Mauerstetten

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Mauerstetten
Mauerstetten
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mauerstetten hervorgehoben
Koordinaten: 47° 53′ N, 10° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Ostallgäu
Höhe: 716 m ü. NHN
Fläche: 16,57 km2
Einwohner: 3154 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 190 Einwohner je km2
Postleitzahl: 87665
Vorwahl: 08341
Kfz-Kennzeichen: OAL, FÜS, MOD
Gemeindeschlüssel: 09 7 77 152
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchplatz 4
87665 Mauerstetten
Website: www.mauerstetten.de
Bürgermeister: Armin Holderried (Unpart.Wgr. / Fr.Parteilo.Wgr.)
Lage der Gemeinde Mauerstetten im Landkreis Ostallgäu
ÖsterreichKempten (Allgäu)Landkreis OberallgäuKaufbeurenLandkreis AugsburgLandkreis UnterallgäuLandkreis Garmisch-PartenkirchenLandkreis Weilheim-SchongauLandkreis Landsberg am LechRettenbach am AuerbergWestendorf (Landkreis Ostallgäu)Wald (Schwaben)Waal (Schwaben)UntrasriedUnterthingauHalblechStöttwangStötten am AuerbergSeegSchwangauRückholzRuderatshofenRoßhauptenRonsbergRieden (bei Kaufbeuren)Rieden am ForggenseePfrontenPforzenOsterzellOberostendorfObergünzburgNesselwangMauerstettenMarktoberdorfLengenwangLechbruck am SeeLamerdingenKraftisriedKaltentalJengenIrseeGünzachHopferauGörisriedGermaringenFüssenFriesenriedEisenberg (Schwaben)EggenthalBuchloeBidingenBaisweilBiessenhofenAitrangKarte
Über dieses Bild
Mauerstetten von Osten

Mauerstetten ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Ostallgäu.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mauerstetten liegt in der Region Allgäu, etwa vier Kilometer östlich von Kaufbeuren. Es besteht aus den Ortsteilen Mauerstetten, Frankenried, Hausen und Steinholz sowie den gleichnamigen Gemarkungen.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mauerstetten gehörte zum Reichsstift Irsee. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehörte der Ort zum Königreich Bayern, heute zu Bayern. Im Jahr 1818 entstand die Gemeinde.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Zeit des NS-Regimes war der Ortsteil Steinholz Standort des Konzentrationslagers „Riederloh II“, eines Außenlagers des KZ Dachau. Die Inhaftierten arbeiteten als Zwangsarbeiter in der Kaufbeurer Sprengstofffabrik der Dynamit AG.

Am 4. September 1944 trafen 922 jüdische Häftlinge ein, später kamen nochmal etwa 100 dazu. In den vier Monaten, in denen das Lager bestand, sind 472 Häftlinge unter den unmenschlichen Arbeitsbedingungen und dem Auftreten von Seuchen verstorben. Ihre Leichen wurden in einem Waldstück verscharrt. Heute befindet sich dort ein KZ-Friedhof mit einem Gedenkstein zur Erinnerung an die Ermordeten.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Frankenried eingegliedert.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1988 bis 2008 wuchs Mauerstetten um 599 Einwohner bzw. ca. 25 %. Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden gezählt:

Jahr Einwohner
1840 0636
1900 0740
1939 0765
1950 1217
1961 1382
1970 1700
1987 2355
1991 2445
Jahr Einwohner
1995 2573
2000 2808
2002 2884
2004 2928
2005 2959
2006 3001
2007 2983
2008 2987
Jahr Einwohner
2009 3027
2010 3041
2011 3068
2012 2980
2013 3019
2014 3057
2015 3113
2016 3109

Quelle: BayLSt

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 16 Mitglieder. Bei der Gemeinderatswahl vom 16. März 2014 führte das Ergebnis zu folgender Sitzverteilung:[5]

Partei/Liste Stimmenanteil Sitze
Unparteiliche Wählergruppe Mauerstetten-Hausen 58,4 % 9
Wählergemeinschaft Frankenried 24,3 % 4
Freie parteilose Wählergruppe Steinholz 17,2 % 3

Die Wahlbeteiligung lag bei 73,5 %.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 2. März 2008 wurde Armin Holderried zum Bürgermeister gewählt. Bei der Kommunalwahl 2014 wurde er mit einem Stimmenanteil von 50,4 % im Amt bestätigt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschreibung: Über rotem Dreiberg in Blau eine silberne Mauer mit drei Zinnen; diese überdeckt von einer schwarzen Tanne, deren Stamm ein pfahlweise gestelltes goldenes Schwert aufliegt, das mit seinem Griff den Dreiberg überzieht.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mariengrotte in Mauerstetten ist eine der ältesten in der Region. Bereits 1890 wurde sie auf der Ostseite der St. Vituskirche gebaut. Im Jahre 1927 verlegte der damalige Pfarrer sie an die Westseite des Friedhofs. Dafür schaffte man aus der Schleifmühle von Irsee Tuffsteine herbei. Im Jahre 2007 wurde die Grotte renoviert.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen des Jahres 2016 waren 4727 T€, davon waren 2621 T€ (netto) Gewerbesteuereinnahmen. Mauerstetten hat damit eine weit über dem Durchschnitt liegende Steuerkraft und erhält deshalb keine Schlüsselzuweisungen. Die Gemeinde ist seit 2015 schuldenfrei.

Im Jahre 2016 gab es in der Gemeinde 1859 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 1156 Personen in einer versicherungspflichtigen Beschäftigung. Damit war die Zahl der Einpendler um 703 Personen höher als die Zahl der Auspendler. 23 Einwohner waren arbeitslos.

Die überwiegende Zahl der örtlichen Arbeitsplätze bot im Jahr 2016 das produzierende Gewerbe (1026). Im Bereich der Land- und Forstwirtschaft waren drei Personen beschäftigt, im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe waren es 633 Personen. Die Unternehmensdienstleister beschäftigten 53 Mitarbeiter und die öffentlichen und privaten Dienstleister 144 Mitarbeiter.

Größter Arbeitgeber in der Gemeinde ist die Firma Chr. Mayr GmbH + Co. KG mit rund 700 Arbeitskräften am Stammsitz Mauerstetten und weltweit mehr als 1200 Mitarbeitern. Mayr ist ein weltweit agierender Hersteller von Sicherheitskupplungen, Wellenkupplungen und Sicherheitsbremsen.

Im Jahr 2010 verzeichnet die Statistik noch 30 landwirtschaftliche Betriebe; 1049 Hektar der Gemeindeflur waren landwirtschaftlich genutzten Fläche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Mauerstetten führt die Staatsstraße St 2014 nach Kaufbeuren. Zwischen Mauerstetten und Kaufbeuren verläuft die Bundesstraße 12, eine Gemeindestraße führt dorthin. Ab 1922 gab es in Mauerstetten einen Bahnhof an der Bahnstrecke Kaufbeuren–Schongau. 1972 wurde der Personenverkehr und 1977 der Güterverkehr eingestellt und die Strecke stillgelegt. Heute verlaufen auf dem Bahndamm der ehemaligen Nebenstrecke die Themenradwege Dampflokrunde sowie das Sachsenrieder Bähnle, das Ende September 2013 am Waldbahnhof im Sachsenrieder Forst feierlich eröffnet wurde und auf bzw. neben dem Bahndamm weiter bis zum Bahnhof Schongau führt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 2017 folgende Einrichtungen:

  • zwei Kindertageseinrichtungen mit 145 Plätze und 153 betreuten Kindern, davon 47 unter drei Jahren, 88 von drei bis fünf Jahren und 18 von sechs bis elf Jahren
  • Hörmann-Grundschule (Jahrgänge 1–4) mit neun hauptamtlichen Lehrern und 131 Schülern[6]
Mauerstetten von Richtung Kaufbeuren gesehen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mauerstetten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Mauerstetten in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 17. August 2019
  3. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 163 f.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 779.
  5. Bayerisches Landesamt für Statistik
  6. http://www.km.bayern.de/schule/8834.html