Dreis-Brück

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Dreis-Brück
Dreis-Brück
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Dreis-Brück hervorgehoben
50.2636111111116.7938888888889470Koordinaten: 50° 16′ N, 6° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Vulkaneifel
Verbandsgemeinde: Daun
Höhe: 470 m ü. NHN
Fläche: 18,18 km²
Einwohner: 867 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 48 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54552
Vorwahl: 06595
Kfz-Kennzeichen: DAU
Gemeindeschlüssel: 07 2 33 020
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Leopoldstraße 29
54550 Daun
Webpräsenz: www.dreis-brueck.de
Ortsbürgermeister: Michael Jax
Lage der Ortsgemeinde Dreis-Brück im Landkreis Vulkaneifel
Scheid Hallschlag Ormont Kerschenbach Reuth Stadtkyll Jünkerath Schüller Gönnersdorf Esch Feusdorf Lissendorf Birgel Steffeln Wiesbaum Berndorf Hillesheim (Eifel) Oberbettingen Basberg Kerpen (Eifel) Üxheim Nohn Oberehe-Stroheich Walsdorf Dohm-Lammersdorf Duppach Kalenborn-Scheuern Rockeskyll Pelm Berlingen Hohenfels-Essingen Gerolstein Neroth Birresborn Kopp (Vulkaneifel) Mürlenbach Densborn Salm Dreis-Brück Betteldorf Daun Dockweiler Hinterweiler Kirchweiler Kradenbach Nerdlen Sarmersbach Gefell Hörscheid Darscheid Utzerath Schönbach Steiningen Steineberg Demerath Winkel (Eifel) Immerath Strotzbüsch Mückeln Strohn Gillenfeld Ellscheid Saxler Udler Mehren Schalkenmehren Üdersdorf Brockscheid Bleckhausen Oberstadtfeld Wallenborn Niederstadtfeld Weidenbach Schutz Meisburg Deudesfeld Borler Bongard Boxberg Neichen Beinhausen Katzwinkel Hörschhausen Berenbach Kötterichen Höchstberg Kaperich Lirstal Oberelz Arbach Retterath Uersfeld Mannebach Bereborn Kolverath Sassen Gunderath Horperath Ueß Mosbruch Kelberg Gelenberg Bodenbach Reimerath Welcherath Brücktal Kirsbach Drees Nitz Landkreis Mayen-Koblenz Landkreis Cochem-Zell Landkreis Bernkastel-Wittlich Eifelkreis Bitburg-Prüm Nordrhein-Westfalen Landkreis Ahrweiler BelgienKarte
Über dieses Bild

Dreis-Brück ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Daun an. Dreis-Brück ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde gliedert sich in die Ortsteile Dreis und Brück. Zu Dreis gehören noch die Wohnplätze Berghof, Dreisermühle und Wiesenhof.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Zeit in der Dreis gegründet wurde liegt im Dunklen. Der Ursprung lässt sich bis in die Karolingerzeit zurückführen, Dreis wird zum ersten Mal im Jahr 1143 urkundlich erwähnt. Der Ortsname „Dreis“ leitet sich offensichtlich von dem althochdeutschen Wort „triusan“ (sprudeln, rieseln) ab. Der Name erfuhr im Laufe der Jahrhunderte vielfältige Abwandlungen: Im 16. Jahrhundert findet man neben den Schreibweisen „Dreis“ auch „Dreys“ und „Dreyss“. Im 17. Jahrhundert tauchen neben „Dreyß“ auch „Dreiß“ und „Driest“ auf, der im 18. Jahrhundert schon einmal in der Version „Dryesd“ zu finden ist. Auch die Schreibweisen „Dress“ ist nachgewiesen.

Dreis und Brück gehörten bis Ende des 18. Jahrhunderts zur reichsunmittelbaren Herrschaft Kerpen, die im Besitz der Herzöge von Arenberg war. Ein Teil des Dorfes Brück gehörte zum kurtrierischen Amt Ulmen.[4]

Politik[Bearbeiten]

Zusammenschluss der Gemeinden Dreis und Brück[Bearbeiten]

Mit Schreiben vom 28. August 1968 teilte die Amts- und Stadtverwaltung Daun dem Landratsamt in Daun mit: „Der im Landtag vorliegende und bereits in 1. Lesung beratene Entwurf eines 4. Gesetzes über die Verwaltungsreform in Rheinland-Pfalz sieht für den hiesigen Bereich die Eingemeindung u.a. der Orte ... Dockweiler, Dreis und evtl. auch Brück vor“. Die Gemeindeverwaltung Dockweiler war in ihren Gemeindeplanungen an einer Zusammenlegung der Gemeinden Dockweiler und Dreis, evtl. auch mit Brück und Betteldorf sehr stark interessiert. Trotz intensiver Bemühungen um eine Zusammenlegung dieser vier Orte konnte keine Übereinstimmung erzielt werden, so dass die ganze Angelegenheit an vielen Gegenargumenten und unterschiedlichen Meinungen scheiterte.

Am 20. April 1969 veröffentlichte das Mainzer Innenministerium einen Erlass über die Bildung von Verbandsgemeinden in den Regierungsbezirken Koblenz und Trier. Das Landratsamt Daun leitete den Erlass innerhalb des Landkreises Daun (seit dem 1. Januar 2007 Landkreis Vulkaneifel) an die verbandsangehörigen Gemeinden weiter u.a. die Zielplanung, die Gemeinde Brück künftig der Verbandsgemeinde Kelberg zuzuordnen. Dies lehnte die Bürgerschaft sowie der Gemeinderat ab.

Am 19. Mai 1970 entschied der Dreiser Gemeinderat über die beiden Alternativen:

  • Auflösung beider Gemeinden und Bildung einer neuen Gemeinde aus den bisherigen Gemeinden Dreis und Brück;
  • Eingemeindung der Gemeinde Brück in die Gemeinde Dreis;

Die Bürgerschaft Brück entschied sich mit 99,33 % für die Zusammenschließung mit Dreis, jedoch solle der Name Brück mit weitergeführt werden.

Am 22. Mai 1970 stimmten der Verbandsgemeinderat und der Stadtrat Daun sowie 16 Nachbargemeinden der Zielplanung zur Neubildung von Verbandsgemeinden zu. Die Beschlussfassung über den Zusammenschluss wurde befürwortend an die Bezirksregierung Trier weitergeleitet.

Am 26. Juni 1970 erklärte die Gemeindeverwaltung Brück in gleichlautenden Schreiben an verschiedene politische Adressaten, dass sie die geplante Zuordnung der Gemeinde Brück zur Verbandsgemeinde Kelberg gegen den Willen von Gemeinderat und Bevölkerung außerordentlich bedauere. Am 5. August 1970 legte Brück schließlich eine Verfassungsbeschwerde beim Verfassungsgerichtshof ein.

Am 20. Dezember 1973 erfolgte die Auflösung der Gemeinde Brück und ihre Eingliederung in die Gemeinde Dreis mit Wirkung vom 16. März 1974.[5] Im Februar 1974 beschlossen die beiden Gemeinderäte Dreis und Brück einen Auseinandersetzungsvertrag und die Eingliederung der Gemeinde Brück.

Am 15. August 1977 verlieh die Bezirksregierung Trier der Ortsgemeinde Dreis den neuen Namen „Dreis-Brück“. Die Namensnennung trat am 1. September 1977 in Kraft.[5]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Dreis-Brück besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[6]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde von Friedbert Wißkirchen (Verbandsgemeindeverwaltung Daun) entworfen. Die Bezirksregierung Trier erteilte 1986 die Genehmigung zur Führung des Gemeindewappens.

Das Schildhaupt nimmt Bezug auf die geschichtliche Vergangenheit der Ortsgemeinde. Die früher selbständigen Orte Dreis und Brück gehörten den Grafen von Manderscheid als Besitzer der Herrschaft Kerpen; diese ging später aufgrund einer Erbteilung an die Herzöge von Arenberg über. Die Herzöge von Arenberg führten in ihrem Siegel drei Rosen. Die Wappenfarben der Grafen von Manderscheid sind Gold und Rot.

Die schwarze Bogenbrücke im unteren Teil des Wappens soll den Ortsnamen Brück versinnbildlichen. Der darüber stehende Zweischalenbrunnen weist auf die Sprudelquellen („Drees“) hin, denen der Ortsteil Dreis seinen Namen verdankt. Mit der Brunnendarstellung wird ferner dokumentiert, dass sich in Dreis mit der „Vulkania Quelle“ eine staatlich anerkannte Heilquelle befindet.

Alte Hausnamen[Bearbeiten]

Viele ältere Häuser in Dreis-Brück haben Namen, die mit den heutigen Besitzern nichts mehr zu tun haben. Die Namen stammen teilweise von Namen und Berufen früherer Bewohner. Aber auch durch die Nutzung des jeweiligen Gebäudes. Die Namen entstanden auch durch verschiedenste Ereignisse.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Dreis-Brück ist Wohnsitz des bekannten Krimiautors Jacques Berndorf. Auch dessen Alter Ego Siggi Baumeister, fiktiver Protagonist seiner Eifel-Krimis, lebt in Dreis-Brück. Daher findet die Handlung von vielen seiner Eifel-Krimis im Umkreis dieses Ortes statt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dieter Schewe: Burg Dreis in der Mitte der Eifel - 700 Jahre Wacht an Weiher und Ahbach. Sinzig 2004, ISBN 3-9809438-1-X (Geschichtliche Hintergründe und ein umfangreiches Literaturverzeichnis)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dreis-Brück – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 70 (PDF; 2,3 MB)
  4. Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 2. Band: Die Karte von 1789. Bonn 1898, S. 501 ff.
  5. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, S. 175, 204 (PDF; 2,6 MB)
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen