Stadtkyll

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Stadtkyll
Stadtkyll
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Stadtkyll hervorgehoben
50.3522222222226.5311111111111450Koordinaten: 50° 21′ N, 6° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Vulkaneifel
Verbandsgemeinde: Obere Kyll
Höhe: 450 m ü. NHN
Fläche: 20,78 km²
Einwohner: 1515 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 73 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54589
Vorwahl: 06597
Kfz-Kennzeichen: DAU
Gemeindeschlüssel: 07 2 33 240
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Rathausplatz 1
54584 Jünkerath
Webpräsenz: www.stadtkyll.de
Ortsbürgermeister: Harald Schmitz
Lage der Ortsgemeinde Stadtkyll im Landkreis Vulkaneifel
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Über dieses Bild

Stadtkyll ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Obere Kyll an, deren Verwaltungssitz in Jünkerath ist. Stadtkyll ist ein staatlich anerkannter Luftkurort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Stadtkyll liegt in der Vulkaneifel an der Kyll.

Stadtkyll besteht aus den Ortsteilen Niederkyll, Schönfeld und Stadtkyll.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde zur Mitte des 13. Jahrhunderts als Kölner Kirchenbesitz erstmals urkundlich genannt. In der Folgezeit (um 1292) gewann Stadtkyll mit seinem Mauerbering und der Burg schnell an Bedeutung. 1310 erhielt Stadtkyll das Stadtrecht und somit auch das Recht, ein Wappen zu führen, welches dem heutigen noch weitgehend entspricht.

Da beim Wiederaufbau nach Bränden und Kriegen die Steine der Stadtmauer auch immer Verwendung fanden, verschwand die alte Stadtmauer vollständig. Heute ist der ungefähre Verlauf der Befestigung nur noch an den Häuserzeilen in der Burgbergstraße zu erkennen. Ende Januar 1945, nach der Ardennenoffensive im Zweiten Weltkrieg, war Stadtkyll praktisch zu 75 % zerstört.

Im Rahmen der rheinland-pfälzischen Funktional- und Gebietsreform wurde Stadtkyll zusammen mit 14 weiteren Gemeinden am 7. November 1970 vom gleichzeitig aufgelösten Landkreis Prüm in den Landkreis Daun (seit 2007 Landkreis Vulkaneifel) umgegliedert.[3]

Am 1. Januar 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Schönfeld eingemeindet.[3]

Auf der Stadtkyller Heide existierte von 1952 bis 1992 ein DECCA-Sender.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Stadtkyll besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[4]

Finanzen[Bearbeiten]

Die Schulden der Ortsgemeinde Stadtkyll lagen zum 31. Dezember 2012 bei 2.164.973 Euro. Dies entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1.484 Euro je Einwohner.[5] Als eine der ersten Kommunen in Deutschland hat die Ortsgemeinde Stadtkyll für den Finanzbereich freiwillig eine sog. "Satzung generationengerechte Finanzen" eingeführt, über die die Ortsgemeinde anstrebt, Schulden und die daraus resultierenden Zins- und Tilgungslasten abzubauen sowie Haushaltsdefizite zu vermeiden.[6]

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens von Stadtkyll lautet: „Von Gold und Rot durch gesenkten, schräglinken, blauen Wellenbalken und silbernen Wellenleistenstab geteilt, der Wellenbalken mit sieben vierendigen goldenen Sternen belegt.“

Die Farben Gold und Rot deuten auf die Grafen von Manderscheid hin, die 1469 die Grafschaft Gerolstein und mit ihr Stadtkyll in ihren Besitz übernahmen. 1310 erhielt Stadtkyll die Stadtrechte und damit das Recht, ein Wappen zu führen. Das historische Stadtwappen entspricht dem heutigen Wappen. Nur ein vorhandener Balken wurde 1974 in einen Wellenbalken geändert und durch einen neu aufgenommenen Wellenleistenstab abgegrenzt, um zu symbolisieren, dass Ort und Burg Stadtkyll landschaftlich durch den Fluss Kyll geprägt sind.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Stadtkyll ist staatlich anerkannter Luftkurort und verzeichnet durch seine zahlreichen Beherbergungsbetriebe jährlich ca. 65.000 Feriengäste, mit ca. 270.000 Übernachtungen.

Ein Bahnhof bestand an der mittlerweile abgebauten Vennquerbahn Jünkerath – Losheim – Weywertz. Die Bahntrasse der ehemaligen Vennquerbahn wird gegenwärtig zu einem Wander-und Radverkehrsweg ausgebaut (RAVeL-Netz-Linie 45a Waimes-Jünkerath), mit Anschluss sowohl in Weywertz an die Vennbahnstrecke als auch in Jünkerath an das deutsche Radwegenetz.[8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Blick auf Stadtkyll
Friedhofskapelle St. Margarethen
  • Kath. Pfarrkirche St. Joseph (1814 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel aufgeführt, 1853 ausgebrannt).
  • Kath. Kapelle St. Hubertus in Niederkyll, um 1600 errichtet. Außen am Giebel ist eine römische Männerbüste eingemauert. Um die spätgotische Kapelle St. Hubertus, ranken sich Sagen und Geschichten: Pfarrkirche von Stadtkyll soll sie gewesen, auf römischen Resten errichtet und von römischen Soldaten als Opferstätte für den Kriegsgott Mars genutzt worden sein. Als Beweis werden römische Münzfunde im Umfeld und insbesondere jener steinerne Kopf angeführt, der, eingemauert im Ostgiebel der Kapelle, früher fälschlicherweise als Mars oder Jupiter interpretiert wurde. Die Herkunft der römischen Büste ist bislang ebenso unbekannt, wie die Person, die sie darstellt. Nach wissenschaftlicher Interpretation könnte es sich auch um einen Teil eines Grabmales handeln (Nähe zum Lager Icorigium/Jünkerath); und die Büste wurde evtl. zu Zeiten der Kapellenerrichtung von den Erbauern der Kapelle als Figur eines Heiligen angesehen und entsprechend mit eingemauert.

Literatur[Bearbeiten]

  • 1100 – 1250 – 1675 – Stadtkyll – 2000. Das Heft zum vierfachen Jubiläum. Prüm 2000.
  • Geschichtsverein Prümer Land: Rund um die Kirche im Dorf. Kirchen und Kapellen der Westeifel. Prüm 2003, S. 459ff.
  • Ralf Gier: Auswanderung von der Oberen Kyll. in: Der Prümer Landbote. Zeitschrift des Geschichtsvereins “Prümer Land”, Nr. 90, 2006, S. 45–54.
  • Ortsgeschichte Stadtkyll: Stadtkyll im II. Weltkrieg. Stadtkyll 1986.
  • Ortsgeschichte Stadtkyll: Stadtkyll in alten Bildern – mit Kerschenbach und Schönfeld -. Stadtkyll 1987.
  • Ortsgeschichte Stadtkyll: Die Vereine. Kerschenbach, Schönfeld und Stadtkyll. Stadtkyll 1992.
  • Peter Oster: Geschichte der Pfarreien der Dekanate Prüm-Waxweiler. Trier 1927, S. 899ff.
  • Ernst Wackenroder: Die Kunstdenkmäler des Kreises Prüm. Düsseldorf 1927, S. 189–196.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, S. 160, 161, 196 (PDF; 2,1 MB)
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Statistische Ämter des Bundes und der Länder: Integrierte Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände - Anteilige Modellrechnung für den interkommunalen Vergleich - Stand 31. Dezember 2012 - Gemeinschaftsveröffentlichung
  6. Satzung generationengerechte Finanzen der Ortsgemeinde Stadtkyll, abgerufen am 30. August 2014
  7. Wappenbeschreibung auf der Internetpräsenz der Verbandsgemeinde Obere Kyll
  8. Ganz locker über 28 Brücken radeln, Kölnische Rundschau, abgerufen am 6. Juni 2011