sozialsysteme fixiert. So sprach (und spricht man z. T. bis heute) im Hinblick auf die Altersversorgung vom Problem der Überalterung – wobei objektiv nicht die Existenz älterer Menschen, sondern das Fehlen jüngerer (Unterjüngung) Sorgen bereitet.

Inzwischen hat die Demografie in Deutschland wieder Anschluss an den internationalen Kenntnisstand gefunden. Ursula Lehr nannte bereits 1987 folgende 16 demografische Faktoren:

1. Zunahme der Lebenserwartung,
2. mit dem Alter zunehmende Differenz der Anzahl Männer – Frauen,
3. wachsender Anteil älterer Menschen (1890 ?? % über 60, heute 21 %, im Jahr 2000 ca. 26 %),
4. wachsender Anteil Hochbetagter und Über-100-Jähriger (Hochaltrigkeit, alte Alte),
5. zunehmende Differenzierung der Alten in verschiedene Lebens- und Verhaltensformen,
6. Entwicklung zu einer alters-egalitären Gesellschaft,
7. veränderte Relation der Altersgruppen,
8. Rückgang der Dreigenerationenhaushalte, Zunahme Eingeneration- und Einpersonhaushalte,
9. Singularisierung,
10. Zunahme der Vier- und Fünfgenerationenfamilien,
11. Veränderungen im Lebenszyklus,
12. Verkürzung der Familienphase,
13. Zunahme Rentnerkurorte,
14. absolute Zunahme von Pflegebedürftigkeit, Abnahme des Potenzials an häuslichen Pflegepersonen;
15. Zunahme alt werdender Behinderter,
16. Zunahme alt werdender ausländischer Bürger.

Seither sind in der wissenschaftlichen Diskussion hinzugekommen:

17. Verjüngung des Alterns – Die Menschen werden heute früher und im Lauf ihres Lebens länger mit Altersproblemen konfrontiert.
18. Entberuflichung des Lebenslaufs
19. weitere Feminisierung des Alters.

Demografiedaten Deutschlands[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit einer zusammengefassten Fruchtbarkeitsziffer (TFR) um die 1,50 Geburten pro Frau hatte Deutschland 2015 weltweit betrachtet eine eher niedrige Geburtenrate. In Ländern Italien (1,37) oder Spanien (1,32) fiel die zusammengefasste Geburtenziffer allerdings noch niedriger aus.[74] Seit den 1980er Jahren schwankt die zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer zwischen ca. 1,2 und 1,5 Kindern je Frau. Die Kohortenfertilität (CFR) ist hingegen – parallel zu einem immer höheren Durchschnittsalter der Mütter – von knapp 2,0 beim Frauenjahrgang 1940 auf knapp 1,5 beim Frauenjahrgang 1965 relativ kontinuierlich gefallen. In Ostdeutschland verharrte sie für die Jahrgänge 1948 bis 1958 bei etwa 1,8, fällt danach ab und hat sich für den Jahrgang 1965 mit knapp 1,6 dem westdeutschen Niveau weitgehend angenähert. Nach der Wende fiel die TFR der neuen Länder auf ein historisches Tief von ca. 0,8 Kinder je Frau im Jahr 1994 (dem niedrigsten je gemessenen Wert weltweit) und hat sich seitdem dem westdeutschen Wert allmählich weitgehend angenähert. Zur Reproduktion einer Bevölkerung mit Sterblichkeitsverhältnissen, wie sie z. B. in Deutschland vorliegen, ist es demgegenüber erforderlich, dass jede Frau im Durchschnitt rd. 2,1 Kinder zur Welt bringt (TFR 2,08).

Deutschland befindet sich damit in einem globalen Trend, der auch als demografisch-ökonomisches Paradoxon bezeichnet wird: Je wohlhabender und gebildeter eine Gesellschaft wird, desto weniger Kinder bekommt sie. Einer Studie des Berlin-Instituts zufolge[75] gilt dies für den Binnenvergleich hochindustrialisierter Länder allerdings nicht mehr: „Im Westen Europas ist ein ökonomisch-demografisches Paradoxon nicht mehr nachzuweisen.“

Prognosen in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die von den Statistischen Landesämter in Deutschland durchgeführten Bevölkerungsvorausberechnungen enthalten stets einen Abschnitt zur Methodik, Parametern und Annahmen.[76][77]

In Thüringen wurde 2009 auf Basis der Werte vom 31. Dezember 2008 eine Bevölkerungsprognose aufgestellt. Für das Jahr 2009 wurde ein Wanderungssaldo von –13.000 Personen (tatsächlich waren es –8026 Personen[78]) und für das Jahr 2010 von –11.800 Personen (tatsächlich waren es –5741 Personen) prognostiziert.[79] Damit lag die Abweichung bei den Wanderungen schon im zweiten Prognosejahr bei über 50 %. Fortgesetzt über fünf, zehn oder zwanzig Jahre würde die Ungenauigkeit so groß, dass die Aussagekraft einer solchen Bevölkerungsprognose stark absinkt. Das Beispiel zeigt, dass die Wanderungsbewegungen der Zukunft schwer zu prognostizieren sind und stark von kurzfristigen Faktoren abhängen. Für das Jahr 2011 sind solche Faktoren etwa die Aussetzung der Wehrpflicht, die Öffnung des Arbeitsmarkts für Osteuropäer oder die doppelten Abiturjahrgänge in einigen westdeutschen Bundesländern. Entscheidend ist auch die Entwicklung der Konjunktur, die sich ebenfalls nicht über Jahrzehnte in die Zukunft prognostizieren lässt. Diese Faktoren gelten auch für die Bevölkerungsprognosen der anderen deutschen Länder.

Auch die unterschiedlichen Ergebnisse aus ZENSUS 2011 sind noch zu berücksichtigen. So musste man zum Beispiel bei den Männern über 90 Jahre die angenommenen bzw. zu Grunde liegenden Zahlen um deutlich 30 Prozent nach unten korrigieren.[80] Aber auch in anderen Altersklassen und bei früheren Einwohnerzahlen gab es meist „Bevölkerungsverluste“. Allein in Flensburg fehlten ca. 6500 Einwohner, die oft unerklärlich waren. Viele Städte und Gemeinden haben gegen die festgesetzten Ergebnisse gem. ZENSUS 2011 geklagt.[81]

Die Prognosen haben politische und wirtschaftliche Bedeutung, weil auch der kommunale Finanzausgleich von der Einwohnerzahl abhängt. So hat die Stadt Bremerhaven im Jahre 2014 vor dem Verwaltungsgericht Bremen geklagt, weil offiziell 5000 weniger Einwohner ausgewiesen worden waren und die Stadtgemeinde Bremerhaven dadurch knapp eine halbe Million Euro weniger pro Jahr erhält.[82]

Die demografische Entwicklung in Ostdeutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die demografischen Veränderungen in Ostdeutschland haben aufgrund ihres Umfangs und ihrer Geschwindigkeit sowohl ökonomische als auch fiskalische Auswirkungen. Neben einem Schrumpfen der Bevölkerung kommt es zu Altersstruktureffekten, deren ökonomische Wirkungen ganz erheblich sein können. Der Anteil der Rentnergeneration wird stark zunehmen, der Anteil von Kindern und Jugendlichen dementsprechend kräftig sinken. Auch die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter wird sich deutlich reduzieren, weil mehr Menschen altersbedingt aus dem Erwerbsleben ausscheiden als junge Personen „nachrücken“. Die neuen Länder nehmen damit eine Entwicklung vorweg, die in ähnlicher Form in Westdeutschland mit einer Verzögerung von 20 Jahren ebenfalls eintreten kann. Dadurch sind für den westdeutschen Raum gerade Analysen von Politikmaßnahmen in ostdeutschen Regionen von hoher Relevanz.[83]

Studienangebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um den großen Veränderungen in der Altersstruktur frühzeitig begegnen zu können, wurde 2009 an der Universität Stuttgart der interdisziplinäre Studiengang „Integrierte Gerontologie“ ins Leben gerufen. Der berufsbegleitende Masterstudiengang verbindet dabei gerontologische Fragestellungen mit ingenieur-, sozial-, und verhaltenswissenschaftlichen Inhalten, um gelingendes Altern auch bei veränderten demografischen Randbedingungen gewährleisten zu können.[84]

Des Weiteren wird an der Universität Rostock ein starker Fokus auf die Lehre demografischer Grundlagen- und Spezialkenntnisse sowie interdisziplinärer Zusammenhänge gelegt. Seit 2004 sind (neben soziologisch und volkswirtschaftlich ausgerichteten Veranstaltungen) auch Kurse im Bereich Geburtenverhalten, Sterblichkeit und Wanderungsgeschehen ein wichtiger Bestandteil des Studienganges B.A. Sozialwissenschaften.[85] Zusätzlich besteht die Möglichkeit der Teilnahme am zweijährigen Masterstudiengang (M.Sc. Demografie), in welchem den vielseitigen Aspekten des demographischen Wandels nachgegangen wird,[86] sowie eine (anschließende) Teilnahme am Promotionsstudiengang „Demographischer Wandel“.[87]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Demografie Deutschlands – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Destatis): Statistische Wochenberichte: Bevölkerung und Arbeit – Monatszahlen. Abgerufen am 29. November 2017.
  2. a b c d e Statistisches Bundesamt (Destatis): Bevölkerung – Geborene und Gestorbene. Abgerufen am 29. November 2017.
  3. a b c Statistisches Bundesamt (Destatis): Wanderungen zwischen Deutschland und dem Ausland. Abgerufen am 29. November 2017.
  4. Kinderlosigkeit ist das wirkliche Problem Europas, Die Welt vom 21. Dezember 2012. Abgerufen am 9. Januar 2013.
  5. United Nations: World Population Prospects 2017 – Key Findings and Advance Tables
  6. a b Statistisches Bundesamt (Destatis): Themenbereich Migration & Integration. Abgerufen am 29. November 2017.
  7. Statistisches Bundesamt (Destatis): Zusammengefasste Geburtenziffer nach Kalenderjahren. Abgerufen am 29. November 2017.
  8. Statistisches Bundesamt (Destatis): Daten zu Kinderlosigkeit, Geburten und Familien. Abgerufen am 29. November 2017.
  9. Statistisches Bundesamt (Destatis): Natürliche Bevölkerungsbewegung. Abgerufen am 29. November 2017.
  10. Statistisches Bundesamt (Destatis): Bevölkerungsstand. Abgerufen am 29. November 2017.
  11. Woher kommen die Zuwanderer? mediendienst-integration.de
  12. Bei jeder dritten Geburt sind Eltern nicht verheiratet. LandesPressePortal, 19. Dezember 2016; abgerufen am 19. Dezember 2016.
  13. Statistisches Bundesamt (Destatis): Pressemitteilung: Bei jeder Dritten Geburt sind Eltern nicht verheiratet. Abgerufen am 29. November 2017.
  14. a b Statistisches Bundesamt (Destatis): Wanderungen. Abgerufen am 29. November 2017.
  15. Deutschland erwartet Einwanderungswelle aus EU-Krisenländern. In: arte.tv. 18. Dezember 2012; abgerufen am 24. Dezember 2012.
  16. Deutschland vor größter Einwanderungswelle seit Jahrzehnten. In: manager magazin online. 13. Dezember 2012; abgerufen am 24. Dezember 2012.
  17. Forscher erwarten Millionen Einwanderer. In: Spiegel Online. 13. Dezember 2012; abgerufen am 24. Dezember 2012.
  18. a b c d BAMF: "Migrationsbericht 2013"
  19. Migration & Bevölkerung: Großstädte sind Zuwanderungsmagneten (2015)
  20. a b Statistisches Bundesamt (Destatis): Ausländische Bevölkerung. Abgerufen am 29. November 2017.
  21. siehe Georgier in Deutschland
  22. siehe auch: Nepalesen in Deutschland
  23. Statistisches Bundesamt (Destatis): Einbürgerungen ab 1990. Abgerufen am 29. November 2017.
  24. Statistisches Bundesamt (Destatis): Einbürgerungen nach bisheriger Staatsangehörigkeit. Abgerufen am 29. November 2017.
  25. Statistisches Bundesamt (Destatis): Bevölkerung nach Bundesländern. Abgerufen am 29. November 2017.
  26. Statistische Ämter des Bundes und der Länder: Fläche und Bevölkerung.
  27. Statistisches Bundesamt (Destatis): Interaktive Bevölkerungspyramide. Abgerufen am 29. November 2017.
  28. Statistisches Bundesamt (Destatis): Durchschnittsalter der Bevölkerung. Abgerufen am 29. November 2017.
  29. Johann Peter Süßmilch: Die göttliche Ordnung in den Veränderungen des menschlichen Geschlechts. I–II, 3. Auf. Berlin 1765.
  30. Bevölkerung – Deutsche und nichtdeutsche Bevölkerung nach Geschlecht. Deutschland in 1000. Statistisches Bundesamt; abgerufen am 26. März 2016.
  31. Bevölkerungsstand – Bevölkerung nach dem Gebietsstand in 1000. Statistisches Bundesamt; abgerufen am 12. Juni 2016.
  32. Gerd Bosbach: Demografische Entwicklung – kein Anlass zur Dramatik. 2003
  33. Gerd Bosbach: Bevölkerungsentwicklung. In: Gabriele Gillen & Walter van Rossum (Hrsg.): Schwarzbuch Deutschland. Das Handbuch der vermissten Informationen. Rowohlt, Reinbek 2009, ISBN 978-3-498-02504-5.
  34. mit Jens Jürgen Korff: Altersarmut in einem reichen Land. Zur Logik eines scheinbaren Widerspruchs. In: Christoph Butterwegge, Gerd Bosbach & Matthias W. Birkwald (Hrsg.): Armut im Alter. Probleme und Perspektiven der sozialen Sicherung. Campus-Verlag, Frankfurt/New York 2012, ISBN 978-3-593-39752-8, S. 175–188 (gekürzte Version in den NachDenkSeiten, 8. November 2012)
  35. Statistisches Bundesamt (Destatis): Bevölkerung nach Altersgruppen bis 2060. Abgerufen am 29. November 2017.
  36. Statistisches Bundesamt: Im Jahr 2050 doppelt so viele 60-Jährige wie Neugeborene (Memento vom 13. September 2007 im Internet Archive)
  37. Tagesschau: Auswandern als Trend: „Politik reagiert zu spät“ (Memento vom 25. April 2009 im Internet Archive)
  38. Statistisches Bundesamt (Destatis): Pressemitteilung: Zensus 2011: 80,2 Millionen Einwohner lebten am 9. Mai 2011 in Deutschland. Abgerufen am 29. November 2017.
  39. Statistisches Bundesamt (Destatis): Bevölkerung Deutschlands bis 2060 – 12. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung. Abgerufen am 30. November 2017.
  40. a b Statistisches Bundesamt (Destatis): Bevölkerung Deutschlands bis 2060. Abgerufen am 29. November 2017.
  41. Statistisches Bundesamt (Destatis): Bevölkerungsentwicklung bis 2060 – aktualisiert. Abgerufen am 29. November 2017.
  42. IW-Studie: Deutschland hat künftig 83 Millionen Einwohner. Abgerufen am 8. Dezember 2017.
  43. Demografieziel der (dt.) Bundesregierung (2015), abgerufen am 10. Mai 2016.
  44. a b 20. Juni 2016: (Weiterentwickelte) Demografiestrategie der (dt.) Bundesregierung vom 2. September 2015, BMFSFJ.de, html, abgerufen am 29. Januar 2017.
  45. a b c Weiterentwickelte Demografiestrategie der (dt.) Bundesregierung (2. September 2015), Demografie-Portal.de, html
  46. Die weiterentwickelte Demografiestrategie (der dt. Bundesregierung, 2015), eine Zusammenfassung.
  47. Demografiestrategie der dt. Bundesregierung (2015), Arbeitsgruppe: „Gute Partnerschaften für starke Familien“
  48. Demografiestrategie der dt. Bundesregierung (2015), Mitgliederliste: „Gute Partnerschaften für starke Familien“
  49. Demografiestrategie der dt. Bundesregierung (2015), Arbeitsgruppe: „Jugend gestaltet Zukunft“
  50. Demografiestrategie der dt. Bundesregierung (2015), Mitgliederliste: „Jugend gestaltet Zukunft“
  51. Demografiestrategie der dt. Bundesregierung (2015), Mitgliederliste: „Motiviert, qualifiziert und gesund arbeiten“
  52. Demografiestrategie der dt. Bundesregierung (2015), Arbeitsgruppe: „Selbstbestimmtes Leben im Alter“
  53. Demografiestrategie der dt. Bundesregierung (2015), Mitgliederliste: „Selbstbestimmtes Leben im Alter“
  54. Demografiestrategie der dt. Bundesregierung (2015), Arbeitsgruppe: „Allianz für Menschen mit Demenz“
  55. Demografiestrategie der dt. Bundesregierung (2015), Mitgliederliste: „Allianz für Menschen mit Demenz“
  56. a b c d e Demografiestrategie der Bundesregierung(2015), Der Arbeitsgruppenprozess, Übersicht über weitere Arbeitsgruppen und Mitgliederlisten
  57. Herwig Birg im Interview von Ferdinand Knauß, 5. März 2015: Die demografische Uhr tickt unbarmherzig. WirtschaftsWoche; abgerufen am 18. Februar 2016.
  58. Herwig Birg im Interview von Ferdinand Knauß, 9. Januar 2013: Der große Demografie-Bluff. WirtschaftsWoche; abgerufen am 18. Februar 2016.
  59. Weiterentwickelte Demografiestrategie der (dt.) Bundesregierung, 2. September 2015 (pdf; 4,8MB; 96 Seiten). demografie-portal.de, abgerufen am 4. August 2016.
  60. Mira Gajevic, Kerstin Krupp: Alternde Städte – Wozu braucht man Demografiebeauftragte? Den ersten und einzigen Posten dieser Art gibt es in Bielefeld. In: Berliner Zeitung. 9. März 2006
  61. Susanne Tatje: Demografischer Wandel als Chance? – Das Bielefelder Konzept (pdf;818 kB;30 Seiten). Stadt Bielefeld; abgerufen am 14. Mai 2016 (PDF).
  62. Stadt Bielefeld (Hrsg.): Demographiebericht 2008, Demographiebericht 2014, Demographiebericht 2016
  63. Siehe Hinweis unter Presseamt/Statistikstelle auf bielefeld.de, abgerufen am 14. August 2017.
  64. Susanne Tatje: Bielefelder Demografie-Stempel – Demographierelevante Aspekte für Planungskonzepte und Projekte (pdf 716 kB). bielefeld.de; abgerufen am 14. Mai 2016 (PDF).
  65. Susanne Tatje: Demographiebeauftragte in Städten und Gemeinden. Ergebnisse einer Untersuchung. In: Unser Thema (5), Mai 2016.
  66. a b c Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands VÖB, 1. März 2006: Demografie ist Gegenwart – Förderbanken in der Verantwortung (pdf; 731 kB; 20 Seiten), abgerufen am 9. Mai 2016.
  67. Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, 1. August 2006: Demografieatlas Deutschland – Auswirkungen des demografischen Wandels auf Wirtschaft, Finanzen und Immobilienmarkt Zusammenfassung (html) VÖB: Demografieatlas Deutschland (pdf; 6,8 MB; 36 Seiten), abgerufen am 9. Mai 2016.
  68. a b Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, September 2006: Zusammenfassung (html)VÖB-ImmobilienAnalyse, (pdf; 1,6 MB; 112 Seiten), abgerufen am 12. Juli 2016.
  69. Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, März 2007: Zusammenfassung vom 20. September 2007 (html) Auswirkungen der Bevölkerungsentwicklung auf Banken und Volkswirtschaft (pdf; 2,7 MB; 128 Seiten), abgerufen 10. Juli 2016.
  70. a b Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, 24. Juni 2009: Zusammenfassung (html), Bundestagswahl 2009 – VÖB-Positionen zu 10 Kernthemen (pdf; 182 kB; 28 Seiten, davon 16 mit Inhalt), abgerufen am 12. Juli 2016.
  71. Deutsche Bank Research, 25. März 2013: Mittelstand und Demografie – Der Handlungsdruck steigt (pdf; 736 kB; 24 Seiten), abgerufen am 17. Juni 2016.
  72. Eine Million Flüchtlinge in Deutschland ist das Beste, was 2015 passiert ist, focus.de, 14. Dezember 2016, abgerufen am 13. Juli 2016.
  73. Flüchtlinge sind gut für Deutschland. auf: focus.de, 9. Dezember 2016, abgerufen 13. Juli 2016.
  74. Statistisches Bundesamt (Destatis): Zusammengefasste Geburtenziffer. Abgerufen am 29. November 2017.
  75. Steffen Kröhnert, Reiner Klingholz: Emanzipation oder Kindergeld 2008 (PDF; 155 kB; 26 Seiten), abgerufen am 7. Oktober 2016.
  76. bay-gemeindetag.de: Ausgabe 01/2010, siehe dort Seite 3 ff, abgerufen am 6. Oktober 2016.
  77. bay-gemeindetag.de: Ausgabe 03/2010, siehe dort Seite 103 ff, abgerufen am 6. Oktober 2016.
  78. Thüringer Landesamt für Statistik, Sept. 2010: Statistischer Bericht: Wanderungen und Bevölkerung in Thüringen 2009 (pdf; 2,1 MB; 58 Seiten), Abschnitt ‚1.1 Gesamtwanderungen 1989 bis 2009‘, S. 4, abgerufen am 8. März 2017.
  79. Thüringer Landesamt für Statistik, Link defekt am 6. Oktober 2016.
  80. Pia Heinemann: Das Geheimnis der Superalten. In: Welt am Sonntag. 8. Mai 2016, S. 19 (mittlere Spalte, 2-seitiger Artikel mit Grafiken).
  81. Björn Schwentker, Marcel Pauly: Kommunen klagen gegen Volkszählung. (html) In: Spiegel online. 29. Oktober 2014.
  82. Björn Schwentker: Bremerhaven scheitert mit Zensusklage. In: Spiegel online. 11. November 2014.
  83. Autorenteam aus Institut für Wirtschaftsforschung Halle, TU Dresden sowie ifo Institut Niederlassung Dresden, 15. Dezember 2006: Demografische Entwicklung in Ostdeutschland. (Memento vom 1. April 2012 im Internet Archive) (PDF; 1,6 MB; 311 Seiten), groß angelegte Studie im Auftrag des BMWi: IWH, abgerufen am 21. Februar 2017.
  84. Berufsbegleitender Weiterbildungsstudiengang Master: Online Integrierte Gerontologie M.Sc.
  85. Informationen zum Bachelorstudiengang Sozialwissenschaften mit Spezialisierung auf Soziologie, Volkswirtschaftslehre und Demografie an der Universität Rostock
  86. Informationen zum Masterstudiengang Demografie an der Universität Rostock
  87. Informationen zum interdisziplinären Promotionsstudiengang „Demographischer Wandel“ an der Universität Rostock