Blankenrath

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Blankenrath
Blankenrath
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Blankenrath hervorgehoben
50.0392638888897.3021333333333410Koordinaten: 50° 2′ N, 7° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Cochem-Zell
Verbandsgemeinde: Zell (Mosel)
Höhe: 410 m ü. NHN
Fläche: 4,59 km²
Einwohner: 1707 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 372 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56865
Vorwahl: 06545
Kfz-Kennzeichen: COC, ZEL
Gemeindeschlüssel: 07 1 35 010
Adresse der Verbandsverwaltung: Corray 1
56856 Zell (Mosel)
Webpräsenz: www.blankenrath.de
Ortsbürgermeister: Jochen Hansen
Lage der Ortsgemeinde Blankenrath im Landkreis Cochem-Zell
Kalenborn (bei Kaisersesch) Eppenberg (Eifel) Laubach (Eifel) Leienkaul Müllenbach (bei Mayen) Hauroth Urmersbach Masburg Düngenheim Kaisersesch Landkern Illerich Eulgem Hambuch Gamlen Zettingen Kaifenheim Brachtendorf Ulmen (Eifel) Alflen Auderath Filz (Eifel) Wollmerath Schmitt Büchel (Eifel) Wagenhausen (Eifel) Gillenbeuren Gevenich Weiler (bei Ulmen) Lutzerath Bad Bertrich Urschmitt Kliding Beuren (Eifel) Moselkern Müden (Mosel) Treis-Karden Lütz Lieg Roes Möntenich Forst (Eifel) Dünfus Brohl Binningen (Eifel) Wirfus Brieden Kail Pommern (Mosel) Briedel Altlay Peterswald-Löffelscheid Haserich Sosberg Forst (Hunsrück) Altstrimmig Reidenhausen Mittelstrimmig Blankenrath Panzweiler Walhausen Schauren (bei Blankenrath) Tellig Hesweiler Liesenich Moritzheim Grenderich Zell (Mosel) Neef Bullay Sankt Aldegund Alf (Mosel) Pünderich Greimersburg Klotten Faid Dohr Bremm Bruttig-Fankel Senheim Nehren (Mosel) Ediger-Eller Mesenich Valwig Ernst (Mosel) Beilstein (Mosel) Ellenz-Poltersdorf Briedern Cochem Landkreis Vulkaneifel Landkreis Bernkastel-Wittlich Landkreis Mayen-Koblenz Rhein-Hunsrück-KreisKarte
Über dieses Bild
Blankenrath, historisches Bürgerhaus

Blankenrath ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Cochem-Zell in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Zell (Mosel) an. Blankenrath ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Blankenrath liegt im westlichen Hunsrück unmittelbar an der Grenze zum zerriedelten und zur Mosel abdachenden Moselhunsrücks. Hier entspringt in einer Quellmulde mit verschiedenen Zuflüssen der Flaumbach. Ein im Ort verrohrtes Teilstück wird 2014 mit Landeszuschüssen renaturiert.[3] Die nahe B 421 ist der kürzeste Weg zur Mosel nach Zell, die Landesstraße 202 führt auf den Höhen westlich des Flaumbachs (frühgeschichtliche Trasse der Keltenweg Nahe–Mosel) über Mittelstrimmig zur Mosel nach Treis-Karden. Die längs über den Hunsrück führende Hunsrückhöhenstraße (B 327), die auch zum Flughafen Hahn anbindet, liegt nur 7 km entfernt und wird in Kappel über die B 421 erreicht (abgekürzt über Rödelhausen nach Hahn etwa 13 km).

  • Tiefster Punkt: 400 m über NN
  • Höchster Punkt: 450 m über NN

Zu Blankenrath gehören auch die Wohnplätze Sonnenhof und Südhof.[4]

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 856 mm. Die Niederschläge liegen im oberen Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 73 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monate ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 1,4 mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren nur minimal und sind extrem gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 4 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte von Blankenrath reicht zurück bis in das 9. und 10. Jahrhundert. Die Siedlungsgeschichte der Region geht wohl bis zur Keltenzeit zurück.

Für das Jahr 1347 ist die Belehnung des Gerichts Blankenrath durch Graf Johann von Kleve an Gerlach von Braunshorn bezeugt, 1362 kam es durch Erbschaft in den Besitz der Winneburger Grafen. Später teilten sich Kurtrier, Sponheim und die Herrschaft Braunshorn auf Burg Beilstein die Landesherrschaft. Die Kreuze der Oberherrschaften von Kurköln und Kurtrier und das Hifthorn von Braunshorn bilden seit 1981 das Wappen der Ortsgemeinde.

Ab 1794 stand Blankenrath unter französischer Herrschaft, der Nachbarort Reidenhausen (Rodenhausen), der bislang mit Blankenrath eine Gemeinde bildete, wurde abgetrennt. 1815 wurde der Ort auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet, Blankenrath wurde Verwaltungssitz einer Bürgermeisterei (1927 in Amt Blankenrath umbenannt).

Seit 1946 ist der Ort Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Durch das 8. Verwaltungsvereinfachungsgesetz vom 18. Juli 1970 mit Wirkung vom 7. November 1970 verlor Blankenrath seine Amtsverwaltung. Durch den Wegfall der Gemeinde Mastershausen, die dem Rhein-Hunsrück-Kreis zugeteilt worden war, wurde Blankenrath jegliche Grundlage für eine eigene Verbandsgemeinde entzogen und kam deshalb zur Verbandsgemeinde Zell. Kulturhistorisch wurde dabei der vorherrschenden Bindung an den Moselraum Rechnung getragen.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Blankenrath, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 301
1835 357
1871 347
1905 393
1939 586
1950 642
Jahr Einwohner
1961 725
1970 904
1987 935
1997 1.531
2005 1.758
2013 1.707

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Blankenrath besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden. Die 16 Sitze im Gemeinderat verteilen sich auf zwei Wählergruppen.[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Religionen[Bearbeiten]

Kirche im Dorfzentrum
Hauptstraße
  • Katholische Kirchengemeinde Maria Himmelfahrt, Kirche von 1761/1762 mit 33 m hohem romanischem Turm von der Vorgängerkirche
  • Martin Luther Haus der Evangelischen Kirchengemeinde Zell-Bad Bertrich-Blankenrath im Kirchenkreis Simmern-Trarbach

Bildung[Bearbeiten]

  • Kommunale Kindertagesstätte Kleine Strolche
  • Kommunale Kindertagesstätte Pusteblume
  • Grund- und Realschule plus

Sonstige Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Jugendhaus
  • Bildungswerk
  • Seniorenhaus Waldpark
  • Freiwillige Feuerwehr
  • Jugendfeuerwehr

Tourismus[Bearbeiten]

Der Wandertourismus findet im nahen Flaumbachtal bis zur Pulgermühle und darüber hinaus bis zum Kloster Maria Engelport oder bis zur Mosel nach Treis ein lohnendes Ziel. Der Keltenweg Nahe–Mosel kann auch in Etappen als Rundweg zur Mosel hin gegangen werden. Ab April 2015 endet auch ein Abschnitt des verlängerten Fernwanderwegs Saar-Hunsrück-Steig in dem Ort.

Überregional bekannt ist auch das Ferienfreizeitlager im nord-östlichen Gelände der Gemarkung Blankenrath.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Rhein-Mosel Verkehrsgesellschaft bindet mit verschiedenen Linien an die umliegenden Orte und die benachbarten Zentren Cochem und Kastellaun sowie an den Flughafen Frankfurt-Hahn an.

Gewerbe[Bearbeiten]

Blankenrath konnte Funktionen eines Unterzentrums entwickeln beziehungsweise behalten. Im Ort gibt es Gasthäuser, Bäckerei und einen Lebensmittelmarkt. Überörtliche Bedeutung haben auch Autohäuser, Elektrogeschäfte, Raiffeisen-Bank, Heizungsbauunternehmen, Bauunternehmer, Arzt und Zahnarzt, Apotheke und Bestattungsunternehmen. Des Weiteren gibt es in der westlichen Gemarkung von Blankenrath ein Gewerbegebiet mit weiteren Unternehmen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Blankenrath – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Blankenrath aktuell vom 13. November 2013 (Eingesehen 26. Dezember 2013)
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 24 (PDF; 2,3 MB)
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen