Altlay

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Altlay
Altlay
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Altlay hervorgehoben
49.9876833333337.2707638888889300Koordinaten: 49° 59′ N, 7° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Cochem-Zell
Verbandsgemeinde: Zell (Mosel)
Höhe: 300 m ü. NHN
Fläche: 5,75 km²
Einwohner: 475 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 83 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56858
Vorwahl: 06543
Kfz-Kennzeichen: COC, ZEL
Gemeindeschlüssel: 07 1 35 003
Adresse der Verbandsverwaltung: Corray 1
56856 Zell (Mosel)
Webpräsenz: www.altlay.de
Ortsbürgermeister: Wolfgang Klein
Lage der Ortsgemeinde Altlay im Landkreis Cochem-Zell
Kalenborn (bei Kaisersesch) Eppenberg (Eifel) Laubach (Eifel) Leienkaul Müllenbach (bei Mayen) Hauroth Urmersbach Masburg Düngenheim Kaisersesch Landkern Illerich Eulgem Hambuch Gamlen Zettingen Kaifenheim Brachtendorf Ulmen (Eifel) Alflen Auderath Filz (Eifel) Wollmerath Schmitt Büchel (Eifel) Wagenhausen (Eifel) Gillenbeuren Gevenich Weiler (bei Ulmen) Lutzerath Bad Bertrich Urschmitt Kliding Beuren (Eifel) Moselkern Müden (Mosel) Treis-Karden Lütz Lieg Roes Möntenich Forst (Eifel) Dünfus Brohl Binningen (Eifel) Wirfus Brieden Kail Pommern (Mosel) Briedel Altlay Peterswald-Löffelscheid Haserich Sosberg Forst (Hunsrück) Altstrimmig Reidenhausen Mittelstrimmig Blankenrath Panzweiler Walhausen Schauren (bei Blankenrath) Tellig Hesweiler Liesenich Moritzheim Grenderich Zell (Mosel) Neef Bullay Sankt Aldegund Alf (Mosel) Pünderich Greimersburg Klotten Faid Dohr Bremm Bruttig-Fankel Senheim Nehren (Mosel) Ediger-Eller Mesenich Valwig Ernst (Mosel) Beilstein (Mosel) Ellenz-Poltersdorf Briedern Cochem Landkreis Vulkaneifel Landkreis Bernkastel-Wittlich Landkreis Mayen-Koblenz Rhein-Hunsrück-KreisKarte
Über dieses Bild

Altlay ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Cochem-Zell in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Zell (Mosel) an.

Geographie[Bearbeiten]

Altlay liegt im nördlichen Teil des Hunsrücks zwischen dem Flughafen Hahn und der Mosel auf einer Höhe von etwa 300 m über NN. Nördlich des Ortes fließt der Altlayer Bach durch ein enges Tal in die Mosel.

Zu Altlay gehören auch die Wohnplätze Bleesmühle (Henns-Mühle), Engersmühle und Kaspersmühle (Feilzers-Mühle).[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde bereits 1107 als Leia erwähnt.[3] Um 1489 wird dann Schieferabbau in der Nähe von Altlay erwähnt.[4] Ab 1794 stand Altlay unter französischer Herrschaft. 1815 wurde der Ort auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Unter der preußischen Verwaltung kam Altlay 1816 zur Bürgermeisterei Sohren im Kreis Zell, der zum Regierungsbezirk Koblenz und von 1822 an zur Rheinprovinz gehörte.

Seit 1946 ist er Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Durch das 8. Verwaltungsvereinfachungsgesetz vom 18. Juli 1970 mit Wirkung vom 7. November 1970 kam der Ort von der Verbandsgemeinde Büchenbeuren zur Verbandsgemeinde Zell (Mosel).

Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Altlay, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[5]

Jahr Einwohner
1815 549
1835 619
1871 580
1905 537
1939 461
Jahr Einwohner
1950 472
1961 413
1970 401
1987 405
2005 530

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Altlay besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[6]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Schieferabbau[Bearbeiten]

Im Altlayer Bachtal wurde zwischenzeitlich oberirdisch Schiefer abgebaut, nachdem der unterirdische Abbau Mitte des 20. Jahrhunderts aufgegeben worden ist. Inzwischen ist das Unternehmen jedoch wieder dazu übergegangen, unterirdisch abzubauen, da sich neue Lagerstätten erschlossen haben, deren Abbau oberirdisch zu kostenintensiv wäre. Auch würde das Landschaftsbild stark beeinträchtigt. So kann auch der im Schieferbergbau hohe Abraumanteil in den stillgelegten Strecken wieder unter Tage verfüllt werden. In einer Sponheimer Urkunde vom 20. Juni 1489 ist der Schieferabbau in der Nähe von Altlay bereits festgehalten.

Buntmetallerze[Bearbeiten]

Außerdem wurden in Altlay über Jahrhunderte Buntmetallerze abgebaut. Bis 1959 wurde in Altlay in der Grube Adolph-Helene durch die Gewerkschaft Barbarasegen unter anderem Blei-, Zink-, Silber- und Kupfererz abgebaut. Laut Schätzungen wurden insgesamt 384.000 t Roherz gefördert.[7] Es existierte auch eine Kleinbahn von der Grube bis nach Zell (Mosel) zur Verschiffung der gewonnenen Erze.

1957 wurde die Grube Adolph-Helene an die Stolberger Zink verpachtet, die jedoch schon zwei Jahre später den Betrieb einstellte.[8] Ein starker Preisverfall bei Metallerzen führte zur Unrentabilität. Obwohl die Preise später wieder stiegen, lohnte sich die Wiederinbetriebnahme der stillgelegten Grube nicht.[9]

Heute sind nur noch die Reste der ehemaligen Industrieanlagen sichtbar. Der Förderturm wurde schon in den 1960er Jahren abgebaut, die restlichen Gebäude sind dem Verfall preisgegeben.[10]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Altlay – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 23 (PDF; 2,3 MB)
  3. Ludwig Armbrust: Hunsrücker Ortsnamen in den Kreisen Simmern und Zell
  4. Sponheimer Urkunde, Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 33, Urkunde 20163 vom 20. Juni 1489
  5. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Johannes Stets, Bonn: Zur Buntmetallvererzung im Hunsrück am Beispiel der Vorkommen bei Altlay; Hunsrückverein e.V. Jahrbuch 2010
  8. Die Zeit, Nr. 30, 25.07.2957
  9. Die Erzgrube "Adolph Helene" in Altlay, Simone Bey, Jahrbuch 1990, Kreis Cochem-Zell
  10. RZ-Online Artikelarchiv vom 13. Juni 2007;