Friesenried

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Friesenried
Friesenried
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Friesenried hervorgehoben
47.87472222222210.533055555556736Koordinaten: 47° 52′ N, 10° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Ostallgäu
Verwaltungs­gemeinschaft: Eggenthal
Höhe: 736 m ü. NHN
Fläche: 22,24 km²
Einwohner: 1531 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 69 Einwohner je km²
Postleitzahl: 87654
Vorwahl: 08347
Kfz-Kennzeichen: OAL, FÜS, MOD
Gemeindeschlüssel: 09 7 77 128
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 40
87654 Friesenried
Webpräsenz: www.friesenried.de
Bürgermeister: Bernhard Huber
Lage der Gemeinde Friesenried im Landkreis Ostallgäu
Österreich Kempten (Allgäu) Landkreis Oberallgäu Kaufbeuren Landkreis Augsburg Landkreis Unterallgäu Landkreis Garmisch-Partenkirchen Landkreis Weilheim-Schongau Landkreis Landsberg am Lech Rettenbach am Auerberg Westendorf (Allgäu) Wald (Allgäu) Waal (Allgäu) Untrasried Unterthingau Halblech Stöttwang Stötten am Auerberg Seeg Schwangau Rückholz Ruderatshofen Roßhaupten Ronsberg Rieden (bei Kaufbeuren) Rieden am Forggensee Pfronten Pforzen Osterzell Oberostendorf Obergünzburg Nesselwang Mauerstetten Marktoberdorf Lengenwang Lechbruck am See Lamerdingen Kraftisried Kaltental Jengen Irsee Günzach Hopferau Görisried Germaringen Füssen Friesenried Eisenberg (Allgäu) Eggenthal Buchloe Bidingen Baisweil Biessenhofen AitrangKarte
Über dieses Bild
Blick auf Friesenried vom Berg der Riedkapelle

Friesenried ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Ostallgäu und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Eggenthal.

Geografie[Bearbeiten]

Friesenried liegt in der Planungsregion Allgäu.

Es existieren folgende Gemarkungen: Blöcktach, Friesenried und Salenwang.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gründung Friesenrieds geht auf das Jahr 912 zurück. Im Gemeindeteil Blöcktach befand sich die Stammburg der Herren von Schwarzenburg, die von 1230 bis 1408 bezeugt sind. Der Ort Friesenried wurde erstmals im Jahr 1145 durch eine Urkunde erwähnt. Friesenried war vor 1800 Sitz eines Oberen und Unteren Gerichts und gehörte zum Fürststift Kempten. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Blöcktach und Friesenried gehörten bis zur Gebietsreform 1972 zum Landkreis Marktoberdorf, seither zum Landkreis Ostallgäu.

Religionen[Bearbeiten]

Friesenried gehörte mit dem Nachbarort Salenwang bis 1810 zur Pfarrei des einige Kilometer entfernten Oberbeuren, die seit der Gründung im Zuge der Missionierung eine der ältesten Pfarreien im Allgäu ist. Die Gottesdienste wurden zunächst in der zwischen Friesenried und Salenwang auf freier Flur gelegenen Pfarrkirche St. Bartholomäus und Cyriakus abgehalten. Nach dem Bau der Kirche St. Joseph im Ort Friesenried kam es 1695 zu einem über 100 Jahre dauernden Streit mit den Salenwangern, die auf das Abhalten der Gottestdienste in der für sie günstiger gelegenen Kirche St. Bartholomäus und Cyriakus pochten. Ab 1816 gab es die Regelung, die Gottesdienste im Winterhalbjahr in St. Joseoph in Friesenried und im Sommerhalbjahr in St. Bartholomä abzuhalten. Seit der Neuerrichtung im Jahr 1929 ist St. Joseph die katholische Pfarrkirche für Friesenried und Salenwang.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Blöcktach eingegliedert.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1961: 1252 Einwohner[2]
  • 1970: 1261 Einwohner[2]
  • 1987: 1399 Einwohner
  • 2000: 1541 Einwohner
  • 2011: 1500 Einwohner

Friesenried wuchs zwischen 1988 und 2008 um 91 Einwohner bzw. ca. 7%.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Bernhard Huber.

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 550 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 53 T€.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde bezieht sich auf den Siegelentwurf für das Niedergericht Friesenried. Für Friesenried steht links ein abgabelndes schwarzes Kreuz, welches als Gemarkungszeichen gedeutet wird. Für Blöcktach steht ein Zinnenturm, der auf den Burgstall der Herren von Schwarzenburg verweist. Für Salenwang steht das Blatt einer Salweide. Die Farbgebung Schwarz auf Silber der linken Schildhälfte verweist auf einen früheren Wappenentwurf für das Niedergericht Friesenried und auf die Schwarzenburger. Das Rot und Blau der linken Schildseite verweist auf die Farben des Fürststifts Kempten.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1979 bestehen auf Initiative des damaligen Friesenrieder Konrektor Kontakte in die englische Marktstadt North Walsham, welche 1991 durch eine offizielle Städtepartnerschaft der beiden Gemeinden besiegelt wurden. Um die Städtepartnerschaft kümmern sich in North Walsham die "Friends of Friesenried", und als dessen Allgäuer Gegenpart der Partnerschaftsverein Friesenried-North Walsham, die auch die seit 1981 durchgeführten jährlichen Treffen und Besuche organisieren.


Baudenkmäler[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft acht, im produzierenden Gewerbe 35 und im Bereich Handel und Verkehr 17 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 34 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 485. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe vier Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 63 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1.481 ha. Davon waren 1.385 ha Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: 50 Kindergartenplätze mit 55 Kindern
  • Volksschule: 1 mit 22 Lehrern und 402 Schülern

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Friesenried – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 779.