Theodor Körner (Schriftsteller)

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Theodor Körner, porträtiert von seiner Tante Dora Stock (nach einer Pastellminiatur von seiner Schwester Emma Sophie Körner), 1813/1814

Theodor Körner (* 23. September 1791 in Dresden; † 26. August 1813 im Forst Rosenow; vollständiger Name Carl Theodor Körner) war ein deutscher Dichter und Dramatiker. Berühmt wurde er durch seine Dramen für das Wiener Burgtheater und besonders durch seine Lieder im Freiheitskampf gegen die napoleonische Fremdherrschaft. Nachdem er als „Sänger und Held“ im Lützowschen Freikorps fiel, wurde er zur patriotischen Identifikationsfigur.

Leben[Bearbeiten]

Als Sohn des Oberappellationsgerichtsrats Christian Gottfried Körner wurde Carl Theodor Körner am 23. September 1791 „abends 3/4 auf 11 Uhr“ in Dresden geboren.[1] Seine Mutter war Anna Wilhelmine Jacobine Stock, Tochter des Kupferstechers Johann Michael Stock, bei dem der junge Goethe zeichnen und radieren gelernt hatte. Am 2. Oktober 1791 wurde er in seinem Elternhaus am Kohlmarkt in der Dresdner Neustadt durch Hofprediger Raschig getauft. Taufpaten waren neben anderen Dorothea von Kurland sowie Elisa von der Recke in Mitau. Theodor hatte eine drei Jahre ältere Schwester Emma, mit der ihn innige Geschwisterliebe verband. Christian Gottfried Körner war Freund und Förderer Schillers, der eine Zeit lang bei den Körners wohnte.

Ausbildung[Bearbeiten]

Nach einer zögerlichen Entwicklung in seinen ersten Kindheitsjahren lernte Körner schnell, zeigte jedoch zunächst wenig Neigung dazu. Seinen ersten Hauslehrer erhielt er erst mit elf Jahren. Mit vierzehn trat er in die Dresdner Kreuzschule ein.

Körners handschriftliche Beschreibung des Systems der Hiebe beim Fechten, entstanden in seiner Freiberger Studienzeit
Körnerdenkmal auf der Landeskrone bei Görlitz für einen Besuch 1809
Körnerdenkmal auf dem Smrk (Tafelfichte im Isergebirge) mit Bezug auf einen Besuch 1809

Ein reges gesellschaftliches Leben der Körners mochte jedoch seine Einflüsse auf den Jungen gehabt haben. Neben Schiller pflegte die Familie enge Kontakte zu Goethe, Kleist, dem Grafen Geßler, Christoph Friedrich Nicolai, Wilhelm und Alexander von Humboldt, Novalis und den Brüdern August Wilhelm und Friedrich Schlegel.

Wie der Vater verfügte Körner über musikalisches Talent. Er besaß zeichnerische Begabung wie seine Mutter und seine Schwester Emma, die das letzte Bild Theodors bei seinem Aufenthalt als Lützower Jäger im April 1813 von ihm schuf. Beide sangen später an der zelterschen Liedertafel und Theodor in Wien in Streichers Chor. Er beherrschte auch eine Anzahl Instrumente, am liebsten war ihm jedoch die Gitarre.

Zunehmend machte sich seine dichterische Begabung bemerkbar. Kaum eine von Emmas Freundinnen wurde von ihm nicht dichterisch umworben: „An Augusten“, „An Theresen“, „An Henriette“ sind die Titel einiger Gedichte.

1808 begann er sein Studium an der Bergakademie Freiberg und schloss sich der damaligen Landsmannschaft der Montanen, dem heutigen Corps Saxo-Montania an. Dort wurde er vom Geologen Abraham Gottlob Werner gefördert. Zunächst interessierte er sich mehr für die praktische Seite, fuhr in Bergmannstracht unter Tage und fühlte sich bei der harten Arbeit der mächtigen Natur verbunden. Später wandte er sich allerdings der theoretischen Seite zu. Häufige ausgedehnte Fußreisen führten ihn zur Burg Gnandstein, von Dresden über das Elbsandsteingebirge ins Böhmische Mittelgebirge und ins Riesengebirge. Eine reichliche Auslese von Naturgedichten war die Folge.

Bereits 1810 erschien sein erster Gedichtband, die Knospen, bei Göschen.

Im Sommer desselben Jahres wechselte er an die Universität Leipzig, schloss sich der damaligen Landsmannschaft Thuringia an und begann Geschichte und Philosophie zu studieren. Körners Studentenleben gestaltete sich der Zeit entsprechend wild, und wenn es galt, der adligen Koterie Paroli zu bieten, war er stets dabei. Aufgrund der drohenden Relegation nach einem verbotenen Duell wechselte Körner 1811 nach Berlin, stiftete dort das Corps Guestphalia I[2] und hörte Vorlesungen bei Fichte, Schleiermacher und Niebuhr. Dort sang er in der zelterschen Sing-Akademie zu Berlin und turnte unter Jahn und Friesen.

Eine Krankheit mit Fieber machte einen längeren Aufenthalt in Karlsbad erforderlich. In dieser Zeit erfolgte die Relegation von allen mit Leipzig in Kompaktatverhältnis stehenden Universitäten, wozu auch Berlin gehörte. Nach Heidelberg wollte, aber nach Wien sollte der allzu temperamentvolle Student auf Wunsch seines Vaters nun gehen.

Theaterdichter[Bearbeiten]

In Wien hatte er freundschaftliche Kontakte zu den ihm aus seinem Elternhaus Bekannten, insbesondere zu Wilhelm von Humboldt, aber auch zu Friedrich Schlegel, dessen Frau Dorothea und ihrem Sohn Philipp Veit. Freundliche Aufnahme fand er im Salon der Baronin Henriette von Pereira-Arnstein, Tochter der Fanny von Arnstein, wo er häufig seine Gedichte oder einige der damals im Schwange verbreiteten Schauergeschichten vortrug. Auch lernte er dort die Dichterin Karoline Pichler kennen.

Zunächst belegte er noch Vorlesungen, doch traten seine Studien zunehmend gegenüber seinem dramatischen Schaffen in den Hintergrund. Binnen weniger Monate hatte er mehrere kürzere Schauspiele, insbesondere Lustspiele, für das Burgtheater geschrieben. Hier lernte er die so hübsche wie talentierte Schauspielerin Antonie Adamberger kennen, Tochter des bereits verstorbenen und von Mozart sehr geschätzten Hofsängers Adamberger. Eine tiefe Leidenschaft ergriff ihn, und noch 1812 verlobten sich beide.

Im Sommer 1812 schrieb Körner sein größtes Drama, den Zriny. Die Parallele des ungarischen Heldenkampfes gegen die türkischen Eroberer zu dem Freiheitskampf gegen die französische Fremdherrschaft war unverkennbar.

Eine glanzvolle Karriere als Dramatiker schien ihm offenzustehen, denn sowohl vom Fürsten Lobkowitz als auch vom Grafen Ferdinand Pálffy erhielt er Anstellungsverträge als Theaterdichter. Körner entschied sich für die Stelle am Burgtheater und erhielt als solcher den Titel eines k. k. Hoftheaterdichters. Auf diese Weise lernte er auch Ludwig van Beethoven kennen, für den er im Februar 1813 das Opernlibretto Ulysses’ Wiederkehr entwarf.[3] Aber bereits im März 1813 kündigte er diese Stelle, als Preußen sein Volk im Kampf gegen Napoleon zu den Waffen rief.

Im Lützowschen Freikorps[Bearbeiten]

Friesen, Körner (sitzend, Mitte) und Heinrich Hartmann auf Vorposten (Gemälde von Georg Friedrich Kersting 1815)

Als bereits prominenter Dichter trat Körner dem Lützowschen Freikorps bei, das sich gerade in Breslau formierte, und traf unter den dort enrollierten Patrioten alte Bekannte wie Jahn und Friesen.

Körner, durch frühere tagelange Wanderungen in Böhmen und Sachsen an ermüdende Märsche gewöhnt, ließ sich zunächst der Infanterie zuteilen, die im schlesischen Zobten Quartier bezog. Frisch auf, ihr Jäger, frei und flink und andere Gedichte schrieb er in rascher Folge, schon wurden sie zu bekannten Melodien von seinen Kameraden gesungen. Ein von ihm verfasster Choral erklang zur Einsegnung des Korps in der Kirche zu Rogau am 27. März. Am folgenden Tage rückte die Truppe in Richtung Sachsen aus. Dieses war zuvor bereits von verbündeten Truppen besetzt worden. Am 6. April erreichte der Dichter, der seinem Korps als Marschkommissar vorauseilte, Dresden und besuchte seine Familie.

Die Lützower zogen über Leipzig, wo auf dem Schneckenberg das bekannte Lied Lützows wilde verwegene Jagd entstand, nordwärts und hatten so keine Gelegenheit, an den sich vornehmlich weiter südlich abspielenden Kampfhandlungen teilzunehmen. Verdrossen meldete der tatendurstige Dichter, der mittlerweile zum Leutnant befördert worden war, nach Hause: „Derweilen sitze ich hier an der Elbe und recognoscire, und finde nichts, sehe nach Westphalen über, und sehe nichts, lade meine Pistolen, und schieße nichts.“ Eins seiner dort entstandenen Gedichte lautete folgerichtig „Missmut“.

Der weitere Marsch nach Norden zur Unterstützung des Wallmodenschen Korps endete, als Hamburg aufgegeben wurde. Lützow wendete sich wieder nach Süden.

Theodor Körner liest den Lützower Jägern seine Kriegslieder vor
Theodor Körner, im Lager bei Gadebusch, seinen Kameraden sein „Schwertlied“ vortragend (Glasfenster nach unbekannter Vorlage im Haus einer Göttinger Studentenverbindung)

Am 24. Mai trat der Dichter zur Kavallerie über, da er hoffte, hier seinem Tatendrang genügende Aufgaben zu finden, und avancierte zu Lützows Adjutanten. Tatsächlich kam es nun zu häufigen Geplänkeln und Überfällen auf kleinere Einheiten des Gegners. In einem Handstreich beraubte Körner das berühmte Gestüt in Wendelstein an der Unstrut seiner Pferde.

Am 8. und 9. Juni 1813 hatten die Lützower Jäger ihr Biwak in Eichigt im sächsischen Vogtland auf der Husarenwiese neben der Kirche aufgeschlagen; ein Angriff auf Hof in Oberfranken war geplant. Während Lützow bei Pfarrer Johann Christian Wirth gastliche Aufnahme fand, war Körner im Biwak. Die auf der Wiese stehende Linde erhielt aus diesem Grunde den Namen Körnerlinde.

Erst am 9. Juni erfuhr Lützow, zunächst auch nur vage, vom Waffenstillstand, der zwischen den Alliierten und Napoleon geschlossen worden war, und erst am 14. hatte er Gewissheit. Den Bestimmungen nach hätte das Korps bereits zwei Tage zuvor auf preußischem Boden sein müssen. Statt ins neutrale Böhmen zu ziehen, das nur wenige Stunden entfernt lag, ließ Lützow die Freischar über Gera und Zeitz nach Norden marschieren, zur Sicherheit allerdings mit sächsischen Marschkommissaren.

Am 17. Juni 1813 bezogen die Lützower ihr Lager bei Kitzen (südwestlich von Leipzig). Württembergische Truppen unter General Normann stellten sich ihnen entgegen. Dieser versicherte Lützow, der in Begleitung Körners vorangeritten war, keine feindlichen Absichten zu hegen, und verwies im Übrigen auf den kommandierenden französischen General Fournier. Dieser schleuderte ihnen jedoch entgegen: « L’armistice pour tout le monde, excepté pour vous ! »[4] Der Angriff der feindlichen Kavallerie traf die Lützower unvorbereitet, sie wurden von der Übermacht regelrecht zusammengehauen. Körner erhielt einen Säbelhieb über den Kopf. Schwer verwundet, gelang ihm noch der Weg nach Großzschocher, wo er sich in einem Gehölz verbarg. Dem Tode nahe schrieb er dort das Sonett „Abschied vom Leben“, dessen erstes Quartett lautet:

Das Denkmal in Kitzen mit der ersten Zeile des Sonetts „Abschied vom Leben“
Der Körnerstein an der Burg Gnandstein

Die Wunde brennt, die bleichen Lippen beben,
Ich fühl’s an meines Herzens mattem Schlage,
Ich stehe an den Marken meiner Tage!
Gott, wie Du willst! Dir hab ich mich ergeben.

Bauern, die das Holz zur Ausbesserung des Elsterwehres bewachen sollten, fanden den Dichter und brachten ihn in das nahegelegene Gutsgärtnerhaus von Großzschocher. Nach einer Nacht wurde er mit Hilfe des Freundes der Familie Körner, Kunze, auf dem Wasserweg zu dem Arzt Doktor Wendler nach Leipzig gebracht und dort versorgt. Auf die versprengten Lützower, von Napoleon ihrer schwarzen Uniformen halber verächtlich « brigands noirs », „schwarze Banditen“, genannt, wurde immer noch Jagd gemacht.

Als er sich einigermaßen stabilisiert hatte, wurde er von Freund zu Freund nach Karlsbad dirigiert. Dabei verbrachte er auch eine Nacht bei seiner Pflegeschwester Julie von Einsiedel auf Burg Gnandstein.[5] In Karlsbad wurde er von seiner Patentante Elise von der Recke gepflegt. Ein Wiedersehen mit seinen Eltern, die ganz in der Nähe in Teplitz weilten, gab es nicht, um seine leidende Mutter zu schonen.

Auf dem Weg zu seinem Korps war Körner bei seinem Patenonkel Graf von Geßler in Reichenbach zu Gast, wo er den Freiherrn vom Stein, Arndt, Blücher und Gneisenau traf. Über Berlin gelangte er zu seiner nun in Norddeutschland kämpfenden Truppe, die ihre Unabhängigkeit eingebüßt hatte und dem Korps Wallmoden zugeordnet worden war.

Körner-Denkmal am Todesort in Rosenow

Fortwährend wurden wieder kleine Streifzüge durchgeführt. Den Abend des 25. August verbrachte Körner mit einer Streifschar unter Lützow auf dem Rittergut zu Gottesgabe. Er soll hier am Klavier gesessen und das zwei Tage zuvor entstandene „Schwertlied“ vorgetragen haben.

In der zweiten Morgenstunde des 26. August 1813 wurde ein feindlicher Transport gemeldet, auf den rasch ein Angriff geplant wurde. Bei dem folgenden Gefecht, das sich im Forst von Rosenow bei Gadebusch abspielte, fiel Theodor Körner.[6]

Körner-Grab in Wöbbelin

Er wurde im Dorf Wöbbelin unter der nachmaligen Theodor-Körner-Eiche begraben, wo später auch seine Schwester Emma Körner (1788 – 1815) und sein Vater Christian Gottfried Körner (1756 – 1831) ihre letzte Ruhe fanden.

Zu seinen Ehren errichteten die Bürger von Frankenberg/Sa. auf dem nahen Haustein (Harrasfelsen) bei Braunsdorf (Niederwiesa) (siehe Sprungsage) am 20. Juni 1864 das Körnerkreuz. Die Inschrift lautet: „Dem Sänger und Helden Theodor Körner. Die Bewohner von Frankenberg/Sa. zur Erinnerung an den 26. August 1863.“

Werke[Bearbeiten]

Gedichte[Bearbeiten]

Dramen[Bearbeiten]

  • Die Blumen (Ein Spiel in Versen) (1812? oder früher, erster dramatischer Versuch, in Wien entstanden)
  • Der Kampf mit dem Drachen (Singspiel, 1811)
  • Das Fischermädchen, oder: Haß und Liebe (Lyrisches Drama, 1811, Musik: Carl Steinacker)
  • Die Braut (Lustspiel in Alexandrinern, 1811)
  • Der grüne Domino (Lustspiel in Alexandrinern, 1811)
  • Der Nachtwächter (Posse in Versen, 1812)
  • Der Vetter aus Bremen (Ein Spiel in Versen, 1812)
  • Toni (Drama, 1812, Musik: Carl Steinacker)
  • Die Sühne (Drama, 1812)
  • Rosamunde (Drama, 1812)
  • Hedwig (Drama, 1812)
  • Zriny (Drama, 1812)
  • Der vierjährige Posten (Singspiel, 1812, mehrfach vertont, u. a. von Carl Steinacker und Franz Schubert)
  • Die Gouvernante (Posse, 1813)
  • Joseph Heyderich oder deutsche Treue (Trauerspiel, 1813)
  • Die Bergknappen (Romantische Oper)
  • Alfred der Große (Oper)
  • Brinn (Trauerspiel, 1896)

Erzählungen[Bearbeiten]

  • Die Reise nach Schandau (Eine Erzählung in Briefen, 1810)
  • Die Reise nach Wörlitz (Eine Erzählung nach sechs gegebenen Kapitelüberschriften, 1810)
  • Woldemar (Eine Geschichte aus dem italienischen Feldzuge von 1805)
  • Hans Heiling’s Felsen (Eine böhmische Volkssage, 1811)
  • Die Harfe (Ein Beitrag zum Geisterglauben, 1811)

Wirkung[Bearbeiten]

Körners teils stürmische, teils gefühlvolle Lyrik entsprach der ebenso romantischen wie vaterländisch kampfbereiten Gesinnung der Generationen in einem Deutschland, das auch nach den Befreiungskriegen noch lange Zeit in viele Einzelstaaten zersplittert war. Körners Sterben als Lützower Jäger erhob ihn zur vorbildhaften Gestalt. Die glaubwürdige Übereinstimmung von Dichtung und Leben empfahl seine Werke für die Lehrpläne erst des Deutschen Bundes, später des Deutschen Reichs. Körners Gedichte aus seinem Buch Leyer und Schwert wurden zum Vorbild für Kriegslyrik späterer Zeit.

„Lützows wilde, verwegene Jagd“ auf Körners Text in Carl Maria von Webers dramatisch-schwungvoller Vertonung ist bis heute ein beliebtes Paradestück des deutschen Männer-Chorgesangs. Professor Kurt Huber zitierte 1943 im 6. Flugblatt der Weißen Rose die erste Zeile aus Körners Aufruf (1813): „Frisch auf, mein Volk! Die Flammenzeichen rauchen.“ Eine Zeile aus Körners Sonett „Abschied vom Leben“ (aus Leier und Schwert), „Hier steh ich an den Marken meiner Tage“, fand in Berlin rund 180 Jahre nach ihrer Niederschrift einen Platz auf dem Gedenkstein für Marlene Dietrich, die Kunst und freiheitlichen Kampfgeist ähnlich verbunden hat wie Körner.

Theodor Körner wurde aber auch durch die Nationalsozialisten für sich reklamiert: Die Zeile „Das Volk steht auf, der Sturm bricht los“ aus dem Gedicht „Männer und Buben“[7] lieferte Joseph Goebbels die Textvorlage für die Phrase „Nun Volk, steh’ auf, und Sturm, brich los!“, das Finale der Sportpalastrede. Das Gelände um die Grabstätte Körners und seiner Familie in Wöbbelin wurde 1938 aufwendig zur „nationalen Weihestätte“ umgebaut und diente als Kulisse für Aufmärsche und Vereidigungszeremonien.[8] Das Theodor-Körner-Museum in Wöbbelin bei Schwerin, Teil der dortigen Mahn- und Gedenkstätten, wurde nach der deutschen Wiedervereinigung renoviert und mit neuem Konzept am 15. Juni 1997 wiedereröffnet. Die Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin sind ein Ort, der augenfällig Stationen und Widersprüche deutscher Geschichte dokumentiert.

Standbilder, Bäume und andere Denkmäler[Bearbeiten]

Körnertafel in Leipzig
Theodor-Körner-Gedenkstein in der Elsteraue bei Leipzig-Großzschocher
Gedenkstein am Ort des Sommerhauses Dr. Wendler in Leipzig, wo Körner sechs Tage gepflegt wurde
Körnerdenkmal in Ober-Tannwald (Isergebirge)
Gedenktafel in Freiberg, Untermarkt
Das Körnerdenkmal in Dresden
Gedenktafel in Sobótka (Zobten am Berge)
Körnereiche bei Friedrichroda, gepflanzt an seinem 50. Todestag
Relief am Dutý kámen (Hohlstein)
  • Straßen und Plätze in zahlreichen Städten sind nach ihm benannt

Filme[Bearbeiten]

Belletristik[Bearbeiten]

  • Klaus Back: Leier und Schwert. Eine historisch-biographische Erzählung über Theodor Körner. Berlin: Rütten u. Loening (1956).
  • Klaus Ekkehart: Ritt nach Deutschland. Eine Erzählung um Theodor Körner. Stuttgart: Union Dt. Verl.-Ges. 1938.
  • Erich Gower: Theodor Körner. Vaterländisches Spiel in 4 Aufz. Mühlhausen: Danner (1934).
  • Klara Hofer: Das letzte Jahr. Ein Roman um Theodor Körner. Berlin: Ullstein (1936).
  • Hans Löwe: Sänger und Held. Eine Erzählung aus dem Leben Theodor Körners. (Berlin): Verl. d. Nation (1953). (Kleine nationale Bücherei; 3)
  • Martin Pfeifer: Theodor Körner. Mühlhausen: Danner (1926) (= Vaterländische Aufführungen; 18)
  • Wolfgang Walter Pueschel: Der Sänger der Schwarzen Freischar. Eine Erzählung um Theodor Körner. (Berlin): Verl. Neues Leben 1954.
  • Hans Reh: Aufbruch 1813. Theodor Körner, der Sänger und Held. Vaterländisches Volksspiel in 3 Teilen. Langensalza u.a.: Beltz (1934) (= Aus deutschem Schrifttum und deutscher Kultur; 454/455)
  • Ulrich Völkel: Mit Leier und Schwert. Roman um Theodor Körner. Berlin: Verlag der Nation 1983.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Berger: Theodor Koerner. Bielefeld 1912
  • Hartmut Brun: Theodor Körner und der Krieg an der Niederelbe. Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin - Theodor-Körner-Gedenkstätte (1991)
  • Hans-Wolf Jäger: Körner, Theodor. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 12, Duncker & Humblot, Berlin 1980, ISBN 3-428-00193-1, S. 378 f. (Digitalisat).
  • Erhard Jöst: Der Heldentod des Dichters Theodor Körner. Der Einfluß eines Mythos auf die Rezeption einer Lyrik und ihre literarische Kritik. In: Orbis litterarum 32 (1977), S. 310-340
  • Erhard Jöst: Der Dichter als Idol. Zum zweihundertsten Geburtstag von Theodor Körner (23. September 1991). In: Der Deutschunterricht, Heft 4/1991, S. 90-99
  • Erhard Jöst: „Die Kunst verlangt ein Vaterland“. Theodor Körner und die Wirkungsweise patriotischer Literatur. Broschüre, hrsg. von der Projektgruppe Gedenkstättenarbeit in Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin 1997
  • Erhard Jöst: „Weint nicht um mich, beneidet mir mein Glück!“ Die Erinnerung an Theodor Körner und der Stellenwert seiner Lyrik. In: Österreich in Geschichte und Literatur, Heft 4-5, 2002, S. 295-308
  • Fritz Löffler: Theodor Körner. Dichter und Freiheitsheld. Dresden: Heimatwerk Sachsen, v.-Baensch-Stiftung 1938. (= Große Sachsen - Diener des Reiches; 9)
  • Emil Peschel, Eugen Wildenow: Theodor Körner und die Seinen. Leipzig 1898
  • Emil Peschel, Eugen Wildenow: Theodor Körner und die Seinen. Zweiter Band. Leipzig 1898
  • Emil Peschel: Körner-Bibliographie: Zum 23. Sept. 1891, dem 100jähr. Geburtstage Theodor Körners zsgest. Leipzig 1891.
  • Albert Portmann-Tinguely: Romantik und Krieg. Eine Untersuchung zum Bild des Krieges bei deutschen Romantikern und „Freiheitssängern“. Adam Müller, Joseph Görres, Friedrich Schlegel, Achim von Arnim, Max von Schenkendorf und Theodor Körner. Freiburg, Schweiz: Univ.-Verl. 1989. (= Historische Schriften der Universität Freiburg; 12), ISBN 3-7278-0634-6
  • Oskar F. Scheuer: Theodor Körner als Student. Bonn 1924
  • Maximilian Schmitz-Mancy: Erläuterungen zu Körners 'Zriny'. Paderborn: Schöningh (1916) (= Schöninghs Erläuterungsschriften zu deutschen und ausländischen Schriftstellern; 25)
  • Till Gerrit Waidelich: Der vierjährige Posten von Theodor Körner als Libretto „in der Art eines Finales“ für 21 Opern, Bericht über den Internationalen Schubert-Kongreß Duisburg 1997 Franz Schubert – Werk und Rezeption Teil II: Bühnen- und Orchesterwerke, Kammer- und Klaviermusik (Schubert-Jahrbuch 1998), Duisburg Kassel 2000, S. 57-77
  • Ernst Weber: Der Krieg und die Poeten. Theodor Körners Kriegsdichtung und ihre Rezeption im Kontext des reformpolitischen Bellizismus der Befreiungskriegslyrik. In: Die Wiedergeburt des Krieges aus dem Geist der Revolution, hg. v. Johannes Kunisch und Herfried Münkler, Berlin 1999, S. 285-325
  • Heinrich Weber: Theodor Körner als Freiberger Montane, Leipziger Thüringer und Berliner Westphale. In: Einst und Jetzt, Bd. 4 (1959), S. 5-41.
  • Artur Wenke: Theodor Körner. Ein Dichter- und Heldenleben. Dresden 1913
  • Albert Zipper: Theodor Körner. Leipzig 1900. (= Dichter-Biographien; 4)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Theodor Körner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Karl Theodor Körner – Quellen und Volltexte

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. zu Vorfahren: Blanckmeister: Theodor Körners Vorfahren. in: Dresdner Geschichtsblätter. 1894, Nr. 3, S.141
  2. Kösener Korps-Listen 1910, 155, 6; 7, 1
  3. Beethoven aus der Sicht seiner Zeitgenossen, hrsg. von Klaus Martin Kopitz und Rainer Cadenbach, München 2009, Band 1, S. 518 – 520.
  4. „Der Waffenstillstand gilt für alle, nur für Sie nicht!“
  5. Burg Gnandstein, Kleiner Kunstführer Nr. 1979, Verlag Schnell & Steiner Regensburg, 1992, S. 37
  6. Die genauen Todesumstände sind unklar. Siehe dazu: Arnulf Krause: Der Kampf um Freiheit. Die Napoleonischen Befreiungskriege in Deutschland. Theiss, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-8062-2498-6, S. 247f., siehe auch Jöst (Literatur)
  7. Siehe Theodor Körner: Leyer und Schwerdt. Nicolai, Berlin 1814, S. 78ff. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/koerner_leyer_1814/90>, abgerufen am 1. Juli 2013.
  8. Wolfgang Jacobeit: Zur Neugestaltung der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin bei Ludwigslust, in: Gedenkstättenrundbrief 84, S. 8 – 18 aufgerufen am 20. April 2012