Carolin Kebekus

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Carolin Kebekus beim Deutschen Fernsehpreis 2012
Carolin Kebekus in Bonn, 2011

Carolin Kebekus (* 9. Mai 1980 in Bergisch Gladbach) ist eine deutsche Schauspielerin, Sängerin, Synchronsprecherin und Komikerin.

Karriere[Bearbeiten]

Die Tochter eines Bankkaufmanns und einer Sozialpädagogin wuchs in Köln-Ostheim auf. Ihre Parodien des Tokio-Hotel-Sängers Bill Kaulitz in den Freitag Nacht News brachten ihr den Durchbruch im Fernsehen, führten im April 2006 jedoch kurzzeitig zu Beschimpfungen und Drohungen durch Fans der Gruppe. Von September 2006 bis zur Absetzung der Sendung im Dezember 2006 gehörte Kebekus zum Moderatoren-Team der Freitag Nacht News um Ingo Appelt.

2007 spielte Kebekus in der RTL-Sitcom Kinder, Kinder mit. Sie beteiligte sich auch an Diskussionen in der Comedy-Talkshow u. A. w. g. – um Antwort wird gebeten bei Comedy Central und hatte mehrere Gastauftritte (beispielsweise als Jennifer-Lopez-Parodistin) in den Sendungen Freitag Nacht News, RTL Comedy Nacht, Was guckst du?!, Quatsch Comedy Club und Fritz & Hermann. Bei der Improcomedysendung Frei Schnauze gehörte sie zur wiederkehrenden Besetzung. 2008 wirkte sie in der RTL-Sketchcomedyserie WunderBar mit. 2009 lief auf ProSieben die Comedyshow Die Hochzeitscrasher, in der Kebekus neben Max Giermann und Hanno Friedrich Hochzeitsgästen Streiche spielte. Seit 2009 ist Kebekus regelmäßig in Sketchen des Formats Broken Comedy zu sehen und steht seit der zweiten Staffel außerdem als Moderatorin der Sendung auf der Bühne.

2007 spielte sie in dem Film Vollidiot eine Nebenrolle. Kebekus singt in der Band „De Imis“ sowie zusammen mit Rüdiger Brans beim Comedy-Duo „2ZimmerKücheDieleBad“. 2010 trat sie zusammen mit dem Schweizer Kabarettisten Rolf Schmid beim 19. Arosa Humor-Festival auf. 2011 veröffentlichte sie ihr Debütalbum Ghetto Kabarett. Im selben Jahr war sie Mitglied der Neuauflage der Wochenshow; seitdem ist sie mit ihrem ersten Bühnenprogramm Pussy Terror auf Tour. 2012 spielte Kebekus in dem Kinofilm Hanni & Nanni 2 die Rolle der Lehrerin Frau Goethe.

Am 2. Juni 2013 trat sie in der WDR-Sendung Zimmer frei! auf.[1] Am 5. Juni 2013 wurde ihre erste vom WDR produzierte Sendung Kebekus!, die im Vorfeld zu Kontroversen geführt hatte, bei Einsfestival ausgestrahlt.[2]

Seit 2013 ist Kebekus Ensemblemitglied der mit vielen Preisen ausgezeichneten wöchentlichen Nachrichtensatire heute-show.

Am 31. Januar und 7. Februar 2014 wurden auf RTL "Carolin Kebekus Live! Pussyterror Teil 1 und 2" ausgestrahlt.

Im Oktober 2014 soll Carolin Kebekus bei RTL erstmals durch die Preisverleihung des Deutschen Comedypreises führen und damit Dieter Nuhr ablösen.

Kontroversen[Bearbeiten]

Im Februar 2013 sendete die heute show einen satirischen Filmbeitrag, mit dem Kebekus sich bei Kardinal Joachim Meisner als Päpstin bewarb. Nach Angaben des Spiegel[3] versuchte ein Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz vergeblich, die Ausstrahlung der Episode zu verhindern.[4]

Im Juni 2013 hat sich der WDR gegen die Ausstrahlung des von Kebekus produzierten satirischen Musikvideos Dunk den Herrn in Kebekus! auf Eins Festival entschieden. In dem Video, in dem Kebekus in einem Nonnenkostüm auftritt und ein Kruzifix ableckt, textete Kebekus in Form eines Raps unter anderem: Er ist meine Bank, nur für ihn zieh ich blank[4] und Bei Gott geht der Punk ab, weil nur er den Funk hat; Jesus ist der Shit und wer das nicht glaubt, der kackt ab. Anspielungen gab es auch auf den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche.[5] Stefan Raab empfahl Kebekus, sich beim zukünftigen WDR-Intendanten Tom Buhrow zu beschweren und auf der Kunstfreiheit zu bestehen, nachdem sie ihre Sendung als „verstümmelt“ bezeichnet hatte: „Es war natürlich seit drei Wochen ungefähr abgenommen, und jetzt ist aber dem WDR aufgefallen: ‚So jung wollen wir auch nicht werden‘“. Es werde wohl auch die letzte Sendung bleiben.[6]

Zum Vorwurf der Zensur, den Kebekus in TV Total erhoben hat, und dem Vorwurf der „Selbstzensur“, der laut Tagesspiegel von Mitarbeitern der Sendung erhoben wurde,[7] erklärte der WDR, er könne diese „so nicht akzeptieren“. Der Sender stehe für Liberalität und Toleranz, was bedeute, dass religiöse Überzeugungen der Bevölkerung zu achten seien. Nach eingehender redaktioneller Diskussion und rechtlicher Prüfung hätten die Programmverantwortlichen daher entschieden, das Video nicht auszustrahlen: „Es gibt einen erheblichen Unterschied zwischen Kritik an der Institution Kirche und der Verunglimpfung religiöser Symbole“, unabhängig davon, ob sich eine Sendung an ein jüngeres oder älteres Publikum richte. Eine zukünftige Zusammenarbeit mit Carolin Kebekus werde sich zeigen - „unsere Türen bleiben jedenfalls geöffnet.“[5]

Im Zusammenhang mit dem Video gingen aufgrund eines Aufrufs der Pius-Bruderschaft etwa 100 Anzeigen gegen Kebekus ein, worauf die Staatsanwaltschaft Köln den Beitrag überprüfte, ob dieser den Tatbestand Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen (§ 166 StGB) erfüllt. Da sie einen Anfangsverdacht auf strafrechtlich relevantes Handeln nicht feststellen konnte, wurden die Ermittlungen eingestellt. Die satiremäßig überspitzte Darstellung habe keinen beschimpfenden, sondern einen kirchenkritischen Inhalt.[8]

Filmografie[Bearbeiten]

Nominierungen und Preise[Bearbeiten]

  • 2007: Publikumspreis des Wettbewerbs Tegtmeiers Erben
  • 2007: Deutscher Comedypreis für Kinder, Kinder als Beste Serie
  • 2007: nominiert als Beste Schauspielerin für den Deutschen Comedypreis
  • 2007: nominiert mit Kinder, Kinder für den Deutschen Fernsehpreis
  • 2008: nominiert mit Wunderbar für den Deutschen Comedypreis
  • 2008: nominiert mit Kinder, Kinder für den Adolf-Grimme-Preis
  • 2008: ausgezeichnet mit dem Prix Pantheon
  • 2010: nominiert mit Broken Comedy für den Adolf-Grimme-Preis
  • 2010: nominiert mit Broken Comedy für die Rose d’Or
  • 2011: nominiert als Beste Komikerin für den Deutschen Comedypreis
  • 2011: Montreux Comedy Award für Broken Comedy als Beste Sketch-Show
  • 2013: nominiert mit der heute-show für den Deutschen Fernsehpreis als Beste Comedy
  • 2013: nominiert mit der heute-show für den Deutschen Comedypreis als Beste Comedy-Show
  • 2013: Deutscher Comedypreis als Beste Komikerin
  • 2013: Deutscher Comedypreis für das Beste Comedyevent mit der großen TV total Prunksitzung

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten]

DVDs[Bearbeiten]

  •  Pussy Terror – Live. Sony Music, 2013.

Diskografie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Carolin Kebekus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Michael Kerkmann: Sendung vom 2. Juni 2013. Zimmer frei!, wdr.de, 11. Mai 2013
  2. Ärger um Kirchensatire von Carolin Kebekus, Deutschlandradio Kultur vom 5. Juni 2013
  3. heute-show erzürnt katholische Kirche: In DER SPIEGEL 9/2013 vom 25. Februar 2013
  4. a b Umstrittene Kirchensatire: Komikerin Carolin Kebekus wettert gegen WDR-"Zensur", Spiegel Online vom 5. Juni 2013
  5. a b Kirchen-Satire: WDR weist Zensurvorwurf von Kebekus zurück, kath.net vom 6. Juni 2013
  6. WDR streicht Kirchensatire von Carolin Kebekus, handelsblatt.com vom 6. Juni 2013
  7. TV-Moderatorin Carolin Kebekus beschwert sich über WDR, Tagesspiegel vom 5. Juni 2013
  8. Keine Ermittlungen gegen Kebekus, Kölner Stadt-Anzeiger (ksta.de) vom 9. Juli 2013