Behlendorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Behlendorf (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Behlendorf
Behlendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Behlendorf hervorgehoben
53.70138888888910.67027777777838Koordinaten: 53° 42′ N, 10° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Herzogtum Lauenburg
Amt: Berkenthin
Höhe: 38 m ü. NHN
Fläche: 10,25 km²
Einwohner: 391 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 38 Einwohner je km²
Postleitzahl: 23919
Vorwahl: 04544
Kfz-Kennzeichen: RZ
Gemeindeschlüssel: 01 0 53 008
Adresse der Amtsverwaltung: Am Schart 16
23919 Berkenthin
Webpräsenz: www.behlendorf.de
Bürgermeister: Andreas Henschel (CDU)
Lage der Gemeinde Behlendorf im Kreis Herzogtum Lauenburg
Hamburg Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen Kreis Segeberg Kreis Stormarn Lübeck Lübeck Albsfelde Alt Mölln Aumühle Bäk Bälau Basedow (Lauenburg) Basthorst Behlendorf Berkenthin Besenthal Bliestorf Bliestorf Börnsen Borstorf Breitenfelde Bröthen Brunsmark Brunstorf Buchholz (Herzogtum Lauenburg) Buchhorst Büchen Dahmker Dalldorf Dassendorf Düchelsdorf Duvensee Einhaus Elmenhorst (Lauenburg) Escheburg Fitzen Fredeburg Fuhlenhagen Geesthacht Giesensdorf Göldenitz Göttin (Lauenburg) Grabau (Lauenburg) Grambek Grinau Groß Boden Groß Disnack Groß Disnack Groß Grönau Groß Pampau Groß Sarau Groß Schenkenberg Grove (Schleswig-Holstein) Gudow Gülzow (Lauenburg) Güster (Lauenburg) Hamfelde (Lauenburg) Hamwarde Harmsdorf (Lauenburg) Havekost (Lauenburg) Hohenhorn Hollenbek Hornbek Horst (Lauenburg) Juliusburg Kankelau Kasseburg Kastorf Kittlitz (Lauenburg) Klein Pampau Klein Zecher Klempau Klinkrade Koberg Köthel (Lauenburg) Kollow Kröppelshagen-Fahrendorf Krüzen Krukow (Lauenburg) Krummesse Kuddewörde Kühsen Kulpin Labenz Labenz Langenlehsten Langenlehsten Lankau Lanze (Lauenburg) Lauenburg/Elbe Lehmrade Linau Lüchow (Lauenburg) Lütau Mechow Möhnsen Mölln Mühlenrade Müssen Mustin (bei Ratzeburg) Niendorf bei Berkenthin Niendorf a. d. St. Nusse Panten Pogeez Poggensee Ratzeburg Ritzerau Römnitz Rondeshagen Roseburg Sachsenwald Sahms Salem (Lauenburg) Sandesneben Schiphorst Schmilau Schnakenbek Schönberg (Lauenburg) Schretstaken Schürensöhlen Schulendorf Schwarzenbek Seedorf (Lauenburg) Siebenbäumen Siebeneichen Sirksfelde Sierksrade Steinhorst (Lauenburg) Sterley Stubben (Lauenburg) Talkau Tramm (Lauenburg) Walksfelde Wangelau Wentorf (Amt Sandesneben) Wentorf bei Hamburg Wiershop Witzeeze Wohltorf Woltersdorf (Lauenburg) Worth Ziethen (Lauenburg)Karte
Über dieses Bild
Gemeindehaus Behlendorf

Behlendorf ist eine Gemeinde im Kreis Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein.

Geografie[Bearbeiten]

Behlendorf liegt westlich von Ratzeburg im Naturpark Lauenburgische Seen am Behlendorfer See.

Geschichte[Bearbeiten]

1194 wurde die Gemeinde erstmals als Belendorpe urkundlich erwähnt. Das „weiße Dorf“ (beladorpe soll sprachlich slawischen Ursprung haben: bela=weiß) gibt es mindestens seit diesem Jahr 1194. Weil der Bischof Isfried von Ratzeburg seinen Privatbesitz von dem Besitz des Domkapitels trennt, werden das Dorf Belendorpe und das kleine Dorf Minus Belendorpe in der Trennungsurkunde erwähnt. 1374 erwarb der Lübecker Ratsherr Thomas Morkerke neun Hufen in Behlendorf und Hollenbek zum Preis von 159 Mark Lübisch.[2]

1424 kommt das Dorf als Exklave in den Besitz Lübecks, der reichen „Königin der Hanse“; der Lübecker Bürgermeister Hinrich Rapesulver streckte dem Rat der Stadt den Kaufpreis vor.[3] Der Hof und der Wald gehören noch heute zur Hansestadt oder zum Heiligen-Geist-Hospital. Wanderer können die Grenzsteine mit dem Lübecker Wappenadler entdecken. Auch die Kirchengemeinde Nusse-Behlendorf gehört zum Lübecker Kirchenkreis, weshalb die Pastoren eine Halskrause wie die Ratsherren auf alten Gemälden im Lübecker Rathaus tragen, statt des im Kirchenkreis Lauenburg üblichen Beffchens. Der Kirchenbau selbst wurde etwa 1250 errichtet. Es ist eine Feldsteinkirche mit einem später angebauten Glockenturm aus Backsteinen, der einen alten Holzturm ersetzt hatte. Der Wind der Zeit hat zwar der Behlendorfer Mühle die Windflügel davon geweht. Doch im Ort finden sich alte Backhäuser oder eine Schmiede, die für heutige Zwecke umgebaut sind. Etliche Strohdachhäuser wurden liebevoll restauriert und sind wertvolle Baudenkmäler.

Naturdenkmäler sind eine 800-jährige Eiche neben der Kirche und eine Insel inmitten des Behlendorfer Sees.

Durch das Groß-Hamburg-Gesetz kam Behlendorf 1937 politisch zum Kreis Herzogtum Lauenburg. Das Gut Behlendorf (259 ha) und der Behlendorfer See (70 ha) blieben jedoch weiterhin in Lübeckischen Besitz: bis 1935 im unmittelbaren Besitz der Stadt Lübeck, sind sie seither durch Gütertausch Eigentum der Stiftung Heiligen-Geist-Hospital in Lübeck.[4] Im Besitz der Stadt Lübeck verblieb der Forst (450 ha Wald).

Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden in Behlendorf ca. 40 Kriegsgefangene, vor allem aus der Sowjetunion, im Handwerk und der Landwirtschaft als Zwangsarbeiter eingesetzt.[5] 1954 entschieden sich die Bürger des kleinen Ortsteils Hollenbek, zur Gemeinde Behlendorf zu gehören.

Behlendorf ist ein „schönes Dorf“. Es wurde 1990 Kreissieger, 1991 Landessieger und gewann eine Silbermedaille im Bundeswettbewerb.

Politik[Bearbeiten]

Von den neun Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2013 fünf und die Wählergemeinschaft FWB vier Sitze.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Geteilt. Oben von Rot und Silber schräg gewürfelt, die Würfel in der Mitte belegt mit Kugeln in verwechselten Farben. Unten von Silber und Schwarz schräg geteilt, darauf ein Mühlrad in verwechselten Farben.“[6]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Behlendorf ist durch verschiedene Kreisstraßen an die Bundesstraße 208 angeschlossen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Behlendorf stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Die Gemeinde liegt am Elbe-Lübeck-Kanal, der hier eine Schleuse von aus dem Jahr 1900 hat, die nach dem hotoppschen Prinzip nur mit Wasserkraft betrieben wird.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Die Volkswirtin und Politikerin Anke Brunn (SPD) wurde 1942 in Behlendorf geboren. Der Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Günter Grass (* 1927) lebt in Behlendorf.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Behlendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Emil Ferdinand Fehling: Lübeckische Ratslinie, Lübeck 1925, Nr. 392
  3. Emil Ferdinand Fehling: Lübeckische Ratsline, Lübeck 1925, Nr. 442
  4. Hans Rathje Reimers: Lübecks territoriale Entwicklung – Teil 3: Die Exklave Behlendorf. In: Lübeckische Blätter 177 (2012) (Digitalisat; PDF; 7,9 MB), S. 128 f.
  5. Liste der Zwangsarbeitslager in Schleswig-Holstein
  6. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein