Glenner

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Glenner
Rätoromanisch: Glogn

Glenner bei Praden oberhalb Ilanz

Daten
Gewässerkennzahl CH: 292
Lage Lepontinische Alpen

Schweiz

Flusssystem Rhein
Abfluss über Vorderrhein → Rhein → Nordsee
Quelle wenig unterhalb des Piz la Capiala
46° 34′ 53″ N, 9° 3′ 48″ O
Quellhöhe ca. 2615 m ü. M.[1]
Mündung bei Ilanz in den VorderrheinKoordinaten: 46° 46′ 37″ N, 9° 12′ 46″ O; CH1903: 735484 / 182172
46° 46′ 37″ N, 9° 12′ 46″ O
Mündungshöhe 688 m ü. M.[1]
Höhenunterschied ca. 1927 m
Sohlgefälle ca. 62 ‰
Länge 31 km[2]
Einzugsgebiet 382,6 km²[3]
Abfluss am Pegel Castrisch[4]
AEo: 381 km²
Lage: 400 m oberhalb der Mündung
NNQ (2005)
MNQ 1989–2016
MQ 1989–2016
Mq 1989–2016
MHQ 1989–2016
HHQ (1999)
440 l/s
5,04 m³/s
8,88 m³/s
23,3 l/(s km²)
13,7 m³/s
379 m³/s
Linke Nebenflüsse Aua da Darlun, Aua da Blengias, Aua Diesrut, Aua da Cavel, Degenbach
Rechte Nebenflüsse Aua da Serenastga, Valser Rhein, Val Uastg, Val da Pitasch, Rieinbach
Kleinstädte Ilanz
Gemeinden Lumnezia
Schiffbar mit Kajak, unterer Abschnitt

Glenner fliesst in den Vorderrhein, Blick nach Westen

Glenner (Kanton Graubünden)
Quelle
Mündung
Kanton Graubünden
Quelle und Mündung des Glenners

Der Glenner (rätoromanisch: Glogn) ist der bei weitem grösste Nebenfluss des Vorderrheins und verläuft im Schweizer Kanton Graubünden. Glenner war auch der Name eines bis 2001 bestehenden Bezirks dieses Kantons, dessen Gebiet ab 2016 verwaltungsmässig in die Bündner Oberländer Region Surselva eingeteilt wurde. Er hat hier eine mittlere Wasserführung von fast 9 m³/s. Während der Schneeschmelze und nach Regenfällen führt der Fluss meistens dunkelgraues Wasser.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wildfluss entspringt nahe der Grenze zum Kanton Tessin auf einer Höhe von 2615 m ü. M.. Er ist hier umgeben von mehr als 3100 m hohen Bergen (Piz Terri, 3149 m)

Er durchfliesst danach die Val Lumnezia. Im Oberlauf hat der Fluss eine tiefe Schlucht geschnitten, die an ein paar Stellen schwarzes Schiefergestein aufweist. Bei Suraua nimmt der Glenner seinen wichtigsten Nebenfluss auf, den Valser Rhein, der ihn an Grösse und Länge deutlich übertrifft.

Nach gut 10 Flusskilometern mündet er bei Ilanz in den Vorderrhein auf einer Höhe von 688 m ü. M..

Sein Lauf endet ungefähr 1927 Höhenmeter unterhalb seiner Quelle, er hat somit ein mittleres Sohlgefälle von etwa 62 ‰.

Einzugsgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das 382,6 km² grosse Einzugsgebiet des Glenner liegt in den Lepontinischen Alpen und wird durch ihn über den Vorderrhein und den Rhein zur Nordsee entwässert.

Es grenzt

  • im Osten an das Einzugsgebiet der Rabiusa, die in den Vorderrhein mündet;
  • im Südosten an das des Hinterrheins
  • im Südwesten an das des * im Südwesten an das des Brennos, der über den Tessin in den Po entwässert und
  • im Westen an das des Rein da Sumvitg, der in den Vorderrhein mündet.

Das Einzugsgebiet besteht zu 20,9 % aus bestockter Fläche, zu 37,5 % aus Landwirtschaftsfläche, zu 1,2 % aus Siedlungsfläche und zu 40,5 % aus unproduktiven Flächen.

Die Flächenverteilung

Die mittlere Höhe des Einzugsgebietes beträgt 2016,9 m ü. M., die minimale Höhe liegt bei 698 m ü. M. und die maximale Höhe bei 3367 m ü. M.[5]

Hydrologischer Hauptstrang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Valser Rhein ist länger, hat ein grösseres Einzugsgebiet und einen stärkeren mittleren Abfluss (MQ) als der Glenner bis zu ihrem Zusammenfluss. Er ist somit der hydrologische Hauptstrang des Flusssystems Glenner.

Hydrologischer Hauptstrang
Name
 
Länge
in km
EZG
in km²
MQ
in m³/s
Glenner[X 1] 20,8 110,67 3,38
Valser Rhein 29,4 185,75 7,54

Anmerkungen zur Tabelle

  1. Der Glenner bis zum Zusammenfluss mit dem Valser Rhein

Zuflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der wichtigste Nebenfluss ist der Valser Rhein. Weitere grössere Zuflüsse sind der Aua Diesrut, der Aua da Cavel, der Val Uastg und der Rieinbach.

Direkte Zuflüsse des Glenners[Z 1]
f1Symbol einer Weltkugel Karte mit allen Koordinaten der Zuflüsse: OSM | WikiMap
Name GKZ Lage Länge
in km
EZG
in km²
MQ
in m³/s
Mündungs­ort
Koordinaten
Mündungs­höhe
in m
Bemerkungen
Aua da Darlun CH003687 links0 002,6000 0003,6700 0000,1500 Welt-Icon ca. 1 km südlich von Vanescha, Vrin 1734,500000 Gewässername von Flurbezeichnung abgeleitet
Aua da Blengias CH003686 links0 003,9000 0005,6000 0000,2100 Welt-Icon bei Vanescha, Vrin 1695,000000 Gewässername von Flurbezeichnung abgeleitet
Aua da Patnaul CH003685 rechts 003,1000 0002,5800   Welt-Icon bei Pardatsch, Vrin 1519,900000 Gewässername von Flurbezeichnung abgeleitet
Aua da Valleglia CH003684 rechts 002,6000 0002,9400   Welt-Icon ca. 1 km südlich von Cons, Vrin 1408,600000 Gewässername von Flurbezeichnung abgeleitet
Aua Diesrut CH003681 links0 005,9000 0015,4600 0000,5100 Welt-Icon ca. 1 km südlich von Cons, Vrin 1397,100000
Aua da Serenastga CH003679 rechts 004,8000 0006,5900   Welt-Icon nordöstlich von Vrin, Lumnezia 1252,400000 Gewässername von Flurbezeichnung abgeleitet
Aua da Cavel CH003680 links0 008,1000 0014,8500 0000,4600 Welt-Icon bei Surin, Lumbrein 1191,800000
Aua da Sigin CH003677 rechts 003,4000 0003,0600   Welt-Icon bei Silgin, Lumbrein 1128,000000 Gewässername von Flurbezeichnung abgeleitet
Aua da Lumbrein CH003675 links0 003,3000 0005,8400   Welt-Icon bei Lumbrein, Lumnezia 1113,600000 Gewässername von Flurbezeichnung abgeleitet
Aua da Vinogn CH003674 links0 004,3000 0003,1600   Welt-Icon bei Vignogn, Lumnezia 921,800000 Gewässername von Flurbezeichnung abgeleitet
Aua da Tiarm CH003673 links0 004,9000 0004,0500   Welt-Icon bei Surcasti, Lumnezia 874,100000 Gewässername von Flurbezeichnung abgeleitet
Valser Rhein CH000319 rechts 029,4000 0185,7500 0007,5400 Welt-Icon bei Uors, Lumnezia 854,700000
Degenbach CH003672 links0 004,6000 0004,8000   Welt-Icon bei Degen, Lumnezia 853,800000 Gewässername von Flurbezeichnung abgeleitet
Villabach CH003670 links0 004,6000 0004,9300   Welt-Icon bei Vella, Lumnezia 821,300000 Gewässername von Flurbezeichnung abgeleitet
Val Uastg CH003567 rechts 008,3000 0019,5200 0000,4900 Welt-Icon bei Peiden-Bad, Lumnezia 811,100000 Alternativname: Duvinerbach
Peidenbach CH003666 links0 003,6000 0001,6000   Welt-Icon bei Cumbel, Lumnezia 792,400000 Gewässername von Flurbezeichnung abgeleitet
Val da Pitas CH003665 rechts 007,2000 0010,2100 0000,2300 Welt-Icon bei Pitasch, Ilanz/Glion 784,000000
Val Gronda Bach CH003664 links0 002,6000 0001,7600   Welt-Icon bei Valgronda, Lumnezia 783,100000 Gewässername von Flurbezeichnung abgeleitet
Rieinbach CH003662 rechts 005,8000 0017,9300 0000,4100 Welt-Icon bei Riein, Ilanz/Glion 762,000000 Gewässername von Flurbezeichnung abgeleitet
Pilacbach CH003661 links0 004,2000 0004,3800 0000,0900 Welt-Icon bei Luven, Ilanz/Glion 709,600000 Gewässername von Flurbezeichnung abgeleitet
Glenner[Z 2] 031,1000 0382,6000 0012,7000 bei Ilanz 68800000 Mündet in den Vorderrhein

Anmerkungen zur Tabelle

  1. Von der Quelle zur Mündung. Daten von Swisstopo (map.geo.admin.ch)
  2. Die Daten des Glenners zum Vergleich

Hydrologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Mündung des Glenners in den Vorderrhein beträgt seine modellierte mittlere Abflussmenge (MQ) 12,7 m³/s. Sein Abflussregimetyp ist nivo glaciaire[6] und seine Abflussvariabilität[7] beträgt 17.

Der modellierte monatliche mittlere Abfluss (MQ) des Glenners in m³/s[8]

Brücken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedeckte Holzbrücke Silgin über den Glenner, Lumbrein GR

Auf ihrem Weg wird der Glenner von 16 Brücken überspannt: 9 Strassenbrücken, 6 Fussgängerstegen (davon drei Hängebrücken) und der RhB-Eisenbahnbrücke in Ilanz.

Erwähnenswert sind die historische Steinbogenbrücke «Brücke Pkt. 1401» bei Vrin sowie die gedeckten Holzbrücken bei Silgin (gebaut 1880) und Vignogn (gebaut 1897).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Glenner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung (Hinweise)
  2. Auswertungen zum Gewässernetz. (XLSX) BAFU, Dezember 2013, abgerufen am 9. August 2017 (Auflistung Fliessgewässer der Schweiz >30km).
  3. Modellierter mittlerer jährlicher Abfluss. In: Topographische Einzugsgebiete der Schweizer Gewässer: Teileinzugsgebiete 2 km². Abgerufen am 30. Mai 2019.
  4. Messstation Castrisch 1989–2016 (PDF) Bundesamt für Umwelt BAFU
  5. Topographische Einzugsgebiete Schweizer Gewässer: Glenner
  6. Martin Pfaundler, Rolf Weingartner, Robert Diezig: „Versteckt hinter den Mittelwerten“ – die Variabilität des Abflussregimes. In: Hydrologie und Wasserbewirtschaftung (HyWa). Jg. 50, Heft 3, 2006, S. 116–123, hier Tabelle auf S. 119 (Download [PDF; 3,2 MB; abgerufen am 31. August 2020]). Abrufbar unter Gesamtes HyWa Heft 3, 2006..
  7. Die Abflussvariabilität beschreibt das Ausmass der Schwankungen des mittleren Abflusses einzelner Jahre um den langjährigen mittleren Abflusswert.
  8. Mittlere Abflüsse und Abflussregimetyp für das Gewässernetz der Schweiz: Glenner, Bundesamt für Umwelt (BAFU)