Güster (Lauenburg)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Güster
Güster (Lauenburg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Güster hervorgehoben
53.53944444444410.68055555555623Koordinaten: 53° 32′ N, 10° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Herzogtum Lauenburg
Amt: Büchen
Höhe: 23 m ü. NHN
Fläche: 7,78 km²
Einwohner: 1239 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 159 Einwohner je km²
Postleitzahl: 21514
Vorwahl: 04158
Kfz-Kennzeichen: RZ
Gemeindeschlüssel: 01 0 53 048
Adresse der Amtsverwaltung: Amtsplatz 1
21514 Büchen
Webpräsenz: www.buechen.de
Bürgermeister: Wilhelm Burmester (KWG)
Lage der Gemeinde Güster im Kreis Herzogtum Lauenburg
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Über dieses Bild

Güster ist eine Gemeinde im Kreis Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt direkt am Elbe-Lübeck-Kanal 10 km nordöstlich von Büchen.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name Güster bzw. Guztrade stammt von dem slawischen Wort: Gostirady (Gost stammt vom slawischen Wort für Gast).

1230 wird Güster im Ratzeburger Zehntregister erstmals als „Guztrade“ mit 14 Hufen urkundlich erwähnt. Urnenfunde aus den Jahren 1911 und 1930 deuten jedoch auf eine ältere Siedlung hin. Güster war ein typisches Rundlingsdorf mit nur einem Ausgang nach Westen und der geschlossenen Seite zur Delvenauniederung im Osten. Die zweite Erwähnung des Bauerndorfes erfolgte 1345, als ein Möllner Bürger für den Marienaltar zehn Taler aus seinen Einkünften aus Güster spendete.

In den Bederegistern des frühen 16. Jahrhunderts wurden die Abgaben der Güsteraner Bauern erfasst. Seit dieser Zeit gehörte das Dorf den Dalldorfs in Wotersen. Während des Dreißigjährige Krieges (nach 1648) legten die Dalldorfs vier verwüstete Hufen zu einer Schäferei zusammen. Als die männliche Linie der Dalldorfs 1714 ausstarb, kam Güster in den Besitz der Bernstorffs.

Güster lag an dem zwischen 1391 und 1398 erbauten Delvenau-Stecknitz-Kanal, der “nassen Salzstraße” nach Lübeck. Dies brachte der Ortschaft jedoch keine größeren wirtschaftlichen Gewinne. Noch 1880 war Güster ein reines Bauerndorf mit etwa 20 Wohnhäusern und 776 Hektar Fläche.

Während des Baus des Elbe-Lübeck-Kanals (1896-1900) wurden bedeutende Kiesvorkommen in der Gemeinde entdeckt. Neben dem günstigen Wasserweg gewann auch die Nähe zur Eisenbahnstrecke Lübeck-Büchen transporttechnische Bedeutung. Um die Jahrhundertwende begann sich die Hansestadt Hamburg sprunghaft zu vergrößern und auszudehnen. So entstand in dem nur knapp 50 Kilometer entfernten Hamburg ein Markt mit großem Bedarf an Kies für Bauvorhaben. In ganz Norddeutschland ist Kies aus Güster verbaut worden. Große Projekte waren: die Spitaler- und Mönckebergstraße in Hamburg, die Walddörferbahn, das Bahnhofsgebäude in Lübeck, der Torpedoboot-Hafen in Cuxhaven, die Befestigung Helgolands, die Erweiterung des Nord-Ostsee-Kanals und die Autobahn Hamburg-Lübeck.

1911 passierten täglich noch 40 bis 50 Schiffe den Kanal. Im Jahre 1912 betrug die Zahl der ausgehenden Schiffe bereits 1797 mit einer Ladefähigkeit von knapp 750.000 Tonnen. Die tatsächlich beförderte Ladung betrug rund 650.000 Tonnen. Güster stand damals im Binnenschiffsverkehr als Hafen an dritter Stelle in Deutschland und wurde nur von Duisburg und Berlin übertroffen.

1981 wurde der letzte Kiesgewinnungsbetrieb geschlossen. Das ausgebeutete Kiesgelände ist nach und nach renaturiert worden, und um 1950 begann der Fremdenverkehr mit Hamburger Wochenend- und Feriengästen, die an den Seen Erholung suchten.

Mit über 900 Stellplätzen für den Campingbetrieb und über 350 Wochenendhäusern und weiteren Unterkünften zählt Güster heute zu den beliebtesten Erholungssorten östlich von Hamburg. Nicht zuletzt die verkehrsgünstige Anbindung an die 1982 eröffnete Autobahn Hamburg-Berlin hat diese Entwicklung begünstigt.

Politik[Bearbeiten]

Von den elf Sitzen in der Gemeindevertretung haben die CDU und die Wählergemeinschaft KWG seit der Kommunalwahl 2008 je vier Sitze, die SPD zwei und die FDP hat einen Sitz.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold fünf 2 : 2 : 1 gestellte, aufrechte grüne Lindenblätter, die einen grünen, in zwei zugewendeten Pferdeköpfen endenden Giebelabschluss mit schwarzem Eulenloch einschließen; darüber ein schwarzer Lastkahn mit silbernem Führerhaus, silbernem Ruder und silberner Kieslast, dessen unteres Drittel von einer blauen Leiste überdeckt wird.“[2]

Der Giebelabschluss gibt einen Hinweis auf die bäuerliche Vergangenheit des Ortes. Die Lindenblätter stehen für die Linden im Dorfkern und der Lastkahn nimmt auf den Elbe-Lübeck-Kanal Bezug.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Güster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein