8. Jahrhundert

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Portal Geschichte | Portal Biografien | Aktuelle Ereignisse | Jahreskalender

| 6. Jh. | 7. Jh. | 8. Jahrhundert | 9. Jh. | 10. Jh. |
700er | 710er | 720er | 730er | 740er | 750er | 760er | 770er | 780er | 790er

Das 8. Jahrhundert begann am 1. Januar 701 und endete am 31. Dezember 800

Inhaltsverzeichnis

Entwicklungen [Bearbeiten]

In Europa ist dieses Jahrhundert Teil des Frühmittelalters (ca. 600-1050). Zentraleuropa wurde in 8. Jahrhundert durch den Aufstieg des Fränkisches Reiches geprägt, das am Ende des Jahrhunderts unter Karl dem Großen West- und Zentraleuropa beherrschte. In Zentral- und Nordeuropa breitete sich das Christentum weiter aus. Durch die Karolingische Renaissance erlebte das Fränkische Reich in den letzten Jahrzehnten des Jahrhunderts einen kulturellen Aufschwung.

Im Mittelmeerraum und in Asien setzte das Kalifat der Umayyaden die im 7. Jahrhundert begonnene Islamische Expansion fort und brachte den größten Teil der Iberischen Halbinsel, Transoxanien und das Indusgebiet unter ihre Kontrolle. Die arabische Dynastie der Umayyaden wurde in der Mitte des Jahrhunderts durch die persische Dynastie der Abbasiden abgelöst. Unter dieser wird die Hauptstadt des Kalifats von Damaskus nach Bagdad verlegt. Die persische Kultur gewann größeren Einfluss; Wissenschaft und Kultur wurden gefördert. Spanien konnten die Abbasiden jedoch nicht unter ihre Kontrolle bringen, so dass der Umayyade Abd ar-Rahman I. dort im Jahr 756 das selbstständige Emirat von Córdoba gründen konnte.

Das Byzantinische Reich befand sich in der mittelbyzantinischen Epoche. Zu deren Beginn im 7. Jahrhundert verlor es sehr große Teile seines Territoriums an das arabische Kalifenreich und weitere Teile u.a. an Slawen und Bulgaren. Im gesamten 8. Jahrhundert führte es einen Abwehrkampf gegen diese Gegner zur Erhaltung seines Restterritoriums. Bedeutend ist die Abwehr mehrerer Belagerungen Konstantinopels. Im Zuge dieser wurde die arabische Flotte weitgehend vernichtet und Byzanz brach die arabische Seeherrschaft auf dem Mittelmeer. Gleichzeitig begann mit dem byzantinischen Bilderstreit eine innenpolitische Krise.

In Südosteuropa entwickelte sich das Bulgarische Reich zu einer einflussreichen Macht und einem Gegenspieler von Byzanz.

Die Entwicklungen auf dem indischen Subkontinent im 8. Jahrhundert werden der Epoche des indischen Mittelalters zugeordnet. Aus den zahlreichen Regionalreichen zu Beginn des Jahrhunderts bilden sich drei Großreiche Pratihara, Rashtrakuta und Pala. Die von Königs-Dynastien regierten Reiche führten untereinander regelmäßig Krieg. Während des gesamten 8. Jahrhunderts verlor der Buddhismus in Indien zugunsten des Hinduismus immer mehr Anhänger.

In Tibet gewann der Buddhismus zur gleichen Zeit an Anhängern. Der indische Mahayana- und Vajrayana-Buddhismus wurde eingeführt und die Nyingma-Schule des tibetischen Buddhismus entstand. Nach Gebietsverlusten in der ersten Jahrhunderthälfte wird das Königreich Tibet in der zweiten Hälfte durch Eroberungen zur Regionalmacht. Nördlich von Tibet eroberten sich die Uighuren ein Großreich.

In China herrschte im ganzen Jahrhundert die Tang-Dynastie. In dessen erster Hälfte unter Kaiser Xuanzong erlebte es eine friedliche Zeit und kulturelle Blüte (oft auch goldenes Zeitalter genannt). Das zentrale Kaisertum stützte sich im Wesentlichen auf eine Beamtenschaft. Das Reich expandierte und der Kaiser setzte Militärgouverneure in 15 Großregionen ein. Die zweite Hälfte des 8. Jahrhunderts wurde in China von inneren Unruhen und Bürgerkriegen bestimmt, während derer es zu einem Verfall der Zentralmacht kam. Die Nachbareiche Tibet und das uighurische Großreich mischten sich in den Bürgerkrieg ein und profitierten territorial. Mit der Revolte der Vier Prinzen verschworen sich im Jahr 782 vier Gouverneure und bilden im Norden Chinas halbautonome Gebiete, die etwa 150 Jahre bestanden.

Im 8. Jahrhundert war das chinesische Tang-Reich Vorbild für das koreanische Silla-Reich und die japanischen Eliten der Nara-Zeit.

In Mittelamerika war das Reich der Maya in seiner späten klassischen Epoche, bevor im 9. Jahrhundert sein Niedergang begann.

Ereignisse [Bearbeiten]

Europa [Bearbeiten]

Mittelmeerraum und Naher Osten [Bearbeiten]

  • 711: Das Invasionsheer der Araber und Berber siegte über die Westgoten in der Schlacht am Río Guadalete. Dieser Sieg ist ein Entscheidender Schritt zur Eroberung der Iberischen Halbinsel durch Araber und Berber.
  • 711/712: Das Industal und Transoxanien wird vom Kalifenreich erobert.
  • 718: Die Zweite Belagerung Konstantinopels scheitert und endet mit der Vernichtung eines großen Teils der arabischen Flotte. Dadurch wurde die vollständige Eroberung des byzantinischen Reiches durch die Araber verhindert.
  • 732: Nach der Niederlage muslimischer Truppen gegen die Franken in Schlacht bei Tours und Poitiers ziehen sich die muslimischer Truppen auf die Iberische Halbinsel zurück.
  • 789: Die Idrisiden beginnen in Marokko ein eigenständiges Reich zu errichten. Das markiert die beginnende Etablierung selbständiger Herrschaftsbereiche auf dem Gebiet des Kalifats und dessen zunehmenden Machtverlust.

Asien [Bearbeiten]

  • 751: In der Schlacht am Talas siegte das Abbasiden-Kalifats über ein Heer des chinesischen Tang Kaisers und verhinderte das Vordringen der Chinesen in das von ihm kontrollierten Transoxanien.
  • 755: An Lushan zettelt in China einen Aufstand an, dem ein Zeit des Bürgerkrieges folgt und die Schwächung der Zentralmacht.
  • 782: Mit der "Revolte der Vier Prinzen" verschworen sich vier Gouverneure und bildeten im Norden Chinas halbautonome Gebiete, die etwa 150 Jahre bestanden.

Persönlichkeiten [Bearbeiten]

Europa [Bearbeiten]

Mittelmeer und Naher Osten [Bearbeiten]

Asien [Bearbeiten]

Erfindungen und Entdeckungen [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: 8. Jahrhundert – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien