Verzasca (Fluss)

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Verzasca
Die Verzasca bei Sonogno

Die Verzasca bei Sonogno

Daten
Gewässerkennzahl CH: 4680
Lage Schweiz
Flusssystem Po
Abfluss über Tessin → Po → Mittelmeer
Quelle am Pizzo Barone
46° 23′ 57″ N, 8° 44′ 38″ O
Quellhöhe ca. 2318 m ü. M.[1]
Mündung bei Tenero in den Lago MaggioreKoordinaten: 46° 10′ 15″ N, 8° 51′ 32″ O; CH1903: 709689 / 114245
46° 10′ 15″ N, 8° 51′ 32″ O
Mündungshöhe 193 m ü. M.[1]
Höhenunterschied ca. 2125 m
Sohlgefälle ca. 63 ‰
Länge 34 km[2]
Einzugsgebiet 235,48 km²[3]
Abfluss am Pegel Lavertezzo, Campiòi[4]
AEo: 185 km²
Lage: 10 km (mit Lago di Vogorno)dep1 oberhalb der Mündung
NNQ (2008)
MNQ 1990–2016
MQ 1990–2016
Mq 1990–2016
MHQ 1990–2016
HHQ (1992)
650 l/s
4,41 m³/s
10,7 m³/s
57,8 l/(s km²)
16,9 m³/s
713 m³/s
Linke Nebenflüsse Riale Efra, Riale Carecchio, Riale della Porta, Riale Mergoscia
Rechte Nebenflüsse Redorta, Osura
Durchflossene Stauseen Lago di Vogorno
Verzasca (Fluss) (Schweiz)
Quelle
Quelle
Mündung
Mündung
Quelle- und Mündungsort der Verzasca

Die Verzasca ist ein Wildfluss im gleichnamigen Tal Valle Verzasca, im Schweizer Kanton Tessin. Der Name geht zurück auf lat. vertex (Scheitel), das sich in der Sprache des Tals über vertezzöö zu verzöö entwickelt hat. Verzöö ist aber der Name eines höher gelegenen Dorfteils von Lavertezzo. Die Fraktion liegt auf dem Scheitel einer Bergnase, von wo man weiter talauf‑ und abwärts sieht als vom tiefer gelegenen Dorfkern. Demnach ist Verzasca als das ‘Tal von Lavertezzo’ zu verstehen.[5] Der Name Verzasca hat gar nichts mit verde oder acqua zu tun.

Der Fluss entspringt am 2864 m hohen Pizzo Barone und fliesst zunächst durch das halbkreisförmige Val Vegorness. Die erste Siedlung am Flusslauf ist Sonogno (918 m ü. M.), wo das Val Redorta einmündet. Dann fliesst der Fluss nach Süden durch ein Tal mit mediterraner Vegetation, Weinbergen, aber auch schroffen, steilen Bergflanken, bei Brione mündet die Osura in die Verzasca. Gegen Ende des Tals stellt sich alpine Kargheit ein. Die Ponte dei Salti in Lavertezzo, eine doppelbogige Brücke, ist ein bekanntes Postkartenmotiv. Rund um die Brücke wird im Sommer viel gebadet, die Auswaschungen in den Felsen ergeben teilweise natürliche Badewannen. Gleichzeitig ist es aber auch sehr gefährlich; mittlerweile laufen einheimische „Aufpasser“ am Fluss entlang und warnen bzw. zeigen an, wo es relativ ungefährlich ist.

Sie ist auch unter Paddlern und – bei niedrigem Wasserstand – bei Tauchern beliebt. Es gibt zwei bekannte Tauchpätze, wo anspruchsvolles Strömungstauchen praktiziert werden kann. Der eine Tauchplatz ist das Becken unterhalb der Ponte dei Salti bei Lavertezzo und der andere ist das sogenannte Amslerbecken[6] etwas oberhalb von Corippo. Neben diesen zwei Tauchplätzen gibt es noch einige weniger bekannte Möglichkeiten, um in der Verzasca zu tauchen.

Die letzten Kilometer des Tals sind erheblich geprägt durch den Lago di Vogorno, einen Stausee mit einer 220 Meter hohen Staumauer, die das Tal gegenüber der Magadinoebene abriegelt und durch den Bungeesprung von James Bond im Film GoldenEye bekannt wurde. Bei Tenero (210 m ü. M.) mündet die Verzasca in den Lago Maggiore.

Im Stausee liegt ein versunkenes Dorf, welches man bei niedrigem Wasserstand sehen kann.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Verzasca – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung (Hinweise)
  2. Auswertungen zum Gewässernetz. BAFU, Dezember 2013, abgerufen am 9. August 2017 (XLSX, Auflistung Fliessgewässer der Schweiz >30km).
  3. Topographische Einzugsgebiete der Schweizer Gewässer: Teileinzugsgebiete 2 km². Abgerufen am 5. August 2018.
  4. Messstation Lavertezzo, Campiòi 1990–2016 (PDF) Bundesanstalt für Umwelt BAFU
  5. Lurati, Ottavio, Pinana, Isidoro, Papa, Graziano, & Fondazione Arturo e Margherita Lang, Le parole di una valle : Dialetto, gergo e toponimia della Val Verzasca (Vol. 68, Pubblicazioni della Società Svizzera per le Tradizioni Popolari). Krebs, Basel 1983, S. 27-34.
  6. Amslerbecken, zugegriffen: 22. Juni 2010