Borler

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Borler
Borler
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Borler hervorgehoben
50.3155555555566.8283333333333440Koordinaten: 50° 19′ N, 6° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Vulkaneifel
Verbandsgemeinde: Kelberg
Höhe: 440 m ü. NHN
Fläche: 4,54 km²
Einwohner: 72 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 16 Einwohner je km²
Postleitzahl: 53539
Vorwahl: 02696
Kfz-Kennzeichen: DAU
Gemeindeschlüssel: 07 2 33 207
Adresse der Verbandsverwaltung: Dauner Straße 22
53539 Kelberg
Webpräsenz: www.vgv-kelberg.de
Ortsbürgermeister: Peter Franke
Lage der Ortsgemeinde Borler im Landkreis Vulkaneifel
Scheid Hallschlag Ormont Kerschenbach Reuth Stadtkyll Jünkerath Schüller Gönnersdorf Esch Feusdorf Lissendorf Birgel Steffeln Wiesbaum Berndorf Hillesheim (Eifel) Oberbettingen Basberg Kerpen (Eifel) Üxheim Nohn Oberehe-Stroheich Walsdorf Dohm-Lammersdorf Duppach Kalenborn-Scheuern Rockeskyll Pelm Berlingen Hohenfels-Essingen Gerolstein Neroth Birresborn Kopp (Vulkaneifel) Mürlenbach Densborn Salm Dreis-Brück Betteldorf Daun Dockweiler Hinterweiler Kirchweiler Kradenbach Nerdlen Sarmersbach Gefell Hörscheid Darscheid Utzerath Schönbach Steiningen Steineberg Demerath Winkel (Eifel) Immerath Strotzbüsch Mückeln Strohn Gillenfeld Ellscheid Saxler Udler Mehren Schalkenmehren Üdersdorf Brockscheid Bleckhausen Oberstadtfeld Wallenborn Niederstadtfeld Weidenbach Schutz Meisburg Deudesfeld Borler Bongard Boxberg Neichen Beinhausen Katzwinkel Hörschhausen Berenbach Kötterichen Höchstberg Kaperich Lirstal Oberelz Arbach Retterath Uersfeld Mannebach Bereborn Kolverath Sassen Gunderath Horperath Ueß Mosbruch Kelberg Gelenberg Bodenbach Reimerath Welcherath Brücktal Kirsbach Drees Nitz Landkreis Mayen-Koblenz Landkreis Cochem-Zell Landkreis Bernkastel-Wittlich Eifelkreis Bitburg-Prüm Nordrhein-Westfalen Landkreis Ahrweiler BelgienKarte
Über dieses Bild

Borler ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kelberg an.

Geographie[Bearbeiten]

Der Ort liegt in der Vulkaneifel in etwa 14 Kilometer Entfernung zum Nürburgring.

Geschichte[Bearbeiten]

Borler liegt an einem Kreuzungspunkt zweier Wege, an denen sich zurück bis in die Römerzeit Siedlungsspuren nachweisen lassen: von der Nürburg bis Kerpen bzw. vom Barsberg weiter über den Senscheider Rücken (Standort einer Burg). Beide Wege nutzen den Übergang über den Nohner Bach, der in dem Tal zwischen Bodenbach und Nohn verläuft.

Die ersten Besiedlungsspuren der Region werden der Frühen Steinzeit zugeordnet (Steinbeile, Fundort bei Üxheim).[2] Zahlreiche Hügelgräber am Barsberg bei Bongard, sowie dort eine Ringwallanlage sind wohl frühkeltischen Ursprungs (Vermessung durch das Landesamt für Denkmalpflege, Koblenz 1936/37).

Verschiedene römische Heerstraßen zogen in der Nähe vorbei, z. B. die Cäsarstraße, in ihrem Verlauf in etwa der heutigen B 410 entsprechend.[3] In der Nähe finden sich verschiedene, weitere archäologische Funde der Römerzeit.[4]

Eine erste urkundliche Erwähnung wird auf 1140 datiert,[5] wobei der in der Urkunde verwendete Name Budelar auch dem in der Nähe gelegenen Ort Bauler zugeordnet wird, in anderen Urkunden etwa der gleichen Zeit findet sich auch die Schreibweise als Budeler.[6] In den Schriften der MGH wird Borler von Brunvilare abgeleitet, aus anderen, auch früheren Quellen wird Brunvilare jedoch Barweiler zugeordnet. Um 1200 erscheint der Name Burlat als Sitz des Inhabers eines 2/3 Kirchenzehnts, namens Gerhard von Wiesbaum.[7][8] Borler gehörte zur Eigenkirche Üxheim im Besitz der Reichsabtei St. Maximin in Trier, einem Benediktinerkloster, welches mit der Abtei Prüm große Anteile an der Kolonisierung der Region über die bestehenden Orte hinaus hatte.[9]

Eine weitere urkundliche Erwähnung aus einem undatierten Schriftstück wird auf 1510–1520 geschätzt, in dem Trierer Feuerbuch von 1563 werden neun Häuser mit eigener Feuerstelle erwähnt .[10] Geprägt wurde der Ort sicherlich durch das kurkölnische Haus und den kurtrierischen Hof Heyer der Herren zu Heyer, südöstlich des Dorfkernes gelegen. Beide Gebäudegruppen sind nicht mehr existent. Ein Wilhelm von Heyer erscheint 1359 in einer Liste der Burgmänner zu Daun des Erzbischofs Boemund von Trier .[11]

Bis zur Besetzung durch französische Revolutionstruppen (1794) gehörte Borler zum Kurfürstentum Trier, Amt Daun, Gericht Kelberg, Zenterei Bongard. Von 1798 bis 1814 war es dem Rhein-Mosel-Departement, Kanton Adenau, Mairie Barweiler zugeordnet. Zu preußischer Zeit gelangte Borler zum Kreis Adenau. Im Zusammenhang mit der kommunalen Neuordnung von Rheinland-Pfalz und der Neubildung der Verbandsgemeinde Kelberg kam die Gemeinde Borler am 7. November 1970 vom gleichzeitig aufgelösten Landkreis Mayen zum Landkreis Daun (heute Landkreis Vulkaneifel).[12]

Die ältesten Häuser des Ortes gruppieren sich um die Bachgasse, die zur Brücke über den Bach führt und um die oberhalb der Bachgasse gelegene Filialkirche St. Leonard. Das Haus "Antünnesse" (Bachgasse 3, 2006 abgebrochen) ist 1650 erbaut gewesen, das Haus "Mone" (Hauptstr. 10) 1766.

Dorfplatz (Hauptstraße 3): Katholische Filialkirche St. Leonhard

Das Straßenbild des Dorfes wurde im Jahr 2006 umfangreich saniert.[13] Die Kosten wurden zum größten Teil von den Bürgern aufgebracht. Alle Straßen und Wege sind neu ausgebaut worden. Doppelseitige Gehweganlagen sind durch einseitige ersetzt worden. Restflächen sind mit so genanntem Magerrasen ausgebaut worden. Der große Spielplatz in der Dorfmitte wurde zu Bauland umfunktioniert und durch einen kleineren Spielplatz hinter dem Feuerwehrhaus ersetzt. Heute besiedeln viele Wochenendpendler das Dorf, darunter Menschen aus Belgien oder aus deutschen Ballungsgebieten wie dem Rheinland und Ruhrgebiet.

Einst prägte die Landwirtschaft das Dorfgeschehen. Aus Mitteln des Marshallplans wurden seiner Zeit ein Grünland- und Forschungsinstitut (Versuchs- und Lehranstalt für Grünlandwirtschaft und Futterbau in den Höhengebieten Eifel, Hunsrück, Westerwald und Taunus) eingerichtet. Aus der Lehranstalt wurde 1970 eine umfangreiche Analyse der Bevölkerungssituation und landwirtschaftlichen Gegebenheiten von Borler veröffentlicht.[14] Im Laufe der Zeit wurde die Einrichtung (im Dorf kurz "das Institut" genannt), welches von der Landwirtschaftskammer Rheinland betrieben wurde, aufgegeben. Bis in die achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts hinein war Milchvieh prägend in der Landwirtschaft. Das Futter wurde auf den angrenzenden Wiesen und Ackerflächen rund um das Dorf gewonnen. Heute besteht die Landwirtschaft nur noch im Nebenerwerb auf einigen Höfen (2010 wurden noch drei Betriebe gezählt),[15] überwiegend Pferdezucht und -haltung, das Weideland ist an Landwirte aus Nachbarorten verpachtet.

Zahl der Milchkühe 1950

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Alterspyramide 1950
1563 1684 1817 1854 1895 1925 1939 1946 1950 1961 1970 1980 2002 2013
Feuerstellen/Häuser 9 10 18 20 23
Einwohner 104 98 108 107 136 139 140 147 144 103 89 72

(nach Alois Meyer, Erich Mertens: Sagen, Geschichte, Brauchtum aus der Verbandsgemeinde Kelberg, 1986 und Statistisches Landesamt[15] )

Religion[Bearbeiten]

Die Bürger von Borler sind zu ca. 90 % römisch-katholisch.[16] Borler gehört heute zur kath. Pfarrei Bodenbach. In den 1990er Jahren wurde die 1752/53 errichtete Dorfkapelle, die dem Hl. Leonhard[17] geweiht ist, innen und außen mit Unterstützung des Bistums Trier und der Ortsgemeinde umfangreich renoviert.

Etwa 1.200 Meter südwestlich von Borler steht auf dem bewaldeten Heyerberg die 1875 fertiggestellte neuromanische Heyerbergkapelle. Sie geht auf eine schon vor 1600 bestehende Burgkapelle zurück. Um die Kapelle besteht ein 1878 geschaffener Kreuzweg mit 14 Stationen.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Borler besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[18]

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „Im geteilten Schild oben in Gold ein wachsender, doppelköpfiger, rot bewehrter, schwarzer Adler, unten in Rot fünf (2:1:2) silberne Ringe“.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Alois Mayer und Erich Mertens: Geschichte, Kultur und Literatur der Verbandsgemeinde Kelberg. Verbandsgemeinde Kelberg, Kelberg 1993.
  •  Alois Mayer und Erich Mertens: Sagen, Geschichte, Brauchtum der Verbandsgemeinde Kelberg. 1. Auflage. Verbandsgemeinde Kelberg, Kelberg 1986, ISBN 3-926233-00-1.
  •  Hubert Reuter: Borler im Wandel der Zeit. Ortsgemeinde Borler, Borler 2009, DNB 1006359958.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Borler – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Matthias Reuter: Beiträge zur Geschichte der Hocheifel. Selbstverlag, Wimbach 1978, S. 12, DNB 800861973.
  3.  Joseph Hagen: Römerstraßen der Rheinprovinz. 2. Auflage. K. Schroeder, Bonn 1931, DNB 580070131.
  4. Geschichtsstraße „Rund um den Hochkelberg“
  5.  Heinrich Beyer, Leopold Eltester, Adam Goerz: Mittelrheinisches Urkundenbuch (MRUB). Band I, Koblenz 1860-1873, S. 573.
  6.  Heinrich Beyer, Leopold Eltester, Adam Goerz: Mittelrheinisches Urkundenbuch (MRUB). Band I, Koblenz 1860-1873, S. 517.
  7.  Heinrich Beyer, Leopold Eltester, Adam Goerz: Mittelrheinisches Urkundenbuch (MRUB). Band II, Koblenz 1860-1873, S. 471.
  8.  Erich Wisplinghoff: Untersuchungen zur frühen Geschichte der Abtei S. Maximin bei Trier von den Anfängen bis etwa 1150. Ges. f. Mittelrhein. Kirchengeschichte, Mainz 1970, DNB 458673420.
  9.  Matthias Reuter: Beiträge zur Geschichte der Hocheifel. Selbstverlag, Wimbach 1978, S. 16, DNB 800861973.
  10. Feuerbuch des Erzstiftes Trier 1563, Blatt 241, Staatsarchiv Koblenz
  11.  Dün: Urkundenbuch der Familie von Dune (Daun). Köln 1909.
  12. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, S. 163 (PDF; 2,03 MB)
  13. Ortsportrait in Hierzuland, SWR Fernsehen
  14.  Alfred Heinrich Könekamp, Wolfgang Klöckner: Ein Kleinbauerndorf im Mittelgebirge. In: Landwirtschaft – Angewandte Wissenschaft. Nr. 148, Landwirtschaftsverlag, Hiltrup bei Münster 1970, DNB 457248947.
  15. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  16. Gemeindestatistik Borler (PDF-Datei; 7 kB), Stand: 30. Juni 2008.
  17. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Vulkaneifel (PDF; 1,0 MB). Koblenz 2010, S. 5.
  18. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen