Saane

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Saane
Saane bei Freiburg

Saane bei Freiburg

Daten
Gewässerkennzahl CH: 227
Lage Schweiz
Flusssystem Rhein
Abfluss über Aare → Rhein → Nordsee
Quelle am Sanetschhorn
46° 19′ 51″ N, 7° 16′ 1″ O
Quellhöhe ca. 2315 m ü. M.[1]
Mündung westlich von Bern in die AareKoordinaten: 46° 58′ 45″ N, 7° 15′ 38″ O; CH1903: 586447 / 203148
46° 58′ 45″ N, 7° 15′ 38″ O
Mündungshöhe 461 m ü. M.[1]
Höhenunterschied ca. 1854 m
Sohlgefälle ca. 15 ‰
Länge 126 km[2]
Einzugsgebiet 1.892,86 km²[3]
Abfluss am Pegel Broc, Château d'en bas[4]
AEo: 636 km²
NNQ (1973)
MNQ 1923–2016
MQ 1923–2016
Mq 1923–2016
MHQ 1923–2016
HHQ (1940)
1,83 m³/s
12 m³/s
22,9 m³/s
36 l/(s km²)
32,1 m³/s
460 m³/s
Abfluss am Pegel Fribourg[5]
AEo: 1271 km²
NNQ (2016)
MNQ 1949–2016
MQ 1949–2016
Mq 1949–2016
MHQ 1949–2016
HHQ (2005)
3,89 m³/s
22,6 m³/s
41,1 m³/s
32,3 l/(s km²)
54,4 m³/s
750 m³/s
Abfluss am Pegel Laupen[6]
AEo: 1862 km²
NNQ (1964)
MNQ 1949–2016
MQ 1949–2016
Mq 1949–2016
MHQ 1949–2016
HHQ (2005)
5,12 m³/s
29,5 m³/s
53,3 m³/s
28,6 l/(s km²)
71,6 m³/s
925 m³/s
Linke Nebenflüsse Torneresse, Hongrin, Trême, Sionge, Glâne, Sonnaz
Rechte Nebenflüsse Jaunbach, Ärgera, Galtera, Sense
Durchflossene Stauseen Sanetschsee, Lac du Vernex, Lac de Lessoc,

Pérolles-See, Greyerzersee, Schiffenensee

Saane (Schweiz)
Quelle
Quelle
Mündung
Mündung
Quelle- und Mündungsort der Saane

Die Saane (französisch Sarine, Freiburger Patois Audio-Datei / Hörbeispiel Charnà?/i) ist ein 126 km langer Fluss in der Schweiz.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Saane entspringt als La Sarine am Sanetschhorn oberhalb von Gsteig im Kanton Bern und nahe dem Col du Sénin, fliesst nordwärts nach Gstaad und weiter zur Gemeinde Saanen, die nach dem Fluss benannt wurde. Anschließend fliesst sie durch das Pays d’Enhaut in Richtung Westen, ehe sie sich bei Montbovon wieder nach Norden wendet und im Intyamon genannten Tal in der Region Haute Gruyère verläuft. An dessen Ende mündet sie in den Greyerzersee (ein Stausee), verlässt diesen weiter nach Norden bis Freiburg und dann nach Nordosten in den Schiffenensee (ebenfalls ein Stausee) flissend, bis sie westlich von Bern in die Aare mündet.

Die Saane floss vor rund 150 Jahren noch grösstenteils wild innerhalb von Molasse-Schluchten und durchquerte zahlreiche Auengebiete. Um Flächen für die Landwirtschaft zu gewinnen und den Schutz vor Hochwasser zu verbessern, wurde sie kanalisiert. Ausserdem errichtete man sechs Staudämme, um die Wasserkraft zu nutzen.[7]

Der Fluss wird gerne mit dem sogenannten Röstigraben, der Sprachgrenze zwischen der deutschen und französischsprachigen Schweiz, gleichgesetzt.

Bekannte Bauwerke, die die Saane überqueren, sind der Grandfey-Viadukt an der Bahnstrecke Lausanne–Bern, die Poyabrücke in Freiburg, die das Burgquartier vom Durchgangsverkehr entlastet und der Saane-Viadukt an der Bahnstrecke Bern–Neuenburg bei Gümmenen.

Zwischen Rossens und Freiburg durchfliesst die Saane eine sehr vielfältige Landschaft mit einer Art Canyon mit Molasse-Schluchten und Auen. Vor der Stadt Freiburg staut sie sich im Naturschutzgebiet des Perolles-Sees. Dieser Stausee entstand durch den Bau des Magerau-Staudamms im Jahr 1872. Die Staumauer aus Beton war die erste dieser Art in Europa. Unterhalb davon umfliesst die Saane in ihren Mäandern die Freiburger Unterstadt. Bald danach folgt der Schiffenensee als letzter Stausee. Vor dem Bau der verschiedenen Stauseen gab es Lachszüge, die noch bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts zu beobachten waren.[8]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Deponie La Pila, etwas ausserhalb der Stadt Freiburg in der Gemeinde Hauterive gelegen, wurde von 1952 bis 1973 zur Entsorgung genutzt und gehört heute zu den sechs grössten Altlasten der Schweiz. Weil PCB in die Saane fliesst, soll die Deponie ab 2022 saniert werden.[9][10]
  • Um die Gewässersohle zwischen der Staumauer von Rossens und dem Kraftwerk Hauterive zu reinigen, deren Kolmation zu verringern und die Algen wegzuspülen wurde 2016 und 2020 der entsprechende Abschnitt künstlich geflutet.[11][12]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung (Hinweise)
  2. Auswertungen zum Gewässernetz. (XLSX) BAFU, Dezember 2013, abgerufen am 9. August 2017 (Auflistung Fliessgewässer der Schweiz >30km).
  3. Topographische Einzugsgebiete der Schweizer Gewässer: Teileinzugsgebiete 2 km². Abgerufen am 22. Juli 2018.
  4. Sarine - Broc, Château d'en bas. (PDF) In: Bundesamt für Umwelt. Abgerufen am 23. Juli 2018.
  5. Sarine - Fribourg. (PDF) In: Bundesamt für Umwelt. Abgerufen am 23. Juli 2018.
  6. Saane - Laupen. (PDF) In: Bundesamt für Umwelt. Abgerufen am 23. Juli 2018.
  7. Pascal Mulattieri und Claudia Zaugg: Saane. In: Susanna Muhar, Andreas Muhar, Gregory Egger, Dominik Siegrist (Hrsg.): Flüsse der Alpen. Vielfalt in Natur und Kultur. Paul Haupt, Bern 2019, ISBN 978-3-258-08114-4, S. 460–461.
  8. Pascal Mulattieri und Claudia Zaugg: Saane. In: Susanna Muhar, Andreas Muhar, Gregory Egger, Dominik Siegrist (Hrsg.): Flüsse der Alpen. Vielfalt in Natur und Kultur. Paul Haupt, Bern 2019, ISBN 978-3-258-08114-4, S. 460–461.
  9. Freiburgs Altlasten - Regierung schlägt Variante für Sanierung der Deponie La Pila vor. In: srf.ch. 15. Februar 2019, abgerufen am 20. August 2019.
  10. Vier Varianten für die Sanierung der ehemaligen Deponie La Pila auf dem Gebiet der Gemeinde Hauterive (FR). In: fr.ch. 15. Februar 2019, abgerufen am 24. März 2020.
  11. Ein Hochwasser für die Dynamik der Kleinen Saane. Kanton Freiburg, 9. September 2016, abgerufen am 22. Oktober 2020.
  12. Wasserablass für die Dynamik der Saane. Kanton Freiburg, 14. Oktober 2020, abgerufen am 22. Oktober 2020.
  13. Regula Saner: Pflästerchenpolitik bei Gewässersanierung? Freiburger Nachrichten, 3. Juli 2013, abgerufen am 22. Oktober 2020.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Saane – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien