Witzeeze

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Witzeeze
Witzeeze
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Witzeeze hervorgehoben
53.4510.61666666666716Koordinaten: 53° 27′ N, 10° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Herzogtum Lauenburg
Amt: Büchen
Höhe: 16 m ü. NHN
Fläche: 10,46 km²
Einwohner: 874 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 84 Einwohner je km²
Postleitzahl: 21514
Vorwahl: 04155
Kfz-Kennzeichen: RZ
Gemeindeschlüssel: 01 0 53 132
Adresse der Amtsverwaltung: Amtsplatz 1
21514 Büchen
Webpräsenz: www.witzeeze.de
Bürgermeister: Dennis Gabriel (CDU)
Lage der Gemeinde Witzeeze im Kreis Herzogtum Lauenburg
Hamburg Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen Kreis Segeberg Kreis Stormarn Lübeck Lübeck Albsfelde Alt Mölln Aumühle Bäk Bälau Basedow (Lauenburg) Basthorst Behlendorf Berkenthin Besenthal Bliestorf Bliestorf Börnsen Borstorf Breitenfelde Bröthen Brunsmark Brunstorf Buchholz (Herzogtum Lauenburg) Buchhorst Büchen Dahmker Dalldorf Dassendorf Düchelsdorf Duvensee Einhaus Elmenhorst (Lauenburg) Escheburg Fitzen Fredeburg Fuhlenhagen Geesthacht Giesensdorf Göldenitz Göttin (Lauenburg) Grabau (Lauenburg) Grambek Grinau Groß Boden Groß Disnack Groß Disnack Groß Grönau Groß Pampau Groß Sarau Groß Schenkenberg Grove (Schleswig-Holstein) Gudow Gülzow (Lauenburg) Güster (Lauenburg) Hamfelde (Lauenburg) Hamwarde Harmsdorf (Lauenburg) Havekost (Lauenburg) Hohenhorn Hollenbek Hornbek Horst (Lauenburg) Juliusburg Kankelau Kasseburg Kastorf Kittlitz (Lauenburg) Klein Pampau Klein Zecher Klempau Klinkrade Koberg Köthel (Lauenburg) Kollow Kröppelshagen-Fahrendorf Krüzen Krukow (Lauenburg) Krummesse Kuddewörde Kühsen Kulpin Labenz Labenz Langenlehsten Langenlehsten Lankau Lanze (Lauenburg) Lauenburg/Elbe Lehmrade Linau Lüchow (Lauenburg) Lütau Mechow Möhnsen Mölln Mühlenrade Müssen Mustin (bei Ratzeburg) Niendorf bei Berkenthin Niendorf a. d. St. Nusse Panten Pogeez Poggensee Ratzeburg Ritzerau Römnitz Rondeshagen Roseburg Sachsenwald Sahms Salem (Lauenburg) Sandesneben Schiphorst Schmilau Schnakenbek Schönberg (Lauenburg) Schretstaken Schürensöhlen Schulendorf Schwarzenbek Seedorf (Lauenburg) Siebenbäumen Siebeneichen Sirksfelde Sierksrade Steinhorst (Lauenburg) Sterley Stubben (Lauenburg) Talkau Tramm (Lauenburg) Walksfelde Wangelau Wentorf (Amt Sandesneben) Wentorf bei Hamburg Wiershop Witzeeze Wohltorf Woltersdorf (Lauenburg) Worth Ziethen (Lauenburg)Karte
Über dieses Bild

Witzeeze ist eine Gemeinde im Kreis Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein am Elbe-Lübeck-Kanal.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Dorf entstand ursprünglich im ehemals sächsisch-slawischen Grenzgebiet an der Delvenau, etwa 500 Meter weiter östlich von der heutigen Dorfmitte. Hier trennte der Limes Saxoniae das Siedlungsgebiet der Holsten von dem des abodritischen Teilstammes der Polaben. Bodenfunde zeugen von einer slawischen Besiedelung. Nach der Einrichtung der Grafschaft Ratzeburg 1143 fand das Dorf im Ratzeburger Zehntregister von 1230 eine erste urkundliche Erwähnung, damals noch als Wutsetse. Der Name ist slawischen Ursprungs und bedeutet „das Umgehauene“, „der Verhau“ und weist damit auf die Anlage einer Geländesperre durch das Kappen von Bäumen in ein bis zwei Metern Höhe und die anschließende Bepflanzung mit rankenden Dornen hin, um im deutsch-slawischen Grenzgebiet ein undurchdringliches Hindernis zu schaffen.[2] Ausweislich der Eintragung im Ratzeburger Zehntregister verfügte das Dorf über 20 Vollbauernstellen und war damit für mittelalterliche Verhältnisse vergleichsweise groß. Die verkehrsgünstige Lage an einer Nebenstrecke der Alten Salzstraße könnte mit ursächlich für die Größe des Ortes gewesen sein. Die Bedeutung dieses Handelsweges wuchs mit dem Bau des Delvenau-Stecknitz-Kanals zwischen 1391 und 1398.

1608 kam das Dorf vom Kirchspiel Lütau zum Kirchspiel Pötrau. Der Dreißigjährige Krieg war für Witzeeze eine Zeit der Zerstörung. Unmittelbar an zwei wichtigen Verkehrsadern gelegen zogen die Heerhaufen durch das Dorf. 1630 wurde es von den abziehenden Truppen Tillys vollständig vernichtet und nach dem Wiederaufbau 1636 erneut durch die Schweden verwüstet. In der Folgezeit blieb Witzeeze ein eher kleineres Dorf.

Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges blieb Witzeeze ein Bauerndorf. Mit dem Zuzug von Flüchtlingen stieg die Einwohnerzahl auf 811. Heute ist der Ort hauptsächlich eine Wohngemeinde, deren Einwohner nach Hamburg und in die umliegenden Städte pendeln.

Im Jahre 2012 hat Witzeeze den Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ gewonnen und vertrat Schleswig-Holstein beim Bundeswettbewerb 2013.

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold mit schwarzem Bord über blauem Wellenbalken ein schwarzer alter Frachtwagen in Rückansicht, beiderseits begleitet von je einem aufrechten grünen Eichenblatt.“[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Witzeeze stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Witzeeze – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Matthias Hardt: Linien und Säume, Zonen und Räume an der Ostgrenze des Reiches im frühen und hohen Mittelalter. In: Walter Pohl/Helmut Reimitz (Hrsg.): Grenze und Differenz im frühen Mittelalter. Österreichische Akademie der Wissenschaften, phil.-hist. Kl. Denkschriften 287. Forschungen zur Geschichte des Mittelalters 1. Wien 2000, ISBN 3-7001-2896-7, S. 50 ff.
  3. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein