Berkenthin

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Berkenthin
Berkenthin
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Berkenthin hervorgehoben
53.73444444444410.63805555555619Koordinaten: 53° 44′ N, 10° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Herzogtum Lauenburg
Amt: Berkenthin
Höhe: 19 m ü. NHN
Fläche: 10,22 km²
Einwohner: 2074 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 203 Einwohner je km²
Postleitzahl: 23919
Vorwahl: 04544
Kfz-Kennzeichen: RZ
Gemeindeschlüssel: 01 0 53 009
Adresse der Amtsverwaltung: Am Schart 16
23919 Berkenthin
Webpräsenz: www.berkenthin.de
Bürgermeister: Michael Grönheim (SPD)
Lage der Gemeinde Berkenthin im Kreis Herzogtum Lauenburg
Hamburg Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen Kreis Segeberg Kreis Stormarn Lübeck Lübeck Albsfelde Alt Mölln Aumühle Bäk Bälau Basedow (Lauenburg) Basthorst Behlendorf Berkenthin Besenthal Bliestorf Bliestorf Börnsen Borstorf Breitenfelde Bröthen Brunsmark Brunstorf Buchholz (Herzogtum Lauenburg) Buchhorst Büchen Dahmker Dalldorf Dassendorf Düchelsdorf Duvensee Einhaus Elmenhorst (Lauenburg) Escheburg Fitzen Fredeburg Fuhlenhagen Geesthacht Giesensdorf Göldenitz Göttin (Lauenburg) Grabau (Lauenburg) Grambek Grinau Groß Boden Groß Disnack Groß Disnack Groß Grönau Groß Pampau Groß Sarau Groß Schenkenberg Grove (Schleswig-Holstein) Gudow Gülzow (Lauenburg) Güster (Lauenburg) Hamfelde (Lauenburg) Hamwarde Harmsdorf (Lauenburg) Havekost (Lauenburg) Hohenhorn Hollenbek Hornbek Horst (Lauenburg) Juliusburg Kankelau Kasseburg Kastorf Kittlitz (Lauenburg) Klein Pampau Klein Zecher Klempau Klinkrade Koberg Köthel (Lauenburg) Kollow Kröppelshagen-Fahrendorf Krüzen Krukow (Lauenburg) Krummesse Kuddewörde Kühsen Kulpin Labenz Labenz Langenlehsten Langenlehsten Lankau Lanze (Lauenburg) Lauenburg/Elbe Lehmrade Linau Lüchow (Lauenburg) Lütau Mechow Möhnsen Mölln Mühlenrade Müssen Mustin (bei Ratzeburg) Niendorf bei Berkenthin Niendorf a. d. St. Nusse Panten Pogeez Poggensee Ratzeburg Ritzerau Römnitz Rondeshagen Roseburg Sachsenwald Sahms Salem (Lauenburg) Sandesneben Schiphorst Schmilau Schnakenbek Schönberg (Lauenburg) Schretstaken Schürensöhlen Schulendorf Schwarzenbek Seedorf (Lauenburg) Siebenbäumen Siebeneichen Sirksfelde Sierksrade Steinhorst (Lauenburg) Sterley Stubben (Lauenburg) Talkau Tramm (Lauenburg) Walksfelde Wangelau Wentorf (Amt Sandesneben) Wentorf bei Hamburg Wiershop Witzeeze Wohltorf Woltersdorf (Lauenburg) Worth Ziethen (Lauenburg)Karte
Über dieses Bild

Berkenthin ist eine Gemeinde im Kreis Herzogtum Lauenburg im südöstlichen Schleswig-Holstein. Berkenthin ist ländlicher Zentralort und Verwaltungssitz des gleichnamigen Amtes.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Kanalhering von Tim Adam an der Kanalschleuse

Berkenthin ist geprägt durch den Elbe-Lübeck-Kanal und liegt südöstlich der Hansestadt Lübeck. Der Ort besteht aus zwei Ortsteilen, Klein-Berkenthin westlich des Kanals und Groß-Berkenthin auf der östlichen Kanalseite. Die beiden Ortsteile sind durch eine Eisenstahl-Brücke miteinander verbunden, über diese Brücke führt die Bundesstraße 208. Im südlichen Bereich quert eine Fußgängerbrücke den Kanal und führt direkt zur historischen Maria-Magdalenen-Kirche. Der gesamte östliche Gemeindeteil ist Teil des Naturpark Lauenburgische Seen.

Durch Berkenthin führt die Bundesstraße 208 von Ratzeburg nach Bad Oldesloe. Die neue Ostseeautobahn führt etwa acht Kilometer nördlich der Gemeinde vorbei. In zwölf Kilometern Entfernung liegt der Regionalflughafen Lübeck-Blankensee.

Bis 1962 verfügte Berkenthin zudem über einen Bahnhof an der sogenannten Kaiserbahn von Hagenow über Ratzeburg nach Bad Oldesloe. Die Strecke wurde ab 1972 abgetragen, die nahe Brücke über den Elbe-Lübeck-Kanal existierte noch bis vor wenigen Jahren.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde im Jahre 1230 zum ersten Mal im Ratzeburger Zehntregister urkundlich erwähnt. Aus dieser Zeit stammt auch die frühgotische Maria-Magdalenen-Kirche. 1264 verlieh der Bischof von Ratzeburg die Hälfte des Zehnten des Dorfes Parketin an eine örtliche Adelsfamilie, die das adlige Gut und Gericht Klein Berkenthin bis 1681 besaß. 1900 wurde der Elbe-Lübeck-Kanal eingeweiht. Am 1. Oktober 1938 wurden die lauenburgischen Gemeinden Kählstorf und Göldenitz sowie der lübbische Ort Hollenbek eingegliedert. Göldenitz wurde am 1. April 1951 wieder eine eigenständige Gemeinde. Hollenbek wechselte am 1. April 1954 in die Gemeinde Behlendorf. Im Jahre 1974 wurde Berkenthin als ländlicher Zentralort eingestuft. 1985 erhielt die Gemeinde die Genehmigung, ihr eigenes Wappen zu führen. 1991 wurde zur Förderung sportlicher Aktivitäten ein Sportzentrum auf dem Gelände der früheren Sägerei gebaut. Ein Rasensportplatz, ein Kunstrasenplatz, zwei Tennisplätze und ein Mehrzweckraum dienen seither den umliegenden Gemeinden als Anlaufstelle in Sachen Sport.

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Geteilt. Oben in Rot eine silberne mit drei Kleeblättern besetzte Schrägleiste, unten von Schwarz und Silber dreimal schräg geteilt.“[2]

Die silberne Schrägleiste entstammt einem Siegel des Ortsadeligen Detlev von Parkentin aus dem 13. Jahrhundert.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Berkenthin stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Die 1900 erbaute Schleuse am Elbe-Lübeck-Kanal wird nach dem hotoppschen Prinzip nur mit Wasserkraft betrieben.

Maria-Magdalenen-Kirche[Bearbeiten]

Die Maria-Magdalenen-Kirche in Berkenthin entstand um 1230. Allerdings wird in einer Steuerliste aus dem Jahr 1194 bereits eine Kirche in Berkenthin erwähnt. Die Maria-Magdalenen-Kirche verfügt über mittelalterliche und dem Mittelalter nachempfundene Wandmalereien aus dem 19. Jahrhundert, einen spätbarocken Altar, eine Figur der Maria Magdalena aus dem 15. Jahrhundert, ein Baumstammkreuz aus dem 14. Jahrhundert und einen Taufengel von 1734. Das Mauerwerk legt nahe, dass die Kirche mehrfach zerstört wurde. Hierüber liegen aber keine Aufzeichnungen vor. Der heutige spitze Kirchturm ersetzte erst 1967 die vorherige Konstruktion mit vier Giebeln und einem kleinen Holzturm. Seit etwa 1530–1543 ist die Kirche evangelisch.

Über ihre Namensgebung gibt es verschiedene Theorien: möglich ist, dass die Kirche im Zusammenhang mit der Schlacht von Bornhöved (1227) gegen die Dänen gestiftet wurde. Diese Schlacht fand am Maria-Magdalenen-Tag (22. Juli) statt. Im Rahmen dieser Schlacht hatte Graf Adolf IV. von Schauenburg und Holstein geschworen, im Falle eines Sieges in seinem Machtbereich Maria-Magdalenen-Kirchen bzw. -klöster zu stiften. In zeitlicher Nähe wurde auch in Lübeck das Burgkloster (1227) als St.-Marien-Magdalenen-Kloster der Dominikaner gegründet, das auf die siegreiche Schlacht Graf Adolfs IV. bei Bornhöved zurückgeht.

Eine andere Theorie beruft sich auf die Stecknitzfahrer, deren Schutzpatronin Maria Magdalena war. Die Flussschiffer auf den Salzprähmen nannten sich selbst auch die Maria-Magdalenen-Brüderschaft der Stecknitzfahrer. Die Berkenthiner Kirche war eine der Stecknitzfahrer-Kirchen (wie auch Krummesse, Witzeeze und Siebeneichen). Hier besuchten die Stecknitzschiffer den Gottesdienst, hatten ein eigenes Kirchengestühl und eine eigene Begräbnisstätte auf dem Kirchfriedhof in Berkenthin. Gräber der Stecknitzfahrer sind noch heute auf dem Friedhof vor der Kirche erhalten.

Um 1832 wurde die Kirche inoffiziell dem Patron Petrus gewidmet, der in der Kirche zweimal dargestellt ist. Die Kirche war ursprünglich namenlos als „Kirche in Berkenthin“ bekannt, bis sie im März 2008 auf den Namen „Maria-Magdalenen-Kirche“ getauft wurde.

Bilder[Bearbeiten]

Maria Magdalena Statue, Berkenthin, ca. 15. Jh.
Baumstammkreuz, Kirche Berkenthin, ca. 14. Jh.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Berkenthin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein