Pünderich

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Pünderich
Pünderich
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Pünderich hervorgehoben
50.0413888888897.1322222222222110Koordinaten: 50° 2′ N, 7° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Cochem-Zell
Verbandsgemeinde: Zell (Mosel)
Höhe: 110 m ü. NHN
Fläche: 5,41 km²
Einwohner: 870 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 161 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56862
Vorwahl: 06542
Kfz-Kennzeichen: COC, ZEL
Gemeindeschlüssel: 07 1 35 073
Adresse der Verbandsverwaltung: Corray 1
56856 Zell (Mosel)
Webpräsenz: www.puenderich.de
Ortsbürgermeister: Karl Heinz Simon (kommissarisch)
Lage der Ortsgemeinde Pünderich im Landkreis Cochem-Zell
Kalenborn (bei Kaisersesch) Eppenberg (Eifel) Laubach (Eifel) Leienkaul Müllenbach (bei Mayen) Hauroth Urmersbach Masburg Düngenheim Kaisersesch Landkern Illerich Eulgem Hambuch Gamlen Zettingen Kaifenheim Brachtendorf Ulmen (Eifel) Alflen Auderath Filz (Eifel) Wollmerath Schmitt Büchel (Eifel) Wagenhausen (Eifel) Gillenbeuren Gevenich Weiler (bei Ulmen) Lutzerath Bad Bertrich Urschmitt Kliding Beuren (Eifel) Moselkern Müden (Mosel) Treis-Karden Lütz Lieg Roes Möntenich Forst (Eifel) Dünfus Brohl Binningen (Eifel) Wirfus Brieden Kail Pommern (Mosel) Briedel Altlay Peterswald-Löffelscheid Haserich Sosberg Forst (Hunsrück) Altstrimmig Reidenhausen Mittelstrimmig Blankenrath Panzweiler Walhausen Schauren (bei Blankenrath) Tellig Hesweiler Liesenich Moritzheim Grenderich Zell (Mosel) Neef Bullay Sankt Aldegund Alf (Mosel) Pünderich Greimersburg Klotten Faid Dohr Bremm Bruttig-Fankel Senheim Nehren (Mosel) Ediger-Eller Mesenich Valwig Ernst (Mosel) Beilstein (Mosel) Ellenz-Poltersdorf Briedern Cochem Landkreis Vulkaneifel Landkreis Bernkastel-Wittlich Landkreis Mayen-Koblenz Rhein-Hunsrück-KreisKarte
Über dieses Bild

Pünderich ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Cochem-Zell in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Zell (Mosel) an. Pünderich ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Der Ort Pünderich liegt rechts der Mosel im Landschaftsschutzgebiet „Moselgebiet von Schweich bis Koblenz“. Die moselabwärts nächsten Orte sind Briedel und Zell, moselaufwärts Reil (links der Mosel), Burg und Enkirch.

Zu Pünderich gehören auch die Gemeindeteile Auf der Buche, Wohnplatz Im Zinselt und Waldfrieden.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes befindet sich einem Dokument aus dem Jahre 1128, in dem Papst Honorius II. der Abtei Springiersbach einen Hof in „Pundricho“ vermachte.

Pünderich wurde kirchlich von der Kirche auf der Marienburg betreut und gehörte landesherrlich zu Kurtrier. Ab 1794 stand Pünderich unter französischer Herrschaft. 1815 wurde der Ort auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Seit 1946 ist er Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

1984 erhielt der Ort den Titel „Schönstes Dorf im Regierungsbezirk Koblenz“.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Pünderich, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 517
1835 838
1871 813
1905 946
1939 1.032
1950 1.158
Jahr Einwohner
1961 1.119
1970 1.049
1987 893
1997 973
2005 936
2013 870

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Pünderich besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten sind die Pündericher Marienburg, die auch Namensgeberin der lokalen Weinlage ist, sowie der mit einer Länge von 786 m längste (Eisenbahn-)Hangviadukt Deutschlands. Sehenswert sind auch das Alte Fährhaus aus dem Jahre 1621 und das Alte Rathaus von 1548.[5] Der Ort besitzt noch zahlreiche weitere Fachwerkbauten aus dem 16. Jahrhundert. Eine interessante Aussichtsplattform mit herrlichem Weitblick ist der Prinzenkopf-Aussichtsturm. Der Anfang der 80er Jahre errichtete hölzerne Aussichtsturm wurde im September 2008 abgerissen. Ein neuer Aussichtsturm aus Stahl wurde im Juni 2009 eröffnet.

Seit Sommer 2008 wird an sonnigen Wochenenden das „Alte Fährhäuschen“ am Fährkopf als Einkehrstation betrieben. Geöffnet ist diese je nach Wetterlage von Anfang Mai bis Ende Oktober. Im Prinzip verkehrt in diesem Zeitraum tagsüber auch die Moselfähre „Marienburg“.[6]

Museen[Bearbeiten]

Oberhalb der Kirche in der Düppelstraße steht noch das aus Schieferbruchsteinen gebaute „Eichhäuschen“. Dort wurden noch bis 1981 große und kleine Weinfässer aus Eichenholz geeicht.

Die Fasseichstätte ist heute als Museum noch ausgestattet wie in alten Zeiten. Im Hintergrund stehen zwei Eisenkessel mit 1200 Liter und 150 Liter Inhalt. An den Eisenkesseln befinden sich Zählwerke. Ein alter Holzofen diente zum anglühen der Brenneisen. So können die nachstehend abgebildeten Original-Eichwerkzeuge auch heute noch besichtigt werden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Haupteinnahmequelle ist noch der Weinanbau (größtenteils Riesling), flankiert vom Tourismus. In den letzten Jahren sind viele moderne Gästezimmer und Ferienwohnungen gebaut worden, teils mit „Sternequalität“. Dadurch, dass Pünderich einer der wenigen Orte an der Mosel ist, welcher nicht von einer Straße oder durch die Bahn vom Moselufer getrennt ist, ist Pünderich mittlerweile ein beliebter Ferienort geworden. Auch kommen viele Gäste im Sommer aus den Nachbardörfern, um auf den Wiesen am Moselufer unter den Walnussbäumen zu relaxen. Zwei Campingplätze und ein Wohnmobilstellplatz ergänzen das touristische Angebot.

Pünderich an der Mosel, links die Marienburg

Literatur[Bearbeiten]

  • Alfons Friderichs: Wappenbuch des Kreises Cochem-Zell, Darmstadt 2001, ISBN 3-00-008064-3
  • Alfons Friderichs: Persönlichkeiten des Kreises Cochem-Zell, Trier 2004, ISBN 3-89890-084-3
  • Alfons Friderichs: Urkunden & Regesten der Städte und Orte im Kreis Cochem-Zell, Trier 2010, ISBN 978-3-89890-125-3
  • Karl Josef Gilles, Winfried Schneiders & Alois Busch: Pünderich. Geschichte eines Moseldorfes, Kliomedia, Trier 2009 (Ortschroniken des Trierer Landes 51), ISBN 978-3-89890-135-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pünderich – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 24 (PDF; 2,3 MB)
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Burghart Schmidt; Helmtrud Köhren-Jansen; Klaus Freckmann: Kleine Hausgeschichte der Mosellandschaft. Köln 1989, S. 194-201
  6. Gemeinde Pünderich: Von der Pinaricher Pont und seinen Fährmännern