Alflen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Alflen
Alflen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Alflen hervorgehoben
50.1769597.040473425Koordinaten: 50° 11′ N, 7° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Cochem-Zell
Verbandsgemeinde: Ulmen
Höhe: 425 m ü. NHN
Fläche: 13,42 km²
Einwohner: 832 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 62 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56828
Vorwahl: 02678
Kfz-Kennzeichen: COC, ZEL
Gemeindeschlüssel: 07 1 35 002
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktplatz 1
56766 Ulmen
Webpräsenz: www.alflen.de
Ortsbürgermeister: Rudolf Schneiders
Lage der Ortsgemeinde Alflen im Landkreis Cochem-Zell
Kalenborn (bei Kaisersesch) Eppenberg (Eifel) Laubach (Eifel) Leienkaul Müllenbach (bei Mayen) Hauroth Urmersbach Masburg Düngenheim Kaisersesch Landkern Illerich Eulgem Hambuch Gamlen Zettingen Kaifenheim Brachtendorf Ulmen (Eifel) Alflen Auderath Filz (Eifel) Wollmerath Schmitt Büchel (Eifel) Wagenhausen (Eifel) Gillenbeuren Gevenich Weiler (bei Ulmen) Lutzerath Bad Bertrich Urschmitt Kliding Beuren (Eifel) Moselkern Müden (Mosel) Treis-Karden Lütz Lieg Roes Möntenich Forst (Eifel) Dünfus Brohl Binningen (Eifel) Wirfus Brieden Kail Pommern (Mosel) Briedel Altlay Peterswald-Löffelscheid Haserich Sosberg Forst (Hunsrück) Altstrimmig Reidenhausen Mittelstrimmig Blankenrath Panzweiler Walhausen Schauren (bei Blankenrath) Tellig Hesweiler Liesenich Moritzheim Grenderich Zell (Mosel) Neef Bullay Sankt Aldegund Alf (Mosel) Pünderich Greimersburg Klotten Faid Dohr Bremm Bruttig-Fankel Senheim Nehren (Mosel) Ediger-Eller Mesenich Valwig Ernst (Mosel) Beilstein (Mosel) Ellenz-Poltersdorf Briedern Cochem Landkreis Vulkaneifel Landkreis Bernkastel-Wittlich Landkreis Mayen-Koblenz Rhein-Hunsrück-KreisKarte
Über dieses Bild
Pfarrkirche St. Johannes der Täufer

Alflen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Cochem-Zell in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Ulmen an.

Geographie[Bearbeiten]

Der erhöht gelegene ältere Teil des Ortes wird der Kirche wegen als „Kirch-Alflen“ bezeichnet. Der jenseits des Litzbaches in einer Mulde gelegene jüngere Ortsteil wird dagegen das „Überdorf“ genannt. Zu Alflen gehört auch der im Nordwesten liegende Weiler Peterskaul.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

In „Alflona“ besaß das Stift Karden nach dem um 1100 aufgestellten Güterverzeichnis einen Hof nebst zugehörigem Fronland und auch zwei Drittel des Zehnten der Pfarrei. Den Kardener Besitz in „Alflona“ bestätigte 1178 Papst Alexander III. Das Zehntrecht besaß das Stift noch bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. In der von Papst Eugen III. für die Abtei Echternach im Jahre 1148 ausgestellten Urkunde wird unter anderem kleinerer Besitz bei „Alflue“, bzw. „Afflue“ genannt, ebenso ähnlich im Jahre 1161.

Die um 1100 erstmals genannte Pfarrkirche wird zu Anfang des 13. Jahrhunderts im trierer Liber annalium aufgeführt, sie war mit ihrem Pfarrbezirk der Stiftskirche in Karden unterstellt. Um 1330 wird sie dann in der Taxa generalis erwähnt, 1475 und 1656 in Protokollen des Archidiakonats Karden und des Landkapitels Zell. 1592 und im Register 1552, mit dem Patrozinium Johannes des Täufers. Als Nebenpatron wird der hl. Bartholomäus genannt.[3]

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Alflen landesherrlich zu Kurtrier und war dem Amt Cochem zugeordnet. Innerhalb des Amtsbezirks war Alflen der namensgebende Hauptort eines Hochgerichts, zu dem auch Büchel (Georgweiler, Morschweiler) und Gillenbeuren sowie das zum Amt Ulmen gehörende Auderath gehörten. Ursprünglich war das Hochgericht Alflen eines der Pellenzgerichte, welches nach einem Weistum aus dem Jahr 1499 mit zwölf Schöffen besetzt war. Die Grafen von Virneburg hatten dieses als kurtrierisches Lehen inne und als Afterlehen an die Grafen von Metternich-Winneburg vergeben. Den Grafen von Metternich-Winneburg stand die zivile Gerichtsbarkeit zu, der Graf ernannte den Schultheißen und die sieben Schöffen, den Vorsitz hatte der gräfliche Beamte zu Beilstein. Im Trierer Feuerbuch aus dem Jahr 1563 sind 50 Feuerstellen (Haushalte) in Alflen verzeichnet, im Jahr 1684 waren es nur 34.[4]

Im Jahr 1794 hatten französische Revolutionstruppen das Linke Rheinufer annektiert, von 1798 bis 1814 gehörte Alflen zum Kanton Ulmen im Arrondissement Bonn des Rhein-Mosel-Departements. Der Munizipalrat (Alflener Gemeindevertreter in der Mairie Ulmen) war 1808 der Bürger Henrichs. Es gab einen Schullehrer im Ort.[5]

Aufgrund der Beschlüsse auf dem Wiener Kongress (1815) wurde die Region dem Königreich Preußen zugeordnet. Unter der preußischen Verwaltung kam die Gemeinde Alflen zur Bürgermeisterei Lutzerath im Kreis Cochem, der zum neuen Regierungsbezirk Koblenz sowie von 1822 an zur Rheinprovinz gehörte.[6]

Seit 1946 ist die Gemeinde Alflen Teil des Landes Rheinland-Pfalz, seit 1969 gehört sie zum Landkreis Cochem-Zell und seit 1970 der Verbandsgemeinde Ulmen an.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Alflen, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[7][1]

Jahr Einwohner
1815 360
1835 506
1871 540
1905 592
1939 899
1950 747
Jahr Einwohner
1961 784
1970 775
1987 748
1997 834
2005 866
2012 832

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Alflen besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[8]

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „In grünem Schildhaupt eine silberne Urne, in Silber eine eingeschweifte rote Spitze, darin ein goldener Sparrenschrägbalken, vorne ein rotes Hifthorn, hinten eine schwarze Muschel“.

Hifthorn, Muschel und Sparrenschrägbalken entstammen dem Wappen des Metternich-Winneburg-Beilsteinschen Geschlechtes, wie bereits im Gerichtssiegel von 1477 und 1761.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer zählt mit ihrem gotischen Baustil und ihren außergewöhnlichen Deckengemälden zu den wohl bemerkenswerten Kirchen in der Umgebung. Im Unterbau romanischer Westturm, Obergeschosse und Schiff nach 1716, spätgotischer Chor und Sakristei nach 1716 erneuert.

Auch die Lage der Kirche, die von mächtigen, mehr als 300 Jahre alten Kastanien umgeben ist, bietet zu jeder Jahreszeit ein malerisches Bild. Insbesondere von der Zeip aus, in der Schulstraße erhält man diesen Anblick.

Kapelle an der Kapellenstraße: kleiner Saalbau mit Nischenrelief, angeblich im Kern aus dem 16. Jahrhundert, 1921 als Kriegergedächtniskapelle neu errichtet.

Das Felser-Haus, ein Fachwerkhaus aus dem Jahre 1880, unterhalb der Kirche. Es überstand den Zweiten Weltkrieg obwohl es Opfer eines Granatenangriffs wurde. Früher befand sich in seinem Inneren ein Laden, heute wird es lediglich als Wohngebäude genutzt.

Die Wacholderheide Nassenberg ist ein 5,3 ha großes Naturschutzgebiet im nordöstlichen Teil der Gemarkung Alflens.

Aufgrund einer durch die Kreisverwaltung Cochem-Zell organisierten Ausstellung mit dem Namen On de Geman gien (in die Gemeinde gehen), bei der alte Kommunikationsmöglichkeiten und -gerätschaften gezeigt wurden, entstand das Heimatmuseum Alflen. Es fand seinen Platz auf dem Dachboden der ehemaligen Schule und des heutigen Kindergartens bei der Kirche.

Siehe auch:

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Fliegerhorst Büchel[Bearbeiten]

In den 1950er Jahren entstand der Fliegerhorst Büchel. Dem Flugplatzbau fielen einige schöne Gebäude zum Opfer, unter anderem das Chausseehaus. Außerdem verlor Alflen einen bedeutenden Teil seiner Waldbestände. Bis heute stellt der Fliegerhorst Büchel, auf dem das Taktisches Luftwaffengeschwader 33 stationiert ist und einige Atomwaffen vermutet werden, einen der bedeutendsten Arbeitgeber dar.

Bioenergie[Bearbeiten]

Seit einigen Jahren werden in Alflen verstärkte Anstrengungen unternommen, um den Einsatz fossiler Brennstoffe zur Wärmegewinnung zu reduzieren. Im Jahr 2013 entstanden vier Nahwärmenetze auf der Basis von Holzhackschnitzeln, durch die insgesamt 40 Häuser mit CO2-neutraler, nachwachsender Biomasse beheizt werden.

Kindertagesstätte und Grundschule[Bearbeiten]

Alflen besitzt einen kommunalen Kindergarten mit Ganztagsbetreuung und eine Grundschule für die 1. bis 4. Klasse.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Ort ist sehr gut an den ÖPNV angebunden: Verkehrsverbund Rhein-Mosel, Buslinie 500 (Cochem-Gerolstein) und Buslinie 718 (Cochem-Beuren)

Trivia[Bearbeiten]

Trivia: In Alflen drehte der Filmregisseur Stefan Dähnert den Film Engrazia über das Jugendleben eines problematischen Mädchens.

Literatur[Bearbeiten]

  • Alflen früher, ein Bildband, der auf eine Fotoausstellung anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Grundschule zurückgreift
  • Alfler Dorfgeschichte(n), eine ausführliche Chronik der Gemeinde Alflen
  • 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Alflen, ein Buch anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Alflen
  • Literatur über Alflen in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alflen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 22 (PDF; 2,3 MB)
  3. Philipp de Lorenzi: Beiträge zur Geschichte sämtlicher Pfarreien der Diöcese Trier. Bischöfliches General-Vikariat, Trier 1887, S. 243 (www.dilibri.de)
  4. Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 2. Band: Die Karte von 1789. Bonn 1898, S. 116, 146, 171, 211.
  5. Handbuch für die Bewohner vom Rhein-Mosel-Departement, Koblenz: Prefektur-Buchdruckerey, 1808, S. 143 (www.dilibri.de)
  6. Topographisch-statistische Übersicht des Regierungs-Bezirks Coblenz, Coblenz: Hölscher, 1843, S. 39 (www.dilibri.de)
  7. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  8. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen